Autor: Wissen

  • Folge #55 – Ausbildung in der Medizininformatik

    In dieser Folge sprechen Bernhard und Elske Ammenwerth über die Ausbildung und Studienmöglichkeiten im Bereich Medizinische Informatik. Dabei diskutieren die beiden unterschiedliche Studiengangsprofile, empfohlene Kompetenzen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb der Ausbildung. Außerdem geht es um Berufsperspektiven, mögliche Einsatzgebiete und die Rolle der Medizinischen Informatik im modernen Gesundheitswesen.

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    Transkription

    und wir kommen zum eigentlichen Thema des heutigen Podcasts. In der heutigen Ausgabe geht es um das Thema Ausbildung in der Medizinischen Informatik. Und dazu habe ich mir wieder einen Gast eingeladen. 

    Ich begrüße Elske Ammenwerth, Professorenkollegin aus Österreich, Elzge. Magst du dich mal kurz vorstellen? Ja, hallo, Bernhard. Erst mal vielen Dank für die Einladung zu eurem tollen Podcast. Kurz zu meinem fachlichen Hintergrund. Ich bin Professoren für medizinische Informatik an der UMIT. Die UMIT ist die Universität des Landes, Tirol. Ich mich vor allem mit Informationssystemen des Gesundheitswesend und ihr Management und vor allem auch ihrer Evaluation. Und daneben bin ich außer vielen Jahren in Fragen der Ausbildung in der Medizin Informatik aktiv. 

    Ja und das ist ja heute unser Thema Ausbildungsangebot in der Medizinischen Informatik. Das Studium medizin Informatik gibt es ja schon seit über 40 Jahren. Man kann auch kaum glauben, dass so ein modernes Fach schon so eine Historie hat. Wie hat sich denn das Ausbildungsangebot in den letzten Jahrzehnten verändert? Na ja, wenn man sich den deutschsprachigen Raum anschaut gab, bis ursprünglicher nur zwei Möglichkeiten man konnte. Einen Diplom-Studiengang im Medizin Informatik absolvieren oder man studierte Informatik mit Nebenfach-Medizin Informatik. Heute finden wir eine sehr viel größere Vielfalt. Wir sehen eine Vielzahl an Bachelor-Masterstudiengängen, die einfach verschiedene Bereiche der Medizin Informatik adressieren und dann auch entsprechend unterschiedlich benannt sind. Also neben den klassischen Studiengängen, die immer noch Medizin Informatik heißen, finden wir jetzt auch Studiengänge, die zum Beispiel heißen eHealth oder Medizin technische Informatik oder Medizinisches Informationsmanagement oder auch Digital Healthcare. 

    Jetzt hast du gerade schon erwähnt Bachelor- und Master. Damals gab es noch den Diplom-Studiengang. Wie hat sich das durch die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge weiterentwickelt? Hat sich dadurch noch was wesentliches verändert im Vergleich zum Diplom? Ja, ich denke schon nicht. Also durch das Bachelor-Master-System haben die Studierenden einfach viel mehr Wahlmöglichkeiten. Man kann jetzt zum Beispiel den Bachelor machen an einer Hochschule und dann für den Master an eine andere Hochschule wechseln, um sich dort dann fachlich zu spezialisieren. Diese breite Ausfall ist ja gut für die Studierenden, aber natürlich wird das alles dadurch auch ein bisschen unübersichtlicher. Unübersichtlicher, weil sicherlich eine große Vielfalt da ist, gibt es denn da irgendwelche Richtlinien oder Ansätze, die dazu beitragen, diese Übersichtlichkeit zu erhöhen, dass ich mich dann ein bisschen informieren kann. Ja, die ältesten Empfehlungen, die ich kenne, sind die Empfehlungen der IMIA. IMIA steht für International Medical Informatics Association. Das ist quasi der Weltverband der ME und die haben tatsächlich Ausbildungsempfehlungen herausgegeben, welche quasi so thematische Inhalte von ME-Studiengängen beschreiben und auch die sinnvolle Dauer von Studiengänge, die wurden im Jahr 2000 publiziert und 2010 dann noch mal aktualisiert. Das ist nur ein grober Rahmen, ja, aber zumindest ist ja schon ein wenig hilfreich, weil das einfach die Basisthemen der Medizin Informatik definiert. Sag mal, wer naht das so nicht mit den mit diesen Empfehlungen auch schon mal etwas zu tun gehabt? Ja, ich habe in der Tat auch schon damit gearbeitet, wir haben ein Projekt, wo es im Umempfehlung für Curricula in Palästina und Jordanien geht. Da haben wir uns auch die IMIA Empfehlungen natürlich ganz genau angeschaut und ich war überrascht, dass im Jahr 2000 schon die Begriffe der Kompetenzorientierung deine große Rolle spielen. Also das war eigentlich so ein bisschen der Zeit voraus, dass was jetzt in jeder Akkreditierung standert ist, findet sich auch in den Empfehlungen von 2000 schon wieder und was ich auch gut finde, dass es eben mehrere Zugangswege gibt. Also wie sieht Medizin Informatik in Kompetenzen für Medizineraus, für Pflegekräfte, für Informatikar, dass das so ein bisschen versucht wird in den Empfehlungen abzudecken. Das gefällt mir ganz gut. Ja, da sind die IMI- Empfehlungen sicher sehr modern. Vielleicht darf ich noch erwähnen, dass die Empfehlungen jetzt übrigens gerade auch wieder überarbeitet werden. Ja, also so grob im 10-Jahresrhythmus könnte es dann sein, dass wir 2020 die nächste aktualisierte Version haben oder hoffentlich einen Tick früher. 

    Jetzt hat die IMIA als International Medical Informatik Association einen weltweiten Fokus, gibt es denn auch Versuche oder Ansätze im deutschsprachigen Raum? Ja, tatsächlich die Gibt es. Derzeit arbeitet eine Präsidiumskommission der GMDS, also der deutschen Gesellschaft für medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie an einem Kompetenzraster für Bachelorstudiengänge in der Medizin Informatik. Das bedeutet, dass versucht wird, Basiskompetenzen zu beschreiben, die in einem Bachelorstudium vermittelt werden könnten. Und das würde dann erlauben, Studiengänge auch vergleichbar zu machen und zum Beispiel Studiengangsprofile zu erstellen. Und das wäre natürlich eine ganz spannende Sache. Und dieser Kompetenzraster, übrigens, der passiert auch auf den IMIA Empfehlungen, geht dann aber sehr viel mehr in die Tiefe und beschreibt die Kompetenzen auch noch etwas detaillierter. Jetzt hat es sogar schon erwähnt, es gibt da eben diese Präsidiumskommission und unter viele und viele verschiedene Namen der Studiengänge wurde denn herausgefunden, da konnte man herausfinden, wie viele Studiengänge es denn überhaupt gibt, die sich im weitesten Sinne mit Themen der Medizinischen Informatik beschäftigen. Man kann ja Medizininformatik in Deutschland seit 1972 studieren. Das ist der Studiengang in Heidelberg-Heilbronn, wo ich auch selber studiert habe. Und inzwischen ist das Angebot natürlich deutlich gewachsen, eine gute und aktuelle Übersicht gibt die Liste, die Webseite der GMDS. Und das sieht man, wenn man diese Liste nimmt und noch weitere Quellen dazu nimmt, dass wir ungefähr etwa 20 Bachelorstudiengänge im Bereich Medizininformatik, im deutschsprachigen Bereich haben und etwa 20 maße Studiengänge Medizininformatik. Und dazu kommen dann tatsächlich nochmal etwa gleich viele Informatikstudiengänge, wo ich quasi Informatik als Hauptfachstudierer und im Leben fach dann medizin Informatik. Also eine ganze Menge an Studiengängen, die natürlich der Aktualität des Thema sicherlich gerecht wird. 

    Gibt es denn da bei der gesamten Vielfalt auch Gemeinsamkeiten? Also kann ich sagen, jeder der M. E. Studiert, der hat auf jeden Fall Erfahrung im Bereich X. Ja tatsächlich, also bei allen individuellen Unterschieden, denke ich, kann man schon sehen, dass die meisten Studiengänge vor einem Bachelorbereich einen eher Informatik bezogenden Zugang zur Medizininformatik wählen. Das sieht man an den Curricula. Und das heißt, man hat klassischerweise Fächer wie Mathematik, Programmieren, Software-Entwicklung, Datenbanken, Netze, typische Informatikfächer. Und es gibt jetzt eher weniger, weniger Studienangebote in der Medizininformatik, die einen anderen zum Beispiel eher organisatorischen Zugang zur Medizininformatik anbieten. 

    Das meinst du genau mit organisatorischen Zugang? Wenn ich mir andere Länder anschau, wie zum Beispiel den Niederlanden oder auch Skandinavien, dann habe ich schon den Eindruck, dass hier Medizininformatik teilweise ein bisschen anders verstanden wird oder dass der Zugang zur Medizin Informatik eher über Prozessthemen, über Organisationsthemen kommt. Das heißt, man geht im Studium eher von konkreten, klinischen Problemen aus und schaut dann, wie man das mit IT lösen kann. Und bei uns ist das oft dann eher anders herum. Nicht, es wird IT und Informatik gelehrt und dann kommt es der Bezug zu klinik und ich persönlich finde das eigentlich schade, da die Medizin Informatik ja doch nicht nur technische Aspekte hat, sondern eben andere Fragen, so zu organisatorische Fragen, ja ganz ganz wichtig sind in unserem Beruf, stichwort, usability, stichwort, Prozessorganisation, durch IT, dann Change Management oder auch Evaluation. Und ich finde, das sollte ruhig integral von Anfang an vermittelt werden und das würde übrigens auch der Studium vielleicht noch interessanter machen für Personen mit klinischen Hintergrund oder auch klinischen Interesse. Könnte der Studium dann auch interprofessioneller ablaufen? Das trifft viele Punkte, die wichtig sind. Du hast die usability angesprochen, das ist ja auch so ein Fach oder eine Disziplin, die eigentlich sehr stark interprofessionell unterrichtet werden müsste. Vielleicht könnte man aus diesem Bereich was lernen und das mit in die Medizin Informatik übertragen und noch mehr diese Vernetzung von beiden Seiten, also die IT profitiert vom Fachwissen der Mediziner oder der Gesundheitswissenschaftler und umgekehrt profitieren, die wiederum vom ITwissen zu einer gegenseitigen Befruchtung auch beitragen. Ja, eben, oder? Und wir haben an der UMIT das auch überlegt und haben jetzt einen Masterstudenkang gestartet, er nennt sich Health Information Management und der Welt eben eher so einen organisatorschen Zugang zur Medizin Informatik und ist er interprofessionell ausgerichtet. Das heißt, bei uns studieren tatsächlich nicht Ärzte, Pflegepersonen Informatiker gemeinsam und das ergibt wirklich spannende Diskussionen und auch ganz neue Perspektiven auf die relevanten Themen und da würde ich mir auch mehr Angebote auch in diese Richtung wünschen. Das heißt, zusammengefasst insgesamt sind wir in Deutschland mit 20 Masters, 20 Bachelor-Programm relativ gut aufgestellt. Wir haben da eine Breite, wir haben da eine Vielfalt. Allerdings mit einem Schwerpunkt, der sehr in der Informatik-Richtung liegt und da könnte man sicherlich noch weiteren Anwendungsbezug herstellen, vielleicht auch durch Spezialisierung in bestimmten Bereichen, bett das so eine Zusammenfassung des aktuellen Standes. Ja, würde ich durchaus so sehen oder also stark Informatik orientierte Ausbildungsgänge oder oder siehst du da Ausnahmen von dieser Regel. Also in Flensburg gibt es ein Masterstudiengang, eHealth, der auch eher noch ökonomische Aspekte beinhaltet. Wir in Krefeld haben den Master Health Care, den wir jetzt einführen mit verschiedenen Schwerpunkten, wo wir dann auch die Interprofessionalität oder Interdisziplinarität deutlich machen zu sagen, es gibt einen einheitlichen Master. Health Care mit Schwerpunkten, Informatik, Management und Gesundheitswissenschaft. Ansonsten scheint es da sicherlich noch Potenzial zu geben, weitere Studiengänge oder auch vor allem andere Interessierte aus anderen Professionen anzulocken. Das sehe ich schon so. 

    Wie sind denn die Berufschancen von Medizin Informatikern? Die Berufschancen sind gut, bis sehr gut und seit langem der Bedarf an Fachkräften in Medizin Informatik ist einfach weiterhin hoch und wird sich auch so schnell nicht ändern. Im Gegenteils wird eher wachsen, wenn man die technologischen Entwicklungen anschaut, den demografischen Wandel und auch einfach den Kurs- und Effizienzdruck. Viele Health-IT-Firmen geben ja an offene Stellen zu haben, für Medizin Informatiker, auch Krankenhäuserstellen, Medizin Informatiker, auch Versicherungen zum Beispiel. Und dabei können viele ME-Stellen aus Mangel anbewerbern gar nicht geeignet, besetzt werden nicht, sondern werden Fachfremd, besetzt. Und da sieht man, wie wichtig das ist. Und das ist auch gut, dass es viele Initiativen gibt, auch zur Nachfuchsförderung. Also wir brauchen sich ja noch mehr Studierende, die dieses Fach studieren und bist du da nicht auch involviert in solche Initiativen zur Nachfuchsförderung. Ja, es gibt da ganz viele konkrete Aktivität, sowohl auf den Seiten der Industrie, beispielsweise der Karriere-Workshop, auf der conhIT, mit einem Karriere-Speed-Networking. Aber auch im Prinzip auch seit in der Wissenschaft, wo wir auf den GMS-Tagung durch ein Science Slam, beispielsweise versuchen, auch mehr junge Leute an die entsprechenden Organisationen zu binden, an die Themen heranzuführen und natürlich auch weiter spezialisieren zu lassen. Ich finde es extrem wichtig, in dem Zusammenhang vielleicht noch eine Bemerkung, was man, denke ich, deutlich sehen kann, dass die Medizin Informatik gerade auch für Frauen ein ganz toller Berufsweg ist. Nicht der Frauenanteil in der Medizin Informatik ist etwa doppelt so hoch, wie wenn man es vergleicht mit klassischen IT berufen und auch im Studium sieht man, dass ja nicht das Männer und Frauen oft sogar gleich viele sind. Und das liegt eben meines Erachtens, vor allem daran, dass die Medizin Informatik ein klassisches, technisches Fach ist, sondern eben, wie vorhin auch schon und diskutiert stark Organisations- und Prozessorientiert ist, nicht und damit auch super für eine Karriere von Frauen geeignet ist. 

    Welche Karrierewege gibt es denn insgesamt so für die Medizin Informatiker? Also wenn ich jetzt das Studium fertig habe und vielleicht auch noch irgendwie eingebracht habe, rarem der Konditurer GMDS, wie könntest du dann weitergehen? Puf, da gibt es natürlich viele Möglichkeiten, klassisch ist natürlich sowas wie Systemanalytiker, Software-Entwickler, dann Vertrieb, ist ein großes Bereich, großer Bereich, dann Beratung, Projektmanagement, bisschen zum IT-Liter kann man sich entwickeln, nicht mal kann in der Wissenschaft tätig sein. Also eigentlich ist für jeden, da was dabei, Medizin Informatik ist einfach ein extrem breites Fach und das heißt die Aufgaben bewegen sich entweder dann eher in technischen Bereichen oder irgendwo in eher in organisatorischen Bereichen oder eben dazwischen, also eigentlich ist für jeden etwas dann dabei. Jetzt hatten wir die Firmen angesprochen, die natürlich den Nachwuchs quasi schon erwarten. Was haben die denn für Vorstellung, für Erwartungen an die Bewerber sollten die vor allem technisch fit sein oder geht es da um das Organisation oder um das Prozesswissen? Oh, das ist eine gute Frage. Früher hat man von Emilern ja vor allen erwartet, dass sie einfach die Grundthemen beherrschen, also einfach Informatik kennen und dann sich ein bisschen mit Informationssystemen und Bildverarbeitung und sowas auskennen, vielleicht auch noch mit klinischen Registen, das hat früher gereicht, aber das reicht heute einfach nicht mehr. Ich heute müssen Medizin Informatiker ein sehr breites Feld kennen und die entsprechende Technologien auch kennen und möglichst beherrschen. Das heißt, es geht wirklich jetzt um Medizin 4.0, um die digitale Transformation des Gesundheitswesens. Das heißt, die Anforderungen, die fachlichen Anforderungen an Medizin Informatiker sind sicher in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Das bedeutet, dass jetzt konkret für den einzelnen Medizin Informatiker und für Anforderungen, die an ihnen gestellt werden. Ja, ich würde sagen, eigentlich sind das drei, drei Bereiche. Einmal muss er natürlich fachlich, einen guten Überblick über die genannten Themenfelde haben und möglichst im Minisenseinem fällt sich auch vertieft haben, dass er irgendwo einfach Kompetenzen auch dann vorweisen kann. Dann der zweite große Bereich sind einfach allgemeine Methoden Kompetenzen, die immer wichtiger werden, dazu gehört zum Beispiel Projektmanagement oder Requirements Engineering oder Modellierungoptimierung von Prozessen. Aber natürlich auch Mitarbeiterführung oder BVLkenntnisse sind immer wichtiger. Diese Kompetenzen werden ja oft in einem Studium gar nicht so richtig vermittelt. Und der dritte große Bereich, der immer wieder von Firmen gefordert wird, sind einfach die sogenannten Soft Skills. Also Dinge wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, nicht wie präsentiere ich mich gegenüber einem Kunden zum Beispiel. Eigeninitiative, auch die Übernahme von Verantwortung. Und diese Soft Skills sind natürlich tatsächlich schwer, an Hochschulen zu vermitteln. Ja, wie kann man solche Kompetenzen, solche Soft Skills überhaupt an einer Hochschule vermitteln? Ja, das ist eine gute Frage, nicht wir brauchen auf jeden Fall mehr offene Lernsettings. Also weniger Frontalunterricht, wir brauchen die Bearbeitung von Fallbeispielen, Excursionen und dann natürlich vor allen möglichst realistische Projektarbeiten in kleinen Gruppen. Und das sind wichtige Ansätze, um diese sogenannten auch überfachlichen Kompetenzen, also die Soft Skills zu vermitteln. Und das heißt, wir sollten versuchen, an den Hochschulen mehr Schwerpunkt auf selbst gesteuertes Lernen zu legen. Also den Studierenden auf Freiräume geben sich selber Ziele zu setzen, sich Themen zu suchen, die sie interessieren und sich in diesen Themen dann zu vertiefen. Das wäre so eigentlich mein Wunsch für eine für die Hochschule der Zukunft. Wunschzell, noch ist nicht Weihnachten, aber wir können sowas einfach mal gerne formulieren. Prückbesinnungen zu den alten Grundsätzen zu lernen, wie man lernt oder sich selbst wissen erschließt. 

    Vielleicht noch mal generell der Ansatz, sollte man in so einem Bachelorstudium dann eher die Generalisten ausbilden, die diese gesamten Basics beherrschen und im Master dann die Spezialisierung draufpacken oder wie siehst du das? Also das könnte durchaus ein Weg sein, nicht was wir auf jeden Fall aber auch brauchen sind berufsbegleitende Masterangebote. Nicht weil viele im Illa gehen ja doch schon aufgrund der guten Marklage nach dem Bachelor in den Beruf, wenn man dann aber aufsteigen will, Karriere machen, wir brauchen einfach später einen. Master insbesondere für Leitungspositionen nicht und da bräuchten wir mehr Angebote. 

    Gibt’s denn da schon was? Neben dem Bereich? Ich kenne jetzt eigentlich nur vier Angebote, wo man wirklich Berufsbegleitend im Bereich Medizin Informatik ein Master machen kann. Das ist einmal im Freiburg der Studiengang IT im Gesundheitswesen, nicht der vor allem geblockt, dann abläuft dann in Berlin die Hochschule, also Beuth Hochschule Berlin, bietet ein Fernstudium an, wo e-learning unterrichtet wird und einzelne Präsenzblöcke stattfindet. Dann in der Schweiz gibt’s ja Master Medizin Informatik in Bern oder unterricht soweit ich gesehen habe vor allem Wochenende stattfindet und wir haben jetzt eben an der Ohne den Master in Health Information Management gestartet. Der als kooperatives Online-Studium läuft also keinerlei Präsenzzeiten an der Universität verlangt und trotzdem das gemeinsame Studieren in einer interprofessionellen Gruppe ermöglicht, also rein online und damit einfach Zeit unabhängig und damit ideal für Berufstätige. Also das sind so die vier Angebote, die mir derzeit bekannt sind. Aber es gibt zumindest was und jetzt muss man mal schauen, wie weit das entsprechend genutzt wird, wie viele das auch wahrnehmen. Ich glaube schon, dass dann bedarf ist, das ganz auch Berufsbegleitend wahrzunehmen. 

    Das gibt’s sonst noch zum Thema Karriere. Ich denke, nennen sollte man noch das Zertifikat medizinische Informatik, welches von der GMDS herausgegeben wird, um dieses Zertifikat zu erlangen, muss man einiges vorweisen. Also erst mal einen grundständisches Studium, vor ein Schlägelstudium, dann eine komplementäre Weiterbildung, mindestens fünf Jahre praktische Erfahrung in der Medizin Informatik und auch noch Management-Erfahrung. Also das ist durchaus ein strenges Verfahren oder werden oft auch Auflagen noch gemacht. Also dieses Zertifikat ist sicher etwas von Wert und wenn man so Karriere machen will, ist das sicher ein Zeichen dafür, dass man wirklich viel Erfahrung in der Medizin Informatik hat. Ja, das werden wir auf jeden Fall auch in die Show Notes packen, also für diejenigen, die sie für das Zertifikat interessieren, was sind die Voraussetzungen, wie kann ich das bekommen, was muss ich damit bringen? Wir werden also den Link zur Verfügung stellen, da kann sich jeder selber informieren und natürlich dann auch in eigener Sache ein bisschen Werbung betreiben für dieses Zertifikat. Ja, und da haben wir jetzt glaube ich schon sehr, sehr viel zu verschiedenen Themen gesagt, also angefangen über die Vielfalt der Studiengänge über Gemeinsamkeiten der IMIA, Empfehlungen bis hin zu konkreten Karrieremöglichkeiten. Hoffentlich haben wir da mit unserer Hörer nicht komplett erschlagen, aber sicherlich für viele auch mal spannend, wie es vielleicht zum Studium Medizin Informatik kommt und wie es danach weitergeht. Und ja, mir bleibt ein dickes Dankeschön an dich, Elske, dass du hier diese Informationen beigesteuert hast. Ich glaube ein spannendes Thema, Ausbildungen der medizinischen Formatik. Danke für die Einladung. 

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  • Folge #53 – Gesundheits-Apps

    In dieser Folge sprechen Bernhard und Urs-Vito Albrecht über Gesundheits-Apps und deren zunehmende Bedeutung im digitalen Gesundheitswesen. Dabei geht es um die Chancen und Herausforderungen mobiler Anwendungen im medizinischen Umfeld sowie um die Frage, wie Gesundheits-Apps sinnvoll bewertet, entwickelt und eingesetzt werden können. Außerdem erläutern die beiden, welche Rolle mHealth-Anwendungen für Patienten, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen spielen und welche Entwicklungen in diesem Bereich zu beobachten sind.

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    Geht’s nun zum eigentlichen Thema des heutigen Podcasts, nämlich Apps oder genauer gesagt Gesundheitsapps. Dazu habe ich mir heute wieder Unterstützung geholt und begrüße Dr. Urs Vito Albrecht aus Hannover im Studio. Lieber Urs, ich freue mich sehr, dass du dabei bist und dass wir mal gemeinsam eine Podcast Folge aufzeichnen. 

    Vielleicht stellst du dich unseren Hörern zu Beginn mal kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Und warum bist du Experte für Gesundheitsapps? Der ist mir herzlichen Dank, lieber Berni, für dieses warmen Intro, ich grüße auch alle Hörer hier von dem Podcast, schön auch mal in diesem Medium jetzt vertreten zu sein. Ja, wer bin ich? Ich bin stellvertretender, Direktor des Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik hier am Hannoveraner Standort, das ist die Medizinische Hochschule Hannover, und ich darf hier den ganzen lieben langen Tag nichts anderes machen, als mich mit Gesundheitsapps auseinanderzusetzen. Also vom Hintergrund vielleicht, es gibt ja einige, die mich eben halt auch nicht kennen. Ich bin Arzt, ich hab auch noch zusätzliche Gesundheitswissenschaften studiert, war auch klinisch tätig. Bin dann aber hier letztendlich ein Medizin Informatik, dann gelandet, weil ich einfach meiner Kreativität am meisten Ausdruck verleihen kann. Ansonsten, ich hab noch einen zweiten Job, ich bin Geschäftsführer der Ethikkommission der Medizinische Hochschule Hannover. 

    Ja, wunderbar. 

    Und in der heutigen Stunde geht es eben um Gesundheitsapps und Health-Apps, welchen Begriff bevorzugs du oder was fällt da eigentlich drunter, was sind die Unterschiede zwischen diesen Begriffen? Kannst du dazu was sagen? Also Hälz und Gesundheit sind ja ziemlich dicht beieinander und ich bevorzuge auch gerade diese Terminologie. Weil Gesundheitsapps umfassen ihm alles, was wirklich mit Gesundheit zu tun hat und Gesundheit nach der WHO ist ja nicht schlichtweg einfach die Abwesenheit von Krankheit, sondern zieht dann auch noch das Soziale und die psychische Gesundheit mit eben hinein. Und insofern deckt das ja doch schon ganz breiten Sektor. Ab dem Konträr, es wird immer von Medizinapps noch gesprochen und es wird dann synonym dann auch benutzt, das finde ich aber nicht so ganz passend, denn Medizin ist ja schon ein Teil von Gesundheit, wird damit zu, ist aber dann doch schon speziell, weil es sich da um Diagnostik und Therapie und Prävention von Erkrankungen in der Regel handelt. Also da gibt es dann auch noch eine feinere Differenzierung, wenn es dann im Jungen Medizin Produkte geht. Das ist ja auch was anderes als Gesundheitsprodukte. 

    Und jetzt habt ihr da eine eigene Arbeitsgruppe in Hannover, der seit Jahren eigentlich in diesem Umfeld Gesundheitsapps aktiv seid. Was macht ihr da genau, wo liegen die Schwerpunkte, womit beschäftigt euch da? Ja, mein Wechsel von der klinischen Tätigkeit eben in diese mehr theoretische, das war tatsächlich dadurch begründet, dass sich dann hier eine eigene Arbeitsgruppe zu mobiler Gesundheit aufbauen konnte zu mHealth, das war 2012 und wir beschäftigen uns mit den ethisch-rechtlichen Rahmenbedingungen des Einsatzes eben dieser Technologie und entwickeln allerdings eigene Applikationen auch, um eben nicht nur Schlichtweg drüber zu erzählen, wie es so ist, rein theoretisch sein, auch praktisch mit zu erleben, was den Hersteller hier quasi durchleiden müssen, was sie berücksichtigen müssen und da dann auch authentisch zu sein. Die Arbeitsgruppe ist multidisziplinär besetzt, das heißt, es sind eben mit mir als so eine Art Arzt, noch ein Mediziner dann darin verbunden, aber eben auch Medizininformatik durch Ute von Jan. Dann haben wir aber auch sehr viele Schnittstellen zum Rechtsbereich. Das macht dann Oliver Brahmann mit oder wir haben dann auch Ingenieure mit dabei, wir haben so ein Ethiker, die werden dann jeweils zusammengerufen, um spezielle Aspekte abzuarbeiten. Das machen wir allerdings auch in so einem gesamtheitlichen Kontext, das eben das Problem, was sich dann da auftut, von mehreren Seiten betrachtet wird, um letztendlich auch was praktisches Abliefern zu können, was eben meistens ja mehrere Aspekte dann beinhaltet. 

    Eins dieser praktischen Aspekte war ja die große Studie Karisma im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, ein oder andere Hörer von uns hat da sicherlich schon mal was von gehört. Wichtig dickes Buch, das eben von interdisciplinären Experten zum Thema Gesundheits-Apps erstellt worden ist, unter deiner Federführung sozusagen. Das war jetzt so ein Schwerpunkt der Vergangenheit, gibt es da eigentlich einen aktuelles Update oder ein Follow-up jetzt mit neuem Gesundheitsminister. Ne, bisher, wir stillen und starhut er sie jedenfalls, was jetzt konkret eine Fortsetzung Karisma Studie bedeutet. Im Ministerium selbst sind schon Bemühungen unterwegs, es werden da auch andere Studien angefertigt mit anderen Schwerpunkten, aber jetzt so ein Gesamt, mehrdimensionales angehen dieser Problematik, das wurde bisher jetzt nicht weiter aufgesetzt. Also wir haben uns ja als erste dann eben mit wissenschaftlichen Methoden so einer Bestandsaufnahme zum Thema Gesundheits-Apps gewidmet und das ist schon angesprochen, es war ja auch nicht nur mehr demissionale, sondern interdisciplinär mit Forscher-Team, was eben 27 Mitglieder beinhaltete, werden ja 8 Monate Bearbeitungszeit und wir wollen auch nicht verschweigen, wie bei Berni, dass du ja auch noch Teil dieser Gruppe eben halt warst, ein wunderbaren Beitrag geleistet hast. Also insofern ist da schon eine ganz tolle Sache. Was eben zu bemerken, ist es im Feld, dass zum Beispiel die Bertelsmannstiftung sehr aktiv jetzt auch noch an dem Thema dran ist und in einzelnen Teilstudien auch inhalte, was Gesundheits-Apps und aber Digitalisierung im Ganzen auch betrifft, abarbeitet, das ist eben sehr schön zu beobachten. Vom Bund her wüsste ich jetzt gerade keine aktuellen Ergebnisse, die da veröffentlicht wurden. Richtige mich, wenn du da mehr warst. Nee, aktuell wüsste ich auch von keinem Inziativen, aber es war glaube ich schon so ein Startschuss, ein großes umfassendes Werk, das dann für viele weitere kleinere Initiativen an unterschiedlichen Standorten gesorgt hat. Und glaube ich immer noch so ein schönes Standardwerk ist, zumal es kostenlos verfügbar ist. Also für diejenigen, die es noch gar nicht kennen, wir werden den Link in die Show Notes packen, dann kann man auch noch mal sich anschauen, was da unter dieser Charisma-Studie veröffentlicht wurde. 

    Aktuell beschäftigst du dich also ein bisschen mit der Fragestellung, wie kann ich die Güte von Gesundheits-Apps beurteilen? Und das ist natürlich ein Thema, das glaube ich ganz ganz viele Hörer interessiert, sowohl von der Laienseite als Patient, als Bürger, als auch auf der professionellen Seite, wenn ich als Arzt eine solche App einsetzen will, was kannst du dazu sagen und was habt ihr da bisher rausgefunden? Das mit der Qualität ist grundsätzlich ein ganz schwieriger Teil, den Definition von Qualität in dem Sinne, eine allgemein akzeptierte, nicht da so nicht vor. Natürlich gibt es in ISO-Norm schon Beschreibung, was man unter Qualität von Gesundheits-Software zu verstehen hat, aber die hat sich so noch nicht durchgesetzt. Ist auch schwierig, denn wenn du dir diesen Markt grundsätzlich mal betrachtest von Gesundheits-Apps, der ist ja quasi nicht reguliert. Jeder kann eben etwas herstellen, egal wo er sitzt, mit welchem Hintergrund auch immer und kann dann eben halt eine Applikation erstellen, die dann über die Konzerne ohne Waldrüstern auch vertrieben werden. Nicht nur werden kann, sondern auch werden wird. Sofern sie dann den internen Ansprüchen der Konzerne entspricht. Und da Qualität durchzusetzen, das ist dann eben halt schwierig, weil einfach die Sensibilität für Qualität gerade im Gesundheitsbereich nicht vorhanden ist, weil das eben halt Menschen sind, die nicht außer Medizinprodukteindustrie kommt. Dann sind durchaus auch Leute, wie die, nicht unbedingt wie du und ich, wir kommen ja auch außer IT, aber die quasi aus dem Volke heraus, dann Applikationen entwickeln, weil die Großmutter jetzt ein diabetesproblematik hat und der Enkel möchte jetzt was Gutes tun, denkt sich das hilft ja anderen eben halt auch. Da möchte er das Problem lösen und denkt vielleicht nicht zwangsläufig, über eine Dokumentation seiner Qualität nach oder eben. Es hat sicherlich auch gar nicht die Zeit dazu und insofern haben wir da schon sehr durchwachsenes Bild, was Qualität an Gesundheitsabs angeht und wir haben uns ja mehrfach durchgängig eigentlich mit diesem Thema Qualität, wie kann man Qualität herstellen, wie kann man Qualität erkennen, was das auch angesprochen, was bedeutet denn Qualität jetzt für die einzelnen Nutzergruppen, wie Ärzte, wie Patienten, wie Bürger oder eben medizinisches Hilfspersonal. Und da tut sich dann schon enormer Kosmos auf, der auch sehr viel schichtig ist. 

    Man hört vielfach jetzt dann eben einen Ruf nach einfachen Orientierungshilfen und Möglichkeiten, wie man denn jetzt Qualität erkennen kann, jetzt mal ganz losgelöst vom Nutzerkontext, so dass eben Qualitätssiegel aufrufen werden, die ja dann das Heilmittel sein sollen, dafür eben um Qualität zu erkennen. Und das ist ein Aspekt, mit dem wir uns letztens sehr intensiv auseinandergesetzt haben, einfach mal festzustellen, wie viele Siegel gibt es denn jetzt mal auf dem Markt und wie viele Apps tragen jetzt so ein Siegel und wie wird das dann überhaupt von Hersteller Seite aus wahrgenommen? 

    Lasst mich raten, da sind nicht besonders viele Apps, die dieses Siegel stand jetzt tragen, oder? Ja, das ist erstaunlich, denn es gibt, wir haben jetzt mal so ein Siegelanbieter, nur für den deutschen Markt dann immer geschaut, da gibt es eben so 13 Anbieters, unterschiedlichster Couleur, industriell oder von Verein oder Ähnlichem. Also 13 Anbieter in jedem Falle und man sich überlegt, es gibt ja eine ganze Menge Gesundheitsapps, da kann man sich da so ein Siegel sehe, dann auf die Farme schreiben, weil die Zugangswege ja nun so schwierig auch nicht sind, wie es bei der Regulationen eben wäre. Aber von den knapp 8000 Apps mit deutscher App-Beschreibung, die wir uns jetzt letztens angeguckt haben, waren es gerade mal fünf, die ein Siegel von so einer Privatinitiative oder so geführt haben. Und das ist dann schon, wenn man das dann eben vergleicht mit der in Anführungs dahin Siegel, in die getragen werden müssen, Medizinprodukte, Müsse, Netzee, Kennzeichnung, Tragen, wenn der Hersteller dann eben festgelegt hat, dass es ein Medizinprodukt ist. Da kennen wir dann, dass da die Durchsetzung weit aus höher ist, da sind es dann 27, die wir da gefunden haben und das spricht dann eben halt auch schon für sich, aber es ist eben halt so, dass das Gesetz eben halt auch verlangt, dass man eben diese Kennzeichnung dann eben halt hat, wenn man diesen Weg geht, sonst darf man diese Apps halt auch überhaupt nicht anbieten. 

    Und wie könnte man jetzt Hersteller oder Entwickler von solchen Apps vielleicht dazu motivieren, eine solche Zettifizierung oder ein solches Siegel anzustreben? Also für die meisten wirkt, dass ja wie ein Zusatzaufwand, der dann in diesem riesigen Appstore unter den 8000 oder insgesamt über 100.000 Apps zum Thema Gesundheit und Medizin dann irgendwie doch untergeht. Was wäre so ein Anreiz für Hersteller und Entwickler das umzusetzen? Gleich muss man sich zunächst erstmal fragen, warum will denn keiner diese Siegel haben? Warum meinen denn Hersteller ist es gar nicht nötig, solche Qualitätsmackmaler anzubringen? Und da kann man parallelen aus dem Webbereich dann eben ziehen, was so um die 2000er ja schon untersucht wurde, denn diese Sache mitten, Gute Siegel für Gesundheitsinformationen nicht, das ist ja nicht neu, sondern es gab es ja damals schon diese Diskussion und da gab es auch der Vielzahl von Anbietern, die so eine Prüfung der Gesundheitsinformation oder eben dieser Webseiten angeboten hat, aber da hat sich das auch nicht durchgesetzt und das liegt eben daran, dass Hersteller da keinen Mehrwert für sich entdecken können, weil es kein Siegel jetzt in dem Sinne gibt, der was sich jetzt auf dem Markt halt auch durchgesetzt hätte, was irgendwie ein Bürger kennen würde. Und dazu kommt dann noch, dass man sich ja auch mal fragen muss, was drück denn jetzt so ein Siegel aus? Letztendlich, wenn ich das jetzt sehe, ist das ein Aufkleber auf einem Produkt, was sich dahinter verbirgt, das weiß ich eben nicht, aber ich vertraue jetzt einfach als Bürger darauf, dass das schon eine gute Sache ist. Ja, wir haben uns ja mal diese 13, ich will sie mal privat sigelnde Institutionen angeschaut und dann, wenn man es denn erkennt nur bei einigen die Darlegung der Methoden, was sie dann nun eigentlich da prüfen, bei dem Rest ist es dann einfach auch ein großes Frage zeigen, sondern es wird dann halt irgendwas geprüft. Und wenn ich dann als mündiger Konsument burteilen möchte, ob ein Siegel nur eine gute Sache ist, möchte ich schon wissen, was denn da eigentlich abgeprüft wird und jetzt mit meinem Hintergrund kann ich das vielleicht sogar auch beurteilen, ob die Methoden, die da angewendet werden, sinnvoll sind oder nicht. Das wird aber nur selten angegeben von diesen Siegelvergebenen stellen. Das kann man auch erklären, denn es verbirgt sich an ein Geschäftsmodell dann auch dahinter, denn man bezahlt ja eine Regelgel dafür, dass jemand sich intensiv mit seinen Applikationen mit dieser Prüfung beschäftigt. Und wenn ich jetzt dann rausposaune, welche Methoden ich da anwende, dann sieht man mitbewerbar, dass er eben halt auch und kann das eben halt benutzen. 

    Was kann ich jetzt als Nutzer tun? Also wenn ich weiß, die meisten Apps haben eh kein Siegel. Und ich interessiere mich jetzt für die Qualität an einer einzelnen App. Was würdest du da empfehlen in Kürze, worauf sollte ich als User achten? Wir haben uns da zwei Strategien überlegt, dass eine ist, die ist ein bisschen anstrengener. Da geht es ihm darum, dass der Nutzer nicht darum rumkommt, sich wirklich mit der Applikation auseinanderzusetzen, die er da vor sich liegen hat. Und das steht ein bisschen im Kontrast dazu, ja, wie unverbindlich liberal dieser Markt organisiert ist. Geht ja da eben mal darum, dass ich Apps in der Bibliothek habe, die kann ich dann schnell runterladen, wenn sie mir nicht gefällt, schmeiß ich sie sagen. Aber die Auseinandersetzung damit, die passiert ja eigentlich während des Prozesses, während es ist anwende. Und das muss sich eben halt ändern, wenn ich verantwortungsvollen mit dieser Technologie umgehen will. Das bedeutet, ich muss mir das wirklich erstmal anschauen, was ich da habe und zwar noch bevor es herunterladet. Und da bietet sich dann die App-Beschreibung an, die ja dann eben halt in der Regel ja vorliegt, weil der Hersteller auch mitteilen will, was er da hat. Und da gibt es schon so einige Aspekte beim Lesen der App-Beschreibung, wo ich dann mir überlege, ob ich das nun nutzen möchte oder nicht. Also ich muss so diese Risiko nutzen, Abwägung muss ich wirklich im Vorfeld schon mal tun, ein weiteres Mal, dann noch mal, wenn ich die Applikation anwende. Aber es beginnt eigentlich mit dieser App-Beschreibung und wenn da nicht klar drinsteht, wozu die App jetzt gedacht ist, also die Zweckbestimmung, dann ist das schon mal ein Problem, also es muss schon eindeutig darin schieben, was die können soll, wozu sie gedacht ist. Dann sollte da drinstehen, wie man denn zu diesen Zielen überhaupt kommt. Welche Methodik liegt denn da dem zugrunde und auf welchen Quellen beruf das? Also letztendlich ist es so ein bisschen wie wissenschaftliches Arbeiten, ich brauche eine klare Frage oder Problemstellung, ich brauche eine klare Methodik, um dann irgendwie Ergebnisse überhaupt interpretieren zu können. Du musst das ja für dich entscheiden, ob das Sinn macht oder nicht. Du brauchst von nächstes mal die Informationen, die da geboten werden muss. Und für mich ist schon ein Schlüssel, dass wenn eben nicht ausreichend Informationen da ist, dann vertraue ich der Sache, dem entsprechend. Dann lass ich es nämlich lieber sein, weil was die Dinge so mächtig macht, ist der Daten austausch und die Datenverarbeitung. Und wenn ich jetzt also meine Daten da eingebe, möchte ich erstmal wissen, welche Daten nicht zu welchen Zweck da eingebe und was damit passiert. Ich möchte also schon, dass mir dann mitgeteilt wird, was mit meinen Daten dann eben passiert und wenn dann nicht mal ein Link auf irgendeine Datenschutzerklärung da vorhanden ist, dann lad ich mir die App in der Regel auch schon nicht runter. Und das sind eben solche Transparenzaspekte, die kann jeder Hersteller ohne Problem eigentlich mit Teilen, die wenigsten machen es nur. Und der leichteste Weg wäre eigentlich die Mitteilung dessen, was man da eigentlich als Hersteller getan hat. Und das ist nun auch nicht so wahnsinnig kompliziert. Wir machen das für unsere Applikationen ja auch, die wir anbieten, dass wir eben in Kurzform, in der App-Beschreibung genau darlegen, wozu sie da ist, für wen sie geeignet ist, wozu sie auf gar keinen Fall geeignet ist und wie es denn funktioniert und wer daran beteiligt war, das ist eine halbe Stunde Arbeit, wenn man das denn selbstrieben hat, auch standardisiert dazu legen, was man dann getan hat. Das ist einfach nur fair gegenüber den Nutzen. 

    Das ist doch ein schöner Appell, als Schlusswort sozusagen die Hersteller zu bitten, diese Beschreibung zu liefern von ein bisschen Transparenz zu sorgen. Da brauchen wir keine große Behörde, keine große Infrastruktur für und jeder Hersteller kann sich wahrscheinlich auch selber denken, dass diese Informationen dazu beitragen, vielleicht den Nutzer zu überzeugen, was passiert in meinen Daten in der App, was passiert mit den entsprechenden Funktionen, wie wird auf Qualität geachtet, wie wird Qualität gesichert und ich glaube, das könnte einen gangbarer Weg sein. Ja, das war’s schon wieder für uns. 

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  • Folge #52 – DICOM

    In dieser Folge sprechen Renato und Christian über den Standard DICOM und dessen Bedeutung für die Verarbeitung, Speicherung und den Austausch medizinischer Bilddaten. Dabei erläutern die beiden, wie DICOM im klinischen Alltag eingesetzt wird und warum der Standard eine zentrale Rolle in der Radiologie und anderen bildgebenden Bereichen spielt. Außerdem geht es um typische Anwendungsfälle, technische Grundlagen sowie die Möglichkeiten, medizinische Bilddaten einrichtungsübergreifend bereitzustellen und auszutauschen.

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    Transkription

    2 DICOM ist das Thema des heutigen Podcasts, wofür steht es? DICOM steht für Digital Imaging and Communication in Medicine. Und natürlich wirst du jetzt zumindest auch wissen, wer das herausgibt und was das für eine Organisation ist. Und du wirst vermutlich auf eine gewisse Folge unseres Podcasts verweisen. Alles kann überraschung mehr. Ich bin mit meinem Delorean hier. Zurück in die Zukunft. Es geht um die Nema. Also die Nema gibt den DICOMstandard heraus. Und die Nema, also die Abkürzung, Nema steht für National Electrical Manu-Factors Association. Und das Action, dass das ein Zusammenschluss von Herstellern, elektrischer Geräte oder Elektrik ist. Wer mehr zu diesem Thema Nema hören wollt, wir haben in der Folge 26 mal über Organisationen im Gesundheitswesen gesprochen. Und da war neben HL7 und was ich, was noch alles war, eben die Nema auch ein kurzes Thema. Haben wir etwas darüber gesprochen? 

    Gut, bevor du dann gleich in die technischen Tiefen von DICOM einsteigen willst, und ich dich gegebenenfalls dann wieder hochholen muss, falls du zutiefst, darum tauscht, möchte ich eine grobe Übersicht geben, was DICOM so alles kann oder macht. Weil es häufig auch falsch verstanden wird, viele Leute verstehen meiner Meinung nach, so was wie JPEG für Digitalkameras oder für normale Fotos im Consumer-Bereich, ist dann halt DICOM ein medizinisches Bild einfach nur oder ein Speicheralgerhythmus oder ein Dateiformat. Das ist es aber nicht, sondern DICOM kann mehr. Ich nenne jetzt einfach mal vier Sachen. 

    Das erste ist DICOM Datenstrukturen und zwar mit DICOM dreht sich natürlich schon alles um Bilder. Nachdem das ein Standard ist für Bildgebende Verfahren dreht sich dann natürlich viel um Bilder. Im DICOM wird definiert, wie die Daten, die Metadaten zu einem Bild auszusehen haben. Also wenn zum Beispiel ein CT-Bild gemacht wird, dann wird in dem Bild auch gespeichert. Was es für ein Patient ist, Name, Geburtsdatum, vielleicht die Patienten-ID. Es wird gespeichert, was es genau für ein CT-Gerät war, es wird gespeichert. Wie waren die Geräteparameter, wo Kontrastmittel gegeben worden, die Auflösung der Bilder etc. Also DICOM-Datenstrukturen definieren, wie Metadaten zu solchen DICOMbildern gespeichert werden. 

    Das zweite, was DICOM auch definiert, sind die Netzwerk-Dienste. Falls ihr euch das OSI-Schichtenmodell vorstellt, dann sind wir hier in dem Podcast ja hauptsächlich auf der Ebene 7 unterwegs. Deswegen ja auch die 7, weil es sich dort nur auf der obersten Ebene bewegt. DICOM geht hier aber ein Stückchen weiter runter. Das heißt DICOM definiert eigenen Netzwerk-Dienste und dort wird unter anderem geregelt werende Verbindung aufbaut, wie die Verbindung ausgehandelt wird, wer klein ist, wer server ist, wie die Daten übertragen werden, wie werden die Daten komprimiert bevor sie übertragen werden und so kann man dann die Anwendung auch direkt definieren. Also wie schaut ein Druckdienste aus bei DICOM, wie schaut ein Bildarchivdienste aus bei DICOM? 

    Das dritte ist etwas, mit dem die meisten von euch vermutlich leider schon Berührung hatten. Nämlich DICOM definiert auch Formate für den Daten austausch oder den Datenträger austausch. Wenn ihr mal in der Röhrelag zum Beispiel CT-MAT, da werdet ihr dann von der Licht-Patienten-CD mitbekommen haben. Die kann man auch ganz normal am PC einlesen und wird dann einen DICOM-Directory vorfinden und da drunter dann standardisierte Unterverzeichnisse. DICOM legt also fest, in welchem Format Patienten-CD gebrannt werden soll, wie die Datei-Verzeichnisse heißen und das ganze deswegen, damit es dann, wenn ihr mit der CD wieder zu ihrem Hausarzt geht, das Hausarztprogramm weiß, in welchem Verzeichnis es schauen muss. Also alle CD’s, die gebrannt werden, sind nach diesem DICOM-Format hoffentlich und dadurch ist gegeben, dass das automatisch eingelesen werden kann. Es wird also definiert in welchem Format, wie das DICOM-Directory ausschaut, Patient, Name, Modalität, etc. 

    Und als Viertes definiert DICOM auch, ja, kann man sich vorstellen, wie eine To-Duliste für die Modalitäten. Modalitäten sind die Geräte, die die Bilder erzeugen. Also CD, NMRT, ein C-Bogen, klassisches Röntgen, aber auch sowas wie ein Ultraschall. Es ist ja meistens so, dass die Ärzte in der Software festlegen, was denn jetzt beim Patienten gemacht werden sollen. Also ich muss zum Beispiel zur Abklärung, ob sie irgendwelche Schatten, bei der Lunge gibt den Thorax in zwei Ebenen Röntgen, also von vorne und von der Seite. Das wird dann in der Software gemacht und das ist total praktisch, wenn das sowieso per Software beauftragt wird, wenn dann das Röntgengerät direkt weiß, dass es was Neues zu tun gibt, also beim Christian-Wache. Wie er den Thorax Röntgen-Säulen von vorne und von der Seite und dafür wird eben in DICOM-D-Modellity Worklist genutzt. Also das RIS, das radiologische Information-System wird in dem Beispiel eine To-Duliste für das Röntgengerät bereitstellen, wo drin steht, Achtung, es gibt einen neuen Auftrag für dich, Christian-Wache Röntgen-Thorax in zwei Ebenen. 

    Zusammenfassend, also die vier Bereiche, die ich so nenzwärt finde, das ist nochmal die DICOM-Daten-Strukturen. DICOM-Netzwerkdienste Formate für den Datenträger Austausch, stichwort CD, und die To-Duliste für die Geräte, die sogenannte DICOM-Modellity Worklist. Wenn man DICOM-Metal 7 vergleichen möchte, wobei ich mich da ein bisschen streube, kann man sagen, dass bei vielen Bereichen DICOM eher die Pull-Technik nutzt, wie zum Beispiel gerade bei DICOM Modality Worklist genutzt, dort sendet also nicht das RIS, das ein neues Bild gemacht werden soll, sondern in der Regel fragt das Gerät, gibt es was Neues für mich zu tun, und dann sagt die Software ja, da ist was. Generell kann man auch noch sagen, das ist nicht so gut lesbar, wie zum Beispiel andere Kommunikationsstandard ist aber ein gutes Stück kompakter. Ich glaube nicht kompakter, als HL7 vor 2, da kann man ja nicht mehr viel weg optimieren, zumindest von der Nachrichtenlänge her. Es ist technisch vielleicht ein bisschen anspruchsvoller, weil es herzere Kriterien hat, weil es strengere Constrains hat, und somit ein weniger Freiheitsgrade, die Profis unter euch werden dann aber auch schon ahnen, dass wenn man weniger Freiheitsgrade hat, was vielleicht ja erst mal negativ klingt, ist bei der Implementierung gutes Stück einfacher ist, weil man eben sich nicht für Weg A oder B entscheiden kann, ist es so, dass wir bei Diacom ein halbwegs Plug-and-Play garantieren können, wenn man also Neues Gerät ins Netzwerk bringt, sollte es eigentlich so sein, dass man bei den anderen Geräten eigentlich nur IP-Adresseport und vielleicht noch 2-3 weitere Informationen einstellen muss, und dann sollte es eigentlich funktionieren. 

    So, jetzt bin ich fertig mit meiner oberflächlichen Einführung von Diacom, jetzt kannst du man ein bisschen abtauchen, also Nase, Zuhalten und runter. Aber vorher tief einladen. 

    Gut, also ich will am Anfang vielleicht ein paar Begriffe klären, die, wenn man sich mit Diacom beschäftigt, immer mal wieder auftauchen. Du hattest vorhin schon angedeutet, dass Diacom nach dem kleinen Serverprinzip arbeitet, und da kommunizieren zwei Partner miteinander. Also zum Beispiel RIS, auf der einen Seite, also das Radiologienformationsystem und das Freundgengerät, das bei dem Radiologienformationsystem, nach der Arbeitslist, also nach der Wirklist-Frat. Beide Kommunikationspartner heißt ein Application Entity und abgekürzt ist das AE. Und beide haben einen Namen, der für diese Kommunikation eindeutig ist und das ist der AE Title, also der AE Title kommt häufiger mal vor, wenn man eine Schnittstelle einrichten muss. Jetzt ist es bei Diacom so, dass der Kleint nicht kleinteist, sondern der Kleint ist in dieser Kommunikation der Service Class User und der Server ist der Service Class Provider. Warum sollte man es auch so online, dass es hier direkt versteht? Genau, abgekürzt ist das einmal SCU und SCP, auch diese Begriffe findet man häufiger, wenn man sich mit Diacom beschäftigt. 

    Dann kommen wir zum Objektmodell, also wie sind die Daten in Diacom strukturiert? Da haben wir zum einen die IOD (Information Object Definition), das ist das, was man in der Programmierung am ersten und der Klasse verstehen würde. Das ist dann die Definition, wie ein Patient auszusehen hat, also was für Attribute muss ich speichern, damit ich einen Patient speichere, oder was für Attribute muss ich speichern, damit ich einen Aufenthalt speichern muss, was für Attribute gehören zu einer Serie, was für Attribute gehören zu einem Bild. Das ist also die IOD, die Klasse. Auf eine Klasse kann man mehrere Methoden anwenden, zum Beispiel abrufen eines Objekts oder ändern von Werten innerhalb eines Objekts, das sind die Services. Wenn man diese beiden Sachen zusammenbringt, also eine IOD und einen Service, dann entsteht eine SOP, also eine Service Object-Pair. Das hat auch nichts zu tun mit SOPs, die man vielleicht aus dem Klinikalter kennt, also es ist keine Standard Operating Procedure, damit auch also wie ein Begriff der doppeldeutig ist. Genau, also dieses SOP ist eine Kombination aus IOD und Service und definiert quasi welche Methoden man auf eine Klasse anwenden kann. Also was kann ich jetzt mit diesem Bild machen? Ich kann es zum Beispiel speichern, ich kann es abrufen, ich kann es löschen, ich kann das Bild verschieben und so weiter. Dann gibt es in Diacom Unique Identifier. Das sind weltweit eindeutige Identifier, die zum Beispiel SOP-Klases haben, aber auch eine SOP-Instance, also zum Beispiel ein bestimmtes Bild, hat einen Unique Identifier, der es dann weltweit eindeutig macht. Du hattest ja vorhin gesagt, dass sich Diacom auch dafür eignet, dass man eine Art Plakken Play machen kann. Das liegt unter anderem daran, dass im Vorfeld jeder Kommunikation die beiden Kommunikationspartner abstimmen, was sie genau untereinander austauschen wollen. Also wollen sie jetzt ein Bild austauschen oder will ich jetzt bei dir die Diacom Wirklist abfragen und so weiter. Das wird im Vorfeld jeder Kommunikation abgefragt, das reduziert den Aufwand im Vorfeld Sachen zu konfigurieren. Trotzdem kann man in diesem Handshake, also in dieser Negotiation, kann man nicht alles definieren, was man braucht. Deswegen gibt es Conformance Statements. Das sind Dokumente, in denen wichtige Informationen drin stehen, zum Beispiel, was ist der A-E-Titel von dem Gerät, was ist eine Rolle, welche SOPs werden unterstützt, also welche Klassen werden unterstützt. Welche Kodierungen haben, meine Daten haben, meine Bilder, all das wird in diesen Conformance Statements definiert. Und dann kann man sich im Vorfeld, wenn man mit einem Gerät kommunizieren will, kann man das Conformance Statements anfordern und kann schauen, wie muss ich jetzt mein Gerät darauf einstellen, damit hier eine möglichst optimale Kommunikation stattfinden kann. 

    Nicht unerwähnt bleiben sollten die Diacom Web Services, also es gibt eine Art modernes Diacom, das auf Rest und HTTP basiert, aber ich will da jetzt gar nicht zugenaut darauf eingehen, das würde die Zuhörer verunsichern. 

    Ja, das war es von meiner Seite, vom Technischen. Ich bin jetzt hoffentlich nicht zutief abgesunken und ich hoffe, die Technik hat uns nicht zu sehr im Stich gelassen, falls es zwischendurch mal einige Aussätze gab, dann bitten wir dies zu entschuldigen, aber wir wollen vielleicht abschließend noch eine Bewertung machen. Wie ist jetzt Diacom im Vergleich zu den anderen Standards zu bewerten, Christian, was denkst du denn? 

    Was denke ich, machen wir es mal als Bild, also wenn Diacom eine Person wäre und wenn FHIR eine Person wäre und wenn HL7 v2 eine Person wäre, würde ich am liebsten mit FHIR ein Bier trinken gehen und danach mit HL7 v2 und gar nicht gerne mit Diacom. Das ist sicher gut, aber mir ist das alles acht zu altbacken und technisch, aber hochstandardisiert von da ist es gut, aber weil es hochstandardisiert ist, glaube ich, wäre das ein langweiliger Kompane in einer Kneipe. Obwohl es ja vorher dieses Gespräch gibt über was man sich unterhält, aber ich sehe es anders, ich mag Diacom, aber vielleicht auch weil ich mich da so ein bisschen tiefe eingearbeitet habe und dann lernt man solche Sachen zu schätzen, wie zum Beispiel, dass es eine Status-Einschen gibt und so weiter. Da ist der Initialaufwand höher, also zum einen die Einarbeitung ist höher als bei HL7 und auch das Einrichten und das Programmieren der Diacom-Schnittstelle ist höher als bei HL7. Dafür hat man dann, wenn man Schnittstellenprojekte hat, wesentlich weniger Aufwand in Diacom-Projekten als in HL7-Projekten, weil dort dann doch relativ viel mit Plug-and-Play geht. 

    Vielleicht eine Anmerkung noch, damit es jetzt nicht so negativ bleibt. Diacom ist an und für sich schon gut, denn wir haben ja, wir plädieren ja immer für Telemedizin-Projekte. Man muss sagen im radiologischen Bereich ist das überhaupt gar kein Problem und dort wird schon viel gemacht und ein Grund dafür ist eben unter anderem sicher auch der Standard Diacom. Also es gibt zum Beispiel den Westdeutschen Teleradiologieverbund, hauptsächlich gestartet im Herurgebiet, sind da man zwischen Deutschland weit, Praxen und Krankenhäuser dabei, die haben über 320 Teilnehmer. Dort können dann eben Dank Diacom, ich glaube über Diacom-E-Mail, das haben wir hier noch gar nicht erwähnt, Bilder ausgetauscht werden und es können also Ärzte auch auf Daten zugreifen, ohne dass der Patient die CD ist mitnimmt. Also das ist etwas, was eine Super-Sache ist meiner Meinung nach und das klappt auch nur eben weil es Diacom gibt. Also von daher ist es schon gut, aber ich finde es halt nicht so richtig, persönlich nicht so richtig spannend. Ja, ist doch ein persönliches Ende genau und damit schließen wir den heutigen Podcast. 

    Links zum Podcast

  • Folge #50 – ICD und OPS

    In dieser Folge sprechen Christian und Bernhard über die medizinischen Ordnungssysteme ICD und OPS, die im Gesundheitswesen zu den am häufigsten eingesetzten Klassifikationen zählen. Dabei erläutern die beiden die Unterschiede zwischen Klassifikationen und Nomenklaturen sowie den grundsätzlichen Aufbau und die Einsatzgebiete von ICD und OPS. Außerdem geht es darum, welche Rolle diese Systeme im Klinikalltag, bei der Dokumentation und Abrechnung spielen und wie entsprechende Informationen auch Patienten bei der Orientierung im Gesundheitswesen unterstützen können.

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    Transkription

    Zum Thema ICD-OPS, bevor wir da starten, würde ich dich bitten, dass du deine kleine Einordnung machst. Was sind Klassifikationen und SNOMED CT hatten? Weil ja auch schon, das ist mein Nomenklatur, das tut man so ein bisschen erklärst. Was gibt für unterschiedliche Ordnungssysteme? 

    Ja, gerne. Also SNOMED CT hatten wir hier schon mehrfach im Podcast in den News-Mal erwähnt, auch eine eigene Podcast-Folge nur zum SNOMED CT. Und wenn wir heute uns um ICD und OPS kümmern, dann macht es natürlich Sinn zum Nest mal zu schauen, wo ist denn der prinzipielle Unterschied zwischen einer Nomenklatur und einer Klassifikation? Also SNOMED CT, du hast es gerade gesagt, ist eine Nomenklatur, dabei geht es um eine systematische Zusammenstellung von Bezeichnung. Mit einer bestimmten Dokumentationsaufgabe da hintersteckt eine Systematik, eine Begriffsordnung. Bei einer Nomenklatur geht es vor allem darum, dass ich möglichst genau und detaher beschreibe, was ich mit diesen standardisierten Begriffen ausdrücken möchte. Deswegen ist SNOMED CT auch so mächtig und so komplex und kann eben vielfältige Forschungs- und Routineaufgaben eingesetzt werden. Bei einer Klassifikation hingegen, da geht es um eine Begriffsordnung, die aber auf dem Prinzip der Klassenbildung beruht. Das heißt, ich fasse, verschiedene Begriffe in einer Klasse zusammen und gebe dieser Klasse dann einen Schlüssel und einen Klassennamen. Da randet sehr deutlich, dass die Anzahl der Begriffe im SNOMED natürlich wesentlich umfangreicher sind oder einer Nomenklatur in so einem Fall. Als bei einer Klassifikation, da ich ja viele konkrete Krankheiten eine gemeinsame Gruppe packe und diese Gruppe dann mit einem entsprechenden Klassenschlüssel versehe. Unterschied ist auch noch, dass du bei einer Klassifikation nur eine Art von Beziehung hast, während du bei einer Nomenklatur sagen kannst, das ist ein Unterbegriff oder das ist eine Folge eines anderen Begriffs, etc. Also das heißt, du hast viel mehr Möglichkeiten, das Wissen zu repräsentieren, bei einer Nomenklatur als bei einer Klassifikation. Genau, bei einer Klassifikation, bin ich in die hierarchische Struktur, kann ich dann nutzen. Also kann sagen, ein Begriff gehört zu einer Oberklasse oder hat weitere Unterklassen, aber diese weiteren Beziehungen gehört zu, steht in einer Verbindung mit, wie wir das aus und den unseren Datenbankvorlesungen kennen, die sind natürlich mit einer Klassifikation so ohne weiteres nicht möglich. Klassifikationen haben häufig einen ganz bestimmten Einsatzzweck, da geht es ganz häufig darum, Statistiken zu erstellen oder wie in Deutschland natürlich an verschiedensten Stellen eingesetzt zur Abrechnung, Thema Qualitätsmanagement, daher spielen die natürlich insgesamt eine große Rolle und werden heute hier zurecht thematisiert. 

    Gut, dann kommen wir also jetzt zu den beiden Hauptthemen ICD. Ich werde direkt schon sagen, dass man ICD ein gutes Stück ausführlicher waren, während als den OPS, weil viele Sachen, die ich jetzt für den ICD erklären werde, auch fast gleich für den OPS sind. Zuerst also ICD, was ist das? Das ist ausgeschrieben die internationale, statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme in kurz, das ist eine Klassifikation für ärztliche Diagnosen. Wie ist der ICD aufgebaut? Es gibt 22 Krankheitskapitel, das ist die oberste Gliederungs-Ebene, der drunter gibt es dann die Gruppen, davon gibt es 261 und dann gibt es noch drei und vierstellige Krankheitsklassen. Jetzt haben wir ein E-Head-Podcast, das heißt, wenn jemand Software anbietet, die den ICD als Datenbasis hat, kann man eine Möglichkeit dem Kunden oder dem Benutzer bieten, dass er sich einfach durchhangelt, also erst sich das Kapitel aussucht, dann werden ihm zu dem Kapitel die Gruppen gezeigt, dann wird er sich die Gruppe aus und hanget sich so dann runter, bis er die Diagnose hat, was natürlich viele Erzte auch nutzen wollen, ist, dass man einfach über den ganzen Katalog Freizext sucht. 

    Lieber Bernhard, wer gibt das denn heraus? Ja, wie du schon gesagt hast, Christian, die ICD und sagt auch, übrigens die ICD, weil es ja eine eine Klassifikation ist, die ICD wird international von der WHO herausgegeben und auch von der WHO gepflegt und weiter entwickelt. Es gibt aber, da werden wir ja gleich auch noch drauf kommen, die German Modification, also eine deutsche Version, die angepasst ist an die speziellen Regeln, die wir hier zur Abrechnung in Deutschland nutzen. In Deutschland wird das vom DIMDI herausgegeben, hatten wir gerade schon in den News, das DIMDI ist das deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Informationen und kümmert sich solche Themen, Pflege von Klassifikationen und ab jetzt eben, ab oder ab dem ersten vierten stehen diese auch kostenlos zur Verfügung. Genau, aber vielen Dank für den Hinweis, ich will das auch immer wieder mir aneignen, aber irgendwie schaffe ich das nicht, ich sage immer weiter, der ICD, wie du hast natürlich recht ist, die ICD, aber ich weiß nicht, ob ich nicht so in meinen alten Schädel immer noch mit rein bekommen. 

    Wofür wird der genutzt? Also du hast ja gerade schon gesagt, es gibt eine deutsche Version, kommen wir gleich auch noch mal dazu, die heißt ICD 10 German Modification, die wird genutzt für die DRG, also für die Abrechnung von stationären Patienten, Patienten im Krankenhaus, die wird genutzt für den EBM, also die Abrechnung von gesetzlich versicherten, wenn sie zum niedergelassenen Arzt gehen, die ICD, die wird auch genutzt für den Morbi-RSA, der Morbiditäts-Risikostrukturausgleich, der besagt, dass wenn eine Krankenkasse, zum Beispiel die AOK, viele multimobite alte Patienten zum Beispiel hat, das ungerecht ist gegenüber, zum Beispiel bei sich einer Technikerkrankenkasse, die vielleicht jüngere gesündere Patienten hat, dann muss die Technikerkrankenkasse Geld an die AOK überweisen, weil sie einfach gesündere Patienten hat und um zu vergleichen, welche Krankenkasse, wie viele, wie sehr erkrankte Patienten hat, wird auch die ICD genutzt. Dann ist es so, dass die ICD genutzt wird für Arbeitsunfähigkeitsbescheinung, das steht dort drauf, wichtig, dass man dann den richtigen Zettel an den Arbeitgeber gibt und den anderen an die Krankenkasse, sonst weiß der Arbeitgeber, was man hat, auf einem dieser Zettel steht nämlich die ICD, ziffer drauf, auf dem anderen nicht und eine Sache ganz wichtig, die versuche ich allen Studenten und allen Leuten, den ich was erzähle über, ICD und OPS immer wieder einzubeleuen, frag ich dich einfach mal, wovon nach entscheidest du, in welches Krankenhaus du gehst oder sagen wir mal deine Großmutter, deine Oma kommt und sagt, sie muss uns Krankenhaus, Oberschenkel, Halsbruch, wie würdest du vorgehen, um ihren Krankenhaus zu empfehlen? Eine Variante wäre natürlich sich mal anzuschauen oder wenn Thema OPS besser gesagt, wie häufig wird in etwas in einen bestimmten Krankenhaus behandelt und da kann man sich beispielsweise die weiße Liste anschauen und da einfach mal nachgucken, wie häufig, welcher OPS-Kurt zum Beispiel neues Hüftgelenk, neues Kniegelenk oder irgendwelche solche Sachen in diesem Krankenhaus behandelt werden und dann könnte man versuchen zu schließen, dass etwas, was da sehr, sehr häufig behandelt wird, hoffentlich von Ärzten durchgeführt wird, die das gut beherrschen. Das war nicht abgesprochen, aber das ist genau richtig beantwortet, ganz viele Leute, die ich kenne, die sagen, sie gehen in das Krankenhaus, weiß, einen guten Ruf hat. Ja, ist die Frage, also das ist hier überhaupt nicht quantifiziert, aber was ist ein guter Ruf? Ein Patient sagt, ist ein guter Ruf oder es hat ihm da gefallen, weil das Essen gut war oder nette Pflegekraft dort war, wenn man das Ganze aber irgendwie systematisch angeht, dann guckt man sich die Qualitätsberichte an der Krankenhäuser, die Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, regelmäßig zu veröffentlichen, welche Diagnosen sie wie häufig gestellt haben und welche Maßnahmen sie wie häufig gemacht haben. Und das kann man sich anschauen, wenn also vier, fünf Krankenhäuser in der näheren Umgebung zur Auswahl stehen, dann sollte man vielleicht schauen, wie häufig die Operation, die Beeindruckung gemacht werden soll, in den Krankenhäuser durchgeführt wird und das auf jeden Fall in seine Entscheidung mit einbeziehen. Das war jetzt was sehr praxisnahes und ganz, ganz großer wichtiger Tipp meiner Meinung nach für für den Entscheid, wo man sich ins Krankenhaus legen will. Jetzt mal ein paar Beispiele gehört, wo die ICD-10 in der German Modification genutzt wird in Deutschland und es gibt noch eine weiteren ICD, nämlich die ICD-WHO, also die internationale Version, die wird in Deutschland auch genutzt und zwar für die Todesursachen Statistik. Da wird nicht die deutsche Version genommen, sondern die internationale, um dort auch international vergleichbar zu bleiben. Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann ist hat man damals angefangen, die Todesursachen zu klassifizieren, zu verschlüsseln und daraus ist letzten Endes dann irgendwann die ICD hervorgegangen. Vielleicht noch ganz kurz zu German Modification. Warum gibt’s das, weil wir im Gegensatz zur internationalen Version, manche Krankheiten einfach nicht mehr so häufig haben in Deutschland oder in Mitteleuropa. Also die Lungenpest kommen nicht so häufig vor, dass wir hier dann einfach eine Ziffer dafür haben, die AR20.2 in anderen Ländern ist es vielleicht anders, die müssen das noch genauer differenzieren. Also in manchen Bereichen sind wir ungenauer als die internationale Version und in anderen Bereichen, wederum sind wir genauer einfach aufgrund des Abrechnungssystems. Stichwort Fallkostenpauschale DRG unterbrochen einfach manche Diagnosen spezifischer um dann die Fallkostenpauschale besser berechnen zu können und da war als Ursprung, genau wie die DRG, haben wir in Deutschland dann auch für die erste Version die australische ICD als Vorlage genommen. Also viel zum Thema German Modification jetzt vielleicht mal ein Beispiel, wie so eine ICD aussucht, die beginnt immer mit einem Buchstaben, dann kommen zwei Ziffern, dann kommt ein Punkt und dann kommen eins, zwei Ziffern. Genau, also ein Beispiel werde ICD 10.10, das ist eine maliegne essenzielle Hypertonie und jetzt die 1.0 am Ende bedeutet ohne Angabe einer Hypertensiven Krise. Also wenn ihr eine Klassifikation oder so eine Kombination seht, ein Buchstabe, zwei Ziffern und Punkt, dann kann man relativ sicher sein im medizinischen Kontext, das ist sich um ICD handelt. Was auch noch beim ICD machbar ist, das ist die Kreuz Stern-Systematik und zwar kann man zwei Diagnosen zueinander in Bezug sitzen, man kann eine Primärdiagnose festlegen und dann Sekundärschlüssel. Sekundärschlüssel wird mit einem Stern gekennzeichnet und die Primärdiagnose mit einem Plus oder einem Kreuz. Warum ist das sinnvoll? Auch wieder ein Beispiel, wenn man Diabetes mellitus-Typ eins hat mit Augenkomplikation, könnte man das verschlüsseln als ICD 10.30, dann ein Plus dahinter, das ist der Primärschlüssel und dann könnte man eine zweite Diagnose noch mit dem Sternchen verschlüsseln, eine Retinopathie bei Diabetikern, also eine Augenerkrankung, die ursächlich in dem Diabetes ist. Also was kann man machen mit Kreuz Stern, man kann Diagnosen zueinander in Bezug setzen. Was noch, Inklusivum-Exklusivum, weil es der ICD nicht so hundertprozentig intuitiv disjunkt ist, also wenn man nicht sofort weiß, wo man was findet, ist bei vielen Kapiteln direkt am Anfang ein Inklusivum und ein Exklusivum. Man sieht also, du bist gerade in dem und dem Bereich, falls du das und das Mainz bist du hier falsch springen bitte in folgendes Kapitel oder man sieht, das war das Exklusivum oder man sieht ein Inklusivum, das und das Di Krankheit ist auch hier zu finden, so eine Art eingebauter FAQ, also irgendwelche Fehler, wo Ärzte gesagt haben oder was falsch verschlüsselt haben, wird dann quasi auch so eine Art Wissensbasis mitgepflegt, dass man da dann link beispielsweise setzt auf ein anderes Kapitel, wo ähnliche Krankheiten sind. Hier neben den Sachen wie Kreuz Sternklassifikation und Inklusivum-Exklusivum gibt es auch noch ein paar Spezialbereiche, die nur in der Ambulance gelten, also das ist ja gerade schon erwähnt, Christian, den EBM und wenn ich damit Diagnosen verschlüssel, dann gibt es noch ein paar Spezifilke, zumindest in Deutschland, die ich dann mitangeben muss, dass eines die Diagnose Sicherheit, da gibt es die vier Ausprägungen, A) wie ausschluss einer solchen Erkrankung, G) wie gesicherte Diagnose, V) wie Verdacht auf und Z) ein symptomloser Endzustand nach überstehen einer Erkrankung, das ist einmal das Kapitel Sicherheit und es gibt den Bereich Localisation mit den Ausprägungen rechts, links beidseits. 

    Schnell mal fast fertig, eine Sache möchte ich noch anmerken, es gibt natürlich beim Katalog immer diese Ziffern oder die Codes und es gibt dazu dann offiziellen ICD-Text. Häufig ist es aber so, dass auch Krankheiten unter einem anderen Namen kennt und die vielleicht trotzdem finden möchte. Ein Beispiel, was ich da immer mache, was ich bei den Studenten auch mal ganz gut einbrennt, ist die Stinknase. Stinknase ist wohl etwas, wenn man einen Nasensprayabusus hat, also zu Häufig, sich irgendwelche, weiß ich nicht, nasivinen oder sowas nutzt, also jetzt nicht die klassischen Mehrseitslösung, sondern was die Schleimhäute abschwellen lässt, dann kann es wohl passieren, dass die Schleimhäute nicht mehr gut durchblutet werden, absterben und dann diese Schleimhäute stinken und im Volksmund nennt man das Stinknase. Der Begriff, unter dem es im ICD zu finden ist, ist aber die chronische Rhinitis. Wenn das jetzt etwas ist, was nicht so häufig vorkommt und ein Arzt und niederglassene Arzt damit konfrontiert ist, und der soll das verschlüsseln, dann kann er sich entweder durchhangeln, also von den obersten Gliederungsebene bis runter dann zu chronischen Rhinitis. Wenn er das jetzt aber nur als Stinknase kennt und der Stinknase eingeben würde und nur der normale Katalog hinterlegt wäre, dann würde das natürlich nicht finden. Deswegen gibt es noch den Diagnosen Thesaurus. Thesaurus kennt ihr vielleicht bei Word, wenn ihr zu häufig ein Word benutzt und ihr euch nicht wiederholen wollt, kann man ja mit rechts draufklicken, kann desauros auswählen und dann werden inhaltlich ähnliche Begriffe dort angezeigt. Und so was ähnliches gibt es eben auch beim ICD, bietet auch dem, die an und dort stehen viel viel mehr Begriffe drin und jeder Begriff verweist auf eine konkrete Diagnose, wenn man also die diesen Diagnosen Thesaurus auch in seiner Software mit umgesetzt hat. Kann der Arzt auch nach Stinknase suchen und würde dann trotzdem die chronische Rhinitis finden. 

    Dann vielleicht ein paar Beispiele, ein paar ICDs, die weiß nicht unterhaltsam und einfach Beispiele sind. Es gibt zum Beispiel die E66.2. Das ist Fettleibigkeit, die Positas gerade drei bei Patienten über 18 Jahre und von einem BMI Body Mass Index von 40 oder mehr, das ist schon eine ordentliche Hausnummer. F15, das ist eine Psychische und Verhaltensstörung durch andere Stimulanzieren, einschließlich Koffe in, das ist etwas, was ich bei mir selbst auch pflege. Und eine F10, das ist eine Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, gerade diese Diagnosen, die mit F beginnen, das sind was für welche. Ja, das sind im weitesten Sinne Funktionsstörungen. Also ich glaube, die offizielle Überschrift im Kapitel lautet psychische und Verhaltensstörung in der ICD. Da geht es also um Abhängigkeiten, Verhaltensstörung, Abhängigkeiten von sämtlichen Dingen, Alkohol, Medikamenten, Drogenabhängigkeiten, Verhaltensstörung in sämtlichen Ausprägungen wird Psychologie und in einer Psychiatrie genutzt, um Krankheiten zu verschlüsseln und zu klassifizieren. Eine ganz lustige ist, die, glaube ich, häufig bei uns Professoren vorkommt, es gibt ein ICD-Code für und wie unnötigne Redeschwahl. Wortschwahl oder nicht näher bezeichnet? Nein, ich glaube es kriege mich auf Kette. Egal, also quasi unsere Podcast-ICD. 

    Machen wir mal weiter, es gab eine ICD-9, es gibt aktuell den ICD-Zählen vermutlich wird danach der ICD und ist noch in der Entwicklung, sollte auch schon einig etwas eher am Start sein, befindet sich noch bei der WHO, die ja dafür international verantwortliches aktuell in der Entwicklung. Auf den Seiten der WHO ist die neue Version, die ICD-11 für 2018 angekündigt. Warum hat sich das jetzt ein bisschen länger hingezogen? Also dieses Mal sind ganz gravierende Änderungen gemacht worden, das ist deutlich erweitert worden, die ICD. Es ist jetzt auch möglich, die Postcoordination, die wir bei Snowme CT vielleicht schon mal gehört haben zu verwenden. Man kann also Begriffe aus den Diagnosen Klassen noch um weitere Coats erweitern, um da eben noch mehr Genauigkeit in diese Begriffe hinein zu bringen und das Ganze wird hoffentlich dann ab Juni 2018 international veröffentlicht und man kann einig sicher sein, es wird dann auch irgendwann danach eine deutsche Version geben, die an den an die deutschen Bedürfnisse angepasst ist. Dazu gab es schon eine Studie von der TMF im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, die haben einen ICD-11 Feld-Test durchgeführt und bescheinigen der ICD eigentlich ganz gute Statistiken. Also es wurde untersucht, wie die Vollständigkeit ist und die wurde als sehr gut beurteilt. Für selten Erkrankungen gibt es noch ein bisschen Nachholbedarf, die war noch nicht ausreichend präzise, aber insgesamt wurde der sehr positiv bewertet, wer sich davon selber ein Bild machen will. Es gibt auf den Seiten der WHO schon einen entsprechenden Browser in einer Beta-Version und auch ein entsprechendes Coating Tool, die beiden Links dazu kommen natürlich mit in die Show-Nodes. 

    Gut, dann vielleicht letzte Information noch im ICD, es gibt auch Sonder, ICD ist nämlich für die Onkologie. 

    Komm jetzt zum OPS, für den gilt eigentlich fast alles, was wir einführend gesagt haben. Hier auch wird genutzt für die Abrechnung, wird vom Sozialgesetzbuch fünf vorgeschrieben, also es muss danach kudiert werden, ansonsten kann nicht abgerechnet werden. OPS bedeutet Operationen- und Prozedurenschlüssel, wird also auch vom DIMM die rausgegeben. Monohearchische Klassifikation, vielleicht zwei Anmerkungen, noch bevor wir uns Beispiele anschauen. Erstens der OPS wird genutzt, um für die DIG auch Sachen abrechenbar zu machen, die ansonsten kein Sammermalviehikel hätten, abgerechnet werden zu können. Also zum Beispiel, wenn ein Patient viele sehr teure Medikamente bekommen hat, stationär oder wenn er viele Blutprodukte bekommen hat, dann gibt es Ableitungsregel, wenn also eine gewisse Menge an Blutprodukten erreicht wurde oder beschritten wurde, dann darf eine OPS generiert und abgerechnet werden über die DIG. Das heißt, da wird OPS als Transport-Viehikel genutzt, um Sachen abrechenbar zu machen. Das ist das eine, das zweite ist, dass auch wenn es Operation Prozedurenschüssel heißt, dort sind nicht nur Operationen aufgeführt und deswegen möchte ich die Kapitel kurzen nennen, Kapitel 1 heißt Diagnostische Maßnahmen, sehen wir schon Diagnostische Maßnahmen sind eben keine Operationen in der Regel. Kapitel 3 ist bildgebene Diagnostik, da stehen an Sachen drin wie MRT, wie CT etc., Kapitel 5, da kommen wir dann zu den Operationen Kapitel 6, sind Medikamente, Kapitel 8 nicht operative therapeutische Maßnahmen und Kapitel 9 ergänzende Maßnahmen. Was ist denn mit Kapitel 2 und 4 und 7? Genau, der OPS ist aus dem ICPM entstanden und um das noch halbwegs kompatibel zu halten, wurden einfach die Kapitelnummern beibahalten aus dem ICPM und die Sachen, den OPS nicht reingehören, die wurden einfach nicht übernommen. Also Kapitel 2 aus dem ICPM gehört offensichtlich und Kapitel 4 nicht in den OPS mit rein, deswegen haben wir da Lücken im OPS. 

    Auch da wir dann ein paar Beispiele ist von den Coats ein bisschen anders, der startet also nicht mit einem Buchstaben, sondern der startet mit einer Ziffer, dann kommt ein Minus oder Bindestrich und danach kommen weitere Ziffern. Beispiele, wir haben ja schon gesagt, Kapitel 3 bildgebene Diagnostik, deswegen ist die 3 Strich 806, ein Magnetresonanztomographie des Muskelskelettsystems, Kapitel 1 war eine Diagnostische Maßnahme, da könnte man auch für die 1,8,5.3 Diagnostische per Kutane-Punktion eines Gelenkes oder Schleinbeutels, eine 5 waren Operationen, also eine Rhythmus-Schirurgie und andere Operationen an Herz und Perikard, Herz-Transplantation wäre die 5 minus 3,7,5.0, aber es gibt auch so Sachen wie künstlerische Therapie mehr als 4 Stunden, das wäre dann eine neuen forne, also ergänzende Maßnahmen oder nicht operative, therapeutische Maßnahmen, Kapitel 8 haben wir vorhin gehört, Injektion eines Medikaments in Gelenke der Wirbelsäule zur Schmerztherapie. 

    Was sollte man mitnehmen? Ähnlich der ICD wird für die Abrechnung genutzt und beschreibt eben nicht nur Operation, sondern ein gutes Stück mehr. Und wir packen einfach ein paar Beispiele vom ICD und OPS auch mit in die Show Notes. Genau, relativ lang, wir hatten eigentlich gedacht, ICD, OPS und kleines aller Weltsthema, aber es ist jetzt noch relativ lang geworden. Dann sagen wir schnell schiss, Podcast vor 50. 

    Links zum Podcast

  • Folge #49 – ELGA, die österreichische eHealth-Lösung

    In dieser Folge sprechen Christian und Renato über die österreichische eHealth-Lösung ELGA, die elektronische Gesundheitsakte Österreichs. Dabei erläutern die beiden, wie digitale Gesundheitsdaten in Österreich organisiert und sektorenübergreifend verfügbar gemacht werden. Außerdem geht es um den Einsatz etablierter Standards wie IHE XDS sowie um den pragmatischen Ansatz bei der Umsetzung von eHealth-Anwendungen. Anhand der Erfahrungen aus Österreich wird diskutiert, welche Erfolgsfaktoren zu einer breiten Nutzung beitragen und welche Impulse sich daraus auch für das deutsche Gesundheitswesen ableiten lassen.

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    Haben eben Hauptteil mit der ELGA beschäftigen. Also die ELGA, die österreichische Patientenakte hatten sie ja schon mal angekündigt, dass das als einer der nächsten Themen noch ansteht. Nachdem wir uns ja schon mal Frankreich angeschaut haben und wir uns auch schon mal was, was der in dem Markt, nee. Die Schweiz rutscht doch. Ja genau, die Schweiz angeschaut haben. Dann ist jetzt ein weiterer Nachbar dran und zwar an. 

    Fangen wir an mit der Historie. Das Ziel der ELGA ist erinnert jetzt fragte ich mal im Gesundheitswesen, wenn man solche Projekte aufsetzen. Welche Begriffe müssen auf jeden Fall drin vorkommen? Interoperabilität, Quartal, ihn nicht sollten, man welche werden vorkommen. Das, das was wir auch beide in den Vorlesern genauso wie Stefan Sohn, schönen Grüße, Kollege von uns alle drei immer drauf rumreiten. Zwei Begriffe. Semantische Interoperabilität. Nein. Effektivität. Ja, genau. Also Effektivität und Effizienz und genau das kommt da drin vor, willst du es mal kurz was mal auf jeden Fall hinzutehen, just in Timetest, was ist Effektivität und was ist Effizienzrenate? Effektivität ist, ob man das Ziel erreicht und Effizienz ist, ob man es auch mit geringem Aufwand erreicht. Genau. So, das Ziel der ELGA war die Steigerung der Qualität, der Effektivität und der Effizienz der gesundheitlichen Versorgung durch einheitliche Vorgaben für einheitliche Dokumentation und Kodierung der Information. Es gab einen Arge ELGA, die von 2006 bis 2010 an der Spezifikation gearbeitet hat und zwar im Auftrag des Gesundheitsministeriums und am ersten Jänner für die Pfiffkes unter euch, das ist der erste Januar. 2013 ist das ELGA gesetzt in Kraft getreten und damit gibt es dann also eine rechtsgrundlage für eine österreichweite ELGA. Und was ist in diesem Gesetz alles beschrieben worden? Einmal die technischen Komponenten zu den du gleichkommen wirst, also unter anderem das Zugangsportal für die Bürger, aber auch ein Patientenindex, das also Patienten österreichweit identifiziert werden können, aber auch die schrittweise Bereitsstellung von Gesundheitsdaten. Da wirst du gleich auch nochmal dazu kommen, was dort alles geht. Soll dann also bis 2022 einen stufenweisen Rollout geben, des Erste, womit gestartet werden sollte, war die eMedikation. Im Februar 2014 ist dann aber bekannt geworden, dass die eMedikation ohne AMTS startet, also ohne zum Beispiel Wechsel, Wirkungsprüfung, also nicht geguckt wird, Mensch, der Patient bekommt schon Blutverdünner, wenn man es noch als anderes Blutverdünnen es geben, wäre das nicht so gut. Warum? Weil das einfach im Pilot-Versuch nicht so gut funktioniert hat. Das heißt, da ist ein Punkt, wo dann von der Planung zurückgegangen werden musste. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es ja sowas durchaus häufiger gab. So viel dazu, das war die Historie. Ich habe auch einen Artikel gefunden im Internet, wo drin steht, wie viel die Älger bisher gekostet hat und wenn es kein Fehler ist, dann liegt das um ein hohen Faktor niedriger als das, was in Deutschland die eGK bisher gekostet hat. Wenn du gleich die Funktion nämlich erklärst, schau ich mal kurz nach, es gibt so eine Seite, da stehen die aktuellen kostene eGK für Deutschland. 

    Dann kommen wir zu den Funktionalitäten des Gute an dieser ELGA, ist unter anderem auch. Es gibt so einheitliches Portal, also alle österreichischen Bürger melden sich über ein einheitliches Portal an und haben damit eben auch die gleiche Funktionalität zur Verfügung. Aktuell sind es vor allem zwei Funktionalitäten, die genutzt werden können. Es können befunde gespeichere und eingesehen werden und es können Medikamenten Rezepte und Medikamenten Verordnungen eingesehen und gespeichert werden. Bei den befunden, ja, kann man sich die befunde anzeigen lassen, man kann Filtern, man kann sie auch exportieren, um einige befunde vielleicht nicht jedem zur Verfügung zu stellen, kann man die auch sperren, man kann theoretisch befunde auch löschen, all das ist möglich und bei der Medikation ist es ähnlich. Dann gibt es, um das quasi verwalten zu können, auch noch die Funktionalität, Gesundheitsdiensteanbieter, GDA abgekürzt. Dort kann man dann einstellen, wer Zugriff auf die Akte haben soll und wie lang. Im Standards sind es meistens 28 Tage, es geht aber auch bis 365 Tage, das zu erweitern. Wenn man Änderungen vornehmt, sowas wie sperren, löschen und so weiter, dann wird das nicht sofort gemacht, sondern das Ganze passiert dann über eine Auftragsliste, die man dann nach abarbeiten kann. Der Hintergrund ist da unter anderem auch, dass man Änderungen nicht einfach so macht, sondern dass man die Signieren muss. Es gibt mehrere Signaturemöglichkeiten, die Zuhörerkenn bestimmt über ihre Banking-App, die Möglichkeit, das Ganze über Handy-Signatur zu machen, also man gibt ein Passwort ein und dann kriegt man auch Sandy einen Tan geschickt und dieser Tan, den gibt man dann in der Oberfläche ein und das ist dann die Signature damit stelle ich sicher, dass ich auch wirklich derjenige bin, der das macht. Das gibt in Österreich auch eine Bürgerkarte, die man verwenden kann, die auch als elektronische Signatur herangezogen werden kann. Also das, was du gerade meintest, ist dann klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung oder? Ja, dann gibt es noch Protokoll, wo man eine Änderung zieht und man kann die Teilnahme, kann man einschränken, wenn man jetzt zum Beispiel an der E-Medikation nicht teilnehmen will, dann kann man das separat ausschalten. Man kann auch über das Portal komplett seine Teilnahme an der ELGA abschalten. Was ich tatsächlich nicht gefunden habe, war eine iPhone-App, vielleicht habe ich nicht ausgeblich genug gesucht oder die Leute sagen, dann kann ich auch einfach über den Browser mir das anschauen, aber das habe ich tatsächlich nicht gefunden. 

    Gut, machen wir weiter, ich habe kurz nachgekommen. Was meintest du, wie viel hat die EGK schon gekostet? 200 Millionen. Ist falsch. 1,8 Milliarden. Und zwar gibt es so eine Seite, was kostet uns die elektronische Gesundheitskarte von der IKKEV und dort sieht man, wie viel die kostet sie kündlicher, da sind wir gerade bei 1,791 Milliarden Euro. Ich habe jetzt auch noch mal nachgeguckt, ich habe keine gute Quelle gefunden. Mehr Kulpa grad ganz schnell nur auf den Wikipedia-Attickel ELGA Österreich geschaut. Da steht auch, dass es ein veraltete Information ist, aber dass die Einführung der Elga 130 Millionen bisher wohl gekostet haben soll und danach jährlich 18 Millionen Kosten und es ist wohl so, dass die von ausgehen, dass 130 Millionen Euro pro Jahr dadurch gespart werden. Also selbst wenn das um Faktor 5 dein Leben liegt, ist das immer noch nicht vergleichbar, mit dem, was wir in Deutschland ausgegeben haben, jetzt was dem Benefit angeht für die Ärzte und für die Patienten sind die einfach schon ein gutes Stück weiter. Ja, es ist schon Wahnsinn, also das kann man glaube ich auch nicht nur auf die kleine Größe des Landes schieben, da ist einfach viel schlimmes passiert in den letzten 15 Jahren, aber es liegt vergleich auch dran, dass es einfach so lange dauert hat und die ganzen Änderungen und so weiter, die gehen dann einfach ins Geld. Ja, also wir haben dann vermutlich irgendwann eine technisch saubere Lösung, Stichwort VPN und so weiter, aber bis jetzt gibt es ja noch kaum Benefit, aber egal, das haben wir ja jedes Mal eigentlich fast schon gesagt. Gut machen wir weiter mit organisatorischen, es gibt also eine Webseite ein Portal, wo sich der Bürger anmelden kann, du hast ja gerade schon gesagt, wir sich anmelden kann. Dort stehen nicht nur die information, die du gerade genannt hast, sondern das ist ja ein zentrales Portal, dort kann man sich auch informieren, über die häufigsten Krankheiten, man sieht Telefonnummern für die Seelsorge etc. Also das Ganze ist tatsächlich ein Portal mit ganz vielen Möglichkeiten, die man sich informieren kann. Es würde auch viele andere Webseiten verwiesen, etc. Also das ist schon sehr gut gemacht, finde ich, um den Bürgern die Angst zu nehmen, gibt es dort auch einige Erklärber-Videos, die alle so zwei, drei Minuten lang sind und animiert, also manche mit riesigen Kopf, die dann halt erklären, dass wenn man in dem Einbundesland schiefährt und sich verletzt, dass der Arzt dann trotzdem auf die Arztbriefe zurückgreifen kann aus dem Bundesland, wo man eigentlich wohnt, wie so ein Video klingt, wollen wir euch jetzt einfach jemand paar Sekunden einspielen? Zum Einstieg in ihre persönliche Elga klicken Sie auf den Link Elga-Partal. Nun befinden Sie sich auf der Startseite ihre persönlichen Elga. Oben in der Kopfleiste sehen Sie Ihren Namen. Sind Sie stellvertretend für eine andere Person eingestiegen, sehen Sie das ebenfalls in der Kopfleiste? Unter dem Namen des eigentlichen Elga-Teilnehmer steht, vertreten durch und Ihr Name. 

    Das war Österreichisch. Das war Hochdeutsch. Jetzt habe ich ein Thema Datenschutz, also eines der größten Kritikpunkte, wenn es um solche Patientenakte geht, möchte ich hier bei der Elga auch noch mal kurz aufgreifen. Du hast dir gerade schon gesagt, dass man sich für die ganze Elga oder auch Teilbereiche austragen lassen kann und das ist eine tatsächliche Besonderheit. Hier in Österreich, zumindest wenn man das mit Deutschland vergleicht, dort sind die Anwendung, die Use-Cases sind alle erst mal gesetzt. Das heißt, wenn du dich als Bürger Österreichs nicht dagegen wärst oder nicht dich austrägst, bist du erst mal überall mit eingetragen. Deutschland haben wir ein Opt-In für die meisten Anwendung der Elga, die geplant sind, insbesondere für die Patientenakte. Das heißt, dort musst du sagen, nee, ich möchte teilnehmen, wenn du gar nichts machst, bist du automatisch nicht dabei. Wenn du in Österreich nichts machst, bist du automatisch dabei. Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob das gut ist oder nicht. Auf der einen Seite glaube ich natürlich, dass es geschickt ist, wenn viele Leute mitmachen, dass man tatsächlich doppelt Untersuchung vermeidet, etc. Auf der anderen Seite gibt sicher Leute, die vielleicht auch die technische Hürde oder Scheuen eigentlich nicht mitmachen wollen, aber aus Bequemlichkeit oder aus Angst, dass sie sich damit nicht auskennen, dann doch mitmachen. Dieses Opt-Out ist nicht nur auf Teilbereiche der Elga bezogen, sondern man kann auch sagen, dass man für bestimmte Indikationen dort nicht teilnehmen möchte. Also wenn man zum Beispiel eine HIV-Erkrankung hat, kann man sagen, dass soll dort bitte nicht mit drinstellen. Wenn man Schwangerschaftsabbruch gemacht hat, kann man auch sagen, dass soll in der Elga nicht drinstellen, genauso wie psychische Erkrankung und genetische Analysen. Was man auch immer wieder sagen muss, was viele Leute auch nicht verstehen, dass die Elga selbst diese medizinischen Daten gar nicht speichert, sondern wir haben ja im Podcast auch schon mal HIV-XDS gemacht und haben dort eben auch erklärt, dass es verweist Datenbanken gibt, wo eben drinsteht, welche Dokumente zu welchen Patienten wo vorliegen, aber dass die Dokumente aber häufig auch beim Ersteller liegen können im Repository. Was man also sagen muss, dass die Elga selbst die Daten gar nicht speichert, sondern einfach vernetzt. Weil es in Österreich zum Thema Datenschutz auch noch gut ist, dass die Krankenanstalten, die Apotheker, die haben Zugriff, die Ärzte auf diese Dokumente, wenn sie eben auch Zugriff haben dürfen, andere Berufsgruppen wie Betriebsärzte, Amtsärzte oder Ärztem-Ausland, Behörden, Versicherung, die dürfen auch auf die Verweise nicht zugreifen, also die dürfen nicht nur auf die Dokumente zugreifen, sondern auch auf die Verweise nicht. Also das heißt, dort sind die Leute, die eventuell die Informationen nutzen könnten, gegen den Patienten, die sind dort ausgenommen zum Großteil, was ich sehr gut finde. Genau, von daher muss ich sagen, dass mir das bis hierhin jetzt schon recht gut gefällt, wenn ich was ändern könnte, würde ich vielleicht das Opt in noch anpassen, also dass man nicht automatisch dabei ist, sondern dass man sich dafür melden muss. Aber ansonsten finde ich das bis hierhin, unter dem Datenschutzaspekt eigentlich ziemlich sauber. 

    Renato, du bist da ja noch ein paar Tagen härter als nicht, wie viel ist du es? Ja, ich finde, opt-out-Geschichten grundsätzlich problematischen, besondere, ältere Patienten sind ja diejenigen, bei denen ziemlich viel reingestellt wird und die gehen nicht einfach auf eine Webseite. Das ist dann einfach schwierig, für die sich dann auch wirklich abzumelden. Man natürlich kann man das auch schriftlich machen, aber der Aufwand, den man da betreiben muss, der ist so enorm, dass das viele wahrscheinlich nicht machen, denen es vielleicht doch gar nicht recht wäre. Ja, sicher prinzipiell genauso, vielleicht kurze Anmerkung noch. Der Aufwand ist nicht enorm, sondern du kannst dir wirklich was runterladen, Ausdruck unterschreiben und eben mit Hinblick auf diese älteren Patienten. Es ist so, dass du auch die Vollmacht geben kannst, dass also auch andere benutzer auf deiner Akte zu greifen können und auch, damit helfen können, dass du eben das Opt-out machst. Also wenn z. B. Die Großmote in der Krone Zeitung gelesen hat, dass es jetzt diese Älger kommt und sie nicht mitmachen möchte, dann kann sie eintragen lassen, dass sie Enkel die Sachen für sie verwaltet und der Enkel regelt dann alles, dass sie ihm dort auch nicht mitmachen möchten. Also das geht schon und so kompliziert ist das gar nicht. Aber prinzipiell bin ich dabei, der ich finde auch ein Opt-in eigentlich geschickt hat. 

    Erzähl uns was zur Technik. Ja, Technik. Auch hier hat Österreich viel richtig gemacht. Sie setzen auf bewährte Standards, du hattest ja eben schon gesagt, dass hier IHE-Profilet zum Einsatz kommen. Eines davon ist das bei uns auch schon behandelte XDS und dann gibt es noch ein IHE-Profil XUA. Da geht es um Asertion und XDS kommt dort zum Einsatz, in dem die Daten dann bei verschiedenen Anbietern liegen oder auch im Krankenhaus verbleiben in einem Repository und die Kommunikation erfolgt über Gateways, so dass die Verschlüsselung und die Sicherheit der Daten da gewährleistet ist. Also ist eigentlich ziemlich genau wie in der Schweiz auch, mit dem elektronischen Patienten industrial, d.h. Wir haben unterschiedliche Affinity Domains. In diesem Affinity Domains sind dann die Teilnehmer drin, in die Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzte, etc. Und wenn du dann ein Dokument brauchst von einer anderen Affinity Domain, also vielleicht von einem anderen Bundesland, dann wird das eben über diese Gateways gemacht, d.h. Bluefrags. Bei deinem Gateway an gibt es noch was anderes zu den Patienten, das spricht dann von mir aus mit einem Gateway aus Salzburg und dann wird dort nachgeschaut, ob es noch was zu diesem Patienten gibt. Also wir haben die klassischen Player von XDS mit Document Consumer, Repository und Registry und so weiter. Haben wir also mehrfach in Österreich, nämlich immer in diesen Affinity Domains. 

    Genau, was natürlich wichtig ist, haben wir vorhin schon gesagt, dass man die Patienten eindeutig identifiziert. Dafür gibt es einen zentralen Patientenindex in Österreich, weiten und das wird dann eben über so eine IHE ProfilPix geregelt, da gibt es dann eine PIX Query und dann gibt es eben diese unterschiedlichen Affinity Domains und in jeder Domain gibt es dann eben das Repository, also wo Sachen gespeichert sind, den Document Consumer, der also einen Dokument haben möchte und eine Registry, wo also drinsteht, welche Dokumente zu welchem Patienten in dieser Affinity Domain vorhanden sind. Ich glaub, das reicht technisch Renato oder weil IHE XDS haben wir ja schon mal gemacht oder schon mehrfachen eigenen Podcasts, wir haben es besprochen als es ums APD gegen, lass uns mal sanft drübergleitend zu der Bewertung, vielleicht eine Überleitung, jetzt macht die Schweiz das mit IHE XDS, jetzt macht Österreich das mit IHE XDS, ja, hoffen wir das für uns da anschließen. 

    Ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also um das österreichisches System von meiner Seite aus zu bewerten, da ist viel richtig gemacht worden, da hat man sich über viele Sachen die richtigen Gedanken gemacht, vor allem eben auch um denjenigen, den es letztendlich geht, um den Patienten. Ich habe mich jetzt selbst natürlich, weil ich kein Österreicher bin, in der Oberfläche nicht zu Recht finden müssen, aber die Erklär-Videos, die zeigen, dass das eine super einfache und gut zu bedienende Oberfläche ist, zumindest was ich jetzt im Moment so sehen kann. Da ist kein Schnickschnack, da ist keine komplizierten Sachen, sondern da kann man sich eigentlich gut zu Recht finden. Und daher ist von meiner Seite hier ein Daumenhoch von mir auch ein Daumenhoch nicht nur, weil ich es machen muss, weil ich mit Österreicher ein Zusammenleb und ansonsten kein Abendessen mehr bekommen würde, sondern ich finde es auch wirklich super. Es gibt auch bei mir ganz wenige Sachen, die ich dort ändern würde, ob in ist einer der Punkte, ich würde schauen, ob man nicht auch eine Wechselwirkung von der Medikamenten frühzeitig mit reinnehmen kann. 

    Und ganz ehrlich, da bin ich nicht tief genug drin, ich hoffe, dass wenn sie CDA machen, haben wir auch nur ganz kurz im Rande erwähnt, dass sie entweder SNOMED oder wenn ich möglichst bald auf CDA Level 3 überwächsterlen, dass man dann also auch alle Informationen semantisch anutiert hat, denn das ist ein notwendiger Schritt, um die Sachen dann vielleicht auch wieder in die Primärsysteme zurück zu importieren. Da kam sie doch noch meine semantische Interoperabilität. Genau, spannend, effizient, effektivität, portal, portal. 

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  • Folge #48 – Consumer Health Informatics

    In dieser Folge sprechen Bernhard und Monika Pobiruchin über das Thema Consumer Health Informatics und die zunehmende Bedeutung von Patienten und Bürgern im digitalen Gesundheitswesen. Dabei erläutern die beiden, was sich hinter dem Begriff verbirgt, welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind und warum es bislang kein passendes deutsches Pendant gibt. Anhand verschiedener Projekte wird aufgezeigt, wie digitale Anwendungen Menschen im Umgang mit Gesundheit und medizinischen Informationen unterstützen können. Außerdem wird kurz auf die Aktivitäten der gleichnamigen Arbeitsgruppe „Consumer Health Informatics“ der Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) eingegangen.

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    Transkription

    Jetzt erst mal unseren Gast begrüßen. Das ist Monika Pobiruchin, Medizininformatikerin aus Heilbronn vom Gekko-Institut. 

    Monika vielleicht stellt sich mal kurz vor und er leut das Meer und unseren Hörern in dem Zusammenhang auch, was das Gekko-Institut denn ist und ob das außerdem Logo noch eine weitere Bedeutung oder Zusammenhang mit Eideksten hat. Ja Hallo Bernhard, danke für die Einladung zum eHealth-Podcast, das Gekko-Institut. Was für was steht Gekko? Gekko steht für Gesundheit, Computing, Kosten und Outcomes. Und wer jetzt fleißig mitgeschrieben hat oder sich das im Geiste noch mal vorstellt, dann merkt er, dass die Anfangs Buchstaben das Gekko-Akronüme ergeben. Und da Gekko ist tatsächlich auch das Maskottchen, das Logo, das Institut. Was machen wir? Wir beschäftigen uns mit den Schnittstellen der Medizinökonomie und Informatik. Das erklärt sich am besten dadurch, dass wir hier in Halbronia den Medizininformatikstudiengang haben, quasi das Urgestein der Medizininformatikstudiengänge. Es gibt ja schon seit 1972 und seit fast zehn Jahren gibt es eben auch das Gekko-Institut bei uns in Halbron. Und sag es auch noch ein paar Worte zu dir. Wer bist du und was machst du, was erforscht du so? 

    Ja gerne. Ich bin Mitarbeiterin im Gekko-Institut. Ich habe meine Promotion letztes Jahr abgeschlossen, die gegen um die Nutzung von Krebsregisterdaten um da gesundheitsökonomische Modelle abzuleiten. Das sieht man vielleicht auch schon wieder die Schnittstelle medizin undökonomie und beschäftige mich neben dieser Arbeit mit Daten. Ist man heute dann vielleicht so gerne als Data Science zeichnet auch eben mit dem Thema Consumer Health Informatics. Ja und damit hast du ja auch schon das Thema für die heutige Folge verweggenommen. Consumer Health Informatics. Darum soll es geht es zum Thema für die heutige Folge über. Im Monika hat es ja schon erwähnt. Also keine Spoilerfreien, podcast folgen heute, sondern direkt zu Beginn wurde gesagt. Es geht um das Thema Consumer Health Informatics und da stellen sich wahrscheinlich viele Hörer die Frage, was ist denn überhaupt Consumer Health Informatics? Was hat das Ganze mit Medizin und Gesundheitsinformatik zu tun? 

    Monika, vielleicht kannst du da ein bisschen was zu sagen. Gerne und vielleicht stellen sich auch die eine oder andere die Frage, ja, gibt es da keinen deutschen Begriff dafür, müssen wir jetzt da einen englischen Begriff verwenden. Und es ist gar nicht so leicht, da eine deutsche Entsprechung zu finden. Bei der Consumer Health Informatics da steht der Mensch, der Bürger, der Patient, der Versicherte im Mittelpunkt der Forschung oder der Dienst. Also im Gegensatz zur medizinischen Informatik, der erst mal den Leistungsabringer Mitglied der Gesundheitsberufe, den Arzt, der MTA und so weiter in den Mittelpunkt stellt, hat man eben gemerkt, vor allem in den 1990er Jahren, man muss da den Fokus ein bisschen mehr auch auf den Patienten und auf den gesunden Bürger, der jetzt noch kein Patienten ist, lenken. Das ist auch ein bisschen beeinflusst durch die Entwicklung des Internets als Informationsquelle für Menschen. Kennt ja jeder von uns, wenn man mal einen Zipperlein hat, schlägt man doch gerne mal im Internet nach, was es denn sein könnte. Und 2000 gab es dann von Gunther Eysenbach eine Publikation im BMJ, wo er diesen Begriff Consumer Health Informatics eigentlich maßgeblich geprägt hat. Die Publikationen können wir auch gerne in die Show Notes packen, dann kann sich dann jeder noch mal mit den Anfängen dieses Feldes befassen, wie kam es zu Consumer Health Informatics. Ja, das ist ja schon mal gut dahin weist, dann können alle das in der Show Note nachlesen, das klingt nach einem sehr interdisziplinären Feld, oder? 

    Absolut, wenn wir uns überlegen, wir haben einen Menschen, der im Internet etwas sucht, dann sind da ja auch gewisse Hürden mit verbunden. Also zum einen braucht man die Informatik, die Technik, dass man überhaupt ins Internet kommt und in Zugriff hat auf die Technik. Aber genau, so gut muss man sich überlegen, ne, sind die Texte, die jetzt jemand hier liest, sind überhaupt verständlich genug oder müssen das für ein gewisses Ziel publikum anders formulierte Textes sein. Also es geht auch in die Richtung Sozialwissenschaft und die Frage, wie kompetent sind denn die Nutzer von Internetseiten, von Geräten und so weiter. Da gibt es ja gerade auch in Deutschland-Untersuchungen, dass es mit der Gesundheitskompetenz der Bürger und Bürgerinnen nicht ganz so gut bestellt ist und genauso gut kann man sich fragen, wie es ist denn um die eHealth Literacy, um die E-Health-Kompetenz bestellt. Also da spielt ziemlich viel mit rein, Sozialwissenschaften, aber auch Ärzte, die sich überlegen, wie kommt denn das, was ich gesagt habe überhaupt dann beim Patienten an und eben auch die Informatiker. Wie können wir Gesundheitsinformation darstellen? Wie bauen wir Portale? Wir strukturieren, wir das Wissen in in Akten und wie passiert dann wieder der Austausch zwischen einer persönlichen Akte und dem Arztinformation-System? Das klingt spannend, das waren jetzt ganz, ganz viele Stichworte, auch aus den unterschiedlichen Nutzergruppen. 

    Vielleicht kannst du offenbar Projekte eingehen, damit sich unsere Hörer noch mehr darunter vorstellen können, wo Consumer-Helstinformatics tatsächlich ansetzt. 

    Aus dem ganzen Topf dieser Schnittmengen, ja da möchte ich jetzt mal gerne zwei Projekte näher vorstellen. Das erste Projekt, das war eine Initiative, die wir hier in Halbrunn hatten. Ich und eine Handvoll Kollegen, wir haben uns gefragt, diese ganzen Wearables und Running-Apps, die eingesetzt werden. Was wird denn überhaupt eingesetzt von den Läufen? Und wie genau sind in diese Geräte? Ich glaube von unseren Hörern haben auch schon welche mal sich überlegt, wie genau ist denn jetzt die Sportwatch an meinem Handgelenk? Und das passt gar nicht so zusammen mit dem, was mir jetzt eine App anzeigt. Und wir wollten das einfach mal systematisch beleuchten. Und sind dann hier in Halbrunn auf den Trollinger Marathon gegangen, 2016. Und haben sozusagen den Läuferinnen und Läufern aufs Handgelenk geschaut, haben freundlich gefragt, was nutzen Sie denn für ein Gerät beim Laufen, fürs Aufzeichnen Ihrer Läufe? Auch im Selbstversuch seid ihr auch selbst mitgelaufen. Ich bin selbst mitgelaufen tatsächlich. Auch mit zwei Geräten ausgestattet, einmal mit Schrittsehler und einmal mit einer bekannten Running-App. Ich durfte dann aber bei der Umfrage nicht mitmachen, um einem Bias auszuschließen. Das klickt nach wissenschaftlich sauberem Arbeiten. Was habt ihr rausgefunden bei dem Einsatz? Wir haben graus gefunden, dass 75 Prozent der Läufer, also das waren zum einen Walker, also eher die Freizeit-Sport, aber auch die Halbmarathon-Läufer und die Marathon-Läufer, also 75 Prozent von diesen benutzen irgendeine Technologie. Und davon die meisten ja eines Sport-Ur-Sports-Watch-GPS-Basierte-Ur, aber auch häufig anzutreffen, die Running-App, die Laufapp, die dann auf dem Handy einfach mitläuft. Aber eben in Viertel sagt auch, Ne, ich brauche das nicht, ich brauche zum Laufen, kein piepsendes Ding am Handgelenk, ich höre einfach auf meinen Körper. Wir haben dann auch einen Ziel, die Leute nochmal befragt. Was hat denn ihr Gerät jetzt angezeigt, was für eine Strecke haben sie denn zurückgelegt? Weil so eine Marathon-Strecke, die ist in der Regel genau vermessen nach internationalen Kriterien, damit man da eben auch rekorde laufen kann. Klar, eine Ideallinie kriegt man selten hin, aber wenn man genügend Leute befragt, kriegt man da ja doch ein gutes Bild und kann rausfinden, ist jetzt eine GPS-Sport-Ur-Genauer als zum Beispiel ein Smartphone. Da habe ich jetzt auch schon das Ergebnis ein bisschen vorweg genommen. Die GPS-Uhren hatten tatsächlich dann eine geringere Abweichung auf die Halbmarathon-Strecke als ein Smartphone, aber auch die Smartphone-Jusa muss jetzt keine Angst haben. Das war immer noch ein Bereich an Abweichungen, nämlich unter 500 Meter, so auf die Halbmarathon-Strecke und 21 Kilometer. Damit kann man doch ganz gut leben als Hobby-Sportler. Ja, das war ein schönes Beispiel, wo man eben auch sehen konnte, das Consumer-Helstinformatics bei gesunden Bürgern anzutreffen ist, weil die wenigsten Patienten werden wahrscheinlich mit ihren Erkrankungen, die 21 bzw. 42 Kilometer absolvieren, gibt es auch Projekte, wo ihr bei Patienten-Konsumer-Helstinformatics-Themen analysiert haben. 

    Ja, die gibt es natürlich auch. Ich hatte ja schon angesprochen, großes Thema. Wie finden wir Informationen im Internet? Wie finden wir gute Gesundheitsinformation? Und wir haben auch eine Arbeitsgruppe, Konsumer-Helstinformatics in der GMS, deutsche Gesellschaft für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, die Mitglieder sind in ganz Deutschland verteilt und mit einer Ärztin aus Jena haben wir analysiert, welche Texte, welche Gesundheitstexte im onkologischen Bereich, sind denn frei für fügbar für Patienten. Also, das kann ein Buchlet von einem Farmahersteller genauso sein, wie zum Beispiel Informationsangebote vom Krebs-Informationsdienst oder DKFZ und analysiert eben, wie leicht verständlich ist und das, was da geschrieben steht. Und da gibt es eben Lesbarkeitsmetriken, die sind jetzt nichts Neues. Gibt es auch für die deutsche Sprache. Beispiel die Wiener Sachtextformel, da gibt es aber auch Metriken aus dem Engelsprachigenbereich, zum Beispiel Smok oder Flashkin-Cade, wie das etwas sagt. Ja, dann haben wir eben analysiert, wie lesbar sind in diese Texte. Und das Ergebnis war auch, neja, wenn man jetzt überlegt, Mensch hat eine Krebserkrankung, ist erstmal sehr unterstress, kann vielleicht gar nicht so gut das Gelesene auch verarbeiten. Das sollte das und möglichst niederschwelliges Informationsangebote sein, also gut zu verstehen. Und die Broschüren sind da doch etwas zu hoch angesetzt, was die Schwierigkeit oder die Lesbarkeit angeht. 

    Es klingt nach einem sehr interessanten Projekt. Zumal, man in Deutschland ja, ich habe neulich ein paar Zahlen gelesen, eine sehr hohe Anzahl an Analphabeten und vor allem an Funktionalen an Analphabeten gibt, also vor allem an Personen, die Schwierigkeiten haben, längere komplizierte Texte zu verstehen, die natürlich aber genauso von irgendwelchen Krankheiten betroffen werden, wie alle anderen, die diese Texte verstehen und da irgendwie eine Hilfestellung zu haben, zu einer Bewertung, welche Texte einfach verständlich sind und welche nicht. Das ist sicherlich ein guter Ansatz, der vielen Menschen hier helfen kann. Genau. Und wenn man sich überlegt, dass diese Lesbarkeitsmetriegen auf Satzstrukturen häufig gehen und Wortlängen, gibt es jetzt auch Überlegungen, Kollegen von mir hier in der Hochschule Heilbronn, haben sich gedacht, er könnte man das nicht mit etwas moderneren Ansätzen mit maschinen Lennverfahren auch unterstützen, dass man nicht mehr nur sklarfisch, silben Zähl und Wörter zähl, sondern dass man Support-Wektor-Maschine nutzt. Zum Klassifizieren ist es jetzt eher ein Lein geeigneter Text oder eher ein Expert-Text und das dann auf Basis des eingesetzten Vocabulas. Und es gab auch schon Untersuchungen, wie in sprechen sich diese zwei unterschiedlichen Ansätze von Metriken, also eher die klassischen Struktur basierten und so ein Vokabular basierte Ansatz und da zeigt sich, dass es entspricht sich ganz gut, auch wenn das natürlich unterschiedliche Dimensionen abdeckt. Also könnte ja ein kurzer Satz sein, der aber ein kompliziertes Vokabular hat und damit ist ja jemand auch nicht geholfen, der jetzt diese medizinische Fachsprache nicht versteht. Ja, jetzt hat es du gerade schon die GMDS AG, Consumer Health Informatics erwähnt, was passiert in dieser AG? 

    Was passiert in der AG? Wir versuchen zumindest einmal im Jahr einen Workshop zu organisieren und wir haben letztes Jahr 2017 einen Workshop im Rahmen der conhIT-Satelliten-Tage. Also das ist immer der Tag vor der eigentlichen conhIT-Messe in Berlin, die aufmerksamen Pöre haben sich ja schon etwas von der conhIT gehört. Haben wir einen Workshop mit Versorgungsforschern organisiert, weil wir uns gedacht haben, die Versorgungsforschern brauchen ja genau diese Daten aus der Real World, aus dem Alltag, der Patienten oder auch der Konsumenten. Und wir dachten, es ist sehr sinnvoll, wenn sich die Medizininformatiker mit den Versorgungsforschern zusammensetzen und wir überlegen, kann man den Konsumentendaten insbesondere eben für die Versorgungsforschung einsetzen. Da hatten wir verschiedene kleine Vorträge gehört und dann abschließend eben diskutiert, geht das, geht es nicht, was sind die Hürden dabei? 

    Und ganz ein kurzes Fazit geben, geht das? Das kurze Fazit war, dass wir alle ein bisschen ernüchtert waren. Also jeder sieht die Möglichkeit und das ist toll wäre, wenn man Konsumentendaten für die Versorgungsforschung nutzen könnte, aber wir sehen stand heute noch nicht, dass es gehen würde, weil häufig fehlt der Kontext der Daten. Also wenn man noch mal zu diesem Drollingerbeispiel gehen, so eine Abweichung von 3,400 Meter auf 21 Kilometer. Für den Hobby-Sportler ist das okay, weil Ben hat, du hast es ja auch schon angesprochen und Patient wird kein Halbmarathon laufen. Und wenn man jetzt überlegt, man hat einen Telemonitoring ansetzt und man würde so eine Smartphone-App nutzen, die da zur Abweichung von mehreren 100 Metern kommen, denn es ist ein chronisch erkrankter, der vielleicht nur 50 Schritte am Tag gehen kann, dann ist es dann doch schon verpierender Unterschied. Wie viel aktive gibt es denn in der GMDS-Forschungsgruppe Consumer-Helstinformatics? Das ist immer ein bisschen Jahreszeiten abhängig. Ja, wir haben den aktiven Kern mit 5, 6 Personen und dann kommt es tatsächlich auch auf die Projekte oder die Workshops an, die wir anstreben. Also dass man jetzt zum Beispiel noch Versorgungsforschung mit dabei hat oder eine Sozialwissenschaftler, der jetzt mal stärker mit einsteigt, weil er im Rahmen eines Workshops involviert ist. Also wie gesagt, das ist auch sehr Projekt bezogen. Wir treffen uns einmal im Jahr üblicherweise auf der GMDS-Jahrestagung, dann versuchen wir eben noch ein anderes Angebot mit dem Workshop zu schaffen und der Rest läuft dann über E-Mails und regelmäßige Telekos. So alle zwei bis drei Monate telefonieren wir uns dann zusammen und überlegen, was können wir als nächstes angehen? Welche Themen wollen wir besetzen? Welche Schwerpunkte wollen wir für das nächste Jahr uns geben? 

    Was muss ich tun, wenn ich jetzt sage, oh das interessantes Thema im Podcast gewesen? In so einer Arbeitsgruppe da könnte ich mir auch gut vorstellen, vielleicht mal mitzumachen, selber aktiv zu werden? Da muss man nicht viel tun, da muss man einfach mal auf die Homepage, der GMDS gehen, da gibt es eine Unterseite für unsere Arbeitsgruppe, Consumer Health Informatics. Wir legen auch den Link gerne in die Show Notes und da findet man alle Kontaktinformationen, da findet man aktuelle Termine oder auch Zusammenfassung der Workshops, die letzten Forschungsergebnisse und so weiter. Wer möchte ihr auch auf Twitter folgen? Ja das ist auch ein schöner Call for Action am Ende unseres Podcasts. Ich glaube wir haben einen kleinen Einblick geben können oder du hast einen kleinen Einblick geben können in ein sehr junges und sehr spannendes interessantes Feld, was sicherlich noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Ich sage schon mal ganz vielen Dank für den interessanten Einblick.

    Links zum Podcast

  • Folge #46 – Fallakte und I/E-Health NRW

    In dieser Folge sprechen Bernhard und Jakob Scholz von der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen über elektronische Fallakten und den sektorenübergreifenden Austausch von Gesundheitsdaten. Im Mittelpunkt steht das Projekt I/E-Health NRW, das bestehende digitale Insellösungen im Gesundheitswesen miteinander vernetzen und die intersektorale Versorgung verbessern möchte. Außerdem geht es um die Herausforderungen und Chancen eines einrichtungsübergreifenden Datenaustauschs sowie um die praktische Erprobung entsprechender Lösungen in Modellregionen.

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    Transkription

    Wir wollen heute sprechen über die Fallakte und ein bisschen über das Projekt I-E-Health-NRW und dazu haben wir auch wieder einen externen Gast eingeladen. Das ist heute Jakob Scholz von der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, der KGNW. Herzlich willkommen, Jakob. 

    Vielleicht stellst du dich auch mal kurz vor unseren Hörern. Ja, Hallu Bernhard. Ich stelle mich gerne mal vor. Ich habe den Master in Medizininformatik, einer Fachhochschule Dortmund und gemacht. Ich bin also ein Jünger von Prof. Haas und arbeite seit jetzt 7 Jahren bei der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen als Referent für eigentlich alle Themen, die so mit IT im Krankenhaus zu tun haben. Also auch den Datenschutz, dem Thema IT-Sicherheit, mit dem Thema intersektorale Versorgung und allgemein gesprochen und mit dem Thema Schwerpunkt, Gesundheitstelematik. Ich bin seit September 2016 Projektleiter im Förderprojekt I/E-Health. Mit der KGNW haben wir erst mal einen Player der Selbstverwaltung hier im Podcast an Bord. 

    Was macht die KGNW eigentlich als Krankenhausgesellschaft und was macht ihr vielleicht auch im Bereich I-Health? Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen ist ein Zusammenschluss der Krankenhaussträger in Nordrhein-Westfalen und ihrer Spitzenverbände. Vertritt die ungefähr 350 Nordrhein-Westfälischen Krankenhäuser, vielleicht nur zwei oder drei Zahlen dazu, es sind uns insgesamt 260.000 Beschäftigte, die in Nordrhein-Westfalen in den Einrichtungen arbeiten und behandelt werden jährlich ungefähr 4,6 Millionen Patienten mal mehr mal weniger. Was sind die Aufgaben der Krankenhausgesellschaft? Wir informieren, wir beraten, wir unterstützen unsere Mitgliedskrankenhäuser. Eigentlich in allen Fragen, die das Gesundheitswesen betreffen, sind juristische Fragestellungen, fachliche Fragestellungen, Fragen zu Gesetzesnobilierungen und Ähnlichem. Wir vertreten die Interessen der Krankenhäuser gegenüber den anderen Beteiligten im Gesundheitswesen gegenüber den anderen Beteiligten auch. Selbstverwaltung benehmen auch die gesetzlich verankertene Aufgaben beim Selbstverwaltung für die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen wahr. Das Ganze tun wir natürlich auch mit Schwerpunkt-Informationstechnik. Was sind so unsere Themen? Wir haben unter anderem zum Thema Einführung in die telematigen Fragestruktur unsere Häuser begleitet und beraten. Wir haben sie darüber aufgeklärt, welche Konsequenzen es für die Krankenhaus IT hat, für die Prozesse in den Krankenhäusern. Bisher Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft EGK-HBA-Nordrhein-Westfalen haben dort den Online-Rollort-Stufe 1 in der Testrägung best begleitet, unter anderem, in dem wir Krankenhäuser akquiriert haben und das Ganze auch fachlich begleitet haben. 

    Also jede Menge Projekte, jede Menge Aktivitäten und eins dieser Projekte wollen wir uns heute ein bisschen näher anschauen, dass Projekt I, I, Health, NRW drum geht’s in diesem Projekt. Ja, ganz kurz gesprochen geht’s darum, elektronische Fallakte und elektronischen einrichtungs- bzw. sektoren übergreifen verfügbar zu machen und auch anzuwenden, also in die Anwendung zu bringen. Wir sind natürlich aus einem stationären Bereich, jetzt vor allem mit dem Thema Fallakten unterwegs. Wir möchten das Potenzial von elektronischen Fallakten in der Versorgung aufzeigen mit dem Projekt. Wir möchten eine kritische Masse schaffen, die diese Technologie nutzt und wir möchten natürlich damit auch die Akzeptanz der Lösung fördern, Investitionssicherheit bringen, einfach aber grundsätzlich anwender und industrie davon überzeugen, dass das eine sinnvolle Technologie ist. Wir linkt das, grundsätzlich gelingt das, sonst werden wir mit dem Projekt nicht angetreten. Also wir haben die Hoffnung, dass wir das mit dem Projekt zeigen können, wir haben uns deswegen auch mit verschiedenen Partnern zusammengeschlossen, also das Projekt machen nicht nur hier als Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, sondern bis sind die beiden KV aus Nordrhein-Westfalen mit dabei, wir haben die Healthcare IT Solutions, eine Tochter des UK Aachen, die Alakte betreibt mit dem Projekt. Wir haben Softwaresteller mit Duria und CGM mit dabei, wir haben die Fachhochschule dort und die das ganz fachlich begleitet. Dann sind weitere Partnern noch die KV Telematik, die KV Connect betreibt, den Kommunikationsdienst im sicheren Netz der KV und die Telekom Health Care Solutions als Kissanbieter. Also jede Menge Player, die es geht uns so einem gemeinsamen Ziel zu vereinen, die muss ich mir so Scenarien vorstellen in diesem Projekt, also was wollt ihr da unterstützen? Wir haben das Projekt so aufgebaut, dass wir gesagt haben, wir kümmern uns um drei Bereiche. Wir kümmern uns um die Technik, also Schaffung einer Kommunikationsinfrastruktur, aber auch Schaffung der Schnittstellen. Wir kümmern uns um diese Mantik, das heißt, dass wir im Projekt die gleiche Sprache sprechen, dass wir die Zweckkot für eine elektronische Fallakte vereinbaren. Dass wir Dokumenten, Typen und Ähnliches eben ja gemeinsam vereinbaren, dass wir das Ganze über den Terminologiserver regelmäßig dann auch verbreiten und entsprechende Updates spielen. Und wir wollen das Ganze in vier Modellregionen erprogen, und diese vier Modellregionen haben unterschiedliche Versorgungsszenarien. 

    Welche Modellregionen sind das? Wahrscheinlich alle in Nordrhein-Westfalen, als Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen? Genau, so ist es. Wir haben in Münster, Warendorf, eine Geriatriakte, die wir planen, mit sehr vielen unterschiedlichen Behandlern im Bereich der Alpenpflege natürlich dann auch Einrichtung, die nicht direkt Mediziner sind. Dann haben wir bei dieser Geriatriakten natürlich der Herausforderung der Multimorbidität, das heißt, im Rahmen einer elektronischen Fallakte ist es ja eigentlich so, dass man sich sehr nah an der Indikation bewegt an einer. Und wir aber in der Geriatri eigentlich der Herausforderung haben, dass wir Multimorbiete Patienten haben. Das heißt, wir müssen auch Datenschutzrechtlich dahin wirken, dass wir so eine Fallakte trotzdem abbilden können. Unser Ziel ist es eben eine Geriatriakte, die über einen längeren Zeitraum geht zu führen, über die alle Behandler Krankenhausniedergelassene Art, Alpenpflege, Einrichtung, Therapeuten. Ihre entsprechende medizinischen Informationen beisteuern können. 

    Das war es zur Projektregion in Münster. Du war das gesagt, es gibt insgesamt vier. Was sind die anderen drei Regionen? Ja, wir haben in Borden, in Szenario das Recht ähnlich ist. Da geht es um die Behandlung demenziell erkrankter Patient. Dort setzen wir auch auf eine bestehenden Kooperation, nämlich das auch im Effeprojekt, das ist das Projekt gemeinsam. Dort geht es um die Kommunikation zwischen Niedergelassen im Arzt, im Krankenhaus und in Therapeuten. Das ist eine analoge Kooperation und wir gehen jetzt eben hin und digitalisieren das unter Mitunterstützung der elektronischen Fallakte. Dann haben wir in Dortmund eine Pädiatrieakte, also die Kinderärzte in Dortmund und das Klinikum Dortmund mit der dortigen Kinderklinik. Auch die arbeiten schon zusammen und zwar auch im Rahmen sogar einer elektronischen Fallakte. Das Ganze bauen wir aus und wollen vor allem die bidirektionalität fördern, sprich das auch die Niedergelassenen Ärzt, in Richtung Kinderklinikum, dann Dokumente medizinische Informationen transportieren. Das Ganze idealerweise eben übernarkte, gegebenenfalls, wenn wir das noch erweitern, um eine Chronikerakte. Dann haben wir noch Düren. In Düren haben wir das Vorhaben einer Notfallakte und einer Vertreterakte. Die Notfallakte ist letztlichen Ansatz der Vorsicht, wenn ein Niedergelassener Arzt sieht, dass ein Patient im Pflegeheim gegebenenfalls, am Wochenende kann man aus eingeliefert wird, dann legt er für ihnen vorsorglich eine Notfallakte an. Sollte diese Einweisung passieren, wird dann über das Krankenhaus diese Akte eingesehen und den Ersten im Krankenhaus stehen, die Behandlungsinformationen, die medizinischen Informationen, die der Hausarzt eingestellt hat, dann so verfügen. 

    Jetzt hast du gesagt, betreibt er eine Fallakte oder bringt wird eine Fallakte ins Feld bringen? Jetzt hatten wir bei uns im Podcast schon mal das Thema elektronische Patientenakten. Wo ist der Unterschied zwischen der Fallakte und dem Thema elektronische Patientenakten? Das Thema elektronische Fallakte ist letztlich eine eingeschränkte elektronische Patientenakte. Was haben beide gemeinsam? Erstens sind beide Arzt geführt, sie sind dadurch für die erstlichen Beteiligten verlässlicher, was die Informationen angeht, die in der elektronischen Fallakte stehen. Und sie orientiert sich immer sehr nah an einem spezifischen Behandlungsfall. Das heißt, der ursprüngliche Gedanke der elektronischen Fallakte ist eben, dass es eine Indikation gibt und zu dieser Indikation eine Fallakte. Und dass alle Einrichtungen, die an der Behandlung des Patienten beteiligt sind, ihre medizinischen Informationen. Diesen Fall betreffend in die Fallakte einstellen. Dieses Konzept gibt es, weil datenschutzrechtlich der Gedanke einer elektronischen Patientenakte, vor allem eine Einrichtungsübergreifenden, elektronischen Patientenakte, natürlich noch in den Kinder schon steckt. Das heißt, da sind die Regelungen noch nicht geschaffen, dass sowas einfach so funktionieren kann. Deswegen dieser EFA-Ansatz für diese elektronische Fallakte gibt es auch eine entsprechende Bestätigung der Datenschutzbeauftragten, dass die Datenschutzkonform ist. Deswegen haben wir uns diese Technologie eben genommen und sie jetzt im Projekt auch mit KV Connect, dem Kommunikationsdienst der KV und verheiratet. Das heißt, damit werden auch die niedergelassenen Ärzte an diese Akte angebunden. 

    Genau, man kann sich das so vorstellen, dass wir zwei zentrale Infrastrukturkomponenten haben. Das ist einmal das E-Verproweitersystem, also die E-Ver der Kern der elektronischen Fallakte. Und wir haben auf der anderen Seite KV Connect. Das ist eben der Dienst, der im sicheren Netz der KV und läuft und der bei den niedergelassenen Ärzten eine hohe Akzeptanz hat. Es ist so, dass es innerhalb von KV Connect schon den elektronischen Arztbrief als sprechen Anwendungsdienst gibt und dieser elektronische Arztbrief oder auch im Rahmen unseres Projektes in der Modellregion Dürren schon eingeführt. Und dort ist es tatsächlich so, dass die Krankenhäuser in Dürren und niedergelassenen Ärzte über den elektronischen Arztbriefintersektoral schon kommunizieren. So, diese beiden Technologien verheiraten wir miteinander. Der elektronische Arztbrief ist ja eine Arzt-zu-Arzt-verschlüsselter Arzt zu kommunizieren. Und die elektronische Fallakte soll ja mehrere Behandler integrieren und es möglich machen, da zentral abzulegen und alle Behandler einsehbar zu machen. Und das Ganze tun wir, indem wir in KV Connect einen neuen Anwendungsdienst schaffen. Der heißt Aktenkommunikation. Diesen Anwendungsdienst, den wir spezifiziert haben, können die PVS-Ersteller umsetzen. Und über einen Adapter, den wir ebenfalls im Projekt entwickeln, sollte an die Anknüpfung an das EFA-Probeider-System im Projekt funktionieren. 

    Jetzt ist das Projekt ja, ich glaube relativ frisch noch gestartet, noch gar nicht so alt. Gibt es denn schon Projekt-Erfahrungen, die du jetzt schon weitergeben kannst an unsere Hörer oder an andere Bundesländer, die vielleicht sagen, wir wollen das auch in unseren Bundesländern einführt, dann der eine Akte zur Vernetzung von verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen? 

    Ja, also es gibt sicherlich viele positive Dinge, die wir jetzt mitnehmen können aus dem bisherigen Projektverlauf. Aber es gibt eben auch einige Dinge, wo der Teufel noch im Detail steckt, wie wir festgestellt haben. Also das erste, habe ich gerade angesprochen, wir haben eine EAR-Sprichkommunikation etabliert, entdüren, das ist sehr positiv. Wir haben die Infrastrukturkomponenten fortentwickelt. Also wir haben geschaut, dass sich die EFA-Inrichtungen KV Connect öffnet und wir haben dafür gesorgt, dass sich KV Connect in Richtung elektronischer Fall-Akt öffnet. Also dass wir die beiden Kerntechnologien der beiden Sektoren miteinander sprechen lassen wollen. Da steckt natürlich der Teufel im Detail, diese Arbeit treiben wir aber voran. Wir haben uns auch Expertise dazugeholt im Bereich elektronische Fall-Akt öffnet. Das ist Fraunhofer ISST, das uns unterstützt, KV Connect-Experten dazugeholt. Da sind wir in ganz großes Stück weitergekommen. Wir haben in EFA-Providersystem ausgeschrieben. Die ZV, das Rechentzentrum Vollmaschneiden wird für uns die elektronische Fall-Akte umsetzen, das Providersystem stellen. Und wir werden auch noch eine Portalhösung ausschreiben, sprich dann auch ein entsprechendes EFA-Teilnehmer-System. Ja, das klingt ja nach vielen positiven VH-Hummet dem Projekt. Gibt es denn auch negative Sachen zu berichten? Also gibt es noch Dinge, die vielleicht nicht so gut laufen? 

    Ja, es gibt durchaus auch Dinge, die uns in den letzten Monaten vermehrt beschäftigt haben und wo wir vielen Nahesteuern mussten. Zum einen ist es natürlich so, dass die Software-Steller grundsätzlich den Nutzen der Fall-Akte als Technologie nur bedingt sehen. Es gibt einfach auch noch keineszenarien, auf die wir da wirklich aussetzen können, wo wir sagen können. Da funktioniert es doch wunderbar, sieht euch den Nutzen doch dort an. Dann haben wir natürlich die Herausforderung, dass die Telematik-Infrastruktur ihre Schatten vorauswirft. Und wir immer wieder darauf verweisen, dass unser Vorhaben natürlichen Migrationsfahrt in die Telematik-Infrastruktur vorsieht. Aber EFA und E-Patienten, einfach geist dann eben durch die Lande, Elektronische Grießen aus dem Boden. Und da müssen wir eben immer wieder zeigen, dass unsere Fall-Akte vor allem anhand unserer Scenarien beschrieben. Durchaus in andere Richtung geht nämlich keine patientenmoderierte Akte, sondern eine Fall-Akte, die vom Arzt moderiert ist. Bei Patientengruppen, die eben vielleicht auch gar nicht in der Lage sind, Elektronische Resultats-Akte auch selbst zu bedienen, selbst zu moderieren. Und das da wichtig ist, ist die erzlichen Beteiligten diese in Verantwortung danach übernehmen. Und wir merken, dass die erzlichen Beteiligten in den Modellregionen natürlich mitgenommen werden müssen, dass wir denen die Fall-Akte erklären müssen, dass wir sie vom Nutzen überzeugen müssen. Und zu guter Letzt der schnöde Mammon, die Finanzierung muss natürlich geregelt sein und da haben wir glaube ich das Problem, was viele Förderprojekte haben nämlich, dass die Finanzierung natürlich auch über das Projektende hinaus geregelt sein muss und geregelt werden muss. Da stecken wir gerade mitten in der Arbeit, das wir uns dazu Gedanken machen. Das wird unser Fall-Akten-Szenario dann auch nach Projektende weiter betreiben können. Kannst du was zum Zeitholz und sagen, bis wann soll da die Kommunikation über diese Fall-Akte stattfinden? Unser aktuelles Ziel ist, dass wir im Januar 2019 das Eva Pro-Weider-System laufen haben und die unterschiedlichen Teilnehmer-Systeme laufen haben, die da sind einmal eine Kiss-Schnittstelle mit direkte an die elektronische Fall-Akte. Einmal das Portal, das ich gerade schon angedeutet habe und dann eben diese Anwendungsdienste-Auskaffer-Connect, der sich über den Adapter an die Fall-Akte anbieten. Das Ganze sollen im Januar 2019 zur Verfügung stehen, bis das Ganze dann bei den erzlichen Beteiligten angekommen ist, ja, sie bei der Einführung dann auch begleitet haben, wird es im Mitte 20.10. Das heißt noch so ca. 25 bis 30 Podcast folgen, sind bis dahin zu überbrücken und dann können wir einen Follow-Up oder ein Update machen zum Thema Fall-Akte und uns mal anschauen, wie viel davon umgesetzt wurde und was bisher kommuniziert wurde. Ja, das klingt spannend. Das muss man dann im Podcast ja auch noch mal sagen dieses Wort. Auch wenn es am Ende etwas spät vielleicht noch kommt, wir haben was interessantes mitgenommen von dir, Jakob. Also vielen Dank. 

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  • Folge #44 – Zuweisermanagement

    In dieser Folge sprechen Bernhard und Gast Christian Gehne über das Thema Zuweisermanagement im Gesundheitswesen. Dabei erläutern die beiden, warum ein strukturiertes Zuweisermanagement für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen zunehmend an Bedeutung gewinnt und wie entsprechende Prozesse gestaltet werden können. Außerdem werden mögliche Erfolgsfaktoren sowie die Rolle unterstützender Softwarelösungen im Kontext von Kommunikation, Organisation und Patientensteuerung eingeordnet.

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    [Nach den] News kommen wir nun zum Thema des heutigen Podcasts, zum Zuweisermanagement. Da ich davon nicht so viel Ahnung habe, habe ich mir dazu einen Gast eingeladen, und zwar den Christian Gehne von der CompuGroup. Herzlich willkommen, Christian. Vielleicht stellst du dich mal selber kurz vor. — Ja, vielen Dank, Bernhard, schön, dass ich da sein kann. Ja, genau, mein Name ist Christian Gehne. Ich bin Projektleiter bei der CompuGroup und beschäftige mich dort seit diesem Jahr mit dem Thema der intersektoralen Vernetzung. Vorher war ich viele Jahre bei einem großen Krankenhausverbund in der schönen Stadt Essen und habe mich dort drei Jahre intensiv mit dem Thema Zuweisermanagement beschäftigt.

    Das klingt nach wunderbaren Voraussetzungen, also du scheinst unser Mann zu sein, und mit dem Namen Christian fällt es mir dann natürlich auch leicht, den Podcast im üblichen Stil abzuhalten. Und dann wollen wir auch wenig Zeit verlieren und direkt mit der ersten Frage mal starten: Was versteht man denn eigentlich unter Zuweisermanagement?

    Ja, der Begriff Zuweisermanagement ist ja zweigeteilt. Und Zuweiser meint wirklich in diesem Zusammenhang so den zu- oder auch einweisenden Haus- oder Facharzt eines Krankenhauses. Und das Zuweisermanagement besteht in diesem Fall aus der strategischen Komponente, das heißt die strategisch angelegte Kooperationsarbeit eben zwischen genau diesem Krankenhaus und dessen einweisenden Ärzten. Und im Kern geht es bei dieser Thematik um die systematische Steuerung eben dieser zentralen Stakeholder mit dem Ziel, Strukturen, Prozesse und auch Maßnahmen entsprechend zu etablieren, um die Zufriedenheit dieser Zuweiser zu erhöhen. Und da in vielen deutschen Krankenhäusern durchschnittlich heute auch so ca. die Hälfte der Patienten wirklich elektive Fälle sind und über den einweisenden Arzt kommen, sollen durch dieses gezielte Management entsprechend die Patientenströme in Richtung des eigenen Hauses gelenkt werden.

    Warum sollte man sich mit dem Thema Zuweisermanagement beschäftigen, oder wer sollte sich mit diesem Thema beschäftigen? — Ja, warum — da sprechen in meinen Augen wirklich mehrere Gründe für. Schaut man sich mal die Lage an, dann schätzen ja Experten, dass so bis zu 50 Prozent der deutschen Krankenhäuser rote Zahlen schreiben. Und betrachtet man bei alledem zusammen mal noch den milliardenschweren Investitionsstau, dann wird klar: Krankenhäuser brauchen heutzutage eine Lösung. Und im digitalen Zeitalter kann man da einfach nicht sagen ‚macht mehr Fälle‘, das wäre wirklich zu kurz gegriffen. Und vor dem Hintergrund, dass drei Viertel der deutschen Krankenhäuser wirklich kleine Häuser sind, so unter 400 Betten, und teilweise gar keine feste Spezialisierung haben, aber in Einzugsgebieten von wirklich großen Häusern mit mehr als 800 Betten und auch Universitätskliniken liegen, können gerade diese Häuser wirklich von einem Zuweisermanagement profitieren, indem sie sich von den Wettbewerbern in dieser Form differenzieren.

    Nun gibt es ja auch immer noch Einweisungen als Notfälle und Elektiv-Einweisungen — gibt es denn da irgendwie Zahlen? Also bei den Notfällen kann ich natürlich wenig machen, aber gibt es da Zahlen, um wie viel Prozent ich das Ganze steigern kann mit einem Zuweisermanagement? — Ja, die Zahlen gibt es in der Tat. In diesem Zusammenhang spielen natürlich verschiedene Faktoren eine große Rolle, das hängt so ein bisschen auch von der Lage des Hauses ab oder auch von der Größe. Aber im Mittel kann man sagen, dass so durchschnittlich 5 Prozent jährlicher Anstieg der Fallzahlen durch so ein systematisches Zuweisermanagement erreicht werden kann.

    Ich kenne aber auch Häuser, die in dem Zusammenhang ganz andere Ziele verfolgen, beispielsweise diese Beziehungen mit den niedergelassenen Ärzten einfach zu stabilisieren. Denn Krankenhäuser stehen ja heute auch unter anderem in Konkurrenz zu den einweisenden Ärzten durch die ambulant erbrachten Leistungen oder auch die eigenen MVZs. Und gerade vor diesem Hintergrund ist es dann auch für Häuser interessant zu sagen, wir möchten diese niedergelassenen Ärzte nicht verlieren. Und da kommt dann beispielsweise so eine Intensivierungsstrategie zum Tragen, die das wirklich dann in dieser Hinsicht so weit trägt, dass Häuser dann entsprechend ihr Profil schärfen, vielleicht auch als Experten für ein bestimmtes Krankheitsbild auftreten und dann entsprechend gar nicht die Fallzahlenerhöhung im Vordergrund haben, sondern wirklich den Ausbau bzw. die Intensivierung der Einweiserbeziehungen mit den bereits bestehenden niedergelassenen Ärzten.

    Jetzt hast du gesagt, das ist ein strategisches Planungsinstrument, das über einen längeren Prozess geht — kannst du diesen Prozess vielleicht mal beschreiben? — Ja, gerne. Wie auch bei so vielen Dingen gibt es in dem Fall nicht den einen Prozess. Aber in meiner Vergangenheit hat sich doch eine Vorgehensweise an der Stelle besonders etabliert. Also zuerst sollte man wirklich das umliegende Versorgungsgebiet analysieren. Sprich, es sollte wirklich geprüft werden, welche Situation herrscht aktuell am Markt vor und welche Bedarfe gibt es auch. Und quasi zeitgleich kann man dann auch mit der internen Analyse der eigenen Institution beginnen. Das heißt, man betrachtet in diesem Fall die Marktentwicklungen und korreliert diese Informationen dann mit den eigenen Unternehmensdaten.

    Als Beispiel kann dann eben an der Stelle herauskommen, dass man feststellt, sage ich mal, marktseitig ist ein Anstieg an beispielsweise geriatrischen Fällen mit Demenz zu verzeichnen. Und jetzt sollte natürlich die eigene Institution überprüft werden, und man kann sich in diesem Fall Fragen stellen wie beispielsweise: Haben wir eine entsprechende Expertise auf dem Gebiet? Haben wir räumliche Ressourcen, die genau diese Belange des Klientels widerspiegeln? Wissen unsere einweisenden Ärzte überhaupt, dass wir so ein Klientel behandeln können? Wer weist uns bereits ein, wer weist uns noch nicht ein? Und mindestens solche Fragen kann man sich in diesem Zusammenhang stellen.

    Wer stellt diese Fragen, wer triggert das an, also wer beschäftigt sich da in einem Krankenhaus dann mit diesen Fragen? — In der Regel ist es an dieser Stelle auch jemand aus dem Management, also in meinem Fall, in der jüngsten Vergangenheit, war es so, dass ich mich als Zuweiserbeauftragter eben dieses Krankenhauses mit diesen Fragen beschäftigt habe und entsprechend mich mit Chefärzten, der Geschäftsführung und auch vielleicht anderen partizipierenden Stellen an der Stelle zusammengesetzt habe.

    Okay, und dann haben wir diesen Prozess erarbeitet, es gibt entsprechende Korrelationen, Dinge, auf die ich irgendwie reagieren muss, wie ein Anstieg von Fällen. Wie geht es dann weiter im Prozess? — Ja, wenn man weiß, was der Markt möchte und wie wir entsprechend dazu aufgestellt sind, kann man natürlich anfangen, entsprechende Maßnahmen zu entwickeln und zu etablieren. Das heißt, an dieser Stelle wird überprüft: Was können wir tun, um entsprechend unser vorher definiertes Ziel zu erreichen? Und so ein Ziel kann man natürlich entsprechend, ich sag mal, definieren, indem man beispielsweise — bleiben wir vielleicht mal bei dem Fall der Demenzpatienten, die wir vielleicht generieren möchten —, dass man das klar aufschreibt und sagt: Mein Ziel [ist die] Erhöhung der Demenzpatienten unserer geriatrischen Einweiser um 5 % binnen sechs Monaten. Das ist ein Ziel, das ist greifbar, und das muss an der Stelle natürlich operationalisiert werden.

    Das heißt, wir können jetzt natürlich versuchen, Einweiser zu generieren und zu finden, die uns genau diese Fälle schicken wollen. Und was können wir tun? Beispielsweise eine Maßnahme, die wir umsetzen können, wäre, dass wir jetzt eine Informationsveranstaltung genau für diese einweisenden Ärzte durchführen, wo wir uns genau zu diesem Krankheitsbild positionieren und entsprechend darüber versuchen, die einweisenden Ärzte dazu zu bewegen, uns entsprechende Fälle zu senden, da sie sehen, dass wir einfach eine Experteninstitution für dieses Gebiet sind.

    Wo ist der Vorteil für diese einweisenden Ärzte, warum kommen die zu einer Informationsveranstaltung, warum entscheiden die sich im Anschluss, Patienten einzuweisen oder zu überweisen? — Ja, das ist so: Niedergelassene Ärzte können ja nur bis zu einem gewissen Grad die Patienten behandeln, und die müssen am Ende natürlich auch irgendwann sagen, ich übergebe meine Patienten jetzt vom ambulanten in den stationären Sektor. Und da ist es natürlich gut zu wissen — wenn ein niedergelassener Arzt seinen Patienten vielleicht 5, 10 oder 15 Jahre kennt —, dass er weiß, dass an einer anderen Stelle eine Institution diesen Patienten entgegennimmt, die wirklich Ahnung von der Thematik hat, die entsprechend aufgestellt ist. Und vielleicht sieht der Arzt durch diese Informationsveranstaltung, die sogar im eigenen Haus abgehalten wird, ja mal ganz andere Stellen, der sieht beispielsweise mal: oh, schöne Cafeteria, barrierefrei, netter Empfang, und kann sich natürlich da ein ganz anderes Bild vom Haus machen als über so subjektiv gefärbte Broschüren.

    Und kann man auch sagen, was Erfolgsfaktoren sind beim Zuweisermanagement? Also solche Dinge sind sicherlich schon mal ganz gute Einstiege, also Barrierefreiheit und irgendwie nette Cafeteria, aber gibt es irgendwie so Kriterien oder einen Kriterienkatalog, wo man sagt, das sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren, wenn man darauf schaut, dann kann Zuweisermanagement gut gelingen? — In meinen Augen gibt es die. Ich habe die seinerzeit mal geclustert und habe die im Endeffekt die KO-Kriterien des Zuweisermanagements genannt. Das habe ich allein aus der Namenskonvention abgeleitet, die fangen nämlich alle drei mit den Buchstaben K und O an. Und der erste Erfolgsfaktor in meinen Augen ist die Kompetenz.

    Das heißt, ein niedergelassener Arzt möchte nicht nur durch Broschüren und die Homepage von einer Leistung eines Krankenhauses überzeugt werden. Das heißt, er testet vielleicht wirklich die Einweisungen, indem er leichte oder mittelschwere Fälle mal an ein Krankenhaus, das er bislang nicht kennt, übersendet. Und dann wird der Patient im Nachgang auch wirklich befragt — das habe ich sehr oft festgestellt, dass der Patient gefragt wird, wie haben Sie diesen Aufenthalt empfunden? Das heißt, hier ist natürlich wichtig die medizinische Kompetenz, die pflegerische Kompetenz, aber auch gerade das, was der Patient am Ende beurteilen kann, das heißt so diese administrative Kompetenz, wie ich sie nenne: Hat das Essen geschmeckt, waren die Leute freundlich, gab’s Parkmöglichkeiten, wie lange hat er auf bestimmte Untersuchungen gewartet? Das sind Faktoren, die spielen so in diesen Bereich mit rein.

    Dann gibt es in meinen [Augen] auch noch einen zweiten wichtigen Aspekt, der auf gleicher Ebene rankiert, das ist der Aspekt der Kommunikation. Das heißt, hier möchte ein Arzt nicht nur in einem stark verspäteten Entlassungsbericht in irgendeiner Form über seinen Patienten informiert werden, keine Möglichkeit der Rücksprache haben und entsprechend nur etwas diktiert bekommen vom Krankenhaus, das er hinnehmen muss, sondern er möchte wirklich interaktiv in die Kommunikation. Er möchte frühzeitig informiert werden, er möchte entsprechend dort auch dann erfahren, dass sein Patient entsprechend gut behandelt wurde, und das, wie gesagt, zeitnah. Und sind diese beiden Punkte, die Kompetenz und Kommunikation, bei einem niedergelassenen Arzt zufriedenstellend bewertet worden, kann er dann auch in dem dritten Fall, beim Erfolgsfaktor Kooperation, langfristig ans Haus gebunden werden.

    Das klingt super: also Kompetenz, Kommunikation, Kooperation, drei KO-Kriterien beim Zuweisermanagement. Und jetzt sind wir ja hier auch im eHealth-Podcast — gibt es dann auch irgendwie IT-Systeme, mit denen man das Ganze irgendwie unterstützen kann? — Ja, die gibt es in der Tat. Auch in diesem Bereich gibt es eine Vielzahl an Software-Systemen, die Einsatz finden können. Ich würde an dieser Stelle gerne zwei so ein bisschen hervorheben wollen. Und zwar hatte ich ja gerade bei dem Prozess erzählt, dass man Marktanalysen oder auch Analysen in der eigenen Institution durchführen sollte. Und das kann man natürlich mit klassischen Managementwerkzeugen machen, wie beispielsweise SWOT-Analyse und Co. Aber es gibt Software-Produkte, die an dieser Stelle auf ganz anderen Ebenen unterstützen können, beispielsweise ein Geomarketing-Tool.

    Ein Geomarketing-Tool kann die eigenen Unternehmensdaten mit externen Daten koppeln und diese visualisieren. Das ist insofern spannend, als dass man teilweise mit reinen Kennzahlen gar nicht so viel Informationen bekommt, wie eigentlich nötig wären. Ich führe an dieser Stelle immer gerne das Beispiel auf, dass ein niedergelassener Arzt, der zwar im gleichen Postleitzahlengebiet wie unser Krankenhaus liegt, aber nichts einweist, vielleicht doch nicht so spannend ist wie vielleicht der weiter entfernte Einweiser, der allerdings einen besseren Zugang hat. Weil was zum Beispiel bei so einer Visualisierung über eine Geokarte rauskommt, ist, dass der nah an unserer Klinik liegende Arzt beispielsweise durch ein brückenloses Gewässer oder auch eine Autobahn ohne Auffahrt blockiert wird und deswegen vielleicht die Patienten zu einem Krankenhaus schickt, das, ich sag mal, auf seiner Seite des Flusses entsprechend liegt.

    Ja, das Geomarketing-Tool klingt spannend — um beim Wort des Podcasts auch nochmal zu bleiben, das du ja auch schon aufgegriffen hast. Gibt es weitere Tools? — Ja, in der Tat. Ein zweites, wichtiges und interessantes Tool ist eins, mit dem man wirklich diese eben besagte Kommunikation deutlich effizienter gestalten kann. In der Vergangenheit wurden diese Tools auch Zuweiserportal oder Ärzteportal bezeichnet, heute nennen wir diese Sachen oftmals Plattform, also Telematikplattform beispielsweise.

    Ein Arztbrief ist heutzutage noch in vielen Fällen die einzige Korrespondenz, die zwischen einem Krankenhaus und einem niedergelassenen Arzt ausgetauscht wird. Dazwischen erfolgt in vielen Fällen gar keine Form der Kommunikation. — Und wie funktioniert so eine Vermittlung von einem Arztbrief heute? — Ein Arztbrief wird entsprechend erstellt, ausgedruckt, eingetütet und versendet. Auf der anderen Seite geht eine Arzthelferin hin und packt diesen Brief wieder aus, scannt ihn entsprechend ein und legt ihn dem Arzt in einer pseudo-digitalisierten Version vor. Allein dieser Versandprozess dauert heute mehrere Tage, das sind viele Tage, in denen diese wertvollen Informationen nicht zur Verfügung stehen.

    Und durch den Einsatz von einer entsprechenden Plattform kann genau an dieser Stelle angesetzt werden. In einem Krankenhausinformationssystem wird das Dokument nach wie vor erstellt, aber jetzt nach der Freigabe direkt elektronisch übermittelt, das heißt beispielsweise als E-Arztbrief. Und an dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass dieses Dokument dann wie eine E-Mail direkt zur Verfügung steht. Das heißt, hier entfällt nicht nur der lange Transportweg, sondern auch in der Arztpraxis entsteht etwas Positives, denn das Auspacken des Briefes und das entsprechende Einscannen entfällt an dieser Stelle.

    Ja, das war es dann auch schon zum Thema Zuweisermanagement, also über die KO-Kriterien als Erfolgsfaktoren und die entsprechenden Tools, die zum Einsatz kommen. Ganz vielen lieben Dank, Christian, an dieser Stelle, dass du hier warst und uns da ein bisschen aufgeklärt hast zu diesem Thema. — Ja, vielen Dank, Bernhard, dass ich hier sein durfte, hat mir wirklich Spaß gemacht.

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  • Folge #43 – Kommunikationsserver

    In dieser Folge beschäftigen sich Renato und Christian mit Kommunikationsservern im Krankenhausumfeld. Ausgehend von Systemen wie KIS, RIS, PACS, DMS, PDMS und LIS erläutern die beiden die zentrale Rolle von Kommunikationsservern bei der Integration und dem Datenaustausch zwischen unterschiedlichen IT-Systemen. Darüber hinaus werden Funktionen, Vor- und Nachteile sowie typische Einsatzgebiete und Anbieter solcher Integrationslösungen im Gesundheitswesen eingeordnet.

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    Renato, ein Kommunikationsserver, was ist denn das? Da stellen wir uns jans dumm und überlegen uns erst mal, wie ist es dazu gekommen. Also die IT-Landschaft hat sich ja in den letzten Jahrzehnten so ein bisschen gewandelt im Krankenhaus früher, was durchaus üblich, dass es so monolitische Architekturen gab, ein Anbieter für das gesamte Krankenhaus. Heutzutage pricht das ein bisschen auf. Es gibt immer wieder diesen Best-of-Bread-Ansatz. Man holt sich das System, das einem bestimmten Wirkler am Besten unterstützt und das ist nicht immer das vom größten Anbieter oder nicht immer das von dem, was man die schon einmal haus hat. Und das erfordert dann letztendlich, dass diese verschiedenen Systeme miteinander kommunizieren. In Zukunft natürlich, dass die Digitalisierung Krankenhaus immer weiter voranschreitet und immer mehr Bereiche digitalisiert werden. Wenn früher zum Beispiel die Kurve noch auf Papier war, dann gibt es jetzt immer mehr Krankenhäuser, die das auch elektronisch umsetzen. Und dann nimmt man sich teilweise eben auch mal Fremdefirmen noch dazu und Haus und dadurch, wie gesagt, entstehen immer mehr Kommunikationspartner und wenn jetzt tatsächlich alle miteinander kommunizieren wollen, dann nimmt mit jedem Kommunikationspartner die Komplexität dieser Kommunikation immer mehr zu. Kann sich ja vorstellen, einer drei Kommunikationspartner alle reden miteinander, da gibt es drei Schnittstellen. Bei vier Kommunikationspartnern kommen jetzt drei Schnittstellen noch dazu, dann sind wir schon bei sechs und bei fünf Kommunikationspartnern kommen jetzt vier dazu, dann sind wir bei zehn. Also es nimmt Rapide zu und um diese komplexe Kommunikation zumindest etwas zu vereinfachen, bricht man es auf, dass jeder mit jedem kommunizieren muss, also dass diese Peer-to-Peer-Kommunikation stattfindet und man macht eine Sternförmenege Kommunikation. Das heißt, jede Kommunikation läuft über einen zentralen Punkt und selbst wenn ich jetzt direkt mit einem System kommunizieren will, geht das quasi einmal über Bande über einen zentralen Server. In dieser zentrale Server ist dann eben genau dieser Kommunikationsserver, weil er sich in die Kommunikation von diesen ganzen Systemen einschaltet. Die Vor-Nachteile, die werden wir gleich noch ein bisschen auseinander tröseln, das ist vielleicht erstmal so zur Architektur. Trösel, das ist eigentlich so ein Wort aus dem Saarland. Steht das im Duden? Nee, das ist ein Hochdeutsches Wort. 16 des Jahrhundert kommt von Drosophila. 

    Gut, dann drösel ich jetzt mal weiter und zwar was für Aufgaben, was für Funktionen kann, denn so normaler Kommunikationsserver. Mit das Wichtigste ist sicher, dass er übersetzt oder konvertiert. Und mit übersetzen oder konvertieren ist sowohl gemeint, dass von einem Kommunikationsstandard in einen anderen Kommunikationsstandard konvertiert werden kann, also HL7 nach DICOM oder umgekehrt, LDT, nach HL7 oder umgekehrt oder auch HL7 in proprietäre Schnittstellen, wie zum Beispiel BAPI von SAP. Es kann aber auch, und das kommt im Alltag dann wirklich häufig vor, dass Daten innerhalb eines Kommunikationsstandards angepasst werden. Also das, was ja gerade bei HL7 vor 2 häufig vorkommt, also dass eine Information von System A im 12. Feld erwartet wird von einem Segment und in einem anderen System von mir aus im 13. Feld und da kann Kommunikationsserver helfen, der weiß einfach, welches System an welcher Stelle die Information erwartet und schickt dann jedem System die Nachricht genau so, wie sie braucht und muss natürlich vor die Nachrichten entsprechend anpassen. Das ist das zweite und das dritte, was übersetzen oder konvertieren angeht, kann man auch da drunterfassen der Übertragungsweg. Also es kann sein, dass moderne Systeme heutzutage von mir aus über ein Web-Service angesprochen werden wollen, dass es Mittelalte-Systeme gibt, die vielleicht Dateien in einem Filesystem ablegen und dort der Kommunikationsserverregeln mäßig nachschaut. Oder es gibt auch Systeme, es gibt nichts, was es nicht gibt, hier auch schon von Systeme gehört, die neue Nachrichten über klassische e-Mail-Protokolle versenden wie SMTP und Pop 3. Du hast Klippeln. Klippeln, Klippeln 3. Nachdem nicht alle Systeme, alle Übertragungswege können, kann dort der Kommunikationsserver auch helfen. Also auf diesen drei Ebenen von einem Kommunikationsstandard zum anderen konvertieren. Eins, zwei, innerhalb eines Kommunikationsstandards innerhalb einer Nachricht, natürlich die Daten anpassen und das dritte den Übertragungsweg auch überbrücken. 

    Was macht zum Komsover noch? Der kann natürlich filtern. Also wenn eine Nachricht nicht an gewisse Systeme gehen soll, dann werden die einfach dort nicht weiter geleitet. Als ein Beispiel, das Riss muss erst dann von einem Patienten Bescheid wissen, wenn zu diesem Patienten radiologische Auftrag angelegt wird, vorher sollte der Kommunikationsserverlass entsprechend nicht durchlassen. Ein Essenssystem, natürlich, wenn das elektronisch von Statten geht und wenn das so eine entsprechende Schnittstelle hat, sollte direkt Bescheid wissen, wenn ein neuer Patient aufgenommen wurde. 

    Aufgabe 3, nach übersetzen, konvertieren und filtern, ist Monitoring. So ein Kommunikationsserver kann auch dafür eingesetzt werden, um zu gucken, ob die Systeme tatsächlich noch laufen, ob die noch leben. Klassischerweise, wenn eine Nachricht geschickt wird, gibt es auch zwei unterschiedliche Bestätigungsmeldungen, dass die Nachricht also angekommen ist, das sogenannte ACK, das kann man noch mal unterteilen in ein Transport ACK, ja, die Nachricht ist angekommen und ein, sagen wir mal, Anwendungsak, ja, die ist angekommen und ich habe es auch verstanden, das ist alles in Ordnung. So was kann so eine Kommunikationsserver auch mit Monitoring und wenn normalerweise üblich ist, dass vielleicht ein System A alle zwei Minuten der Nachricht schickt und dass jetzt mal eine halbe Stunde stillsteht, könnte so ein Kommunikationsserver auch das mitbekommen und könnte eine Warnung schicken an den Administrator etc. 

    Aufgabe 4, loggen, kann also mit protokuliert werden, welche Daten reingekommen sind, wie sie transformiert worden sind und wie sehr wieder rausgegangen sind. Für was ist das wichtig, wenn jetzt tatsächlich mal ein Fehler fall auftritt und im PDMS-System auf der Intensivstation zum Beispiel ein Patient nicht angekommen ist, also elektronisch nicht angekommen ist, nicht im System drin ist, dann kann man im Kommunikationsserver nachschauen und kann gucken, wo dran das denn jetzt liegt, ist die Nachricht vielleicht beim Patienten führenden System gar nicht ausgelöst worden, wo die gar nicht generiert, hängt es am Kommunikationsserver oder wurde eine richtige Nachricht rausgeschickt, anders PDMS und dort liegt dann irgendwo der Fehler, das heißt man kann es dort an einer zentralen Stelle relativ gut nachschauen und dann Fehlerursachen feststellen und als letztes puffern, speichern, klöpeln und archivieren, wenn also ein System vielleicht mal heruntergefahren werden muss, ja bleiben wir mal bei dem Essenssystem und ist ein Update bekommt und vielleicht deswegen zwei, drei Stunden nicht online ist, wäre es natürlich doof, wenn dann das System die ganzen Nachrichten nicht bekommt und somit die Patienten, die in dieser Zeit aufgenommen worden sind im Essenssystem gar nicht bekannt sind und da kann man den Kommunikationsserver sagen okay, wir haben jetzt ein Wartungsfenster von mir aus, das heißt du puffer jetzt mal alle Nachrichten, die an das Essenssystem gehen sollen, die schickst du nicht raus sondern die merkst du dir und wenn die es Wartungsfenster zu Ende ist, sagen wir jetzt schickt die Nachrichten wieder raus ans Essenssystem und zwar in der gleichen Folge, wie sie in echt Zeit rausgegangen werden, sodass dann nach einer gewissen Zeit auch dieses Essenssystem wieder auf dem aktuellen Stand ist. Wenn man Kommunikationsserver nicht hat, muss man das irgendwie anders machen, das puffern. 

    Also das waren so grob die Aufgaben, übersetzen, auf den unterschiedlichen Ebenen, filtern, monitorn, ob alles in Ordnung ist, ob eine Nachricht angekommen ist oder nicht, protokulieren, zu fehlersuche, puffern, speichern und so weiter. Also das kann man natürlich auch beliebig kombinieren, das sind so die Hauptaufgaben, die einen Kommunikationsserver hat. 

    Renato, ich habe die Agenda Form hier von daher weiß ich, dass du uns jetzt dringend etwas zu den Vor- und Nachteilen von Kommunikationsservern erzählen magst. 

    Das mag ich genau. Also ein großer Vorteil, der sich auch schon aus der Herleitungen ergibt, die ich vorhin gesagt habe, ist, dass die Komplexität herabgesetzt wird. Ja, wir haben nicht mehr eine Kommunikation zwischen jeden Teilnehmer, sondern wir haben eine größere Schnittstelle zwischen den Teilnehmern und dem jeweiligen Kommunikationsserverkommt, ein neuer Teilnehmer hinzu. Dann gibt es eine neue Schnittstelle mit dem Kommunikationsserver und der Kommunikationsserver verteilt dann alles. Das reduziert die Komplexität, macht es wesentlich leichter, wartbar, macht es wesentlich leichter, handelbar, insbesondere für die Administratoren, die sich im Krankenhaus befinden, die können da sich etwas besser und einfacher zurücklehnen. Die haben natürlich dann auch mehr Aufgaben, aber sie haben bessere Übersicht über das, was sie tun. Ob den Anbiet dann immer so ganz recht ist, wenn sie jetzt mit einem Kommunikationsserver zu tun haben, das mag vielleicht dahingestellt sein, das liegt unter anderem aber daran, dass man sich natürlich auch jeder einzelne Schnittstelle bezahlen lässt und da kerben wir auch schon zu einem weiteren Vorteil. Zumindest aus Sicht der Krankenhäuser. Ein Vorteil kann sein, dass man durch so einen Kommunikationsserver die Kosten senken kann. Ich sag bewusst kann, es hängt sehr davon ab, wie viel Schnittstelle man davor hat, wie viel Kommunikationspartner man hatte, also wie viel Schnittstellen man dadurch dann einspart. Es hängt auch natürlich davon ab, was für einen Kommunikationsserverber man wählt, denn auch hier können natürlich noch große Kosten anfallen und es hängt natürlich auch davon ab, wie stabil das Ganze läuft, wenn man sich jetzt einen Kommunikationsserver ins Haus holt, der dann mehr Problem macht, als dass er einem hilft, dann hätte man vielleicht besser mit den alten Schnittstellen gearbeitet. Also die Kosten können ein großer Faktor sein, wenn man aus zehn Schnittstellen auf einmal vier oder fünf macht, dann kann man dadurch schon einiges an Geld einsparen. Dann ist ja vorhin schon rausgekommen, das Loggen, das manipulieren können, das zeigt, dass wir eine größere Transparenz bei der Kommunikation haben. Wir haben also die Möglichkeit, hier in den Strom direkt einzukreifen, was vielleicht vorher nicht gut möglich war, wenn es zu einer Piotopia-Kommunikation bekommen ist. Als Krankenhaus möchte man vielleicht nicht jedes Mal jede kleine Änderung über den Hersteller laufen lassen, sondern vielleicht an kleineren Änderungen auch direkt arbeiten und da bietet der Kommunikationsserver die Möglichkeit dazu. Komponenten sind leichter austauschbar, wenn ich also eine Komponente austausche, dann muss ich nicht alle Schnittstellen austauschen, die es von den anderen Komponenten zu meiner neuen Komponente gibt, sondern die anderen Komponenten kommunizieren ganz normal weiterhin mit dem Komponikationsserver und bekommen gar nicht mit, dass auf der anderen Seite jetzt eine Komponente ausgetauscht wurde. Das waren jetzt alles Vorteile mit den Kosten, das war so ein halb halb, was aber auf jeden Fall ein Nachteil ist, ist, dass dieser Kommunikationsserver there in der Mitte natürlich eine unheimliche Verantwortung hat. Im Ein Single Point of Failure, wenn der kaputt geht, dann steht quasi das ganze Haus früher, wenn ein Azubi des Haus-Lamlegen wollte, dann musste er vielleicht an vier der fünf Systemen, musste er dran rumtreten und heutschaft, der es, wenn er ein System, ein zentrales System lahmlegt. Also kann ich mitnehmen, dass Kommunikationsserver sehr azubifreundlich sind. Ja, definitiv. Kommunikationsserver sollte man immer anwenden, wenn man nicht ganz so fege azubi ist hat. Also das auf jeden Fall einen kritischer Punkt, dieses zentrale Element, das kaputt gehen könnte in Anführungszeichen. Und natürlich haben Kommunikationsserverwendungen, wenn man sie richtig verwendet, auch eine gewisse Komplexität, in die man sich einarbeiten muss. Das muss einem bewusst sein, aber wenn man Technik-Affien ist, dann kann es durchaus sein, dass man sich da gerne einarbeitet und das gar nicht als Belastung sich. 

    Okay, jetzt zu unserem letzten Punkt schon Christian, was gibt es denn alles für Kommunikationsserverso auf dem Markt? 

    Danke für die Überleitung, Renato. Also es gibt ein paar größere, den Mirth Connect zum Beispiel, der ist sogar kostenlos verfügbar, den setzt sich auch selbst in einer meiner Übung ein. Wenn man sich gar nicht damit auskennt, kann ich das wirklich nur empfehlen, dass man sich den mal runterlädt, gibt eine nette Web-Oberfläche, gibt es schon relativ viele Kommunikationsstandard, die der direkt out of the box spricht. Was gibt es noch? Es gibt von CorePoint Health, die CorePoint Integration Engine, es gibt den klassischen Cloverleaf von Health-Com. Es gibt zwei, die ehrlich gesagt mir bisher noch nicht untergekommen sind, aber vielleicht sind sie doch groß, kann ich tatsächlich nicht sagen, den Dataf-Kommunikationsserver und ein GKV-Kommunikationsserver. Und von der Firma Extension aus Österreich gibt es Orkestra. Gerade schon gesagt, falls man sich mit dem Thema mal ein bisschen beschäftigen möchte, und da ist wirklich die Lernkurve sehr schnell und sehr hoch bei diesem kostenlosen Produkt von Mirth Connect, dem Mirth-Kommunikationsserver unter mirth.com/mirth.com/mirth, der unterstützt direkt out of the box. HL7-DICOM-XML-X12 kann HL7-2. X auch nach XML umwandeln, natürlich nicht in ein valides HL7-V3-Format. Dazu fehlen natürlich bei einer klassischen HL7-V2-Nachricht zu viele Informationen. Der hat auch viele Connectoren, heißt das hier, also diese Übertragungswege. Der kann MLLP, das ist sowas wie TCP für HL7, der kann HTTP, also Web Services, der kann E-Mail. Ich habe hier vorhin schon gesagt, dass es Leute gibt, diese was machen, der kann klassisches altes, normales TCP. Der kann FTP, also da teilen, ablegen, über das File Transfer Protocol, der kann Datenbankverbindung direkt machen und so weiter und so weiter. Also der kann sehr viel, relativ schön erklärt, und das sind quasi meine letzten Worte, falls man sich damit nicht auskennt. Oder falls die IT-Liter sind in einem kleinen Haus und haben Angst davor sich einen großen Kommunikations-Servantshaus zu holen, die jetzt aber Geschmack bekommen haben oder Interesse dran bekommen haben, dann installieren sie sich mal den Mirst und damit kann man alleine schon sehr, sehr viel machen. 

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  • Folge #42 – Zeitschriften in der Medizinischen Informatik

    In dieser Folge sprechen Christian und Bernhard über wissenschaftliches Publizieren in der Medizinischen Informatik. Dabei geben sie einen Überblick über wichtige Fachzeitschriften und erläutern, wie sich diese hinsichtlich Reichweite, Qualität und wissenschaftlicher Bedeutung unterscheiden. Außerdem werden Kennzahlen wie der Impact-Faktor und der Hirsch-Index vorgestellt und deren Rolle im wissenschaftlichen Umfeld eingeordnet.

    In dieser Episode des eHealth-Podcasts sprechen Christian und Bernhard über wissenschaftliches Publizieren in der Medizinischen Informatik. Dabei geben sie einen Überblick über wichtige Fachzeitschriften und erläutern, wie sich diese hinsichtlich Reichweite, Qualität und wissenschaftlicher Bedeutung unterscheiden. Außerdem werden Kennzahlen wie der Impact-Faktor und der Hirsch-Index vorgestellt und deren Rolle im wissenschaftlichen Umfeld eingeordnet.

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    Transkription

    Und nun wird man uns unserem eigentlichen Thema, also so ein bisschen die Frage, wo finde ich denn Ergebnisse, aktueller Forschung in der medizinischen Informatik, welche Zeitschriften sind da so relevant, das wollen wir so ein bisschen adressieren. 

    Dann leg los, welche Zeitschriften sind relevant, wo fängt man an? Also es gibt natürlich eine ganz große Anzahl von Zeitschriften, die in der medizinischen Informatik relevant sind. Vorgleich mit anderen Wissenschaften ist diese Zahl natürlich verschwinden gering, aber um da irgendein Reihenfolge mal reinzubringen, nachdem wir in der letzten vorletzten Podcast die GMDS-Jahres-Tagung hatten, starten wir mal mit den Publikationsorganen, die aus GMDS sicht interessant sind. Und da ist sicherlich als erstes die Methods of Information in Medicine zu nennen. Das ist das internationale Journal der GMDS und auch offizielles Journal von der IMIA und der EFMI. Für diejenigen, die sich jetzt fragen, das wirft in der da wieder für komische Abkürzung in den Raum. IMIA, das ist die International Medical Informatics Association, also der internationale weltweite, verband der Medizin Informatiker und die EFMI ist die European Federation of Medical Informatics, also das Pendant auf europäischer Ebene. Das sind also irgendwelche Zeitschriften von Organen aus unserer Branche. Was gibt es denn noch? Auch von der GMDS als Publikationsorgan empfohlen ist die Applied Clinical Informatics (ACI), die Applied Clinical Informatics. Da werden eher Anwendungsorientierte Praxisnahe Dinge publiziert. Dann gibt es die BMC Medical Informatics and Decision Making, die BMC Medical Informatics and Decision Making, aus der großen Biomed-Gruppe. Die JAMIA, also wenn die Europäer ein internationales Journal haben, dann wollen die Amerikaner natürlich auch so was. American Medical Informatics Association, die AMIA, hat eine Zeitschrifte, die JAMIA, Journal of American Medical Informatics Association. Darüber hinaus noch interessant, dass Journal of Medical Internet Research oder beispielsweise das International Journal of Medical Informatics. 

    Jetzt hast du ganz viele Namen gedroppt. Ich bin sicher, dass du auch viel Arbeit nachher machen wirst, die alle zu verlinken. Wie unterscheiden die sich denn? Da gibt es mehrere Kriterien, also zum einen natürlich von den Themen. Ich hatte gerade schon mal gesagt, die Applied Clinical Informatics, wie es im Namen schon drin steckt, hat eher Anwendungsorientierte Fälle, die da berichtet werden im International Journal of Medical Informatics, geht es viel um die Evaluation, Bewertung von entsprechenden Studien, von Forschungsergebnissen. Das ist sicherlich ein Kriterium. Dann gibt es das Kriterium, wer kann denn überhaupt diese Artikel einsehen? Also bei einigen Artikeln oder Zeitschriften gibt es Open Access, das bedeutet frei für jeden. Man kann diese ganzen Artikel alle komplett einsehen, herunterladen als PDF-Datei. 

    Was noch gibt es, was ich kenne es aus der Medizin des Impact Points. Also haben die Zeitschriften in Impact-Faktor und wenn ja, was ist das? Genau, das ist natürlich auch ein wesentliches Kriterium. Diese Zeitschriften unterscheiden sich natürlich auch im Impact-Faktor. Was ist ein Impact-Faktor? Ich glaube, der Begriff ist vielleicht schon mal einem ein oder anderen Podcast. Zumindest man reinein, der gebt es jahres Darum gefallen. Der Impact-Faktor ist ein Index, der sich berechnet aus der Anzahl der Zitate der vergangenen zwei Jahren, geteilt durch die Anzahl der Artikel der vergangenen zwei Jahre einer Zeitschrifte. Das heißt, wenn ich eine Zeitschrifte habe, mit 100 Artikeln und diese Artikel wurden in den letzten Jahren 200 Mal zitiert und hätte ich ein Impact-Faktor von 2. Jeder Artikel wurde im Durchschnitt zweimal zitiert, das wäre für die medizinische Informatik schon ganz ordentlich. Wir liegen meist beim Impact-Faktor zwischen 1 und 2. Die Message of Information hat beispielsweise ein Impact-Faktor von 1,7 im Jahr 2016. Das heißt, man kann sagen, je höher dieser Impact-Faktor ist, desto qualiter und der lässt vermuten, dass dann auch die veröffentlichen Artikel oder arbeiten dort höhere Qualität haben, weil die häufiger zitiert werden. Genau, das mit der Qualität ist natürlich eine entsprechende Vermutung, wie du schon sagst. Aber man kann auf jeden Fall sagen, ein hoher Impact-Faktor bedeutet. Artikel dieser Zeitschriften werden häufiger zitiert. In der medizinischen Informatik sind vor eher so zwischen 0,5 und 2 oder 2,5 unterwegs. Wenn man andere Zeitschriften wie die Nature vergleicht, da liegt der Impact-Faktor auch gerne mal bei 40 in den letzten Jahren. 

    Gibt es noch andere Kriterien, an der man erkennen kann, ob jetzt die Zeitschriften gut ist und ob ein Autor gut ist? Ja, beim Autor gibt es was vergleichbares, also bei dem Autor ist ja nicht der Impact-Faktor selber relevant, sondern da gibt es den Hirschindex. Hirschindex oder auch H-index. Das ist ein Kriterium, mit dem ich feststellen kann. Wie viel der Autorr an Publikationen oder Artikeln veröffentlicht hat, die schon häufiger zitiert wurden. Und der Hirschindex berechnet sich dadurch, dass ich X Publikationen habe, die mindestens X mal zitiert wurden. Auch das vielleicht an einem kurzen Beispiel. Ich habe 10 Artikel, von den 10 Artikeln, die ich selber auch insgesamt veröffentlicht habe, sind 4 Artikel auch schon mindestens 4 mal zitiert wurden, dann hätte ich einen Hirschindex oder einen Hirsch-Index von 4. Wenn ich jetzt noch einen weiteren Artikel habe, der vielleicht irgendwie 10 mal zitiert wird, dann hätte ich insgesamt 11 Artikel, selbst wenn einer davon 10 mal zitiert wird, dann käme ich also maximal auf einen Hirschindex von 5. Das heißt, es wird nach oben herschnell dünn. Es wird nach oben schnell dünn. Wie viel hast du denn, wie viele Hirscher hast du? Das müsste man mal nachgucken bei Scopus oder dem Web of Science, da kann man das entsprechend berechnen lassen. Das ist insofern ein bisschen schwieriger, dass man natürlich erst mal die richtigen Einstellungen finden muss, je nachdem, wie eindeutig, der eigene Name ist. Bei Namen, die mehrfach vergeben sind, dann muss man natürlich ein bisschen Arbeit reinstecken, erst mal nur die eigenen Artikel zuzuordnen. Und dann ist die Frage, was zählt einige Wissenschaftler sagen, also für so einen Hirschindex zählen eigentlich nur die Full Paper, also die auch wirklich bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift, bei einem der Organe, die ich gerade vorgestellt habe, eingereicht wurden, andere sagen, alles, was irgendwie veröffentlicht ist, im Web of Science und da würden teilweise eben auch die internationalen Konferenzbeiträge mit rein zählen. Was ist mit ein Reihenfolge, also das heißt nur die erste Erstautor oder der zweite dritte auch noch oder wenn man anstelle 19 kommt, wird es mir auch noch gewichtet oder ist das egal? Bei dem Hirschfaktor, wenn man den bei der Online-Berechnung bei Scopus macht, dann berücksichtigen die Reihenfolge nicht. Auch da gibt es einige, die sagen, also eigentlich zählen nur die erste Autorranschaften, andere neben die Geschichten, die bei der Habilitation häufig gelten, nämlich erst Autorranschaften und letzt Autorranschaft. First and senior authors, auch das ist eben nicht ganz klar und das ist vielleicht auch insgesamt so ein Kritikpunkt, der an diesem Hirschfaktor geäußert wird. Dass diese Zahl alleine natürlich irgendwo eine Idee ist, wie publikationsstark ist jemand, aber dass man natürlich nicht genau prüfen kann oder kaum jemand die Mühe macht, was da eigentlich hintersteckt. 

    Warum sollte man überhaupt seine Ergebnisse publizieren? Ja, wir haben wissenschaftlichen Fortschritt und den sollte man natürlich da sollte man natürlich andere dann teilhaben lassen, also wenn es irgendwelche spannenden Erkenntnisse gibt, müssen das fortjahnen noch mal droppen, haben wir diese Folge ja noch gar nicht. Und dann ist es spannend, ja genau. Deswegen, z. B. Gibt es sehr gute Beiträge, ich hab mir immer so ein paar Artikel angeschaut, da gibt es um Vorhersagen von Depressionen auf Basis-longitudinaler-Daten, also was kann ich denn mit Big Data machen? Kann ich da in dem Fall Depressionen vorhersagen von Personen, von Patienten. Und das sind natürlich neue Erkenntnisse, die für viele interessant sind und für viele relevant sind. Und da könnte ich mich also auf den aktuellen Stand zu bestimmten Themen bringen, wie Clinical Decision Support, was gibt es da Neues? Was gibt es dafür für Dinge, die ich vielleicht irgendwie in meinen nächsten Informationssystemen berücksichtigen sollte? 

    Das ist ja das Konsumieren von wissenschaftlichen Ergebnissen, aber was hat man denn als Autorr, wenn man seine Ergebnisse publiziert? Ja, Ruhm und Ehre, wie immer. Man publiziert das Ganze natürlich, um irgendwo auch in der Szene bekannt zu werden und die eigenen Forschung so ein bisschen nach außen zu tragen und zu sagen. Also wir produzieren hier nicht nur, wir sitzen hier nicht nur im Elfenbein-Turm und basteln irgendwelche ganz, ganz schön Sachen, sondern das hat auch irgendeine Relevanz für jemanden da draußen und derjenige draußen, der muss natürlich auch dann die Möglichkeit haben, das zu finden. Also veröffentlicht man die Sachen in der Hoffnung, dass man dann selber sehr häufig zitiert wird, dass darauf zurückgegriffen wird und man Ergebnisse dieser der eigenen Forschung in Folgeprojekten wiederfindet. 

    Und wie leucht es ab, wenn ich jetzt also Jungwissenschaftler wäre und publizieren möchte, wie mache ich das? Also meistens bin ich ja in irgendeinem Forschungsprojekt aktiv und wenn ich dann irgendwie nach X Monaten oder Jahren auf dem Standpunkt stehe, das ist ja jetzt habe ich auch wirklich was rausgefunden, was neu ist, dann würde ich diese Ergebnisse meiner Forschung aufschreiben und würde mir als erstes mal ein passendes Journal aussuchen. Also würde gucken, passt das vielleicht thematisch eher in die Applied Clinical Informatics oder ist das eher was für die Methods? Also erst mal inhaltlich schauen, in welcher Zeitschrift wäre es am besten untergebracht, dann würde ich das dort einreichen, muss mir die entsprechenden Formatierungskriterien runterladen, wie ist die Struktur bei dieser Zeitschrift, was für Formatangaben fordern die und dann reiche ich eben diesen Artikel bei einer Zeitschrift ein. Dort gibt es dann den Editor der Zeitschrift, der guckt sich erstmal an, ob das überhaupt thematisch passt. Also ist das ein Artikel, der thematisch und auch sprachlich überhaupt auf einem Niveau ist, dass man das irgendwo veröffentlichen könnte und überlegt dann, wenn diese beiden Entscheidungen zutreffen, wer könnte denn die Qualität dieses Artikels beurteilen und weist diesem Artikel verschiedene Reviewer zu? Genau, andere Wissenschaftler der Community bekommen dann meinen Artikel und müssen entscheiden, dass es gut, dass es schlecht oder bestimmte Punkte sind gut, bestimmte Punkte sind schlecht, ist das logisch aufgebaut, wurde korrekt zitiert, publiziert er jemand was, was schon lange bekannt ist oder dass das wirklich neuland was da betreten wird. Und anhand dieser Kriterien entscheidet der Editor dann, ob es eine Veröffentlichung gibt oder ob es was in einem meisten Fällen sehr wahrscheinlich ist, eine Überarbeitung durch den Autorrnotwendig ist, das ist die Reviewer sagen. Also da gibt es schon gut potential, aber folgende Dinge müssen nochmal klarer zusammengefasst werden und so weiter, denn überarbeitet man einen Artikel und reicht ihn wieder ein. Es kann natürlich auch dazu kommen, dass es ganz abgelehnt wird, dass die Gutachter sagen, also hier sind zu viele gravierende Fehler gemacht worden, dass man sagt, also so ein Artikel den kann man in dieser Form bei unserer Zeitschrift nicht annehmen. 

    Jetzt gibt es ja bei klinischen Studien, Qualität sichende Maßnahmen, so was wie blind, doppelblind und noch dreifach blind, gibt es so was hier auch, also sollte ein peer-review normalerweise doppelblind stattfinden, also dass die Leute, die prüfen nicht wissen von wem der Artikel ist und auch derjenige, der geprüft wird, wird nicht weiß, wer die prüfer sind. Das wird in unterschiedlichen Zeitschriften, unterschiedlich gehandhabt, da sind einigen Zeitschriften, ist es so, dass die Reviewer durchaus sichtbar sind, also dass ich weiß, wer meinen Artikel reviewed und auch die Kommentare der Reviewer anschließend öffentlich sichtbar sind. BMC Medical Informatics and Decision Making macht das beispielsweise so, dann kann ich also wirklich transparent nachlesen, was haben denn die Reviewer an meinem Artikel auszusetzen und wer sind diese Reviewer auch? In den meisten Fällen ist es eher doppelblind, dass ich als Autorr nicht bekannt bin, dass diese Sachen rausgenommen werden, das ist auch dann bei der Einreichung so, dann bekommt man den Hinweis, bitte eine Version einreichen, in der eben kein Rückschluss auf die Institution möglich ist, alle Namen weg in der Version und alle Institutionen weg und auch die Reviewer in so einem Fall dann nicht bekannt sind. 

    Ja, dann sind wir glaube ich durch, oder? 

    Links zu den vorgestellten Zeitschriften: