Folge #155 – Digitalstrategie für die Pflege

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Beschreibung

In dieser Folge geht es die Digitalstrategie für die Pflege. Im März 2023 wurde vom BMG die „Digitalisierungstrategie für Gesundheitswesen und Pflege“ herausgebeben, die sich in Teilen in den aktuellen Referentenentwürfen (siehe Folge #153) widerspiegelt.

Aber warum heißt es im BMG-Papier „Digitalisierungstrategie für Gesundheitswesen und Pflege“? Gehört die Pflege nicht zum Gesundheitswesen? Und haben wir überhaupt eine Digitalstrategie für die Pflege?

Diese und viele weitere Fragen diskutiert Bernhard in der aktuellen Folge mit Christine Vogler, der Präsidentin des deutschen Pflegerats.

Zunächst geht es um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation, aus der dann mögliche Lösungsvorschläge entwickelt werden sollen. Digitalisierungstrategie diesmal aus anderer Perspektive. Viel Spaß.

Podcast: Play in new window

Transkription

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des eHealth-Podcasts. Wir sind wieder für euch da und sprechen mal wieder zum Thema Digitalstrategie. Das Thema haben wir schon mal, ist auch aktuell durch die Gesetzesentwürfe vom BMG, die gerade umhergehen, zumindest die Referentenentwürfe davon, wieder sehr aktuell. Wir wollen in der heutigen Folge aber mit der Digitalstrategie speziell auf ein besonderes Thema eingehende mich uns die Digitalstrategie für die Pflege abschauen. Das machen wir wieder nicht alleine, sondern wir haben dazu einen Gast eingeladen und der Gast ist diesmal Christine Vogler. Morgen, Frau Vogler, darf ich Sie bitten, sich einmal vielleicht selber ganz kurz und unseren Hörern vorzustellen. Ja, das mache ich doch sehr gerne, lieber Herr Breil. Ja, ich danke erstmal für die Einladung und freue mich über dieses wunderbare Thema zu sprechen. Sie haben es triggert mich sofort an, die Digitalstrategie in der Pflege, wo ich sofort spontan ansonsten haben, haben wir überhaupt eine Digitalstrategie für die Pflege. Aber vielleicht erstmal zu meiner Person, Christina Vogler, ich habe vor vielen Jahren 1989 Krankenpflege gelernt, bin also Krankenschwester und bin seit dieser Zeit auch im Gesundheitswesen tätig. Über die Krankenpflege bin ich vor allem in den Ausbildungsbereich gegangen, habe dort dann auch die Studium der Pflegepädagogik gemacht, das habe ich alles im Berlin getan und habe dann über verschiedene Stationen, bin ich bei der Wannseeschule gelandet, habe dort verantwortlich die Pflegeschulen geleitet und war von Anfang an auch daran interessiert, dass sich auch die Berufe weiterentwickeln. Wir haben hier der Ausbildungsgängegefahren zum Thema generalistische Unterausbildung und parallel dazu, weil ich die Gesundheitsberufe in Deutschland zumindest die Pflege und Gesundheitsfachberufe immer als Randgruppe wahrnehmen musste, mich sehr berufspolitisch engagiert und bin seitdem auch in verschiedenen Berufsverbänden aktiv und bin seit zwei Jahren im deutschen Pflegerat Präsidentin, bin also in dem Verbändeverband der Pflegeverbände, die sozusagen darf ich für die Verbände sprechen, das mache ich auch und man jetziger momentan, wo ich arbeite, das ist ein Ehrenamt, das ist präsidialamt und ich bin jetzt Geschäftsführern des Berliner Bildungskampus für Gesundheitsberufe, das ist die gemeinsame Ausbildungstätte der Charité und wie Wandes. Hier in Berlin, das ist auch ein tolles Projekt mit jetzt momentan 2600 auszubinden in sehr vielen Gesundheitsfachberufen und bin leidenschaftlich im Gesundheitswesen unterwegs und ringelidenschaftlich um die Anerkennung der Pflegeberufe auch in Zeit. Genau, wir hatten kurz Kontakt im Rahmen der DMA, wir haben für unsere Session zum Thema Digital Strategie nach Referenten und Referenten gesucht und für die DMA waren wir etwas zu kurzfristig unterwegs, da passt es leider nicht und dann haben wir gesagt aber das Thema ist bleibt spannend und das wollen wir gerne mal aufgreifen und wie praktisch das wir dann einen eigenen Podcast haben, in den wir eigene Themen setzen können und das machen wir heute, wir wollen also rechnen über das Thema Digitalisierungsstrategie in Gesundheitswesen und Pflege. Vielleicht vor weckt die spannende Frage, warum uns Pflege gehört die Pflege nicht zum Gesundheitswesen dazu? Ja, das ist eine interessante Frage, weil es geht, wir haben mal ja auch keine Digitalisierungsstrategie für die Ärzte oder für die Physiotherapeuten oder für die Psychotherapeuten, wie auch immer, es muss eine Gesamtdigitalisierungsstrategie geben für alle und es bedeutet natürlich auch, dass man schauen muss, wie sind die Gesundheitsfachberufe im Feld in der Arbeit im System vor Ort? Und wir sind hier da verordnet, wo stehen wir da in Deutschland? Gibt es schon sowas wie eine Strategie oder wird die durch das Papier vom BMG, das dann im April herausgekommen ist, wird die deutlich? 

Na ja klar, das BMG hat natürlich die Sorge, wir müssen die Gebiete vernetzen, wir müssen die Digitalisierung voran treiben, in Form von technischer Ausstattung, wir müssen dafür sorgen, wie wir mit den Datenschutzbestimmungen umgehen, wie wir überhaupt Daten verarbeiten, wie wir Daten weitergeben, wie wir im Gesundheitswesen Daten verarbeiten und nutzen können, von allen Seiten aus, aus der Perspektive der Patientinnen und Patienten, der Pflegebedürftigen, der Betroffenen, aber natürlich auch von der Seite derjenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten und da wird es tatsächlich spannend, gleich mal ein Beispiel zu nennen, weil die Gesundheitsfachberufe und auch die Pflegeberufe momentan noch gar nicht angedacht sind, umfänglich auf zum Beispiel die elektronische Patientenakte zugreifen zu dürfen. So, dann wird es natürlich interessant, wenn wir sagen, okay, wir haben eine zentrale Akte, in der Gesundheitsdaten abgelegt werden, sich darüber zu unterhalten, wer darf mit diesen elektronischen Daten tatsächlich arbeiten und dann sind wir bei einem ganz anderen Thema. In Deutschland, nämlich wer darf Therapie und Entscheidungen und Gesundheitsentscheidungen für Menschen treffen und da haben wir in Deutschland nur den ärztlichen Beruf statt. Das heißt, die ärztliche Dominanz bedeutet hier in der Strategie auch entscheidende Einflüsse, dass bestimmte Prozesse, die sie vielleicht aktuell auf der Papierform so gelebt sind, gar nicht eins zu eins, in der Digitalisierung oder digitalen Transformation umsetzbar sind, weil Pflegekräfte und andere Gesundheitsfachberufe in dieser Form gar nicht zugesof auf wichtige Komponenten, wie die elektronische Patientenakte haben oder eben nicht adäquat an die TI angebunden sind. 

Genauso ist es, die Beschreibnis gerade, wir haben ja gerade im elektronischen Gesundheitsberuferegister sollen ja die Pflegen erfasst werden. Das sollte eigentlich zum Ende des Jahres abgeschlossen werden, das wird jetzt schon einfach schwierig. Das ist ja eine Stelle in Münster, die die Kollegen aufnehmen muss, damit wir überhaupt tatsächlich arbeiten können, aber nicht arbeiten, nicht inhaltlich arbeiten können, sondern nur aus abrechnungstechnischen Gründen abarbeiten können, aber wir können keine Gesundheitsdaten verarbeiten als Pflegende. Was heißt es für mich, wenn ich zum Beispiel nach ambulanten Versorgung bin? Ideal wäre das Bild, es gibt eine elektronische Patientenakte, auf die hat der Hausarzt, Zugriff, auf die Patientenakte, hat die Pflegefachperson, Zugriff, die in der ambulanten Versorgung ist, vielleicht auch die Ergotherapeuten, die da unterwegs ist, und wir können alle in diese Akte hineinschauen. Vielleicht auch der Patient, selber. 

Vor allem, ja, also den denke ich immer, als erstes Mitte haben Sie recht vielen, vielen Dank, natürlich, der überhaupt, der sozusagen auch der Meister der Daten ist an der Stelle. Also, das ist die Akte gehört dem Patienten so. Und wenn überhaupt jemand entscheidend eigentlich dürfte oder jemanden rausspannen kann, dann muss es auch aus meiner Sicht immer der Patient oder die Patientin sein. Und im Grunde, müssen auf diese Akte alle zugreifen können, um sich ein unfassendes Bild machen zu können. Das ist momentan, glaube ich, weder technisch möglich und angedacht, das auch so umzusetzen. Noch ist es von der momentanen Verteilung der Verantwortung im Gesundheitswesen möglich. Und deswegen brauche es neben der Diskussion um die Digitalisierung und was wir überhaupt digitalisieren und wie wir es überhaupt digitalisieren, parallel dazu die Diskussion, wer hat welche Wirkung und welche Handlungskompetenzen tatsächlich auch in der Gesundheitsversorgung an den Patientinnen und Patienten. 

Da wird sich, meinesachen, sondern nächsten Jahren auch einiges ändern. Durch so globale Trends, wir haben mehrfach immer dieses Aspekt des demografischen Wandels, ja, jede Bachelorarbeit oder Masterarbeit, die ich bei unserer Hochschulese bedient eigentlich so in Zeiten des demografischen Wandels und so weiter. Wir haben eine zunehmende Ambulantisierung. Wir haben eine zunehmende Spezialisierung in einigen Bereichen, auch jetzt im Rahmen einer langen Strukturreform. Und das wird sich zwanzläufig auch auf die Berufsgruppen auswirken und wird sicherlich da auch nochmal Verantwortung und Tätigkeitsbereiche verschieben. Und das natürlich die Frage läuft, dass parallel muss das erst erfolgen, bevor ich den nächsten Schritt der Digitalisierung angehen kann. Oder, wie sehen Sie das? Also, sind das zwei separate Stränge, die nebeneinander, miteinander oder nacheinander laufen sollten? 

Ich glaube tatsächlich, wenn wir, das ist alles parallel laufen muss, das klingt natürlich ein bisschen grussten Wahnsinn, ich muss mal was sagen, aber wenn wir Dinge identifizieren, die etwas verhindern, also wir fehlten eine Handlungskompetenz, damit ich sinnvolle Patientenakte führen kann, da muss ich mich um die Handlungskompetenz kümmern. Wenn ich merke, es gibt keine Schaltstellen zwischen Facharzt und oder Hausarzt und der ambulanten Pflegeeinrichtung, dann muss ich da quasi eine technische Lösung finden. Und das auch immer wieder auch zusammenbringen und auch überlegen, wie kriegen wir das geregelt. Und ich glaube, da ist es wichtig, dass wir gesetze schaffen, die den groben Rahmenregeln, die Sicherungenregeln, aber dass wir, und dass wir natürlich auch eine Einheitlichkeit schaffen. Ich glaube, das ist auch ein riesig Problem, dahin zu gucken und nicht in jedem Bundesland, in jeder Region und jedem Anbieter zu überlassen, wie man schnittstellen oder auch andere Dinge macht, sondern wirklich alles parallel zu verschalten und zu überlegen, wenn wir da ein Problem haben, dann lösen wir das, um den nächsten Schritt angehen zu können. Getrennt kann man die Dinge nicht mehr bewältigen und auch nicht in die Aufsetzen. Das wird nicht funktionieren. 

Wenn man jetzt in diese Digitalstrategie, wenn man nochmal das Papier neben, was eben im April vom BMG veröffentlicht worden ist, dann steht da ja auch ganz häufig drin Entlastung der Pflegekräfte. Da geht es ja nicht nur um die Daten, natürlich ist es eine Digitalstrategie, um Digitalisierung, aber immer mit dem Ziel Entlastung der Fläge kräftet und das wird ja nicht durch einen einfachen Zugang oder zusätzlich ermöglicht werden oder nur durch einen entsprechenden Patientenaktor, sondern wir müssen sicherlich auch den einen oder anderen Prozess verändern. Wie sehen Sie das? Also Entlastung, wo sehen Sie das größte Entlastungspotenzial in einer Digitalstrategie? 

Also da will ich jetzt gar nicht so viel rumklagen. Tatsächlich müssen wir ein bisschen aufpassen, glaube ich, dass wir mit diesen vor uns hergetragenen Satz Digitalisierung erleichtert uns das Leben nicht die falschen Erwartung an die Digitalisierung stellen. Digitalisierung bringt und eine andere Form der Gesundheitsversorgung, die es natürlich erleichtert, bestimmte Wege zu verkürzen, Dokumentation zu verkürzen, aber auch hier gilt dann natürlich, dass diese Programme, die Software, die entwickelt wird, die Netzwerke, die entwickelt werden, gut miteinander arbeiten können, dass wir nicht hergebracht das Analog in das Digital, das haben auch schon aus genug gesagt, überzuhören, dass man über Sprachsteuerungen Dinge gut machen kann und diese Sachen müssen sehr gut funktionieren. Was wir momentan erleben in der pflegerischen Arbeitswelt ist wirklich durch die Bankweg. Doppelte Buchführung, so wurde die Analoger als auch die Digitalisierung und wir stoßen immer wieder an Grenzen. So haben wir fast in keiner Klinik in Deutschland eine Überführung der Daten von den Intensivstationen zum Beispiel auf die Peripheriestation, so dass wir wieder mit Ausdrucken und wieder mit Papierbergenarbeit und Digitalisierung wird Pflege, die direkte Arbeit am Menschen, die Versorgung, das da reichen von Nahrung, die Inkontinenzversorgung, die Aufklärungsarbeit, diese Arbeit kann und soll gar nicht erleichtert werden, das ist hier die Arbeit, die wir tun. Es geht letztendlich darum, die Prozesse leichter zu machen. 

Kommt das für Sie in dem Digitalisierungspapier so raus oder ist das, wo Sie sind das Dinge, wo Sie sagen, das passt eigentlich noch nicht, da wird zu viel versprochen oder noch nicht weit genug gegangen. Also diese Doppeldokumentation vermeiden, das ist ja auch ein Teilaspekt, den diesem Strategie-Papier mehr oder weniger drin steht. Das, was Sie gerade beschrieben haben, Fokus auf die ureigenden Pflegerischen Tätigkeiten, steht natürlich in einem Digitalisierungspapier so in der Form nicht drin. Aber ist das von der Idee her? Geht es in die richtige Richtung oder denken Sie da, ist irgendwie was verpasst worden, hätte man die Digitalisierungstrategie noch anders formulieren müssen? Da geht es ja vielleicht gar nicht so um die Digitalisierung, was verstehen wir auch darunter. 

Ich glaube wirklich so, diese intelligente Pflegebetten, intelligente Pflegerische Versorgung wug, da im Rahmen von Robotik, von Technik weiter geleitet werden, verarbeitet werden, die dann auf bestimmte Rückschlüsse biebeweglich ist ein Mensch oder ist jemand gestürzt oder braucht jemand Unterstützung und bestimmten Dingen, wie funktioniert es? Mit bestimmten Bewegungsmustern, all das sind natürlich Therapie und Pflegeunterstützende Hilfsmittel, die entstehen werden. Ich glaube, da werden wir auch noch viel entwickeln in den nächsten Jahren. Und natürlich wird das die Pflegerische Arbeit auch erleichtern und unterstützen. Aber die Arbeit wird nicht weniger werden. Sie wird sich einfach verändern und die Gefahr einfach in diesen Digitalisierung, in dieser Digitalisierungsdebatte erleben wir immer, dass es so meint, dass es die Arbeit leichter oder weniger machen würde. Das wird nicht der Fall sein. Sie wird sich stark verändern und dann sind wir bei dem Punkt, wie sieht die Strategie aus, wenn wir über die Digitalisierung reden, diese die Berufsgruppen in der Gesundheitswirtschaft tatsächlich auch alle wirklich mitzunehmen? 

Das wäre Ihr Vorschlag. Also zu dem Bereich gibt es einem Strategiepapier kaum Informationen, ist das etwas, was nach und nach in die verschiedenen Ausbildungsinhalte oder Schulen und Hochschulen übertragen werden muss. Das ist aber dann eher ein Mittel bis langfristiges Element oder ist das was, was über andere Komponenten auch jetzt schon in die Breite bestreut werden kann. Beispielsweise über Verbände, über Fortbildung in solchen Verbänden. Wie kann man so was vermittel, dass man da eben auch keine falschen Erwartungen schürt, sondern Personen wirklich mitnimmt, auf dem Weg in die Digitalisierung unterstützen, eben keine falsche Versprechung machen? 

Man verdient ja irgendwie damit nichts, die Leute zu informieren und mitzunehmen. 

Wieso glauben wir eigentlich, dass die Berufet die jeden Tag, die Arbeit machen, für die wir eigentlich sozusagen zuarbeiten müssen, dass die das alles erfassen können? Das können die gar nicht erfassen und wir müssen überlegen, wenn wir zum Beispiel elektronische Dokumentationssysteme einführen. Wir wissen ganz genau, wie viele Widerstände das erzeugt, wie viele auch interessiert es gibt, aber wie viele Hürden wir überwinden müssen, bis es funktioniert, weil wir wissen, funktioniert auch eben, muss auch digitales lernen und muss man sich einbringen. Wir müssen auch lernen, dass sich digitale Welten nur verändern können, wenn wir uns konstruktiv auch aufstellen und auch Kritik an der richtigen Stelle bei unseren Softwareentwicklern äußern, damit sich die Sachen tatsächlich auch gut verändern, dass man ja ganz anders damit umgehen muss. Ich glaube, das vergessen wir in der Diskussion darum, wirklich viele Kollegen sehen, dass nicht, als ihre elementare Aufgabe sich darum zu kümmern, wie digitalisierung funktionieren kann. Und da liegt der riesen Geschehr drin, weil wir die Berufsgruppen und das ist ja nicht nur die pflegenden, sicherlich mit 1,4 Millionen sind, was viele, wenn man uns nicht mitnimmt, wenn man die Berufsgruppe nicht gut aufklärt, über alle möglichen Kanäle oder da muss man gut überlegen, wie er macht das und wer finanziert das auch. Denn wenn viele Dinge erst mal scheitern. 

Das ist ja glaube ich ähnlich wie bei den Ärzten, auch da gibt es ja aus Befürworter, der Digitalisierung, Vorreiter, Digital natives, teilweise, die jetzt damit aufgewachsen sind, die das total befürworten, aber auch starke Gegner, die vehement, die Telematikinfrastruktur ablehnen, elektronische Patientenakte in der Hautregion ablehnen. Ah, ich glaube es geht gar nicht um Gegner. 

Ich glaube wirklich bei den pflegenden, sicherlich wird es auch Gegnerin geben, aber es geht darum, dass diese Ideen der Digitalisierung gar nicht greifen können, weil die gar nicht abgenommen werden können. 

Hätten Sie den Vorschlag, wie das gelingen könnte, also, wie man die Pflegekräfte besser auf diesen Weg mitnimmt und ja aufzeigen kann, dass es durchaus Vorteile gibt oder dass es auch irgendwie bestimmte Dinge, dass da doch unveränderbar sind, also dass man wahrscheinlich nicht ewig eine digitale Version verhindern kann. 

Also eins der Schlüssel ist wirklich die Entwicklung so zu steuern, dass das, was man einführt, nicht sozusagen bei der Einführung abführt durch Pflegefachperson, sondern dass das wirklich schon gut ausgereifte Produkte sind, die sofort eine Wirkung entfallt, die tatsächlich die Arbeit erleichtert. Also eine bessere Dokumentation von mir, so eine Sprachdokumentation, wo man das nur reinsprechen muss und wo sich das automatisch quasi überträgt in der Gesamtablage, in der Cloud oder was auch immer. Also ich glaube, das ist eine ganz wichtige Situation und dann dass die Digitalisierung genau wie Fortbildung, also in der Sache, sofort umgesetzt werden auf allen Ebenen. Das ist quasi auch ausgelubt und finanziert wird von Trägern, von Fortbildungsanbietern zu sagen, wir schulen ab sofort und fangen an über die Begriffe zu reden, was heißt DiGA und DiPA überhaupt, weil es hier Bedeutung hat, dass man überhaupt erst mal so eine Angebote macht, sich dazu informieren. Und natürlich muss es in die Ausbildung einwandern, das ist auch ohne Frage und ich meine ich bin an einem großen Bildungskampus und habe hier ungefähr 180 Lehrende, die hier tätig sind und wissen sie, die Lehrenden müssen ja auch abgeholt werden. Da merke ich das ja unmittelbar, wie wir die Menschen vorbereiten können, auch diese sogenannte neue digitale Welt und das ist gar nicht so einfach, Menschen zu finden, die anderen das erklären. Also wir reden entweder sind ganz aktive, die hier die Gesetze schreiben oder die Dinge entwickeln, aber die Brücke zu den Menschen, die es Lehrenden und anwenden sollen, die müssen wir noch gemeinsam alle miteinander überlegen, wie wir das hinkriegen. 

Vielleicht eben durch Kontakt auf irgendwie größeren Messen, wie sowas wieder dem Meer oder umgekehrt, dass die Informatik aus Softwarehersteller auch dann die entsprechenden Veranstaltung der Pflege besuchen, um da, wie für ihre Themen zu werben oder auch ein Verständnis zu wecken oder eben besondere Anforderungen aus diesem Umfeld eben mitzunehmen. Das ist ja auch ein wichtiger Punkt, den wir in der Hochschule natürlich in der Softwareentwicklung immer wieder lehren und sagen, also wichtig ist es zu verstehen, dass der Anwender die Anwender werden möchte und dann das ist den zu bauen, nicht in eine Lösung zu bauen und die dann jeden wird zu stört und so lange anzupassen, dass alle eineermaßen zufrieden sind. Ich glaube, da steckt noch ein gewisses Potenzial dahinter. Ja, das ist sehr freundlich ausgedrückt, da steckt noch Potenzial dahinter. Also, reizartigen Gedanken fetzen wir jetzt gerade in dem Flug. Komm, bestimmt gleich wieder, vielleicht können wir mal die Nachbarländer schauen, gibt es denn Beispiele von Ländern, die das schon besser machen oder irgendwie kleinere Kreise oder Landkreise oder Bundesländer innerhalb von Deutschland, wo sie sagen, da gibt es schon Ansätze, die zeigen, das geht in die richtige Richtung, das funktioniert oder in unserem Europäischen Umfeld oder sind wir da eher diejenigen, auf die man schaut und den des Vorreiterrolle angedichtet. Also, innerhalb Deutschland gibt es ja doch einiges an modellhaften Charakter, wir sind ja ein Land der Modelle, das machen wir mit der Digitalisierung gesundheitswesen auch so. Die Problematik ist, dass viele Dinge ausprobiert werden, auch befürwortet werden und auch gut laufen, aber die Umsetzung in die Fläche. Das ist ja dann das Problem, irgendjemand muss dann und das ist dann eine politische Entscheidung aus unserer Sicht, dann entscheiden die Dinge in die Fläche zu bringen. Das machen wir noch nicht, also die Erkenntnisse, die wir haben und da gibt es ja auch schon einige zum Thema Digitalisierung, welche Möglichkeiten wir da haben, scheitern nicht nur am Datenschutz oder an dem Umgang damit, sondern eben auch an den Ländergrenzen, auch das wissen wir und dass es aus dem Modellhaften nicht herauskommt. Wir haben im Gesundheitssystem eine Struktur über den GBA, der eben auch aus vieles als Richtlinie niederlegt, damit es überhaupt angewandt werden kann. Wir haben die Kassen, die es finanzieren müssen, die natürlich auch noch mit sprechen wollen und wir haben dann die Berufsgruppen, die es benutzen müssen und das funktionieren muss. Also im Ausland selbst, wie wenn ja klar Israel wird immer hervorgezogen, dann die nordeuropäischen Länder Schweden, Finland, zählt als Beispiel zum Teil jetzt auch Österreich, das ist natürlich spannend, was wir manchmal ein bisschen vergessen ist. Das sind alles sehr viel klein, also zumindest von der Population ja sehr viel kleinere Länder. Da haben wir zwischen 8 und 10 Millionen Menschen, 12 Millionen Menschen, das macht schon einen Unterschied, ob ich 84 Millionen Menschen bewegen muss in förderalistischen Land. Was die Organisation geht, oder in quasi Ländern, die eher zentralistisch demokratisch regiert werden. Und da hat Deutschland wirklich tatsächlich ein bisschen eine eigene Problematik, was das angeht. Aber natürlich sind andere Länder sehr viel weiter. 

Wenn wir aufholen, das ist das mit den aktuellen Gesetzesvorhaben möglich, also kann ich durch eine zentrale Gesetzgebung durch das BMG, wie Sie ja gerade in Vorbereitung ist, durch diese Referentenventwürfe, kann ich da was steuern, kann ich das in die richtige Richtung lenken oder wird das immer noch durch andere Player Selbstverwaltung und Verbände, Interessenverbände, Berufsverbände, noch mal so dermaßen erschwert, dass das auch auf absehbarer Zeit eher schwierig ist. 

Ich habe mir die Situation, dass Gesundheit eben einen konkurrierenen Gewetzgebungsverfahren angelegt ist. Wir haben auf der Bundesebene die Gesetze, wir haben aber auch der Länder eben die Gesetze. Vom deutschen Pflegerat geht es uns an vielen Stellen so, nicht nur zum Thema Digitalisierung, auch im Bereich Pflegebildung oder auch in anderen Bereichen, dass wir uns öfter eine stärkere zentrale Steuerung des Systems wünschen würden. Wir haben in der Verfassung, die Heilkunde ist etwas, was so wichtig ist, dass sie eben auch über den Bund geregelt werden muss. Ich glaube an der Stelle würden wir uns manchmal sehr wünschen und dann eben auch im Bereich der Digitalisierung, wenn der Bund klare Vorgaben vorgibt und die Länder zur Einheitlichkeit verpflichtet werden. Aber wie wird das durchgesetzt kriegen, das war sehr unnicht. Das heißt, die glauben, die aktuellen Referentenentwürfe sind dann noch nicht ausreichend oder werden an der Umsetzung eher scheitern. Naja, wenn in den Ländern die Daten der Patienten gesammelt werden in den E-Pass und wir Gesamtdeutsche Daten verknüpfen wollen, dann muss man natürlich gucken, wie geht das überhaupt. Also da sind wir wieder bei der Datenschutzproblematik. Wir haben in den Bundesländern die Datenschutzbeauftragten, wir haben auf der Bundesebene diejenigen und an der Stelle steht uns das oft im Weg. Das heißt ja nicht, dass wir die Daten frei geben wollen oder müssen, aber ich glaube zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten auch zur Sicherung der Gesundheitsversorgung. In sich meine, warum machen wir das denn alles? Gebrauchen, wenn wir die Statistiken angucken, die demografische Entwicklung, dann brauchen wir diese Daten, die wir überall haben, aber eben nicht zusammenführen oder nicht mal überall haben, wenn wir sie überall hätten. Aber und dann zusammenführen, dass wir daraus Strategien für die Gesundheitsversorgung entwickeln. Das steht ja auch quasi hier im Hintergrund und das ist aus unserer Sicht momentan nicht möglich. 

Jetzt sind wir natürlich als deutscher Pflegerat an der Stelle, bin ich jetzt nicht die Expert, wie kann man das im Detail alles welche Lösungen haben wir oder was können wir da vorschlagen? Wir können nur aus der Fachpraxis berichten, was uns begegnet, was uns fehlen, was anders haben wir an der Stelle nicht. Natürlich an vielen Stellen sagen wir auch was wir uns, was wir brauchen, was wir uns wünschen würden. Aber wir können tatsächlich nur dazu beitragen mit unserer Perspektive der Pflege denn und der Menschen, die eben Pfleger ausüben, diese Dinge, die wir vermissen zu äußern. Und da haben wir das nächste Problem, dass wir in keiner Stelle eben in dieser Digitalisierung, Strategie, Strukturiert eingebunden sind. Also es gibt keine Ressourcen im Rahmen der Gesamtpflegeschaft in Deutschland, die quasi ganz gezielt nach Bedarf in der Pflegerischen Versorgung fragt. 

Woran liegt das ja in meinem Nacht, ist das ein Lobby-Thema? Ja, es ist ein Lobby-Thema, wir sind in der Pflege nicht organisiert und wir haben nicht wie die Erze oder die anderen Fachberufe. Wir haben keine Kammer, von daher, die Verbände, das sind Ehren am Verbände, das darf man ja auch nicht vergessen. Wir sind ja nicht so eine Verbände, die mit viel Geld um sich werden, sondern wir leben von den geringen Beiträgen, die unsere Pflegefachpersonen verdienen. Das ist nicht viel, also wir schaffen gerade mal die Strukturen der Verbände auf, richtig zu erhalten. Und das ist jetzt wirklich die Situation, wo wir sagen können, wir haben keine Ressourcen, das einzustellen, wir bräuchten Ressourcen. Das können wir nur machen, wenn wir zum Beispiel eine Selbstverwaltung selbst werden, indem wir eine Kammergründen oder ein anderes Konstrukt einer Selbstverwaltung für die Pflege in den Ländern und auf der Bundesebene, dann könnten wir diese Kompetenzen einsteuern. So können wir nur punktuell über die Verbände, so wie ich jetzt mit Ihnen spreche und vielleicht hört jemand an irgendeiner Stelle und denkt, auch, ja, da können wir nochmal machen. Nur so entfaltet das Momentanwirkung, wenn überhaupt. Und das wird, glaube ich, in der Digitalisierungstrategie auch ein richtiges Problem, wenn man die Kompetenz der Pflegenen hier nicht abruft und auch nicht versucht abzubauen. 

Jetzt sitzt da schon eine gute halbe Stunde im Gespräch. Ich versuche mal, so ein paar Punkte noch mal zusammenzufassen, sie fallen mir ins Wort oder wieder sprechen, wenn ich das irgendwie falsch wiedergebe. Das heißt, wir haben, wir können erst mal festhalten, diese Digitalisierungstrategie, die muss eigentlich nach allgemeinen Versorgungsstrategie folgen. Das heißt, erst mal klar sein, wo ich mit meiner Versorgung hinwill. Und dafür muss ich aber auch das Berufsbild, Pflege und die Tätigkeiten zu verstehen, muss also mehr Einbindung ermöglichen. Kann man das so als einen Statement schon mal so stehen lassen oder? Ja, nicht nur verstehen, sondern auch tatsächlich politisch und dass die Länder in der Verantwortung dafür sorgen, dass Pflegende die Ressourcen bekommt, diese Strukturen in die digitalen Diskussionen einschlägen zu können. 

Und um das zu tun, müssen wir aber auch sozusagen die Pflegekräfte, den vielen anderen auch enabeln, also die Lage versetzen, das zu tun. Das heißt, wir müssen diese Themen digitalisierung viel stärker in die Kongresse, in die Ausbildung, in die Schulen und Hochschulen bringen. Ja, also mit den Kongressen aber gucken Sie mal bei der Demeer. Da würde mich zum Beispiel mal interessieren, wie viele Pflegefachpersonen waren, haben diesen Kongressbesuch. Den haben die als Ansprechparte. Ich glaube, die Demeer hat schon das Ziel, die Pflegekräfte anzusprechen und die Frage ist natürlich, womit kann man das am besten machen, die gelingt das am besten mit welchen Themen oder es ist eher dann das anfassen ausprobieren. Wir betrachten von funktionierenden Lösungen, in dem Messe teil oder es ist eher ein Fachvortrag in dem Kongress teil, der dann RZ. Da gibt es das Thema Pflege seit Jahren immer ein Thema. Aber vielleicht ist das irgendwie nicht ausreichend genug oder in der Gesamtpersonenbetrachtung geht es dann vielleicht doch unter. Was wäre hier Wunsch? Also wenn Sie jetzt sozusagen zum Abschluss der Folge, schreibt einen Wunsch an die Politik und einen Wunsch auch an die Entscheidung der Demeer und anderen Organisationen richten könnten. Wie könnte es besser gelingen, Pflegekräfte mit einzubinden in diese wichtigen Digitalisierungsthemen? 

Also tatsächlich würde ich das erweitern tatsächlich auch meine Wünsche in Richtung Pflege-Profession aus selbst. Also je lehme ja nicht abgekapselt in einer anderen Welt, wo Digitalisierung noch keine Rollat. Also mein erster Wunsch an die plegenden in Deutschland ist wirklich auch zu begreiten, dass diese Digitalisierung auf uns zukommt, der DPR steht für die Digitalisierung und dass wir nicht nur alles gebracht bekommen können, sondern dass man sich auch aktiv darum kümmern muss. In die Ethik und die Verständnis aus unserer Sicht des Berufsstandes, dass man sich eben auch um Innovationen kümmern muss. Und dass das auch gelebt werden muss durch Leitungskräfte in der Pflege, durch die Profession selbst, durch Multiplikaturen, auch durch meine Person, durch Verbände. Ich glaube, das muss auch klar sein, dass wir das transportieren müssen und dass wir da kritisch konstruktiv die Diskussion begleiten. Also wir können das nicht immer alles von uns schieben. Also das ist mein Wunsch in der Berufsgruppe, das auch zu diskutieren und auch zu machen. Wenn ich auf die Kongresse gehe, ist es so, dass es aber jetzt vielleicht auch eher ein Gefühl, dass die Pflege eben einen Platz bekommen muss. Weil die gehört ja da irgendwie mit rein getrigert. Ist das natürlich aber eher durch die, die damit auch Geld verdienen. Ist das nicht vergessen, also die digitale Welt ist auch eine Wirtschaftswelt. Und da sind die Pflegenden zwar die Nutzer, aber da sind nicht die Entscheider und da sind auch nicht die Verantwortung an der Stelle. Und braucht es tatsächlich, da geht mein Wunsch in Richtung Politik, die Pflege in diese Rolle zu bringen. Das geht nur über Selbstverwaltung, Strukturen für die Pflege in den Ländern und dem Bund. Das ist immer wieder die selbe Forderung von uns. Es ist wirklich inzwischen elementar und an so ein Kongresse. Kongresse. Ja, ich weiß gar nicht, ob das vermessen ist, aber wirklich die Pflegenden auch in die Pflicht zu nehmen. Natürlich auch in der Taschung. Es passiert ja auch Dinge zu zeigen, dass man das erlebbar macht. Aber man wirklich auch richtige Workshops und Furen macht dazu. Und vielleicht auch mal versucht, Pflegende aktiv abzuhören und zu sagen, was auch wir machen hier bei der Messe. Jetzt hier mal einen Tag Workshops, ihr müsst keinen Eintritt bezahlen, ihr kommt einfach auf die Messe. Und wir besragen euch mal aus der Perspektive der Entwickler, was es braucht. Also, dass, ja, so wirklich der Eindruck entsteht, die Menschen, die entwickeln und die finanzieren. Dass hier auch wirklich für die Sache stehen und die Leute abholen und das könnte man zum Beispiel bei solchen Kongressen vielleicht als neue Idee tatsächlich auch machen, um neue es mitzunehmen. 

Das klingt ja auch nach einem schönen Schlusswort. Vermessen finde ich es nicht, weil sie auch im ersten Punkt hier auch direkt die Pflege selber mit in die Pflicht genommen haben. Sie haben jetzt nicht irgendwie nur die Forderung an die Politik gestellt, sondern sagen in aller Richtung auch in den eigenen Rhein. Und von daher finde ich das auch nachvollziehbar und vielleicht hört es der ein oder andere oder die ein oder andere draußen. Ja, und wir können mit dieser kleinen Podcastfolge zu ein wenig Verbesserungen beitragen. Ich sage auf jeden Fall ganz vielen, die den Dank für das Gespräch. Sehr gerne. 

Sownotes