In dieser Folge geht es um das eRezept. Die erst zum 01,09. gestartete Roll-Out-Phase zum eRezept ist vorerst pausiert. Ein guter Zeitpunkt, um auf diese Testphase zurückzublicken und Prozesse sowie Einlösungswege in den Blick zu nehmen.
Wie viele (Zahn-)arztpraxen sind bereits dabei? Wie viele eRezepte wurden eingelöst? Was sind die wesentlichen Vorteile für Ärztinnen und Ärzte? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert diesmal Sebastian Zilch, Unterabteilungsleiter für gematik, Telematikinfrastruktur und eHealth im BMG.
Im Gespräch mit Bernhard nennt Sebastian aktuelle Herausforderungen und versucht zu skizzieren, wie trotz Startschwierigkeiten aus dem eRezept eine Erfolgsgeschichte werden kann.
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Transkription
Jeder zuckt erstmal, wenn man sagt, also das hier ist jetzt ein elektronisches Rezept Ausdruck. Die da für euch da und die heutige Podcastfolge beschäftigt sich mit dem Thema E-Rezept. Das ist gerade in aller Munde schon seit, ja, stimmt vier Wochen, vielleicht zur Transparenz. Wir zeichnen gerade auf am 11.11.2022, werden das Thema Karneval aber ansonsten komplett meiden und sprechen zum Thema E-Rezept und dazu habe ich mir wieder einen kompetenten Gast eingeladen. Das ist heute der Sebastian Zilch vom BMG. Hallo Sebastian. Moin Bernhard.
Vielleicht für die wenigen, die dich noch nicht kennen, sagst du vielleicht nur ein paar Worte zu dir. Wer bist du? Was machst du? Jetzt auch in neuer Position im BMG und warum bist du unser Experte zum Thema E-Rezept? Ja, klar. Also ich bin seit Juni als Unterabteilungsleiter für alle Themen im BMG zuständig, die die gematik, die Telematikinfrastruktur und eHealth-Grundsatzfragen betreffen. Das heißt, bei mir im Team arbeiten die Kolleginnen und Kollegen einmal, aktuell die E-Helf Strategie aus. Wir beschäftigen uns aber auch eben mit allen Anwendungen der Telematikinfrastruktur, also natürlich das E-Rezept darüber sprechen, weil ja heute aber eben auch elektronische Patientenakte E-A-U und so weiter und darüber hinaus alle Fragen rund um die gematik und auch das nationale Gesundheitsportal liegen in meinem Themenbereich. Davor warst du lange Geschäftsführer der gematik und in der Zeit haben wir es irgendwie nie hingekriegt, mal gemeinsam ein Podcast aufzuzeichen und umso mehr da euch mich das was jetzt hin bekommen. Genau, wir wollen sprechen über das E-Rezept, da gab es ja gerade in letzter Zeit sehr viel Wirbel ein Rollout, der gestartet wurde zum ersten neuten, auch vor allem hier in der KVWL-Modellregion und dann jetzt doch wieder gestockt wurde, dann gab es zwischendurch noch so ein bisschen Aufregung über die Konnektoren, Zertifikatsverlängerung versus Konnektor tauscht und ja, wo stehen wir gerade, wo steht ihr gerade, was wie ist der aktuelle Stand, am 11.11. Am 11.11. Da muss man jetzt aufpassen, dass das keine Karnevalsreden werden.
Also vielleicht einmal mit dem Thema, mit dem wir heute nicht vertiefter uns beschäftigen werden. Das Thema des Konnektortauschs, das hat viel Unruhe in diesem Themenbereich gegeben, da sind auch viele Informationen ausgetauscht worden, die nicht ganz kongruent sind zueinander und die Aufklärungsarbeit, was die technischen Details angeht, hat sich als sehr herausfordernd herausgestellt. Es zeigt, dass dieses Themenfeld einfach sehr komplex ist, aber es letzten Endes, die Lebensrealität vieler betrifft. Wir haben im Moment eine Diskussion über steigende Kosten, eben auch Kosten, Senkungsmaßnahmen in der Krankenversicherung und in einem solchen Umfeld ist natürlich die Aussage, dass hier viel Geld in die Hand genommen werden soll, um Technik zu tauschen, was angeblich gar nicht sein muss, schon relativ schwierig. Aber wie du schon angedeutet hast, ist das ja eigentlich ein Thema, was mit dem E-Rezept nur bedingt zu tun, weil dieser Stop, der ist Rollouts, hat damit ganz konkret das mal nichts zu tun. Genau, das hat damit überhaupt nichts zu tun, also der Konnektortausch und die Entwicklung rund um das E-Rezept sind unabhängig voneinander, nur der Vollständigkeit halber noch gesagt. Wir haben auch das Thema jetzt gerade noch mal neu aufgegleich, da wird gerade ein Gesetzgebungs- oder da findet gerade ein Gesetzgebungsverfahren statt, was die Finanzierung nochmal umstellen wird und dann eben auch dazu führen wird, dass sicherlich ein Großteil der Konnektoren nicht getauscht werden muss, sondern eben alternative Instrumente explizit die Verlängerungen der Zertifikate oder die Migration auf einen Highspeed-Konnektor, Rechenzentrumskonnektor geschehen kann. So, das war der Ex-Course, jetzt zum E-Rezept. Beim Thema E-Rezept kann ich auf jeden Fall schon mal vorweg auch sagen, vielen Dank da auch an die Gute zusammenarbeit mit der KVWL, die sich hier bei dem Rollout wirklich ins Zeug gelegt hat und sich engagiert hat. Wir haben in dem Kontext festgestellt, dass die Ärzteschaft eine neue Anforderung aufgestellt hat, nämlich zu sagen, wenn wir keinen digitalen Prozess haben, das heißt, wir eben nicht ein E-Rezept ausdrucken, dann wird das E-Rezept so nicht erfolgreich werden. Da reden wir über die eGK-Stecklösung, da werden wir sicher später auch nochmal ein bisschen mehr zu sagen und die konnte eben jetzt nicht mehr rechtzeitig in diesem Jahr eingeführt werden und das bedeutet, dass die KVWL erst mal die Pause-Taste gedrückt hat. So, ich finde das schon mal gut, dass es die Pause-Taste ist und eben nicht sagt, wir stehen nicht hinter dem E-Rezept, weil das ist auch einer Erkenntnis, die wir gewonnen haben, dass E-Rezept schafft mehr Werte und es gibt sehr viele, die ziemlich begeistert sind von der E-Rezept-Nutzung und das ist eine Tatsache, die wir auch anerkennen müssen und die wir auch für die nächsten Schritte berücksichtigen.
Jetzt hast du schon so ein paar Dinge angesprochen, glaube ich, einfach weil ich es vergessen habe, eine Agenda zu erwähnen, zu Beginn der Folge, wir werden sprechen genau über den Prozess und über die verschiedenen Einlösungswege des E-Rezeptes, da gibt es ja durchaus unterschiedliche Möglichkeiten und einer davon ist eben die Stecklösung, aber es gibt eben auch noch weitere und vielleicht versuchen wir da mal geordnet, den Überblick zu schaffen. Zuerst mal sagen, wie ist der aktuelle Prozess mit dem E-Rezept, wie läuft das bislang und wie soll das jetzt zukünftig laufen und welche der Lösungen hat jetzt zukunft und bei welcher gab’s zu zeigen den größten Gegenwind, vielleicht starten wir mit dem Prozess. Genau, beginnen wir mal mit dem Prozess, also es gibt im Moment, also aktuell sind zwei wege verfügbar, wie man ein E-Rezept einlösen bzw. Ausstellen kann. Der erste Weg ist, dass ich einen Stylesheet ausdrücke und mit diesem Ausdruck eben traditionell tatsächlich vorher das rote Rezept habe ich jetzt eben den Stylesheet, der hat keine Farbe und geht damit in die Apotheke und bekomme meinen Medikament ausgehändigt. Ich kann auch basierend auf diesen Papier-Austruck, also den entsprechenden QR-Code, den kann ich auch abfotografieren, da gibt es ein paar Apps für beispielsweise Versand Apotheken, sind da sehr engagiert, aber auch vor Ort Apotheken, die eigene Apps anbieten, so dass man eben dann am Ende doch den Einlöseweg digitaler beschreiten kann, so das ist erstmal der erste Weg. Der zweite Weg ist der mittels, der App der gematik, das heißt ein typischer Ablauf könnte sein, die Ärztin für Ort mit einem Medikament informiert darüber die Patientin, die geht aus der Praxis raus, sie hat nix als physisches Begleitmittel dabei, also sie hat jetzt keinen Papier-Austruck oder irgendwas der gleichen, aber sie hat die App der gematik und über diese App hat sie Zugriff auf den Erezept fachdienst und kann dann dort ihre Rezepte sehen und kann diese Apotheken zuweisen oder auch schlicht und einfach auf einer Hauseweg bei einer Apotheke vorbeigehen und dann eben den durch die App abrufbaren Token vorzeigen und bekommt so auch das Medikament eingelöst. Das heißt, wir haben zwei Varianten, eine Erezept mit Papier, Barcode und eine Erezept mit App, wobei App dann eben von durchaus unterschiedlichen Herstellern implementiert werden kann. Na ja, also der primäre App-Wig ist tatsächlich der mit der App abruppe, wo man sich auch einen Konto anlegen kann, auch damit pinn und eGK, die Gesellschaft da haben jetzt gerade der Anfang dieser Woche beschlossen, dass auch ohne pin das Rezept damit eingegenutzt werden kann, also auch abfotografiert werden kann wie die Wettbewerberapps und das ist die zentrale App die so auch im Gesetz vorgesehen ist.
Und gegen die Papierlösung regt sich jetzt widerstand oder das ist jetzt ein nicht reindigitaler Prozess und der ist schwer vermittelbar oder wie habe ich deinen Intro verstanden? Na ja, also ich glaube es ist schon erst mal schwierig oder jeder zuckt erst mal, wenn man sagt, also das hier ist jetzt ein elektronisches Rezept ausdruck, das klingt, also das klingt erst mal so ein Holz-Eisenbahn, genau so, das ist erst mal nicht so einfach nachvollziehbar, aber erstens der Weg funktioniert und zweitens, wenn wir uns anschauen, welche Erfahrungen wir ja auch in anderen Bereichen gemacht haben mit digitalen Überführungen. Ich sag jetzt mal die Bahn-Tickets, früher hat sich doch jeder noch die Bahn-Tickets trotzdem ausgedruckt, wenn man sie per E-Mail bekommt, wenn man irgendwie Sorge hatte, ob das da überhaupt alles so richtig funktioniert. Ob der Akku vom Smartphone hält oder? Richtig, so heute glaube ich ist das nicht mehr die Regel, sondern man nutzt eben die Bahn-App und darin ist der QR-Code und wir haben gelernt, damit solide umzugehen und was wir natürlich auch haben bei dem Papier-Austruck ist, dass wir den Patient und Patienten ein Stück weit dabei helfen, den Prozess zu verändern. Also ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Menschen, die seit Jahren vom Arzt rausgehen und irgendwas in der Hand haben, auf einmal irritiert sind, wenn sie einfach rausgehen und da ist nichts mehr. Und deswegen ist glaube ich der Papier-Austruck durchaus ein valider Weg, wie man das eher Rezept nutzen kann und natürlich da gibt es im Moment von der Ärzteschaft gewisse Widerstände, die sagen, warum soll ich denn jetzt in einen digitalen Prozess investieren oder mich auch darauf einstellen, dass sich Dinge verändern, wenn auf einmal eigentlich nur ein anderes Format ausgedruckt wird. Jetzt kann man sagen, ja kann ich nachvollziehen, ich kann aber eben auch sagen, na ja, nach vielen Jahren wo irgendwie nichts passiert ist, man hat immer gesagt, ich will das alles gar nicht, jetzt gibt es das und jetzt sind die Aussagen geiles, muss aber jetzt 100% digital sein, das hat auch schon den Eindruck einer anderen überrascht. Aber ja, der Papier-Austruck ist sicherlich einer, der in der Kritik steht, darüber hinaus, es muss man auch sagen, es gibt auch kritische Stimmen zur App, die eben sagen, na ja, das ist doch aber kompliziert, da muss man sich erst noch mal was runterladen und das setzt der voraus, dass sich das die Nutzerinnen und Nutzer sich überhaupt erst mal mit dieser App beschäftigen und dann brauchen sie auch noch einen Pin und ihre eGK, das ist doch alles so kompliziert und wir haben ja gar nicht hinreichend Pins überhaupt in der Welt, also diese diskussionsstrang gibt es ja auch und was lernen wir daraus oder was haben wir daraus für Maßnahmen auch ergriffen, wir sind gerade dabei wirklich niedrigschwellige Wege zu etablieren und die ganzen Hürden, die wir ja sehen, dies gibt, also ja es gibt Voraussetzungen, die man im Sinne einer sicheren Nutzung auch nehmen muss, dass wir die weiter abbauen und ein dritter Weg und das ist ja der, den wir eben auch schon mal angedeutet haben, der hier zumindest vielversprechend ist, ist eben die Einlösung durch die eGK und da sehe der Prozess so aus, dass man beim Arzt war, Arzt für Orten und Medikament weiß darauf hin, sie können jetzt mit ihrer eGK dazu in die Apotheke gehen und können das dort einlösen, dann geht man raus, man hat keinen Papierostruck mit dabei und man entscheidet sich dafür für eine Apotheke, geht in diese Apotheke, sagt hier ist meine eGK, bitte greifen sie auf meine Rezepte zu und die möchte ich gerne hier bei ihnen einlösen, so das ist so ein Stück weit, ich sag mal auch nicht der voll digitale Weg, weil man ja immer noch den alten Weg gehen muss, also du musst in die Apotheke gehen und ich kann aber auch, also selbst wenn der eGK Weg implementiert ist natürlich trotzdem noch sagen auf dem Weg zur Apotheke während ich im Bus sitze oder so, na ja, dann nutze ich dann doch jetzt mal die App und weise die irgendwo und weise meine Verordnung einer Apotheke zu, dann sind die Sachen vielleicht sogar schon vorbereitet bis sich da ankommt. Also drei verschiedene Wege insgesamt und generell die Schwierigkeit, ja, sind wir sämtliche gematikprojekte, aber auch einig sämtliche IT-Projekte im Gesundheitswesen generell begleitet auf der einen Seite Sicherheit und Schutz herzustellen, das nicht zu beliebig zu machen, auf der anderen Seite das Ganze mit einem hohen Nutzerkomfort einhergehen zu lassen, das ist auch wirklich von den Anwänderen und Anwändern in der Praxis genutzt werden kann. Also wir müssen ja irgendwie eine Möglichkeit haben, mir wie du schon sagtest niedrigschwellige Angebote, wenn der gesamte Prozess so komplex ist, dass ich da irgendwie drei Pins für brauchen, eine ganz spezielle App, die vielleicht irgendwie nicht gerade toll bedienbar ist und dann noch eine Karte, die ich irgendwie vor konfiguriert, nicht jede Karte passt und so weiter, dann habe ich zu viele Variablen drin, die verhindern, dass es in der Fläche gut ankommt auf der anderen Seite, wenn ich’s zu einfach mache, dann rein zur recht datenschützer und sage ich hab dann die Lösung geschaffen, mit der jeder ein Rezept rufen kann, das wollen wir natürlich auch. Und ich glaube schon, dass es über diesen Weg natürlich funktionieren kann, wir haben auch den Medikationsplan, der ist ja auch als Ausdruck als reiner Papier-Ausdruck gekommen, wurde ja auch belächelt und zwischen hat da sich auch in irgendeiner Art und Weise etabliert, auch in den System, bei der Bahn, was es angesprochen wird, auch funktioniert, vielleicht wäre das etwas, um die Akzeptanz anfangs bei den Patientinnen und Patienten zu erhöhen, um dann in einem nächsten Schritt, die rein die digitale Lösung durchführen zu können. Ich finde das total spannend, wenn wir mal die kulturelle Brille aufziehen. Also erst sagen die Deutschland immer, das geht alles nicht, das brauchen wir alles nicht, das ist alles schwierig. Dann kommen Sie an den Punkt, jetzt müssen wir was umsetzen, jetzt stürzen wir uns auf technische Perfektion, nachdem wir das erreicht haben, stellen wir fest, also wir haben das seit einer halben Jahr in der Nutzung und es ist noch nicht perfekt, also ist das Gesamt vorhaben schlecht, sodass dem Motto haben wir ja schon immer gesagt und haben aber den Anspruch, dass es eigentlich mit einem Finger-Schnipp funktionieren muss. Also das ist wirklich spannend, wenn man sich andere Länder an gucken, wo wir im Moment E-Rezept Nutzungskoten von 99 Prozent haben, die haben zum Teil mehrere Jahre gebraucht bis sie an den Punkt gekommen sind. Das heißt, dass nicht, dass wir uns auch irgendwie sieben Jahre vornehmen wollen, ganz im Gegenteil, weil wir ja gesehen haben, es funktioniert und es kann funktionieren und wir wollen das auch schneller machen, weil wir ja aufholen wollen und nicht hinterherlaufen weiter. Ich glaube, das ist schon auch ein klare Ziel, aber das ist durchaus auch eine interessante Entwicklung, die wir glaube ich auch sehr dort schon spezifisch immer diskutieren.
Was können wir denn von den anderen Ländern lernen? Also was ist denn da vielleicht noch so als Best Practice, wo man sagt oh, die haben vielleicht etwas andere Voraussetzungen, aber das und das, das sollten wir für unsere Prozesse mitnehmen, für unsere Apps, für unsere Einlösungsformen.
Also ich glaube letzten Endes in anderen Systemen funktionieren, die Einführung digitaler Lösungen in den Gesundheitssystem häufig besser, weil sie sehr viel centralisierter funktionieren. Also da gibt es gar nicht so viele Einzelinteressen, die sich da auch aktiv einbringen wollen. Ich glaube, dass das aktive beteiligen, bestimmt der Interessensgruppen durch das auch Vorteile mit sich bringt. Also das kann uns in Deutschland ja auch helfen, zu guten Lösungen zu kommen und beispielsweise die Rückmeldung aus den KV und Bania sehr wertvoll. Ich glaube, was man daraus lernen kann, ist, dass wir tatsächlich einen Prozess aufbauen müssen, der funktioniert und der auch die Nutzerinnen und Nutzer mitten. Und das ist ja auch was, woran wir jetzt gerade arbeiten, um eben die Verbreitung auch noch besser, auf noch bessere Beinen stellen zu können.
Dann gucken wir doch mal auf die Nutzung, auf den ersten Rollout, auf die zwei Monate oder knapp zwei Monate, in denen das jetzt aktiver. Wie waren da die Nutzerzahlen? Wie viel Rezepte wurden eingelöst? Wie viel Praxenärzte sind dabei? Wie machen die Ärzte und Ärzte in das mit? Also in der Rollout-Region, was von einem Lippe hatten wir zuletzt etwa 150 Atspraxen und 377 Zahnarztpraxen dabei. Wir haben auch da gesehen, übrigens auch die komponente Kommunikation ganz wichtig hier. Bei den Zahnarzen haben sogar schon 15% die Rezepte elektronisch ausgestellt. Bei den Ärzten waren es 2%, über die Zahnarzer haben wir nie wirklich geredet, auch nicht in den Medien. Und da hat es auf einmal sehr gut funktioniert und wurde auch gut angenommen. Während wir in dem anderen Bereich immer wieder die Diskussion haben, geht das überhaupt, müssen wir noch auf eine andere Lösung warben. Also Kommunikation spielt hier eine Rolle und es zeigt einfach, es kann funktioniert und es funktioniert auch. Wir hatten in der Rollout-Region Krankenhäuser nicht aktiv mit eingebunden, das heißt dazu kann man im Moment tatsächlich wenig sagen. Und was die eingelösten Ärzte angeht sind wir bei rund nach halben Millionen. Also da haben wir auch gesehen, auch außerhalb der Region sehen wir, dass Ärzte weiter zunehmen. Und ich glaube auch auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es ja weiterhin möglich ist. Ich glaube, da wird erst mal keiner abspringen von denen, die das im Moment gemacht haben, weil die haben ihre Prozesse umgestellt. Und es gibt echte Vorteile, über die wird auch zunehmend berichtet. Also Ärzte können damit echt Geld sparen. Prozesse verbessern. Das wird sich rumsprechen. Das heißt, es wird sich auch verbreiten. Und die Nutzung ist ja Deutschlandweit auch weiterhin möglich. Und wir senken gerade die Hürden ab.
Also ich glaube, dass nur weil der Rollout jetzt erst mal pausiert ist, dass das nicht bedeutet, dass nicht weitere, dass ihr Rezept auch nutzen werden. Also eine halbe Million ist ja schon eine ordentliche Hausnummer. Hast du zahlenliche Rezepte insgesamt eingelöst werden in Deutschland? Na ja, ich glaube, da sind wir tatsächlich nochmal in etwas größeren Zahlen unterwegs. Also ich würde lieber vergleichen mit dem, was wir Anfang September hatten, als der Rollout gestartet ist. Und da waren wir bei 30.000 Rezepten. Und da war damals die Aussage. Also wenn wir 30.000 Rezepte ausstellen können, dann ist das ein Beleg dafür, dass wir in den Rollout gehen können. Und in der Zeit jetzt diese massive Vergrößerung zeigt einfach, es ist möglich und es kann auch funktionieren.
Und bringt auch Vorteile für die Ärzte und Ärzte ein paaraste gerade genannt. Vielleicht geben wir da nochmal konkret drauf ein. Also welche Vorteile bringt das, wenn ich als Zahnarzt jetzt sage, ich möchte dieses Rezept nutzen. Ich habe auf der Einseite eine Kosten ersparen es, weil ich sozusagen das elektronische schicken kann. Oder wo ist der Hauptkostung-Effekt? Genau. Also einmal natürlich im Kontext von Fernbehandlungen. Es ist damit natürlich möglich, also Rezepte auszustellen ohne großen Aufwand. Es ist aber auch möglich beispielsweise im Rahmen eines Quartals mit einer Folgeverordnung, also eine Folgeverordnung auszustellen, ohne dass eben noch mal die Patientin der Patientin die Praxis kommen muss. Und wir können auch perspektivisch diese Informationen in die Patientenakte aufnehmen. Spannend wird es eben auch, wenn wir gewisse Mehrwertdienste damit in Verbindung bringen, also zum Beispiel als Neimittel-Interaktionen feststellen können und dann tatsächlich auch medizinische Mehrwertes schaffen. Ansonsten gibt es eben oder wird eben auch sehr aktiv von den ökonomischen Effekten berichtet. Gerade wenn man so Richtung Heimversorgung schaut, wo ja wirklich auch große Mengen Rezepte abgearbeitet werden müssen, wo ein Arzt aus KVWL in einem Format der Gemartik auch darüber berichtet hat, da wie viel Stunden Arbeit da eigentlich reingehen, das zu sortieren und richtig zuzuordnen. Und da hat er gesagt, ist, dass ihr Rezept wirklich sein Geld wert. Also zum zuerst sein Geld wert. Ich glaube, die meisten Module sind kostenfrei implementiert, wo es sich aber wirklich lohnt und die Praxishelferinnen und Helfer sich auch wieder mit anderen Themen beschäftigen können. Und der Arzt auch, der nämlich alles noch mal verifizieren muss. Also da liegt ein ganz großer Vorteil mit drin. Und die Arzneimitteltherapie-Sicherheit ist das jetzt ein Mehrwertdienste da noch aufsetzen kann oder kann das auch jetzt schon in der elektronischen Form in Apotheken oder vielleicht sogar in der App genutzt werden oder geht das nur im Kombination mit der Epa, wenn die dann da ist. Naja, wir haben jetzt ja auch gerade im Gesetzgebungsverfahren eine Schnittstelle zum Errezept fachdienste ermöglicht für Teilnehmer der TI. Und dadurch werden genau solche Mehrwertdienste auch möglich werden. Das heißt, man kann sich die Informationen vom Errezeptserver für Mehrwertanwendungen ziehen. Und gibt es da schon jemand, der da in dem Bereich was anbietet und sagt, ich habe hier einen Mehrwertdienste und könnt bei mir noch direkt diese Interaktion mitbuchen. Also die, also über die offizielle Errezeptapp wird das ja jetzt erst quasi setzmöglich. Von daher darf es das gar nicht geben. Wenn darüber hinaus, ich sag mal, private Anbieter sagen, wenn ihr Euren Code eingesgennt habt, ja, dann biete ich euch auch weitere Möglichkeiten. Das kann sein, da habe ich aber keinen Überblick.
Und jetzt hast du auch gerade gesagt, schon ein Austausch-Formate und ein Schnittstellen. In welcher technischen Form liegt das das Errezept vor, welcher Standard liegt dahinter? Genau, das ist so langsam ja dann tatsächlich ein Standard in diesem Umfeld und das ist FHIR-basiert. Das heißt, auch da auf die Zukunft gerichtet, wir haben einen FHIR-basierten Austausch von Gesundheitsdaten und damit können wir dann hoffentlich auch viele andere Stakeholder anschließen. Genau.
Auch bei den Krankenhäusern wird es jetzt zunehmend Thema werden und dann werden die als nächste Player mit an Bord geholt, wenn die Test-Pilot-Phase weitergeht oder bleibt es jetzt in der Wiederaufnahme erst mal bei den ambulanten im ambulanten Sektor. Ich glaube, wir müssen uns jetzt noch mal sortieren und auch mit den anderen Akteuren, also den Gesellschaftern insbesondere darüber austauschen, wie wir jetzt hier den Weg sinnvoll weitergehen. Ich glaube, eins ist klar, die Kommunikation von Seiten der Ärzte ist, dass sie im Moment keine Perspektive sehen, solange nicht die eGK-Lösung eingeführt ist, die erwarten wir Mitte nächsten Jahres. Aber das heißt ja nicht, dass wir untätig bleiben, das habe ich ja eben auch schon beschrieben. Wir senken parallel die Hürden der Nutzung, also wir machen es besser nutzbar. Wir schauen, was wir eben auch tun können, um die Rückmeldung, die wir bereits erhalten haben, aus der Roll-Out-Phase am Umsetzen zu können und unterstützen. Daingehend eben auch diejenigen, die das Erezept einsetzen möchten. Das heißt, wenn wir jetzt darauf schaut, was die größten Herausforderungen für euch sind, dann ist das ganz viel Kommunikation und mehr Werte aufzeigen. Was würdest du sagen, beschäftigt euch gerade am meisten, aber bis es dann Mitte nächsten Jahres zu der neuen eGK-Lösung kommt?
Zum einen natürlich die Kommunikationsarbeit, ich glaube, die ist ganz essentiell an dieser Stelle und das hatte ich ja eben auch beispielhaft schon genannt, welche Auswirkungen das haben können. Auf der anderen Seite bleibt es sicherlich eine Frage, und das geht aber über den Erezeptraum hinaus. Wie tarieren wir bestimmte Anforderungen und digitale Anwendungen sinnvoll aus und damit meine ich datenschutz, daten Sicherheit, aber auch daten Nutzung. Und diese drei Faktoren sind, glaube ich, noch nicht hinreichend austariert, sondern wir haben häufig eine 01 Logik, entweder da ist ein Risiko, Achtung, Verbot oder im Moment sehen wir kein Risiko. Und das ist, glaube ich, kein Weg nach vorne und da denke ich jetzt eher mal an noch komplexere Lösungen als das Erezept, nämlich beispielsweise die elektronische Patientenakte und den damit verbundenen Opt-Out, der jetzt ja auch seinen Weg gehen würde in den nächsten Monaten.
Da gab es ja dazu, ich datenschutz auch Rückmeldungen vom CCC, vom Bundesdatenschutz beauftragten, vom Ulrich Kälber. Wie bindet ihr das ein oder bindet ihr das überhaupt ein, gibt es ein Dialog mit denen oder nehmt ihr diesen Input, ich meine, Herr Kälber muss wahrscheinlich auch schriftlich, das eine oder andere sowieso als Stellungnahme abgeben. Ja, müsste es in der Form sozusagen berücksichtigen, aber wie läuft das konkret?
Also der BfDI und das BSI sind ja durchgängig in den Entwicklungsprozessen beteiligt. Sie haben ja auch ihr Einvernehmen zu geben, das heißt, wenn BfDI nicht aktiv zustimmt, dann können wir auch Anwendungen wie die Erezept-Lösung mit der eGK nicht ins Feld bringen. Die Abstimmung hat eben jetzt sehr lange gedauert, leider, wir hatten ja auch versucht, da noch miteinander Lösungen zu finden, was Risikoabweben angeht, aber das hat dann eben zu dem Ergebnis gefüllt, was bekannt ist. Das heißt, wir sind da miteinander im Austausch und die Lösungen, die jetzt im Moment in der Fläche sind, also auch die aktuellen Lösungen sind ja auch vom BSI als Gangbar und als sicher bezeichnet worden.
Der CCC hat sich oder beschäftigt sich ja schon seit längerem intensiv mit der Telematikinfrastruktur und den Anwendungen, die damit zu tun haben. Und er hat hier mehrere Kritikpunkte genannt. Ich nenne jetzt mal das Thema Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das Thema Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist ja so ein bisschen für die IT-Sicherheitsleute, glaube ich, der Heilige-Gral, der IT-Sicherheit. Und beim E-Rezept gibt es das so nicht. Und zwar gibt es das so bewusst nicht, weil mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eben diese Mehrwertdienste, die ich eben angedeutet habe, so nicht möglich wären. Und es war eine bewusste Entscheidung zu sagen, wir wollen aber, dass Medikationsdaten auch genutzt werden können, um Mehrwert zu bieten. Und deswegen gibt es die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim E-Rezept nicht. Also, auch wieder da der Punkt, Kommunikation, auch transparent machen, was die entsprechende Überlegungen dahinter sind, um die Leute vielleicht dann eher mitzunehmen. Also, ja, ich denke, jetzt sagte das mal dein Statement. Ja, kann man so stehen lassen.
Vielleicht zum Ende der Folge noch mal so ein bisschen was schon was gesagt, zum Ausblick. Also einmal noch, die würde mich interessieren, die Integration in die ePA, in welchem Tempo oder in welchem Schritten. Läuft das ab, dass da auch eine Verknüpfung passiert und, ja, wenn du so ganz grob auf uns sehr schwerst, zeitlich abschätzen könntest, wie geht’s ja im zeitlichen Rahmen weiter? Wann passiert was? Wann kommt er auf die Millionen eingelöste E-Rezepte? Ja, also einmal das Zusammenspiel mit der ePA, so wir sehen in anderen Ländern auch, dass über so eine Art Medikationsliste gearbeitet wird. Also, dass man eben nicht den Medikationsplan, so wie wir ihn ja auch definiert haben, wo man erst Anspruch habt drei Medikamenten hat und so weiter. Sich sich ausstellen lassen muss oder kann, sondern dass man eben sagt, okay, alles was forordnet wird, findet sich am Ende auch in der ePA wieder. Das ist etwas, was wir uns gerade anschauen und wo wir gucken, wie weit so was jetzt auch umsetzbar ist. Wir müssen da natürlich auch immer schauen, jetzt, wo der ePA-Opt-Out ansteht, wo reinstecken wir jetzt Ressourcen um am Ende die bestmögliche ePA zu haben, die auch mehrwertisch schafft, aber das könnte ja einer davon sein, die gematik gerade ein Prüfauftrag. Wie wir den Opt-Out am besten umsetzen und mit mehr, welchen Mehrwert-Anwendungen und da werden wir dann hoffentlich bald auch Ergebnisse vorliegen haben. Hoffentlich bald heißt dann aber wahrscheinlich trotzdem er Anfang 23 und oder gibt es noch ein Weihnachtsüberraschungspeckchen. Und da schauen wir mal, wie komplex das ganze Thema wird. Also der Unser Ziel ist schon, dass wir die Gesetzgebungsmaschine Anfang nächsten Jahres anwerfen. Da wollen wir schon recht schnell auch sein, jetzt mit dem ePA-Opt-Out, damit wird es auch noch innerhalb dieser Legislaturperiode umgesetzt sehen.
Und wann erreichen wir die, wann knacken wir die eine Million eingelösten E-Rezepte? Von mir aus morgen, ja, also ich hab da gar keine Hemmungen, aber letzten Endes kommt es darauf an, wie sich jetzt das Feld weiterentwickelt. Ich glaube, das wäre jetzt natürlich ein Dämpfer hatten, das ist ganz klar. Das wäre jetzt auch vermessen zu sagen, dass jetzt die der Zuwachs, wie wir in den letzten Wochen gesehen haben, sich einfach so fortschrat, das wird nicht passieren. Wir werden jetzt eben gerade noch mal die verschiedenen Möglichkeiten konsolidieren, wir werden dann noch mal aktiv in die Kommunikation gehen und eben auch darüber informieren. Aber meine Erwartungshaltung ist schon, dass wenn die eGK-Lösung da ist, dass sie dann ehrlich gesagt auch aktiv und breit genutzt werden wird. Also ich denke mal, die Millionen sind alle spätestens Mitte nächsten Jahres zu erreichen. Und ja, das ist so die Perspektive, die ich da im Moment habe, was jetzt der ganz konkrete Zeitplan ist und die nächsten Schritte, wie gesagt, das müssen wir sicherlich erst noch mal mit den Gesellschaftern diskutieren.
Aber das klingt auch nach einem guten Zeitpunkt für ein voller Ab, ein Wiederholungstermin und dann würde ich sagen, für heute, wir haben die halbe Stunde voll, haben was geschafft. Wir haben dann großenRundumschlag durch die verschiedenen E-Rezepteben gemacht und ich sage ganz vielen lieben Dank dafür, so was ja? Ja gerne. Und dann würde ich sagen, verabschieden wir uns für heute und ja, müssen das umregendnoch mal wiederholen, um es noch mal wiederkommen, jetzt war es so lange nicht, dann hast du auch noch mal ananrechten, ein zweites Mal wieder zu kommen. Das ist sehr nett. Und dann sind wir raus für heute.
