Episode #11 – IHE hauptsächlich am Beispiel von XDS

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Beschreibung

In dieser Folge erklären Renato und Christian die Grundlagen von IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) am Beispiel des Profils XDS (Cross Enterprise Document Sharing). Dabei wird deutlich, dass IHE kein Kommunikationsstandard ist, sondern Use Cases, Akteure und Rollen definiert und auf etablierte Standards wie HL7 zurückgreift.

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Transkription

Über zu IHE und erzählen ein bisschen was zum Verein zu den Zielen, etc. 

Ja, die IHE, die IHE Integrating the Healthcare Enterprise, ist eine weltweit aufgestellte Organisation, die sich aber so hierarchisch in die einzelnen Länder hinabbegibt. Also es gibt ein IHE International, es gibt in IHE Europe, die unter anderem dann auch für die Connectathons in Europa zuständig sind. Und kommen wir nachher noch mal ganz kurz dazu und es gibt dann auch ein IHE Deutschland und dann noch von vielen anderen Ländern noch jeweils IHE Organisationen. Das Ziel ist Integrating, die Healthcare also die verschiedenen Player im Healthcare-System miteinander zu vernetzen, mit Schnittstellen, mit Profilen, aber auch dazu hören wir gleich noch ein bisschen mehr. Die IHE setzt dabei auf altbewährte Schnittstellenstandard, also vor allem HL7, DICOM, CDA, auch mit dabei, also hier wird versucht, dass die bestehenden Standards ausgebaut werden und nicht nur als reine Hüllen da sind, die einfach nur Daten von A nach B transportieren, sondern dass hier Standards auch in den Workflows stattfinden. Ja, das waren jetzt ja Protokolle, die du genannt hast, die aus der Gesundheitsbranche kommen, man sonst werden auch andere Standards dort genutzt, also dieses NTP zum Beispiel zum Zeitabgleich etc., also auch sowas wird dann beim IHE genutzt. Und die IHE hat den Ansatz, dass sie sagt, wir haben ein Problem in einer bestimmten Domäne und dieses Problemen decken wir mit Workflows ab, also es gibt hier als Domänen zum Beispiel die Radiologie, die ja schon von jeher immer sehr IT affin war und zum Beispiel das Speichern von Bildern und das Abrufen von Bildern sind dann jeweilige Transaktionen innerhalb eines Profils, also die Domäne Radiologie hat einige von solchen Profilen, es gibt aber auch noch Infrastructure, also IT Infrastructure, Labormedizin, auch in der Pharmacy gibt es standardisierte Abläufe, was die Schnittstellen angeht. 

Vielleicht kurz zu den Begrifflichkeiten, innerhalb eines Profils haben wir dann verschiedene Rollen, ein System kann unterschiedliche Rollen annehmen, also zum Beispiel kann ein System der Sender von Informationen sein, kann aber auch gleichzeitig der Empfänger von anderen Informationen sein, also es kann Personalunionen in Rollen geben, es kann aber auch sein, dass diese Rollen über verschiedene Systeme verteilt sind. 

Also das ist der Begriff der Rolle und dann gibt es den Begriff der Transaktion, das ist eine Information, die von einer Rolle zu einer anderen Fließt, oder die von einer Rolle von einer anderen abgefragt wird. Und dann vielleicht noch der Begriff des Connectathon, ich hatte ihn ja vorhin schon erwähnt, dass es ein Zusammentreffen von Firmen, die sich IHE zertifizieren lassen wollen, das ist eine A-Zertifizierung, also die Teilnahme am Connectathon. Eine Firma bewirbt sich mit einem Profil beim Connectathon und tritt dort auf und spielt dann ein Szenario durch, das vorgegeben wird, gegen eine Standardsoftware. Der Connectathon, der findet jedes Jahr in einem anderen Land in Europa statt und dort treffen sich dann die jeweiligen Unternehmen und zeigen, was sie können. Kann man sich vorstellen, wie so eine große Landparty. Ja, genauso sieht es auch ähnlich aus. So viel zu den Begrifflichkeiten. Gleich werden wir jetzt noch ein bisschen konkreter, indem du Christian XDS vorstellst. 

Genau, XDS ist eigentlich auch das Paradebeispiel, also wenn es um IHE geht, dann wird eigentlich meistens auch kurz nach XDS erwähnt, dass es eigentlich mit das praktischste Beispiele da geht es nämlich um Cross Enterprise Document Sharing. Was gibt es für Akteure? Was Akteure sind, hast du ja gerade schon erzählt. 

Da gibt es einmal den sogenannten Identity-Manager, der eigentlich nur dafür da ist, Patienten eindeutig zu identifizieren. Kennt man klassischerweise in Kliniken als MPI, Master Patient Index? Vielleicht ganz kurz nur, ich habe die Akteure, die du jetzt Akteure nennst, hab ich vorhin rollen genannt. 

Dann gibt es eine Document Registry, ist eigentlich eine Verweisdatenbank und in dieser Verweisdatenbank ist nur gespeichert zu welchem Patienten befindet sich auf welchem Speicher was für ein Dokument. 

Dann gibt es die Speicher selbst, also wo die Dokumente dann physikalisch abliegen, das ist dann das Document Repository und es gibt einen weiteren Akteure, das ist die Document Source. Also als Beispiel, das Labor-System erstellt als Document Source ein Labor-Bericht. Der wird dann auf einem anderen System gespeichert, was was ich auf einem anderen großen Server dort liegt dann der Befund, das ist dann das Repository. Und gleichzeitig gibt es noch die Registry, wo das Dokument selbst nicht liegt, aber wo aufgeführt ist, dass es ebenso ein Laborbefund gibt und dort aufgeführt ist, wo tatsächlich dieser Laborbefund gespeichert wird. 

Und wenn dann ein Document Consumer, das ist dann der nächste Akteur, wissen möchte, was in diesem Laborbefund drinsteht, dann fragt er einfach an bei dieser Registry, bei dieser Verweisdatenbank. Also es kann durchaus sein. Zum Beispiel in einem großen Klinik verbundt, dass ein Patient in dem Haus A schon mal war und jetzt dann Schifahren ist und jetzt dann im Haus B aufschlägt, aufgenommen wird, weil er eine Skiverletzung hat. Und dann ist dieses Haus B, der Document Consumer, das heißt der Arzt oder das System würde anfragen bei dieser zentralen Stelle, bei der Registry haben wir zu diesen Patienten irgendwelche Dokumente. Die Registry würde sagen, ja, es gibt in dem System und in dem System und in dem System gibt es diese unterschiedlichen Dokumente. Und der Arzt kann an aussuchen, welches Dokument er sich anschauen möchte. Zum Beispiel diesen Laborbefund würde den dann auswählen und würde dann bei dem konkreten Speicher, also beim Document Repository, anfragen und sagen, Gibt mir noch mal bitte den Laborbefund. Das Ganze natürlich immer vorausgesetzt, dass es Datenschutzrechtlich in Ordnung ist. Also es gibt auch ein darunterliegenes Rechte- und Rollenkonzept. Und es gibt noch einen weiteren Akteur, das ist das Audit Repository, das ist ein eigenes Profil, das sorgt dafür, dass diese ganzen Anfragen und diese ganze Versenden von Dokumenten auch immer protokolliert wird. 

Wenn das jetzt ein bisschen schnell war, im Beitrag selbst zu diesem Podcast, auf www.e-health-podcast.de, habe ich auch im Bild hochgeladen, wo eigentlich relativ klar wird, wie diese unterschiedlichen Akteure miteinander kommunizieren. 

Und was man dort auch sieht, ist, welche Kommunikationsstandards genutzt werden. Also zum Beispiel, um den Patienten zu identifizieren, sollte HL7 v3 genutzt werden. Mit diesem Bild sollte eigentlich klar werden, was es dort für Akteure gibt und wie die, warum ist XDS zu wichtig, weil das eben sehr praktischer Anwendungsbereich ist. Man kann es nicht nur nutzen, bei Kliniken vom selben Träger, man kann es auch nutzen oder sollte es nutzen. Wenn man beispielsweise einen Portal oder eine Fallakte, zum Beispiel entwickelt, all das, wo unterschiedliche Systeme, Dokumente erstellen und man eben über diese Systemgrenzende weg auf diese Dokumente zu greifen. In dem XDS Profil selbst wird auch noch mal verwiesen auf andere IHE Profiles. Ich habe es vorhin schon gesagt, für zum Beispiel das NTP Protokoll genutzt. Das ist in dem IHE Profil CT, Consistent Time, auch noch mal aufgeführt für uns in Europa nicht so wahnsinnig spannend. Aber wenn man beispielsweise über Zeitzone hinweg Dokumente austauschen möchte, ist auch wichtig, dass man dort die entsprechende Zeit berücksichtigt, etc. 

Renato war das halbwegs, verständlich oder ist es zu schwierig, wenn man sich gleichzeitig noch einen Bild vor Augen hat. Nö, ne, das ist schon in Ordnung und die Leute haben ja dann das Bild. 

Nee, ich fand es eine gute Zusammenfassung. 

Vielleicht auch noch der Hinweis, die ELGA, die passiert ja auch teilweise auf XDS. Also hier wird der das XDS. ELGA ist die elektronische Gesundheitsakte in Österreich. Und wir könnten schon fast sagen, so der Vorreiter von dem, was man in Deutschland aktuell versucht mit der elektronischen Gesundheitsakte. Und dort wird insbesondere beim Dokumentenaustausch das Profil XDS auch sehr stark genutzt. Sehr gut, die Österreicher. Die Vorreise sind sie uns voraus. 

Gut, was gibt es sonst noch zu ihr, zu sagen, ich glaube, das war das Wichtigste. 

Vielleicht noch mal eine Anmerkung, die wir auch schon in einem anderen Podcast hatten. IHE selbst ist kein Kommunikationsstandard. Was ich auch immer wieder höher bei Leuten ist. Das gesagt wird, wir starten jetzt erst mal von mir aus mit HL7 und werden dann irgendwann wechseln auf IHE. Das ist häufig nur so halbrichtig, wenn es bedeutet, dass wir erst mal irgendwie nach HL7V2 nachricht hinwurschteln. Ohne, dass wir jetzt dann die Akteure berücksichtigen, ist das in Ordnung. Wenn die Leute aber meinen, dass IHE eine Weiterentwicklung von HL7V2 oder V3 ist, dann ist es falsch. Sondern hast du ja schon gesagt, HL7 ist sozusagen einfach nur ein Werkzeug, was wie andere Werkzeuge auch von IHE benutzt wird. 

Ja, man kann sagen, dass IHE. Mach nicht mit der Suppe, sagt nicht die Suppe. Nein, Salat was. Sache, sorry. Entschuldigung, Entschuldigung eines Studierenden, Salat genau. Genau, also das IHE ist der Salat und die einzelnen Schnittstellen Typen, DICOMhalts, Sieben. Das sind dann die Ingredienzien, mit denen der Salat gebildet wird. Auch Ingredienzien, mit denen der Salat gebildet. Wenn du schon so was erzählst, dann pack ich gleich in die Show Notes unten noch ein Link auf ein YouTube-Video rein von den Simpsons. Da geht es um Lisa Simpsons, die Vegetarier werden und die Reaktionen von ihrer Restlichen Familie. Das passt ja jetzt zum Salat. 

Also, in dem Sinne sind wir durch. 

Genau. Also, eine Sache noch, IHE, die öffentlichen Häuser, die sind inzwischen angewiesen bei Ausschreibungen in der Leistungsverzeichnis mit reinzunehmen. Ob der Hersteller auch tatsächlich IHE konform ist und welche Profile er faktisch unterstützt. Also, da wird es von der Politik gerne gesehen und deswegen auch gepuscht, dass IHE weiter ausgebaut wird. 

Schlagwörter

Domäne, IHE, NTP, HL7, Workflow, XDS(cross enterprise document sharing)

Salahat