Autor: Wissen

  • Folge #110 – DiGA (Crossover – GMP)

    In dieser Folge geht es um DiGAs wir gehen diesem Thema weiter auf den Grund – und zwar in einer ganz besonderen Konstellation. Pacal Nohl-Deryk vom Podcast Gesundheit.Macht.Politik interviewt zusammen mit Renato den Anwalt und Experten für DiGAs aus dem health innovation hub (hih), Dr. Philipp Kircher. Zwar sind Stand heute (06.11.2020) erst 5 Anwendungen beim bfarm als DiGA gelistet (https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis). Jedoch ist absehbar, dass dieses Verzeichnis in Kürze deutlich anwachsen wird.

    Grund genug für uns, das Thema weiter zu beleuchten und auch mal auf die kritischen Aspekte zu schauen. Nach der Definition des Begriffs DiGA und einigen allgemeinen Bemerkungen gehen wir insbesondere auf die Themen IT-Sicherheit, Datenschutz und Finanzierung ein.

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    Transkription

    Also Pascal Nohl-Deryk vom GMP-Podcast und ich interviewen Philipp Kircher, seines Zeichens Anwalt und aktiv im Health Innovation Hub und das Thema sind die DiGAs. Ich gebe gleich weiter zu Pascal in das Interview viel Spaß. Hallo Herr Kircher, herzlich willkommen zu unserem Cross-Over Podcast, zusammen mit dem eHealth-Podcast. Ich stelle dir einmal ganz kurz vor, sind Dr. Philipp Kircher, sind rechtsanwalt und widmen sich seit längerer Zeit der Schwerpunkt oder dem Querschnitt aus Medizien, GKV und Datenschutz recht und eben auch jetzt im Health Innovation Hub um rechtliche Lösungen im Bereich digitale Gesundheit zu entwickeln. Ganz genau. Hallo, heute uns sehr, dass Sie Zeit für uns haben. Wir möchten heute über digitale Gesundheitsanwendungen sprechen und da fangen wir vielleicht, wie das ja irgendwie im Yura Wesen oder am Rechtswesen ja üblich ist, vielleicht einfach am besten mit der Definition an. Das ist denn überhaupt eine digitale Gesundheitsanwendung oder kurz diga. Wie sind denn diese definiert? Ja, also ich glaube ganz wichtig ist immer sich dabei einmal klats zu machen, so wie sprechen bei diesen digitalen Gesundheitsanwendungen ja manchmal im Synonym von Apps auf Rezepte oder so. Aber es sind eben nicht einfach irgendwelche Apps, es sind keine Lifestyle-Produkte, es sind keine Spaß-Apps, sondern das sind medizinische Anwendungen, das ist Sirius Health, wenn man so möchte. Und das sind Medizinprodukte niedriger Risikoklassen, also Risikoklassen 1 und 2 A und die nach den genau identischen europäischen Regelungen ja verkehrsfähig werden, überhaupt erst mal, wie das auch mit allen anderen Medizinprodukten der Fall ist. Und die müssen ein bestimmtes Zweck verfolgen und der Zweck besteht insbesondere darin eben den Patienten zu unterstützen, als Verordnungsfähige Leistungen zu unterstützen. Wir müssen bestimmte Funktionalitäten aufweisen, das heißt, so eine Diga kann dabei helfen, Krankheiten zu erkennen, sich zu bewachen, Behandlungen durchzuführen, Symptome zu lindern oder auch etwas auszugleichen. Und sie muss in ihrer Hauptfunktion eben im Wesentlichen auf digitalen Technologien beruhen. Und diese Formulierung zeigt schon so ein bisschen, man möchte nicht einfach nur Apps darin sehen, sondern das können eben progressive Web Apps sein, das können andere Anwendungen sein, die aber eben in ihrem Kern digital sind. 

    Was gehört denn nicht dazu? Vielleicht kann man das ja auch noch sagen, dass man das so ein bisschen abgrenzt. Also was ist denn keine Diga? 

    Ja. Also zum einen die schon mal alle Hochrisiko-Klasse-Produkte, die fallen schon mal raus. Das heißt, auch wenn wir um mögliche Fragen zu solchen Risiken sprechen oder sowas, sind die häufig schon beantwortet, damit das die Prototyp gar nicht in diese Definition fallen. Und bei den Funktionalitäten beispielsweise sozusagen primär preventive Anwendungen wären nicht Teildessen Anwendungen, die sich beim Bereich von empfängnisverhütung bewegen, wären nicht da drin. Sondern DiGAs sollen eingesetzt werden, wenn man die juristischen Logik folgt, dann wenn wir im Bereich der Behandlung sind, also sind krank als falsch vorliegen, dann erzbehandelt ein, weil Psychotherapeut und dann soll das ein zusätzliches Mittel sein, neben als Neymitteln, Hilfsmitteln und Heimmitteln, wie wir sie erkennen. 

    Ja. 

    Jetzt gibt es so etwas ja schon länger, sage ich mal, ganz grob probiert, ohne da eine Zeit spannende zu nennen. Auch für Gesundheitsprobleme gibt es ja solche technischen Lösungen, sind schon früher entwickelt worden. Warum hat es denn so lange gedauert, bis zu einer Stattungsfähigkeit? Ja, also jetzt, wenn Sie den Jurist fragen, würde der Juristin wahrscheinlich sagen, ja, so richtig ausgeschlossen war, eine Erstattungsfähigkeit in der Vergangenheit ja auch nicht. Es gab aber keinen so einen klaren Zugangsweg. Also es gab vor allem keine klaren Kriterien, die jetzt auch in den, ja, bestehenden Prüfprozessen der Selbstverwaltung wunderbar hätten angewendet werden können. Es waren langwierige Prüfprozesse und häufig war das eher eine praktische Frage, warum was nicht in der Stattung kam. Also man hätte zum Beispiel argumentieren können, dass ein Diga durchaus ein Hilfsmittel ist. So werden Hilfsmittel auch verordnet werden konnte und es gibt auch ein, zwei Fälle, wo man natürlich sagen kann. Also da ist was sehr stark Software gestützt ist in der Vergangenheit auch im Bereich der Hilfsmittel schon mal irgendwie verordnet worden. Aber das meiste ging eben über Modellprojekte oder Modellvorhaben nach dem SGB5 oder über selektivverträge. Und das ist sozusagen nichts, was dann eben für die Regelversorgung, also für alle Krankenverzikerten bei allen Krankenkassen eine Option war, sondern eben was, was dann mit den speziellen Krankenkassen in die selektivverträge geschlossen haben, ging. Und ich würde sagen, es ist eher ein Problem gewesen, klare Keterien zu formulieren und auch für digitale Gesundheitsamilienung passend ein Prüfprozess zu haben, der sozusagen gewisse Geschwindigkeiten in den Entwicklungszyklen ordentlich abbildet und anschließend auch ja eine Guideline gibt, wie man den da eigentlich ein Preis festlegt, wie man das distribuiert und so weiter. Das sind alles so ein bisschen offene Fragen gewesen und deswegen hat man sich immer schlossen, das gesetzlich jetzt einmal nachzuziehen. Ja, haben Sie denn ein Einweg, wie, also was sozusagen jetzt der Prozess ist, das ist ja werten das auch schon mal, glaube ich, in unseren beiden Podcasts jeweils erwähnt. Jetzt eine Prüfung, die beim BfArM, also im Bundesinstuut für Arzneimittel und Medizinprodukte abläuft, wie das abläuft und was dort geprüft wird. Ja, also der DIGA-Hersteller, der also seine DIGA in das DIGA verzeichnet, so ein B-Fannelisten lassen möchte, nur dann ist sie erstattungsfähig. Muss verschiedenste Anforderungen an diese DIGA nachweisen beim BfArM, also das sind allgemeine Anforderungen zum Bereich Sicherheit, Qualität, Funktionstauglichkeit, Datenschutzdatensicherheit und dann die positiven Versorgungseffekte, das heißt, medizinischer Nutzen, Patientenrelevante Verfahrens- und Stutturverbesserungen in der Versorgung. Und der Prozess läuft eigentlich so ab, dass man in einem 3-monatigen Prüfverfahren beim BfArM vom Hersteller alle notwendigen Nachweise vorgetragen bekommt, da muss die einreichen entsprechend. Das BfArM prüft dann speziell sozusagen im Bereich der positiven Versorgungseffekte, ob das nachgewiesen wurde, alles andere sozusagen natürlich auch, das BfArM prüft aber jetzt eben nicht in der Tiefe noch mal einzeln, wie genau ist der Quellcode geschrieben worden oder sowas, sondern das ist Aufgabe der Hersteller, das entsprechend sicherzustellen, das BfArM ist da glaube ich auch ansonsten die falsche Stelle, um sowas wirklich zu tun. Ich muss aber auch sagen, dass ich jetzt, also auch der HA insgesamt, keinen konkreten Einblick hat, wie das wirklich beim BfArM vor Ort vor sich geht, sondern wir sind sozusagen im engen Austausch und wir kennen die Rechtsvernormen nach denen die Prüfen und die Katerien diese anlegen müssen, wie genau das BfArM das macht, ist tatsächlich was, was man bei BfArM sicherlich auch mal nachfragen kann, wie das funktioniert, aber da habe ich keine Einblick eigentlich. In BfArM geht denn jetzt diese Prüfung oder die Anforderungen, die gestellt werden über das hinaus, was in normales Medizinprodukt an Zertifizierungen abzuleisten hat. Also zunächst mal, muss das Medizinprodukt ja ohnehin schon als Medizinprodukt verkehrsfähig sein, das heißt gewisse Anforderungen an Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Leistungsfähigkeit sind eben über die Zferfahren schon abgedeckt und müssen die BfArM sozusagen nochmal vorgelegt werden, aber da würde das BfArM jetzt nicht noch mal eine Prüfung machen. In anderen Bereichen, wo das nicht so sehr der Fall ist, sind zusätzliche Githärien und drehig umfangreiche zu, dass die Githärien gestellt worden, die betreffen eben datenschutz in Datensicherheit, die betreffen aber auch Fragen der Barrierefreiheit, Fragen der Interoperabilität, Fragen des Verbraucherschutzes und die müssen jetzt erstmals für solche Produktgruppen tatsächlich vorerstattungsfähigkeit dann auch nachgewiesen werden. 

    Das Ganze läuft jetzt über das BfArM. Warum hat man hier jetzt einen anderen Weg gewählt, als man zum Beispiel bei den Medikamenten macht, bei den Medikamenten, da hat ja der gemeinsame Bundesausschuss einen wesentlichen Anteil und der ist ja auch besetzt mit hochrangigen Vertretern von allen möglichen Seiten. Kebster an Grund, weswegen man das jetzt hier ans BfArM koordiniert hat? Ja, also ich glaube man wollte natürlich zum einen schauen, dass man, weil es Medizinprodukte sind, mal fachlich, inhaltlich für den Medizinprodukte Teil auf jeden Fall eine hohe Expertise und das hat man bei BfArM ohne Zweifel. Anderer Gründe sind, denke ich vor allem, die Frage, wie schnell kann so einen Verfahren denn auch funktionieren, wenn man eben ein Entwicklungszüglichen zum Beispiel auch Rechnung tragen möchte. Wenn man jetzt beim gemeinsamen Bundesausschuss ist, dann ist man ja vor allem, wir würde man jetzt sich überlegen, ist das eine neue Methode, machen wir ein komplettes Methode, Bewertungsverfahren, was relativ langwierig ist und dass für jeder einzelne Diga das ist ein sehr hoher Aufwand für niedrig Risikoklasseprodukte, die Entscheidung hätte man sicherlich auch anders treffen können. Also man hätte sicherlich auch sagen können, der GBA macht das, was wir jetzt eben so ein bisschen sehen ist, dass wir tatsächlich ja ein relativ schlankes Verfahren haben und eine hohe Bereitschaft sich diesen digitalen Suntas anwendung ist, ehrlich auch zu widmen und bisher sehe ich das eher positiv. Auch wenn man sich natürlich fragen kann, also ist das jetzt der wirkliche Weg auf Dauer oder würde wir nicht vielleicht, wenn wir sagen, wir gehen später auch mal in den Bereich von Hochrisikoprodukten und die gitarle Art, ob man dann nicht doch sagt, dann ist eben auch dieses umfassende Prüfverfahren, wie wir das von GBA Prüfungen erkennen, das Richtige und man würde vielleicht dann da auch wieder zurückgehen. Also könnte ich mir vorstellen, dass man das so hat. Aber wer ist dann nicht konsequent gewesen zu sagen, wir geben das an die benannten Stellen, die ja was das Prüfen angehten, wesentlich größere Expertise haben als das B-Fahren. Sie brauchen ja, also die benannten Stellen sind insofern ja dann eingebunden, wenn es jetzt jedenfalls nach der MDR eine Beteiligung von den benannten Stellen geben müsste, was man ja möchte, ist hier tatsächlich eine Behörde, die im Rahmen des Sozialversicherungsrechts eben auch tätig werden kann und ja, das nicht ausgelagert wird, dann noch mal an unterschiedliche Stellen. Die Diskussionen habe ich aber so, ehrlich gesagt, jetzt gar nicht verfolgt, dass man das so hätte machen wollen. 

    Okay, ich frage mich halt nur, ob das B-Fahren personell in der Lage ist, das alles zu leisten, den B-Fahren ist ja zum Großteil Medikamente und dann ist so ein bisschen angeflanscht noch das Thema Medizinprodukte und da gehören ja dann alle Medizinprodukte dazu, die Protesen, die Herdschrittmacher und alles und das, was den Softwarebereich angeht, jetzt ja dann noch mal einen kleiner Anhang vom B-Fahren und ich bin mir nicht sicher, ob die das alles hinbekommen jetzt, was denen an neuen Aufgaben dazu geteilt worden ist. Ich vermute, dass B-Fahren würde sich über weitere Personalstellen nicht beschwingen, sagen mal so, die Leute, mit denen wir da sehr intensiv gearbeitet haben, die haben dieses Thema sehr kompetent und sehr engagiert aufgenommen und ich habe absolut das Vertrauen, dass das B-Fahren mit den Leuten, die das auch gerade eben machen, das hinkriegt. Jetzt müssen wir ja auch gucken, wie viele Anträge auf in der Parallel ein und so, das ist ja was anderes. Also es gibt sicherlich irgendwie Spitzen in der Bearbeitung von seinen Anträgen, ob das jetzt auf Dauer eben jetzt so der gleichen Schlagzahl so passiert, das vielleicht eine andere Frage. Klar, also ich würde natürlich das gerne sehen, dass das B-Fahren sehr sehr breit aufgestellt wird und auch, wenn sie sagen, diese einen oder andere Expertise bräuchten wir eigentlich noch zusätzlich, dass man das irgendwie auch ermöglicht, habe ich jetzt aber sozusagen als Jurist auch nicht so den nicht so das sagen dabei. 

    Ich wollte kurz ergänzen, dass die MDR vielleicht für den geneigten Hörer, der damit spontan nichts anzufangen weiß, ist nicht der Mitteldeutscher Unfunk, sondern die Medical Device Regulation in die Medizinprodukte, richtig in die EU, nicht das hier noch Verwirrung aufkommt. Ach so, ja stimmt, das habe ich nie erklärt, genau, also die MDD ist sozusagen die Medical Device Directive, das ist die aktuell noch geltende Richtlinie und die MDR wird die dann ablösen mit auch tatsächlich noch mal höheren Anforderungen auch für die Digat. 

    Jetzt gab es ja nachdem, die Bekanntgabe der ersten beiden DiGAs, war ja so ein bisschen erwartet und auch gefeiert worden, insbesondere von denen, die sich natürlich diesen neuen digitalen Weg unbedingt beschreiten wollten. Und da, ich sag mal, direkt im Anschluss gab es Diskussionen, um sowohl Preis als auch über Daten Sicherheit und da wollen wir auf Beides eingehen, ganz gerne, vielleicht einmal zum Preis darf jeder Herrstelle die Kosten selbst festlegen und voran sollte sich der Preis orientieren. 

    Also, da hat man auch irgendwie so einzelne Untenrufe immer so ein bisschen undifferenziert, habe ich das Gefühl. Also ja, es gibt im ersten Jahr die Möglichkeit, den Preis erstmal frei festzulegen, man muss dazu aber ganz wichtig sagen, dass auch in einem bestimmten regulierten Rahmen, also es gibt eben die Möglichkeit, dass hier die Spitzenverbände der Herrsteller und auch der GKV- Spitzenverband in einer Rahmenvereinbarung, zum Beispiel Höchstpreise vereinbaren. Also es gibt kollektivvertragliche Mittel, wie wir das auch in anderen Bereichen kennen, um jetzt irgendwelchen astronomischen Preisen davor zu beugen und da muss man auch mal sagen, wir starten ja jetzt quasi in einem, also, machen einen neuen Markt auf und das erste, was wir schon mitdenken, ist die Preisregulierung. Das kennen wir eigentlich aus anderen Bereichen so gar nicht, also ja, in den Assi-Mittel haben wir das sogar nachgezogen, weil die Preise eben so so nach oben gegangen sind. Das haben wir jetzt gleich mitgedacht, deswegen glaube ich, dass man da schon sehr viele Schritte weiter ist, als man das in anderen Bereichen war. 

    Jetzt gibt es noch keine Rahmenvereinbarung, d.h. Aktuell greift diese, dieser Leruleus-Behandysmus nicht so gut, aber ja, ab dem 13. Monat ohnehin gibt es ja dann vereinbart Preise, also die werden dann verhandelt oder, wenn man sich nicht einigen kann, werden die eben entsprechend durch eine Schiedstelle geschiezt, sodass man jetzt glaube ich schon sehr gute und auch gar nicht so unaufwendige Mechanismen hat, um Preise adäquat festlegen zu können. 

    Ja, gut, kurzer Kommentar, das ist ja bei den Arzneimitteln auch sehr ähnlich, das ja hat man da doch sehr da angelegt. Da kann ja auch im ersten Jahr der Hersteller ein Preis vorgeben und dann sofern dann eine Erstattung in Frage kommt, bei der Grenführung dann gilt das der Erstattungsbetrag mit der GKV auf dem 13. Monat. Genau, das ist ganz ähnlich und da hat man eben natürlich ein bisschen andere Hintergrund und auch andere Preistime, wenn sie und ich glaube, wenn wir hier über Preisexplosionen sprechen, dann ist das eher eine Befürchtung, die ich jetzt so noch nicht abgebildet sehe, indem was wir bisher sehen, die Preise sind sicherlich höher als das, was man jetzt in so App-Stores für irgendwelche eben nicht diesen Kriterien unterliegenden Apps findet. Aber der Frage, was wollen wir denn da eigentlich bezahlen, müssen wir eben auch finde ich bedenken, dass wir eben jetzt höhere Anforderungen haben an Datenschutz und Datensicherheit, dass es eben keine da antransfersen USA geben darf, dass es keine Werbemaßnahmen geben darf, dass es keine Monetarisierung von Daten geben darf im Hintergrund ja sehr stark Erzweckbindung der Datenverarbeitung. Also man verhindert hier ja auch aktuell, dass man den Versicherten irgendwie zum Produkt werden lässt, unter dessen Daten, sondern man möchte eben nutzen, den so eine digitaler Gesundheitsamwendung in der Gesundheitsversorgung bringt, entsprechend auch vergüten und das eben so tun, dass man das in einem fairen Setting macht, angemessen im Verhältnis zu dem, was dann eben auch an medizinischen Nutzen oder an positiven Versorgungseffekten dabei herauskommt. Und ich glaube deswegen darf man auch nicht darauf gucken, was die bisherigen Preise von solchen digitalen Gesundheitsamwendungen irgendwo im Ausland waren, die anderen Regularien unterliegen und anderen Prüfmechanismen, weil wir hier eben tatsächlich ja auch Qualität und Sicherheit sicherstellen möchten. Das sieht man mal, wo die Hersteller überall ja Geld herbekommen, das fast schon erschreckend, dass das alles mit ein kalkulierteren Einbepreist werden muss. Aber kann man denn sagen, wie soll die Verhandlungen aussehen? An nach was wir Kriterien wird denn dann der Preis festgelegt, sagt man, ich habe die und die Aufhände und die hätte ich gerne erstattet oder sagt man, die App bringt auf dem Gesundheitsmarkt die und die Vorteile, also das gesamte Gesundheitssystem spart sich so viel Geld, deswegen würde ich jetzt da den Preis ansetzen, oder es ist irgendwas zwischendrin, gibt es da vielleicht Vorstellungen davon, wie so Verhandlungen auszusehen haben? Also, das ist auch total schwierig, glaube ich, wenn man keine Erfahrungen mit Preisbildung in einem neuen Segment hat, weil natürlich ist es irgendwo gerechtfertigt, dass die Hersteller erst mal sagen, wir haben höhere Kosten. Andererseits kann es natürlich für das Gesundheitswesen auch nicht nur darauf ankommen, wie teuer eine App in der Produktion und Betrieb ist, sondern es muss natürlich zentral darauf ankommen, was es denn nutzen dieser Digga und das eigentlich ja auch wirtschaftlichkeitsgebot gedacht, wir müssen eben auch fragen, passt der Einsatz dieser jeweiligen Digga in der aktuellen Behandlungssituation zu den Patienten und ist das da medizinisch sinnvoll und eben wirtschaftlich. Auch da übrigens ist es ein weiterer, weiterer Faktor, den man sich immer so im auch mal vor Augen führen muss, es wird ja verschiedene Digga’s geben, die vielleicht in der gleichen Indikation angewendet werden können und die dann unterschiedliche Preise dabei aufrufen, die vielleicht vergleichbar gut sind und der Arzt oder der Psychotherapeut, die Ärzte in der Psychotherapeutin werden ja später die Entscheidung treffen müssen, was sie vorordnen. Und da haben wir noch mal eine Stufe, die sozusagen die wirtschaftlichkeit für das Gesamtsystem sich hat. Und ich glaube aber, dass wir jetzt auch darüber sprechen müssen, wenn wir über möglichen zu, dass die Kosten sprechen, was es möglicherweise auch an Einsparpotenzialen gibt, auch für so ein Gesamtsystem, denn auch da finde ich, ist die aktuelle Darstellung, an der einen oder anderen Stelle immer sehr einseitig, dahingehend, dass jetzt eine Kosten Exposition für das gesamte Gesundheitssystem irgendwie zu erwarten ist. Und diese Gefahr kann man sich sicherly anschauen, es ist auch richtig, sich dieses Risiko anzuschauen, aber wir müssen immer auch gucken, was bringt das Ganze und kann wir eben vielleicht auch einsparpotenzialen. Ich finde trotzdem, dass das schon berechtigt ist, der Vorwurf, also wir machen ja auf unbekehrter Art und Weise jetzt auf der Ärztsellschaft zum Beispiel auch immer den Vorwurf auf, wenn irgendwelche Hersteller mit einem Arzneimittel kommt, dass er aus Anwendersicht eine wahnsinnig überteuerten Preis hat. Ja, und wir sagen, das ist irgendwie ein astronomischer Kosten und wir rechnen dann ja auch immer um, wenn alle Menschen mit dieser Erkrankung, mit der Indikation, dieses Arzneimittel vorhin bekommen würden, was sind die Maximalkosten und das gleiche auf die DiGAs umgerechnet hat ja das Z-I-Mal gemacht, also das Zentralen Institut für Kassenärziversorgung und Kameler ja auch zu, ja, ich sag mal schon, sehr sportlichen Kosten, die dann maximal entstehen würden. Ich finde, das darf man durchaus auch machen und vielleicht ist es aber auch etwas, dass ich dann dadurch im Verlauf so ein bisschen einregulieren wird, weil das Ausgabenpotenzial ist eben enorm. Ich glaube, in den Vorwurf muss man sich ja schon gefallen lassen, aber das ist ja vielleicht auch etwas, dass sich dann im 13. Monat stark nach unten reguliert. Das kann zum einen sein, zum anderen muss man eben aber auch schauen, also sollte das so sein, dass dann alle Menschen, die eine bestimmte Indikation aufweisen, genau mit diesem Produkt, diesem Kosten behandelt werden und das Produkt sollte wirken, dann müsste man sich halt auftragen, ob man nicht dadurch vollgekosten im Folge, ja, beispielsweise eben einspart. Ich habe da diese Berichte nicht nicht im Detail lesen und ich bin ja auch kein Ökonom, ich möchte auch gar nicht soweit außerhalb meines Fachgebiets reden, aber das habe ich jedenfalls in den kurzen Meldungen dazu nicht reflektiert gesehen und das würde ich dann aber auch für andere Leistungsbereiche einfallen, dass es jetzt kein liger, spezifisches, reichen Problem, dass man da hat. Nicht genau, das machen wir bei Erzenermitteln auch auf. Deswegen, das glaube ich schon fair, das so gegenüberzustellen. 

    Ich habe das hier mal in meiner Frage, der Liste ganz Spaß hat, sogenannte das 50% der bisherstattungsfähigen DiGAs Datenschutzmängel hatten oder zumindest Schwierigkeiten hatten. In der ersten Woche haben sich ja zwei, na ja, ich sage mal, die Sicherheits-Experten aus dem Umfeld des CCC, ich glaube soweit kann man das irgendwie verweisen, auch gar nicht im Auftrag des CCC, sondern nur, dass sie da so eng aktiv sind, dran gemacht und geprüft, wie gut die beiden DiGAs denn da aufgestellt sind und bei einer der beiden schon, ich sage mal, na ja, eher triviale Probleme ausgemacht, die eigentlich ausgeschlossen sein sollten, wenn man es in der Stattungsfähigkeit schafft, und das meine ich da, also dass man hektbare Möglichkeiten, die so hätten sicherlich nicht bestehen sollten. Das ist befern vielleicht die falsche Profundstanz, wenn es gar nicht technisch prüft. Also nichts mehr hat sich ja die Quote schon mal verschoben in der Zwischenzeit, mehr DiGAs haben, also ganz automatisch, jetzt kann es nicht mehr aus. Man ist ja nicht davon gefeiert, dass auch irgendwo anders nochmal, nochmal eine Schwachstelle irgendwie auftreten könnte, ist das befern die richtige Prüfinstanz. Ich glaube, man muss sich das eben anschauen, das befern ist hier in einem Sozialversichungsrechtlichen Verfahren zu der Frage der Stattungsfähigkeit berufen worden, um da eine Antwort zu geben. Und das befern stellt ja sehr ausdrücklich eben keinen Datenschutz-Daten-Sicherheits-Persilschein aus, sondern die Hersteller bleiben in der Verantwortung und müssen dem befern nachweisen, dass sie alles getan haben, was in dem ja sehr umfangreichen Prüfkatalog auch der DIGAV entsprechend enthalten ist und gefordert wird. Und ich glaube auch, dass die Tatsache, dass das befern keinen Siegel oder keinen Datenschutz-Sicherheits-Stempel ausstellt. Gut ist, weil der Impuls gar nicht da sein sollte, für Hersteller zu sagen, jetzt haben wir den Stempel und dann ist es gut, sondern Daten-Sicherheit folgt ja immer sozusagen diesem PDA-Zyklus-Plan to check act und entropy sozusagen. Und diese Verantwortung, die DIGA sicher zu halten, müssen die Hersteller auch für sich wahrnehmen. Es war in der öffentlichen Darstellung, fand ich es auch ganz interessant, dass eigentlich ist gar nicht mehr so richtig in der Berichterstattung, um den Fehler des Produktes oder den Fehler der Hersteller gingen an der Stelle, sondern plötzlich die Fragegestellter, wie so hat das befern, das nicht richtig gemacht. Und ich glaube, es gibt ein paar Gründe, warum man das auch so beibereiten kann. Zum einen, das befern ist keine Datenschutzaufsichtsbehörde und es würde sich auch in Konkurrenz begeben mit einer Datenschutzaufsichtsbehörde. Das befern ist auch kein BSE, dass da irgendwie diese Dinge nachher brüht und ich würde eigentlich eher denken, wir sollten auch jetzt nicht plötzlich zu einer neuen Logik des Datenschutzrechts kommen, wo wir vorab prüfen lassen von Behörden, ob man, ob man alles richtig macht, weil der Aufwand riesig ist, die Aufsichtsbehörden haben sowieso nicht hinterher. Und ich würde auch ungern das befern eben in Konkurrenzverhältnis zu den Datenschutzaufsichtsbehörden setzen. Also wenn das befern jetzt sagen würde, Datensicherheit ist gewährleistet und die Datenschutzaufsichtsbehörde, das sind ja dann auch die Landesaufsichtsbehörden in der Regel, das heißt, das sind ja 16 unterschiedliche, die das machen. Er hat vielleicht eine andere Ansicht dazu, dann müsste man schon auch irgendwie erklären, wie so jetzt eigentlich das Befamilie eine Ansicht hat und dafür ein Bescheid ausstellt und das die Aufsichtsbehörden andere. Dann müsste man ansonsten einen Konzept haben, wo man die alle zusammenbringt und gemeinsam prüferfahren macht, dann ist man aber tatsächlich auch wieder einen sehr, sehr lang verfahren und ich finde das eigentlich richtig, dass man sagt, wer ein Produkt anbietet, hat für diese Dinge einzustehen und hat aber mittlerweile mittlerweile mit dieser DIGAF einen ordentlichen Katalog an die Hand bekommen, an dem man sich orientieren kann und mit dem man insgesamt eben auch mal so einen Standard setzen kann, den alle diese digitalen gesundersanwendungen erfüllen müssen. Denn das gab es bisher ja auch nicht. Aber verstehen Sie dann nicht den Unmut, dass dann so, ich sag mal banale Sachen, wie Striftarten, die gezogen werden müssen, oder glaube ich es ging um Logging, dass dann auch nach Amerika sendet, das Supernalesachen dann immer wieder auftreten. Das ist doch schade, dass man gerade dann bei solchen Sachen, die ja eigentlich selbstverständlich sein sollten, dass die Hersteller an sowas dann immer noch scheitern. Das finde ich tatsächlich auch schade. Die Frage ist eben, ob das jetzt ein Fehler des BfArM ist. Kann man auch diskutieren, dass man das Verfahren verändert. Ich wäre aber dann eher für einen Vorschlag zu haben, wo man sagt, wir gucken uns vielleicht noch mal an, worauf sich denn die PEN-Tests zum Beispiel im einzelnen Beziehen müssen und das man vielleicht fordert, dass ein Endigerhersteller extern noch mal validieren lässt, dass alle Anforderungen, nach der Endiger vor eingehalten sind, dafür aber weiterhin die Verantwortung behält. Wir haben die Datensicherheit und Datenschutz, ich glaube ich war absolut wesentlich für solche Anwendungen und wir haben das von Anfang an auch kommuniziert, immer wieder gesagt, wenn man jetzt solche in die Regelerstattung kommt. Dann muss man diese Dinge einfach wahnsinnig ernst nehmen, weil natürlich auch die ersten Vertrauen zerstören können, wenn da was schief geht. Nicht nur die ersten, die alle weiteren auch, aber insofern halte ich das ja, das ist aus meiner Sicht vermeidbare Fehler gewesen und man kann das auch gerne nochmal weiter diskutieren. Ich weiß nicht, ob man sich gefallen tut, damit wenn man jetzt sagt, dass BfArM muss ein neues BSI werden oder man zieht, dass verfahren jetzt zum BSI rüber oder wir dann stellen müssen, das machen. Ich halte das eigentlich schon für den richtigen Weg, den wir da gar eben beschreiten. Wobei ich glaube da immer noch an die benannten Stellen, also auch wenn die jetzt natürlich privatwirtschaft sind, aber sie haben immerhin die Möglichkeit, das dann zu prüfen. Also wie gesagt, das BfArM ist, glaube ich, damit überlastet und das BSI ist es auch nicht seine Aufgabe, wie sie schon richtig gesagt haben, aber irgendjemand muss es ja machen, weil die Hersteller scheint es auch nicht so ganz hinzubekommen. Also ich find es immer noch eine unschöne Situation, aber vielleicht findet sich ja eine Lösung. Bei den benannten Stellen müssen wir auch ein bisschen gucken, dass wir noch genug benannte Stellen für so was haben. Also das löst sich ja langsam auf das Problem, dass die Ritativizierung nach MDR dann dabei vorwärts kommen, zum Beispiel auch der Geltungsbeginn immer ein bisschen verschoben wurde. Aber da hilft es eigentlich auch nicht, so richtig in so einen Bottleneck rein zu stoßen. Also jedenfalls für die aktuelle Situation, glaube ich, dass wir das Datenschutz, sondern sicherheitslevel in den Anforderungen, jedenfalls erst mal angehoben haben. Und das ist auch eine Reliefklare Message hier. 

    Dann würde ich noch einmal ein anderes Thema anschneiden. Da geht es jetzt eigentlich um die Ärzte. Vielleicht kann ja der Pascal da einspringen als Arzt. Die Frage ist, wir haben ja jetzt sowas ähnliches, wie wir bei den Medikamenten haben. Wir haben Erstattungsfähigkeit und dann kommen natürlich auch gleich Samarbegärdigkeiten. Wird es dann auch sowas kommen, wie das es jetzt Vertreter gibt, die jetzt diesmal nicht Medikamente verkaufen wollen, sondern die Apps dann verkaufen wollen. Sind die Ärzte überhaupt schon bereit für sowas? Also wird man denn in sowas auch weitergebildet geschult, weil um Kompetenz sagen zu können, diese App. Wie verschreibe ich jetzt meinen Patienten, da muss ich ja dann auch wissen, was die App macht und ob sie dafür geeignet ist. Also gibt es dann überhaupt die Möglichkeit dafür von der Ärzte schafft? Also ich persönlich bin ja sozusagen mein Facharzt geht ja in die Richtung Niederlassung. Deswegen da ja vielleicht auch die Frage und ich bin natürlich auch Arzt. Und ich würde sagen zu einem guten Teil schon. Es gibt genauso viel Skepsis. Da gegenüber, wie gegenüber Medikamenten der Nutzen nicht unmittelbar einbeucht ist. Wenn ich jetzt aber einen Patienten habe, der sozusagen, der davon gehört hat, das gerne ausprobieren möchte, muss glaube ich. Also dann müsste man schon Haushaltsdabende, der da explizit sozusagen sowas generell ablehnt. Ansonsten würde man das sicherlich auch verschreiben, wenn man ja weiß, dass das entsprechend mal erstattet wird. Also genug Ahnung, ich glaube nicht, dass man jetzt erwarten kann, dass die wissen, was diese sozusagen welche Apps da im Verzeichnen stehen, wo für die gut sind, dafür haben Niederglassenärze, das natürlich auch so ein bisschen schade um diesen Staaten. Aber dafür gibt es gerade so viele andere Regelungen, die aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie eben ständig neu gelernt werden müssen. Ja, allein sozusagen, wenn eine Teststrategie rauskommt, muss man das ja irgendwie erst mal im Kopf verankern. Da muss man die ganzen Abrechnungsziffern dazu irgendwo Parat liegen haben und einsetzen können. Also ich glaube, das geht gerade so ein bisschen unter. Aber ich denke, dass es sich im Verlauf wird man zumindest mit der einen oder anderen App das entweder auf einer Fortbildung hören oder damit man selbst erfahren machen, weil das irgendeiner der Patienten einsetzt und dann eben sich aus einer eigene Meinung dazu bilden. Ja, ich glaube allerdings nicht, dass es jetzt sozusagen ein Stall anstieg der Verschreibung gibt. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich würde vielleicht auch sagen, man ist ja jetzt… Also erstmal habe ich großes Vertrauen in unsere Erze und glaube, dass diese kleinen neuen Hälferlein, die sie da bekommen verstehen werden können. Und die Anzahl der Diga, die es jetzt gibt, ist ja auch erstmal noch überschaubar. Also man kann sich, glaube ich, schon mal langsam rantasten. Und der eine oder andere digital hat viele Erze wird das schon getan haben, die eine, die auf viele Erze sind. Dieses Verzeichnis, glaube ich, beim Befamens einigermaßen übersichtlich, hat extra Fachinformationen, hat transparente Informationen, hat Indikationen, kontraindikationen. Ich halte das durchaus für einen gar nicht so schlechten Weg mit solchen neuen Technologien umzugehen. Und ich glaube, das entspricht dann eigentlich auch mehr der Erlebenswelt, die Erze und Erze sehr auch im privaten Umfeld haben. Und kann mir vorstellen, dass man selber für den eine oder anderen kleinen Hälfer gar nicht so und dankbar wäre. Und natürlich würde es auch kritische Stimmen geben, die sollte sich damit nicht so auseinandersetzen wollen. Insgesamt fände ich es sehr gut, wenn wir schauen, dass digitale Inhalte auch mehr in Ausbildung, Weiterbildung kommen, weil das sicherlich für die Zukunft im Grundeizwesen relevant sein wird. Ja, bin ich auch absolut für, ich meine, das ist ja quasi mein Lohn und Brot und von daher wäre ich absolut für, wäre vielleicht auch dafür, dass tatsächlich noch mehr in die Fachgesellschaften zu bringen und in die Weiterbildung, damit das auch kompetent dann beraten werden kann. Ich finde es ist mit den Weiterbildung, das ist immer so nett, ne? Aber ich glaube, da fehlt immer so ein bisschen Verständnis, was der Weiterbildung bedeutet. Also natürlich gibt es rein theoretisch von ganz wenigen Fächern ein Kurikulum für eine Weiterbildung. Also Weiterbildung als Arzt bedeutet, dass man nach seinem Studium fertig ist, das ist das andere, ist die Ausbildung vorher. Da kann man so etwas unterbringen, da gibt es auch relativ strukturierte Krikula, die verfolgt werden. So, das ist aber auch schon sehr voll gepackt. Aber da ist sowas aus meiner Sicht viel eher denkbar, in der Weiterbildung ist es so, dass man das allermeiste so learning by doing. Ja, so ist das auch angelegt. Deswegen, da arbeitet man ja schon als voll Arbeitskraft, also nicht im Sinne von Vollzeit. Man kann das ja auch in Teilzeit machen, aber als vollwertige Arbeitskraft. Und ich nachdem, in welcher Abteilung ist oder wo man ist, lernt man da entweder nur durchs erledigen des Jobs, oder eben, wenn man sehr netten oder sehr förderungswilligen Weiterbilder hat, sind die, machen die auch darüber hinaus noch richtig Teaching. Ja, so im Lehrer oder nehmen sich mal Zeit, um irgendwas zu besprechen, etc. Aber das ist jetzt, dass es weder überall, also weder ist das erforderlich, noch ist das überall standard. Dementsprechend ist das schwierig, dass es irgendwo dazu integrieren. Ja, das wäre, wenn dann eher so, dass man bei seinem Wald über der sieht, dass das hier in der Klinik oder in der Praxis verschrieben wird, war man ja zum Beispiel eine Klinik oder einer Praxis für Psychotherapies und weiß hier, ich habe jetzt diese App, die Hälfte gegen irgendwie Eingstörung. Und ich habe das mal bei einem Patient ausprobiert und bei dem kann ich mir das auch vorstellen. Ich bitt ihm das mal an und vielleicht sagt er ja, vielleicht sagt er dann ein und dann guckt man sich das an. Aber sonst ist das schwierig, das zu integrieren. Ja, ich habe mich auch ein bisschen unseres, aber ausgedrückt natürlich die Weiterbildung, sondern Fortbildung. Und da gibt es ja die CME-Punkte und die Ärzte sind ja verpflichtet sich, jährlich weiter zu bilden. Und dass man da vielleicht dann auch Fortbildungen in der Hinsicht anbietet. Dass man nicht nur sagt, neus aus der Kardiologie oder die neuesten Methoden in der Dermatologie, sondern vielleicht eben auch die aktuellen Apps auf die Markte oder sowas. Ja, das ist bestimmt etwas, dass es geben wird. Da bin ich, da bin ich doch recht optimistisch, dass das passieren wird. 

    Mit einem optimistischen Ausblick in das Ende einleiten, das ist doch schön. Ja, können wir gern machen. Dann danke ich ganz herzlich für ihre Interviewbereitschaft, ja. Sehr gerne. Haben wir ja noch irgendeine Frage vergessen, wo sie sagen, das hätte ich eigentlich mal noch erzählen müssen. Das ist, glaube ich, so eine Lieblingsfrage von Christian, ne? Ich glaube, wir sind echt zu vielen wichtigen Punkten gekommen. Ich glaube, das ist ein schönes Beispiel, wie wir einfach versuchen müssen, aus verschiedenen Disziplinen miteinander zu lernen. Und langsam auch Vertrauen aufzubauen, neue Prozesse zu entwickeln. Und dabei eben nicht aufzuhören, ja, immer wieder zu überprüfen, ist das System. Sind die Rularien, sind die Anforderungen die richtigen. Und das anzupassen, weil ich glaube, dann hat das echt großes Potenzial. Und das ist das, was ich glaube, ich mitgeben möchte. Man darf diese DiGAs sich ruhig mal angucken. Und die Täterpieferheit des Arzt ist ja immer noch gewahrt, ja. Also, wenn er das nicht machen möchte, dann entscheidet er das anders. Ah, vielleicht habe ich doch noch eine Sache. Wir haben am 10.11. Eine Veranstaltung zu DiGAs in der Versorgung, wo auch Ärzte kommen und mal sagen, was die so eine Erfahrung haben. Vielleicht ist das noch irgendein Punkt, der interessant ist für die Hörer. Aber weiß ich nicht, es ist Werbung für den Hi-H, oder für die Veranstaltung. Ja, ich glaube, das können wir aus uns weise hier gestatten. Das ist ja eine Informationsveranstaltung, wenn ich das richtig verstanden habe. Dann schließen wir doch damit einfach. Und ich sage ganz herzlich nochmal, danke für ihrer Zeit und für die Verantwortung. Auch wenn zum Teil auch Christian fragen. Auch von meiner Seite aus vielen vielen Dank. Gerne, gerne wieder. 

    Weitere Links:

  • Folge #106 – Telemedizin

    In dieser Folge geben Renato und Bernhard in dieser Folge einen Einblick in das weite Feld der Telemedizin.

    Wir ordnen das Thema und die zugehörigen Begriffe etwas ein und stellen exemplarisch Dienstleistungen wie Telediagnostik und Telekonsil vor und nennen Beispiele aus verschiedenen Anwendungsbereichen wie Teleradiologie oder Teledermatologie.

    Abgerundet wird die Folge durch konkrete Beispiele und einen Ausblick auf Aspekte wie Datenschutz und IT-Sicherheit, die wir nicht mehr unterbekommen haben. Shownotes Liste der zertifizierten Videodienstanbieter (KBV) Artikel „Digitalisierung im Gesundheitswesen“

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    Transkription

      

    Und wir wollten jetzt mit dieser Folge einfach mal so eine Einordnung machen, vielleicht auch eine Weitung des Horizonts, denn Telemedizin ist nicht gleich Online-Videosprechstunde, sondern da gehört noch viel mehr dazu. 

    Ja, vielleicht starten wir mit einer kurzen Agenda, damit alle Hörer wissen, worauf sie sich einlassen. Wir haben zum Start eine kleine Definition, was ist überhaupt Telemedizin, ordnen dann den Begriff Telemedizin so ein bisschen ein, in den Kontext eHealth. Da gibt es ja immer die babylonische Begriffsverwirrung mit den ganzen Worten, die natürlich auch zu Marketingzwecken unterschiedlich belegt sind, je nachdem, aus welchem Blickwinkel und aus welcher Richtung man kommt. Dann wollen wir so ein bisschen eine Übersicht geben über telemedizinische Dienstleistungen und dann ein bisschen auf einzelne Fachbereiche eingehen, so ein paar typische Anwendungen mal nennen. Und das Ganze so ein bisschen mit Beispielen untermauern und füttern. Dabei können wir aber jetzt schon mal so einen kleinen Disclaimer bringen und sagen, das Ganze ist natürlich ein riesengroßes Feld, das wir jetzt in den nächsten 27 bis 30 Minuten weder abdecken können noch wollen, sondern wir wollen, wie du gerade gesagt hast, Renato, so ein bisschen den Horizont weiten, so ein bisschen Überblick geben, Einführung und das Thema so ein bisschen einordnen. Und ja, da starten wir einfach ganz klassisch mit einer Definition, oder? Stellen wir uns ganz dumm. 

    Stellen wir uns ganz dumm und schauen mal: Zum Begriff Telemedizin gibt es ja verschiedene Definitionen, und eine ganz gute kommt von der Bundesärztekammer. Die sagt: Telemedizin ist ein Sammelbegriff für verschiedenartige ärztliche Versorgungskonzepte, die als Gemeinsamkeit den prinzipiellen Ansatz aufweisen, dass die medizinische Leistung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Reha über räumliche Entfernung hinweg erbracht wird. Also ganz konkret: Überbrückung von Raum und Zeit in den Bereichen Diagnostik, Therapie, Rehabilitation. Und was in der Definition der Ärztekammer deutlich wird: ärztliche Versorgungskonzepte. Und das ist so ein Punkt, den man dann zur Einordnung nutzen kann. 

    Du hast gerade gesagt, das Ganze findet alles statt im Themenbereich eHealth. eHealth, das ist, wenn man die Definition der WHO zugrunde legt, „the use of information and communication technologies for health“. Also irgendwas mit Gesundheit und Technik, im weitesten Sinne, da fällt eigentlich alles drunter, was irgendwie Informationen im Gesundheitswesen verarbeitet und mit Technologien irgendwas zu tun hat. Und das kann man sicherlich als den Oberbegriff hier sehen. Und darunter gibt es eben den Bereich der Telemedizin, worunter wir jetzt die ärztlichen Anwendungen verstehen wollen, die dann natürlich auch eine riesige Bandbreite haben. 

    Also auch die ärztlichen Anwendungen, die können — das ist sicherlich das primäre Anwendungsgebiet — die direkte Gesundheitsversorgung betreffen, wo es darum geht, in Kontakt mit den Patienten zu kommen und deren Gesundheit wiederherzustellen, und so weiter. Das kann aber auch administrative Prozesse beinhalten, dass ich telemedizinische Anwendungen nutze, um eben elektronische Akten einzusehen, Rezeptvergaben zu steuern und solche Sachen. Das kann aber auch eben in den Bereich der Forschung reingehen, dass ich sage, ich nutze die telemedizinischen Konzepte im Rahmen einer einrichtungsübergreifenden oder standortübergreifenden klinischen Studie, wo ich dann Daten über verschiedene räumliche und zeitliche Distanzen hinweg sammle, auswerte und das Ganze natürlich mit einem ärztlichen Fokus analysiere. Also auch das wäre sicherlich ein Anwendungsgebiet. Und das wäre nochmal so eine Einteilung: Versorgung, administrative Prozesse, Forschung. Einige zählen auch noch den Bereich der Aus- und Weiterbildung von Ärzten als separaten Punkt hinzu, das könnte man auch noch dazunehmen. Das wären eben so die verschiedenen Anwendungsgebiete. 

    Und jetzt stellst du uns ein paar telemedizinische konkrete Dienstleistungen vor, was wir uns dann genau darunter vorstellen können. Genau, also wir machen jetzt mal so zwei Achsen auf, eine horizontale und eine vertikale. Mit der vertikalen beschäftigen wir uns dann gleich, wenn es um die einzelnen Fachbereiche geht, und die horizontale, die beschäftigt sich jetzt damit, umzuschauen: Was schafft denn die Telemedizin überhaupt? Welche Kommunikation wird denn hier überhaupt ermöglicht? Und da haben wir einmal Kommunikation zwischen Arzt und Patient, das ist wahrscheinlich das Klassische, was man sich unter Telemedizin vorstellt, da würde dann natürlich auch die Videosprechstunde drunterfallen. Also Arzt kommuniziert mit dem Patienten, das kann zum Beispiel sein in der Telediagnostik, also ein Arzt versucht, über fernmündliche oder visuelle Möglichkeiten eine Diagnostik bei einem Patienten zu machen, oder auch eine Therapie durchzuführen. Also ein Arzt berät einen Patienten, ein Arzt sagt einem Patienten, was er zu tun hat, vielleicht gibt er auch Anweisungen. 

    Aber — und das ist jetzt hoffentlich die Erweiterung des Aspektes Telemedizin, dass Telemedizin eben nicht nur die reine Videosprechstunde ist — sondern auch Kommunikation zwischen Arzt und Arzt gehört darunter. Also Kommunikation Arzt–Arzt. Fragt man sich, warum müssen die dann kommunizieren, die sehen sich doch immer? Aber nein, das tun sie nicht, denn natürlich gibt es den Arzt, der den Patienten behandelt, dann gibt es vielleicht noch einen Spezialisten, der sich mit dem Thema viel besser auskennt. Also wenn man dann einen Spezialisten hinzuziehen will, dann kann man das natürlich entweder dadurch machen, indem man den Spezialisten anruft und ihn bittet, der soll kommen, aber man kann ihn eben auch über Telemedizin heranziehen. Das nennt man dann Telekonsultation bzw. Telekonsil, und in dem Zusammenhang werden dann Daten ausgetauscht, Daten über den Patienten. Also ich übertrage Bilder, die ich vielleicht nicht selbst bewerten oder beurteilen kann oder wo mir einfach das tiefe Wissen fehlt, die übertrage ich an einen Spezialisten, und er beurteilt und befundet diese Sachen und schickt sie mir dann wieder zurück. Das wäre dann asynchron. Man kann das Ganze natürlich auch synchron machen, also dass man sich direkt mit einem Arzt dann in einer Videokonferenz bespricht und in dem Zusammenhang dann zum Beispiel sein Wissen anzapft. 

    Vielleicht sagen wir noch einen Satz dazu, warum das Ganze auch eine hohe Bedeutung hat: Durch den Ärztemangel, vor allem auf dem Land, an verschiedenen Stellen gibt es nicht in jedem Krankenhaus jeden Facharzt, der direkt verfügbar ist, und da bieten eben diese telemedizinischen Anwendungen, wie eine Arzt-zu-Arzt-Kommunikation, auch eben die Möglichkeit, sich eine professionelle Zweitmeinung einzuholen, von jemandem, der eben nicht direkt physisch greifbar ist. Genau, und da hat man eine Möglichkeit, dem Mangel vorzubeugen. Genau, dazu kommt auch noch die zunehmende Spezialisierung der einzelnen Fachbereiche, also ein Arzt heute, der kann unmöglich das ganze Wissen mehr überblicken. Es gibt immer spezialisiertere Krankheiten, spezialisiertere Therapien, und da braucht es einfach die Spezialisten, die sich mit ganz besonderen Themen auskennen, und da ist eine Kommunikation eben viel intensiver notwendig. Und wenn wir dann einen Hausarzt haben, der ja möglichst eine breite Abdeckung machen soll, dann braucht er eben in gewissen Fällen den Spezialisten, den er hinzuzieht. Und anstatt den Patienten wandern zu lassen, gibt es eben dann auch einfach die Möglichkeit, die Daten wandern zu lassen, und dass man ja den Patienten damit dann auch schont und auch den Geldbeutel von allen schont. 

    Es geht aber nicht nur darum, Spezialisten hinzuzuziehen, sondern in Krankenhäusern werden heute ganz viele Entscheidungen in Gruppen getroffen, da sind Tumorboards zu nennen und so weiter. Auch da unterfallen dann die Begriffe Telekooperation und Telekonferenz, das wäre also auch noch ein Beispiel für eine Arzt-Arzt-Kommunikation. Krankenhäuser sind teilweise über mehrere Standorte verteilt, und da sitzt der Bereich Kardiologie und dort sitzt der Bereich Radiologie, und damit die miteinander kommunizieren können, da sind eben die Tumorboards zu nennen oder auch radiologische Konferenzen, wo man dann einfach Patienten bespricht. 

    Dann gibt es noch die Kommunikation zwischen Arzt und Maschine. Die Maschine hängt dann zwar auch irgendwie an einem Patienten dran, deswegen ist das jetzt wahrscheinlich eher eine Unterform von Arzt-Patient-Kommunikation. Aber wenn jetzt ein Arzt zum Beispiel die Geräte von einem Patienten ausliest, Monitoringgeräte, also Monitore, Defibrillatoren oder auch die Wearables, die wir am Handgelenk tragen, dann wäre das so eine Arzt-Maschine-Kommunikation. Damit ist der Arzt auf dem Laufenden, weiß, wie es dem Patienten geht, ob er eingreifen muss, der weiß dann vielleicht schon eher als der Patient, dass demnächst was passieren wird, und dann kann man dementsprechend eingreifen. Theoretisch fällt da drunter dann auch das Fernsteuern von Geräten, wobei das im Moment, glaube ich, meines Wissens nach noch nicht gehandhabt wird, weil das zu gefährlich wäre, was das Hacken angeht und was die Sicherheit der Patienten angeht. 

    Und eine Sache, die auch in den Bereich fällt, den du vorhin genannt hast, also wenig Ärzte auf dem Land, das ist die Kommunikation zwischen Arzt und medizinischem Fachangestellten. Wir haben Landärzte, die ein so großes Gebiet abdecken müssen, dass sie es nicht mehr schaffen, jeden Patienten selbst zu besuchen, obwohl das eigentlich notwendig wäre. Und da gibt es jetzt gerade in den östlichen Bundesländern medizinische Fachangestellte, die anstelle des Arztes dann verschiedene Patienten anfahren und vor Ort dann telemedizinisch in Kontakt treten mit dem Arzt. Das ist also eine Unterstützung bei Hausbesuchen, würde dann auch unter Telekonsultation wahrscheinlich am ehesten fallen. Also der Arzt kommuniziert jetzt hier nicht mit dem Patienten, sondern er kommuniziert mit dem medizinischen Fachangestellten oder der medizinischen Fachangestellten und gibt ihr Anweisungen, Tipps oder sagt ihr, was sie jetzt mit dem Patienten machen soll, sie gibt ihre Ergebnisse an den Arzt, dass, wenn jetzt dort was wäre, man direkt eingreifen kann. Wenn jetzt zum Beispiel ein Blutzuckerwert entgleist, dass dann der Arzt direkt sagen kann, wie viel Insulin gespritzt werden muss. 

    Genau, das waren jetzt mal so Möglichkeiten der Kommunikation, wer mit wem alles kommunizieren kann, also Arzt mit Patient, Arzt–Arzt, Arzt–Maschine und Arzt mit dem Fachangestellten. Jetzt schauen wir mal in die einzelnen Fachbereiche rein und schauen nur mal kurz, was in den Fachbereichen denn theoretisch möglich ist und wie der aktuelle Stand ist. Genau, auch da machen wir eine Auswahl und wir beschränken uns zunächst auf fünf Fachbereiche, wobei Telemedizin natürlich nahezu in jeder Disziplin heutzutage möglich ist, in der einen mehr, in der anderen weniger. Und wir schauen uns jetzt einfach mal exemplarisch fünf Beispiele an, und ich starte einfach mal mit der Teledermatologie, das ist ein Bereich, wo die Telemedizin schon länger im Einsatz ist. 

    Die klassischen Anwendungsfälle sind neben der Videosprechstunde eben das Fotografieren von Hautveränderungen, um da um eine entsprechende Expertenmeinung zu bitten. Also gerade wenn der nächste Dermatologe weiter weg ist oder die Terminfindung sich sehr schwierig gestaltet, dann ist das eine gute Alternative zu sagen: Anstatt mein Essen zu fotografieren und das bei Instagram reinzustellen, fotografiere ich meine Hautveränderung, Muttermale, Leberflecke, solche Dinge, die sich vielleicht irgendwie in Form und Größe und Farbe oder sowas verändert haben, und sende die dann mit irgendeiner App oder mit irgendeinem Softwareprogramm zu einem entsprechenden zertifizierten Dermatologen, der sich um solche Sachen kümmern kann und das Ganze auswertet. Das kann natürlich dann Zeit ersparen, das bringt was für den Patienten, der muss vielleicht nicht unbedingt kommen, wenn es ein unkritischer Fall ist, oder man kann eben sagen, das sieht doch nicht ganz gut aus, vielleicht sollten Sie sich doch persönlich mal in der Praxis vorstellen, mit dem entsprechenden Befund. 

    Und in Konstanz kenne ich zumindest auch noch den Aspekt des Telekonsils in der Teledermatologie, dass also die Hausärzte, wenn sie sich mit einem dermatologischen Befund nicht sicher sind, dass die dann den Dermatologen hinzuziehen und ihm Bilder schicken und dann eben die Befunde zurückbekommen und den Patienten entsprechend behandeln können. Denn, das wurde ja schon gesagt, dermatologische Termine sind sehr, sehr dünn gesät, und da ist es schwer, und man wartet manchmal monatelang, und so hat man dann einfach schnell einen Befund. Ja, und da vielleicht noch mal der Link zu einer anderen Folge von uns zum Thema künstliche Intelligenz: Das ist natürlich auch ein klassischer Anwendungsfall, wo man sagen könnte, diese Bilder könnten natürlich auch gut von irgendeiner KI ausgewertet werden. Ob die dann nach der Definition der Ärztekammer auch unter Telemedizin fallen, weil ein Arzt ja nicht mehr beteiligt ist, aber prinzipiell eine ärztliche, sprich diagnostische Leistung vonstattengeht, müsste man dann mal definitiv klären, aber wenn die Daten eben digital vorhanden sind, könnte man auch entsprechende Auswertungen darüber laufen lassen und würde damit natürlich auch die Dermatologen entlasten. Zumindest könnte man damit ein Pre-Screening machen, die endgültige Entscheidung könnte man dann auch dem Facharzt überlassen, aber das wäre sicherlich eine gute Möglichkeit. 

    Genau, und jetzt müssen alle Radiologen sich mal die Ohren zuhalten oder ganz stark sein, aber ganz viele Radiologen sehen nicht mehr so viele Patienten. Und wenn man sowieso so wenig Patientenkontakt hat, ist halt die Frage, ob man tatsächlich den Patienten dann zu einem Radiologen in die radiologische Praxis schicken muss, wenn sich der Radiologe dann eben nur die Bilder anschaut. Und dementsprechend ist in der Radiologie das Telemedizinische eben auch sehr häufig anzutreffen, also ein Röntgenbild wird eben durch die Welt geschickt und wird von einem Radiologen irgendwo an anderer Stelle befundet, und nicht mehr dort, wo das Röntgenbild dann tatsächlich entsteht. In vielen Fällen ist es gar nicht mehr notwendig, dass jetzt ein Patient zu einem Radiologen geht und sich dort seine Meinung abholt, sondern die kann der Radiologe dann auch fernmündlich oder über Teleradiologie dann machen. Genau, die Radiologen haben ja seit Jahren eine hohe Affinität zur Technik, allein durch die entsprechenden MRT- und CT-Geräte und weitere Diagnostikgeräte, die sie einsetzen, da bietet sich natürlich auch da die Telemedizin an und ist natürlich da auch weit fortgeschritten. 

    Genau, wir machen weiter mit der Telekardiologie, auch das sicherlich einer der größeren Anwendungsbereiche für Telemedizin. Spannend vor allem für Patienten mit eben kardiovaskulären Problemen, zum Beispiel, als einen Punkt, die Betreuung und Nachsorge von Patienten, die vielleicht einen Herzschrittmacher tragen. Da könnten dann moderne Herzschrittmacher und moderne Geräte die entsprechenden Daten im Rahmen eines Telemonitorings aufzeichnen und Auffälligkeiten an einen zuständigen Arzt, die behandelnde oder betreuende Klinik übermitteln. Das heißt, da hätte man eine klassische Telemonitoring-Anwendung, man würde irgendwie auf entsprechende Rhythmusstörung reagieren und könnte dann den Patienten zu einem Kontrolltermin einbestellen oder, je nachdem, wie auffällig die Werte sind, sofort einen Krankenwagen oder Rettungswagen losschicken, um den Patienten sozusagen abzuholen. Da hätte man viel auch mit den Sensoren zu tun, mit der Technik selber, das würde der Patient nicht unbedingt selber im Rahmen einer Videosprechstunde machen, sondern da würden die Medizinprodukte, die da verbaut sind, über verschiedene Kanäle eben eine Verbindung zum Facharzt oder zum Krankenhaus suchen. 

    Ein Fachbereich, der der Telemedizin auch sehr offen gegenübersteht, ist die Chirurgie. Hier ist es aber leider noch so, dass man noch nicht alles telechirurgisch oder telemedizinisch abdecken kann, was man gerne machen wollen würde. Vielleicht kennt der eine oder andere schon diese Operations-Roboter da Vinci, und da wäre es ja theoretisch möglich, dass der Chirurg in einem Land sitzt, der Experte für diese ganz spezielle Chirurgie, und der Patient wird in einem anderen Land dann operiert. Oder es reicht auch schon die eine Stadt und die andere Stadt, aber das ist jetzt aktuell noch nicht möglich. Aber theoretisch wäre Telechirurgie auch etwas, wo man sehr stark das Spezialistentum in der Medizin ausnutzen könnte und dann tatsächlich auch die ganz besonderen Spezialisten für eine ganz besondere OP, an eine schwierige OP, heranbringen könnte. Wie gesagt, im Moment ist es noch nicht möglich, weil immer noch der Arzt im selben Raum oder im Nebenraum vom Patienten sein muss, da gibt es auf jeden Fall ganz strenge Vorgaben. Aber perspektivisch gibt es da vielleicht auch Möglichkeiten, wie wir langfristig sowas in die Tat umsetzen können. 

    Und den Abschluss bildet die Telepsychiatrie, auch da sicherlich der klassische Bedarf, der vor allem dadurch entsteht, dass man extrem lange auf einen Erstkontakt oder eben auf einen Therapieplatz oder sowas wartet. Es kann unter Umständen lange dauern, bis man eben in eine psychiatrische Behandlung kommt, und da können telemedizinische Angebote sicherlich das eine oder andere abfedern. Das kann die klassische Videosprechstunde sein, das könnten aber auch internetbasierte Interventionen sein, dass man im Rahmen von irgendwelchen Online-Tests oder Check-ups Dinge dem Patienten spiegelt oder abfragt, je nachdem, welche psychiatrische Erkrankung zugrunde liegt, oder eben auch, ähnlich wie bei der Telekardiologie, dass man erste Anzeichen von Depressionen über das Smartphone sammelt und dann dem zuständigen Facharzt übermittelt. 

    Also es gibt da ein Tool — haben wir schon mal einmal kurz erwähnt in der Folge mit Stefan Jonas, „Psychologist in the Pocket“ —, wo es darum geht, anhand von Sprache, also von den Texten, die man schreibt, anhand von Bewegungsprofilen über GPS-Daten und so weiter erste Anzeichen für Depressionen zu erkennen oder für eine weitere depressive Episode und dann entsprechend eine Warnung an eine ausgewählte Vertrauensperson zu senden, und das kann eben ein Freund, ein Ehepartner oder eben auch der Facharzt sein. Und im Falle des Facharztes könnte das natürlich dann im Bereich der Telemedizin eine wichtige Anwendung sein. Genau, hier spielen natürlich auch wieder Bots eine gewisse Rolle, wobei jetzt auch wieder die Frage ist, ob das dann in den Bereich der Telemedizin fällt, aber gerade in der Psychiatrie, wo die Ärzte rar sind, da ist es dann häufig auch so, dass man versucht, das Ganze irgendwie zu automatisieren. 

    Gut, dann sind wir mal durch so ein paar Themenfelder durch, also durch so ein paar Fachbereiche. Natürlich gibt es da auch jetzt noch die Diabetologie, die Neurologie, die Onkologie und weitere Fachbereiche, wo Telemedizin eingesetzt wird. Wir wollten jetzt einfach mal so exemplarisch fünf Fachbereiche rausnehmen und gehen jetzt mal über zu ganz konkreten Umsetzungen, und eine der Umsetzungen haben wir jetzt schon die ganze Zeit immer mal wieder genannt: Das ist die Online-Videosprechstunde, die ja mittlerweile in aller Munde ist. 

    Genau, und da wollen wir mal ganz kurz auf die wesentlichen Funktionen eingehen, worum geht’s da. Das fängt an im Vorfeld schon mit einem Online-Termin-Management. Das kann man natürlich als separate Anwendung sehen, das kann man auch als Teil dieser Videosprechstunde sehen, wo ich im Prinzip schauen kann, wo sind freie Slots. Ich muss also nicht irgendwie morgens um halb sieben mich auf den Weg zum Arzt machen und mir viel zum Lesen mitbringen, um dann die nächsten 3,5 Stunden im Wartezimmer zu verbringen, sondern ich suche mir irgendwie online einen entsprechenden Terminslot raus, wo ich Zeit habe, wo der Arzt sich entsprechend die Zeit genommen und diesen Termin bereitgestellt hat. Kann dann im Prinzip, wenn eine entsprechende Videosprechstunde zustande kommt, digital in den Austausch gehen und kann natürlich — das ist das Schöne — auch dann die Dokumente, strukturierte Daten, Bilder, alles Mögliche natürlich, dem Arzt zur Verfügung stellen. Es kann da ein Austausch stattfinden, der Arzt kann dann im Prinzip die Dinge empfangen, die ich dann als Anhang sozusagen mit übermitteln will, und ich kann natürlich dann auch über Screensharing mir anschauen, was bisher in der Akte des Arztes steht, und dann die notwendigen Ergänzungen machen. Also in den Tools der Videosprechstunde gibt’s dann eben neben der reinen Video-Funktion natürlich auch eine Chat-Funktion, wo ich schon mal in Kontakt treten kann, wo man auch einen schriftlichen Austausch hat. 

    Das war jetzt ein Beispiel für die Arzt-Patienten-Kommunikation, also eine ganz konkrete Anwendung, die mittlerweile eben auch viel eingesetzt wird. Eine andere konkrete Anwendung, die häufig zum Einsatz kommt, ist ein Beispiel für eine Arzt-Arzt-Kommunikation: Das sind Chats, die zwischen Ärzten stattfinden. Auch da tut sich jetzt immer mehr, und die Besonderheit da oder das Wichtige, was wir da berücksichtigen müssen, ist Datenschutz und IT-Sicherheit. Es muss ein Chat-Programm sein, das auf jeden Fall verhindert, dass irgendwelche Daten nach draußen dringen. Ein Chat über WhatsApp oder auch über Telegram und wie sie alle heißen, das sollte hoffentlich jedem klar sein, dass das nicht sicher ist und dass man dort keine Patientendaten übertragen darf. Auch wenn es hin und wieder tatsächlich gemacht wird und auch wenn hin und wieder ein Arzt seine Dienste per WhatsApp anbietet, der gute Weg ist das nicht. Und gerade wenn Ärzte untereinander kommunizieren, dann sollte man auf jeden Fall auf sichere Kommunikationswege setzen, da ist die normale E-Mail eben auch nicht besonders sicher, und das Fax ist einfach veraltet. Und da bieten sich solche Chats an, und die Chats haben eben den Vorteil, dass man ganz bezogen auf einen Patienten dann kommunizieren kann. Auch hier kann man einfach Dokumente hin und her austauschen, man kann bezogen auf den Patienten auch strukturierte Daten austauschen, und diese Chats, die es dort gibt, die sind auf die Bedürfnisse der Ärzte genau fokussiert. 

    Genau, das Ganze trifft natürlich für die Videosprechstunden-Tools auch zu. Wir haben erst überlegt, ob wir in der heutigen Folge ein paar exemplarisch nennen, haben uns dann dagegen entschieden, weil es mittlerweile jede Menge gibt und wir dann bestimmt irgendwelche wichtigen vergessen würden oder dass das dann in eine zu einseitige Richtung gehen würde, und haben uns entschieden, dass wir einfach verlinken auf die Liste der zertifizierten Anbieter, die gibt’s bei der KBV. Da stehen so knapp 40 Anbieter, Stand jetzt, drin, das sind eben die Anbieter, bei denen es feste Zertifikate gibt, die das Ganze in den Einsatz bringen dürfen. Und Ähnliches gilt eben auch für die Chatfunktion für Ärzte untereinander. Auch da gibt’s zertifizierte Anbieter, die von der KBV entsprechend autorisiert worden sind. Genau, und dann gibt’s von den einzelnen Krankenkassen dann immer Apps, die unterstützt werden und mit denen man dann mit den Ärzten in Kontakt treten kann. Ich glaube, da weiß jeder von seiner Krankenkasse wahrscheinlich mittlerweile sehr gut, was da alles möglich ist. 

    Dann würden wir hier schon einen Strichpunkt zumindest machen, denn von den Inhalten sind wir jetzt einigermaßen durch, und wir machen jetzt nur noch schnell eine Abgrenzung, was wir alles nicht bringen. Denn wichtig, gerade wenn’s um Tele-irgendwas geht, Tele-X geht, dann sind natürlich so Punkte wie IT-Sicherheit und Datenschutz ganz, ganz wichtig. Bernhard hat eben schon die Zertifizierung genannt, und wie werden Ärzte vergütet — all das sind Themen, die natürlich wichtig sind zu erwähnen und auch wichtig sind zu diskutieren. Aber wo wir es jetzt einfach nicht schaffen, und auch solche Problematiken, wie dass ja einige von dieser Entwicklung abgehängt sind, weil ihr Breitbandausbau das gar nicht hergibt. Die haben irgendwelche Modems vielleicht noch oder ganz, ganz schlechte Verbindungen, wo man eine Videosprechstunde einfach nicht mitmachen kann. Das ist ein Problem, und das sollte auf jeden Fall jeder ernst nehmen in der heutigen Zeit, wo man tatsächlich auch auf solche Videosprechstunden irgendwann mal angewiesen sein kann. Und gerade auf dem Land, wo wir die umso mehr brauchen, ist die Bandbreite nicht zum Besten gestellt, also hier hoffe ich und hoffen wir alle, dass die Entwicklung hier weitergeht. 

    Das Thema Bandbreite gilt ja komplett global für ganz Deutschland. Bei den anderen Themen, die du angesprochen hast, IT-Sicherheit, Datenschutz, Zertifizierung — das ist auch im Großen und Ganzen nicht pauschal zu beantworten, sondern betrifft wirklich die jeweilige Technik, die diesen einzelnen Lösungen unterliegt sozusagen. Und damit können wir dazu gar nicht eine pauschale Aussage treffen, sondern nur sagen, das sind natürlich wichtige Punkte, die unbedingt beachtet werden müssen, die aber eben für eine Telemonitoring-Lösung im Herzschrittmacher ganz anders aussehen als für eine Online-Terminvergabe bei der Hausarztpraxis. Das kann man sich, glaube ich, leicht vorstellen. Daher wollen wir das nennen, der Vollständigkeit halber, uns aber auch da ein bisschen abgrenzen und sagen, das wären noch mal sieben weitere Folgen, mit denen wir uns dann einem Thema noch im Detail nähern können, und für die wir jetzt keine Zeit haben, weil das Planschbecken wartet. 

    Dann machen wir jetzt keinen Strichpunkt mehr, sondern einen dicken fetten Punkt, vielleicht sogar ein Ausrufezeichen. Und ja, hoffen, dass … Oder ein Fragezeichen, was wir noch alles vergessen haben. Genau, wir hoffen, dass wir zumindest so einen kleinen Einblick geben konnten, für diejenigen, die sich dem Thema noch nicht nähern wollten oder noch nicht nähern konnten. Für einige war es vielleicht eine Wiederholung. Und wir wünschen einen schönen Sommer und warme Sonnentage. Und bleibt weiterhin gesund. 

    Shownotes

  • Folge #105 – Biobanken und LIMS

    In dieser Folge spricht Christian mit Franzy Hohnstädter (Kairos GmbH) über Biobanken und Laborinformationssysteme (LIMS). Wo werden Biobanken eingesetzt? Welche Rolle spielen diese bei der Forschung?

    Wie sieht der Prozess im echten Leben aus und wie sind die entsprechenden Softwarelösungen vernetzt. Diese Folge hatte genug Zeit nach der Aufzeichnung in Ruhe in einem alten Weinfass zu reifen und überzeugt dadurch mit einem ganz besonderen Vanille-Aroma.

    Außerdem zeigt Christian, dass er zwar den Zahlenraum bis 5 nicht so ganz beherrscht (LOINC, ein Wort mit 4 Buchstaben), aber weiß, dass der Global Seed Vault irgendwo „im Eis“ steht. Shownotes: Franzy auf Twitter Kairos GmbH Web Twitter

    Podcast: Play in new window

    Transkription

      

    Franzi, magst du dich kurz vorstellen und kurz die Kairos? Ja, sehr gerne. Ich bin Franzi Hohnstädter, bin Projektleiterin bei der Kairos GmbH. Wir sind ein Softwareunternehmen, das unter anderem ebenauch ein Labor-Informations-Management-System, also kurz LIMS, herstellt, und ich bin zur Kairos gekommen, weil ich in meinem vorherigen Leben, vor der Kairos, eben eine Biobank aufgebaut habe. Ich bin also eigentlich gelernte Biologisch-technische Assistentin und habe diesen Labor-Hintergrund, der an der Stelle für die Firma sehr von Vorteil ist. 

    Ah ja, wunderbar. Siehst du, da hab ich jetzt schon direkt die erste Überraschung für mich. Ich hab gedacht, für Biobanken gibt es nochmal eine eigene Software, dass sich die dort auch LIMS nennt, wusste ich gar nicht. Ist das so? Also LIMS ist immer die Software, die auch in meiner Biobank läuft? Ja, in den meisten Biobanken ist es so. Es gibt natürlich auch Biobanken, die andere Software benutzen, am ehesten wäre da zum Beispiel Excel zu nennen, aber gute Biobanken nutzen dann unter anderem auch ein LIMS. 

    Vielleicht ganz kurz zur Agenda. Es soll sich heute dann hauptsächlich, wie gerade schon gesagt, um Biobanken drehen, und ich find’s gut, wenn du uns gleich erläuterst, was Biobanken sind, dannvielleicht auch so ein bisschen in der Richtung, wo wird das eingesetzt, was für Sachen werden da gebankt, was für Software gibt’s da, wie interagiert diese Software vielleicht mit anderen Produkten. Jetzthast du gesagt, dass du Projektleiterin bist — was läuft denn in der Regel gut bei solchen Projekten, was nicht? Ja. — Also, passt die Agenda für dich? Ach so, ja, die passt. Die ist super. Die ist richtig gut. 

    Also dann: Was sind denn nun Biobanken? Das ist jetzt nichts, wo Leute ihr Geld hinbringen — den Kalauer schenke ich mir. Also, Biobanken sind letztlich … das kann klein sein, das fängt klein an, das kann groß werden. Biobanken sind einfach Organisationen, die sich damit befassen, Proben im großen Stil oder auch im Kleinen zu verwalten. Das beginnt an Kliniken, in Forschungseinrichtungen, Institutionen, Instituten, aber auch im privatwirtschaftlichen Umfeld gibt’s Biobanken. Und was da gesammelt wird, ist im Prinzip alles Mögliche, das kann bei Blutproben anfangen — das, was jeder so kennt, wenn man zum Arzt geht, so ein Blutröhrchen abgenommen —, es gibt Speichelproben, Stuhlproben, Harnproben, aber auch Gewebeproben. Wenn wir jetzt mal in der Humanmedizin bleiben — es gibt aber auch Biobanken für pflanzliche Erzeugnisse. Da wäre zum Beispiel zu nennen, dass es ja auch eine ganz, ganz große Biobank gibt, die im Falle einer Apokalypse dafür sorgt, dass wir allesnachzüchten können. Also da sind tatsächlich alle Samen, die wir hier so haben, auch vorhanden. Das ist letztlich auch eine ganz, ganz große Biobank. 

    Ich hab mal eine Reportage gesehen, in so einem Bunker — wo steht der, steht der nicht irgendwie im Eis? Genau, der steht im Eis, dass man da auch möglichst gut drankommt im Falle einer Apokalypse. Ironie aus, ja, muss man nicht mal dazu sagen. Oder im Eis kommt man nicht gut … das war ein Scherz, oder? Ja, das war ein Scherz. Wir kennen uns auch kaum, da weiß ich noch nicht, wann du ironischbist und wann nicht. Geht auch schnell, wenn man sich nicht sieht. 

    Also jetzt, Biobanken kann man sich also vorstellen: Da wären irgendwelche biologischen Stoffe, wie du gerade gesagt hast, die werden dort einfach gelagert, und damit man weiß, wo was liegt, von wemdas ist, wie lange das so liegt, dafür braucht man vermutlich die Software. Das ist exakt genau so. 

    So, jetzt hatte ich ja vorhin gesagt, die Agenda: In welchen Häusern gibt es denn diese Biobanken? Du hast vorhin gesagt, kleine bis große. Ist es so, dass in der Regel so jedes normale Kreiskrankenhauseine Biobank hat — also dass die Universitätskliniken so was haben, das weiß ich. Welche Häuser haben normalerweise dann die medizinischen oder humanmedizinischen Biobanken? Das kann man jetztnicht so per se pauschal sagen, aber in der Regel tatsächlich alle, die eben auch Forschung betreiben, und auch Forschung an Menschen, am Tier, an Pflanzen, die haben zumeist auch eine Biobank, um eben die Vielzahl an Proben zu lagern, um später dann auch Analysen auf diese Proben zu fahren. 

    Also das Einsatzgebiet ist dann eher die Forschung und die Wissenschaft. Für die Versorgung braucht man keine Biobanken, oder gibt es da auch Use-Cases, wo für die Versorgung was vielleichtzwischengelagert wird, weil die Pathologie gerade überlastet ist oder sowieso was? Naja, letztlich dient die Forschung ja auch irgendwo dann immer der Versorgung, also aus Forschung kann auchVersorgung werden. Von daher würde ich sagen, die Versorgung profitiert auf jeden Fall von den Proben der Forschung. 

    Du hast vorhin schon ein paar Beispiele genannt, also klassischerweise Blutproben, Stuhlproben, Harnproben und so weiter. Was wird denn dort noch vorgehalten und wie lange, und gibt es da, weiß ich nicht, wird das dann eingefroren mit flüssigem Stickstoff, oder wie kann man sich das tatsächlich praktisch vorstellen, jetzt noch unabhängig von der Software? Ja, also genau, im Prinzip sind der Probensammlung keine Grenzen gesetzt, alles, was sich irgendwie einlagern lässt, kann ich auch einlagern. Besonders ist, dass letztlich die Ausstattung eine ganz große Rolle spielt. Es gibt verschiedene Arten, die Proben zu lagern, du hast ja gerade eben schon angesprochen, Stickstofftanks sind so eigentlich mit die verbreitetste Variante. Da können Proben eben am längsten haltbar gemacht werden, weil wir da Temperaturen von bis zu −196 Grad Celsius erreichen können. Dennoch gibt es eben Proben, die kann man einfach gar nicht so kalt lagern, da sind dann die Temperaturen so bei −80 Grad. Es ist dann in der Regel nicht ein Stickstofftank, sondern eine ganz einfache Kühltruhe oder ein Kühlschrank. Und es gibt aber auch Proben, die kannst du eben noch bei mehr Grad, also so bei −20 Grad, da fängt dann so die Langzeitlagerung an. Es gibt dann aber auch wieder Unterschiede, es gibt eben Proben, die würden sich nicht nur bei Kälte halten, sondern die müssen dann auch noch so ein bisschen konserviert werden. Dafür gibt es dann unterschiedliche Chemikalien, die eben dafür sorgen, dass die Verdauungsprozesse, die trotz Einfrieren immer noch, aber halt nur sehr verlangsamt stattfinden, gestoppt oder nahezu aufgehalten werden. 

    Okay, wie groß sind dann solche Biobanken in den Häusern? Genau, es ist ganz, ganz unterschiedlich, je nachdem, wie viel Forschung betrieben wird. Es gibt Standorte, da sind die Biobanken riesig, da werden Millionen von Proben gelagert, dann gibt es aber auch wieder ganz kleine Biobanken, die sich auf mehrere tausend Proben belaufen. 

    Was ist denn so der Standard-Use-Case? Warum — bleib ich vielleicht mal beim menschlichen Blut — warum menschliches Blut eingelagert wird? Muss der Patient dann vorher einstimmen und sagen, ja, ich stelle mein Blut für Forschungszwecke zur Verfügung, das wird dann abgenommen, dort eingelagert, und immer, wenn dann irgendwie ein Forscher in Zukunft irgendwelche Studien machen oder was analysieren möchte, dann darf der darauf zugreifen — oder wie läuft da der Prozess ab? Genau, im Prinzip ist es genau das. Also wenn ein Patient in die Klinik eintrifft und untersucht werden soll, dann ist die Klinik da schon immer sehr aufmerksam und guckt eben, erfüllt der Patient irgendwelche Kriterien, die für meine Forschung relevant sind. Es geht natürlich alles immer nur, wenn ich auch die entsprechende Software parat habe, dass ich sehen kann, was hat mein Patient zum Beispiel für Erkrankungen, ist der schon mal bei mir gewesen, wie war der Verlauf? Und wenn ich eben sehe, oh, der Patient trifft zu, dann kann ich ihn explizit auf eine Studie ansprechen und sagen, Sie würden hier bei uns für eine Studie in Frage kommen. Dafür brauche ich eben wiederum das Einwilligungsmanagement, dass der Patient eben sagen kann, ja, ist okay, du darfst meine Proben lagern und du darfst mich auch rekontaktieren, wenn du beispielsweise was findest. 

    Es gibt aber auch einfach Kliniken, die haben so einen Broad Consent, einen ganz allgemein gefassten, dass, wenn Leute in die Klinik kommen oder Patienten in die Klinik kommen, dass sie dann eben sagen, hier, bitte unterschreiben Sie, dass wir Ihre Proben oder die Restproben, die wir eben nicht brauchen oder nicht mehr brauchen, um Ihre Diagnosen zu stellen, dann auch für die Forschung freigegeben sind. Aber es ist eben ganz wichtig, dass im Prinzip auch das Patientenmaterial — nicht nur die Daten, die der Patient eben letztlich über sich freigibt, sondern auch das Material, was genutzt wird — durch seine Einwilligung freigegeben wird. 

    Vielleicht ganz kurzer Querverweis, also wieder ein Audio-Hyperlink sozusagen: In einer der ersten Folgen des eHealth-Podcasts, vor nunmehr vier Jahren, gab’s genau dazu — also zum Thema Consent, zum Thema Forschungsplattform, zum Thema Einwilligungs-Matching, was sind Einschlusskriterien, anhand derer vielleicht dann Ärztinnen und Ärzte, die in der Versorgung arbeiten, darauf hingewiesen werden, dass es gerade eine Studie gibt, die für den aktuellen Patienten passt. Da haben wir auch einen Podcast zu gemacht, mit Benjamin Trincheck und Kai Fister von der Universitätsmedizin Greifswald. 

    Okay, das heißt, wenn ich jetzt dann irgendwie vermutlich bei einer Uniklinik bin und dort dann einwillige, also den allgemeinen — was hast du gerade gesagt — Broad Consent gebe, dass also solche Proben von mir eingelagert werden dürfen, wie schaut das dann jetzt praktisch aus? Genau, also hier sprechen wir eigentlich schon tatsächlich über Labor-Informationsmanagement-Systeme, die genutzt werden können, um solche Probensammlungen auch zu verwalten. Das beginnt immer erst mal damit, dass man einen eindeutigen Bezug zwischen meiner Probe und meinem Patienten herstellen muss. Das funktioniert über IDs, die eben eindeutig sind, die kann ich in so einer Software automatisch generieren. Da passt die Software eben auf, dass solche IDs eindeutig bleiben, und zwar systemübergreifend, egal, ob ich verschiedene Organisationen in meinem System anlege oder nicht. 

    Da sprechen wir ja auch eigentlich schon über die Problematik: Wenn ich eben so eine Software, eine umfassende Software, nicht habe, dann habe ich eben unzureichende Dokumentation, ich kann nicht mehr zwangsläufig in einem System die Probe zu meinem Patienten finden. Ich muss in viele Systeme gucken, um eben zu schauen, welcher Patient gehört jetzt zu der Probe, wie viele Proben habe ich aus meinem Patienten gewonnen, wie viele kleinere Proben habe ich daraus gemacht, welche Analysen habe ich gefahren. Das ist eben die Schwierigkeit darzustellen, wenn ich — und das ist leider heutzutage noch viel der Fall — Excel an meiner Biobank nutze. Weil Excel funktioniert ja auch immer, ne? Das bloß nicht, ja? Machen wir nichts, ich stöhne einfach nur so vor mich hin, weil ich es ganz schrecklich finde, wenn mir Fax oder Excel im professionellen Bereich, also bei Personen, das vorkommt. Ja, das ist aber tatsächlich … Oh, es geht so häufig, passiert ja. Ja, das ist unser täglich Brot, das passiert uns ganz oft. 

    Wir haben Excel als Dokumentationswerkzeug, und es soll auch immer total toll sein, und die Daten sind auch sauber drin. Und wenn wir dann anfangen, die Daten zu bereinigen, dann sehen wir, wo die Schwierigkeiten sind. Das war jetzt wieder Ironie, oder? Das müssen wir jetzt ja immer dazu sagen. Das heißt, die Leute sagen, die sind total super und total sauber, die Daten. Und dann fangt ihr an, die zu importieren, vielleicht nach einer Einführung, dann stellt ihr fest, oh … Ja, und dann geht nämlich das Gesuche los, dann fangen die Leute an zu gucken, wo sind denn jetzt tatsächlich meine Proben? Und genau da setzt eben so ein LIMS an zu sagen: Ich habe immer parat, wie der Lebenszyklus meiner Probe ist, heißt, aus welchem Patienten kam meine Probe, welche Proben sind daraus geworden — Serum heißt ja nicht immer gleich Serum, ich kann daraus ja verschiedene Probenarten wieder gewinnen —, welche Analysen habe ich dazu. Und das kann ich dann eben viel, viel besser und einfacher der Forschung bereitstellen. 

    Okay, jetzt haben wir auch bei uns schon relativ viel Software besprochen, die so standardmäßig im Krankenhaus eingesetzt wird, also beispielsweise das KIS. Ist es dann so, dass so ein … Wir hatten ja schon mal Order Entry. Das ist ein ganz normaler Auftrag, der rausgeht, nur diesmal umgekehrt: Also wenn der Patient eingewilligt hat, schickt dann die Labor-Software einen Auftrag an den behandelnden Arzt oder an die Ärztin, schick mir doch bitte was, um das einlagern zu können — also ist der Prozess dort umgedreht als normalerweise? Das kommt ganz darauf an, also was die Software, in Anführungsstrichen, für eine Sprache spricht. Es gibt natürlich LIMS-Software, die spricht HL7, und da muss man gucken, geht das bidirektional oder unidirektional. Dann kann ich nämlich mit so einem KIS ganz locker-flockig kommunizieren und erhalte eben die ganzen Patienteninformationen direkt in das LIMS rein, genauso wie die Probenanlage, und kann aber auch an das KIS zurücksenden, wenn ich Analyseergebnisse erhalten habe. Wichtig ist halt hier einfach, dass man die Interoperabilität zwischen den einzelnen Systemen schafft. 

    Jetzt ist mir ein kleines Herzchen aufgegangen, also wenn du da noch „semantische“ davorgesetzt hättest, dann wäre mein Tag gelaufen gewesen. Womit ich direkt übergehe zur Frage: Wie stellt ihr denn sicher, dass auch das empfangende System oder dass beide Systeme das Gleiche hierdrunter verstehen? Bei mir im Hinterkopf sind da fünf Buchstaben, die mit L beginnen — ist das bei euch oder in den Projekten tatsächlich immer der Standard, kommuniziert ihr eher alle über LOINC? Tatsächlich haben auch wir mittlerweile LOINC schon eingebunden, wir machen das Ganze nicht direkt im LIMS, sondern haben da noch eine extra Komponente, ein sogenanntes MDR, Metadata Repository, was eben ermöglicht, dass verschiedene Systeme über dasselbe Vokabular sprechen können. So kann ich eben im MDR definieren, Gerät X Y versteht unter dem und dem Wert das und das, und das LIMS versteht darunter eben den LOINC-Wert. So schaffe ich das eben, dass am Ende diese Systeme miteinander kommunizieren können und ich alle Daten aber in einem System habe und eine bessere Durchsuchbarkeit, eine wesentlich bessere Vernetzung habe und damit auch besser forschen kann. 

    Das heißt, das ist jetzt in diesem konkreten Falle der Biobank oder des Labors eigentlich auch nur deswegen notwendig, weil nicht alle LOINC sprechen, oder? Das heißt, wenn LOINC eindeutig wäre und es jeder sprechen würde, dann wäre für diesen einzelnen Use-Case vermutlich das Metadata Repository gar nicht notwendig, aber natürlich würde sowas wieder notwendig, wenn man sich noch mehr Systeme anguckt, die im Krankenhaus dann dort stehen. Das Problem ist ja auch, dass in Krankenhäusern wirklich, wirklich super viel Software zum Einsatz kommt. Wir haben KIS-Systeme, LIS-Systeme, wir haben Systeme, in denen die Radiologie-Daten, also die Daten von irgendwelchen Röntgenaufnahmen oder Ähnliches, liegen, Kommunikationsserver, Einsatzplanung, Pflege-Systeme, also ohne Ende. Und wer führt die Daten zusammen? Und da kommen wir eben an die Schwachstelle in der Forschung. Diese Datenzusammenführung ist im Prinzip das Allerwichtigste, um am Ende Personalisierte Medizin anwenden zu können. 

    Jetzt bist du ja Projektleiterin in diesem Kontext — was klappt denn erstaunlich gut oder was klappt gut bei solchen Projekten, und was ist eher schwierig? Was immer gut funktioniert ist, wenn Systeme angeschlossen werden sollen, die Standards sprechen. Also wenn ich ein System anschließe, das sowas wie HL7 spricht, dann ist das für mich sehr einfach. Aber gibt es Systeme, die nicht HL7 sprechen im Krankenhaus und vielleicht nicht LDT, also HL7 und LDT? Ja, wenn wir von LIMS-Systemen sprechen, dann sprechen wir nicht nur eben von den ganzen Krankenhaus-Informationen, sondern wir haben ja auch ganz viele andere Schnittstellen. Wenn wir von Biobanken sprechen, unter anderem eben so automatisierte Lagersysteme, die sprechen solche Sprachen nicht, und da fängt dann eben auch die Schwierigkeit an. Denn dann müssen sich plötzlich zwei Hersteller, die Interessen haben, und zwar eigene Interessen, zusammensetzen und gemeinsam eine Schnittstelle spezifizieren. Und da muss man eben daran denken, es geht nicht darum, seine eigenen Interessen durchzuboxen, sondern das große Ganze eben zu sehen. Und das fällt dem einen oder anderen dann doch schwerer, als man sich das wünschen würde. 

    Sehr gut, jetzt hast du gerade sehr interessante Begriffe genannt, automatisierte Lagerhaltung. Das heißt, das sind dann irgendwelche Roboter? Das ist so, da darfst du zu verstehen … Genau, große Biobanksysteme nutzen dann eben solche automatisierten Lagerhaltungen. Das sind tatsächlich Roboter, die die Möglichkeit haben, wenn es möglich ist, mit dem LIMS zusammen zu kommunizieren. Das heißt, ich kann aus dem LIMS heraus einen Einlagerungsauftrag schicken, und die Proben werden dann eben eingelagert. Die automatisierten Lagersysteme sind so schlau, dass sie sehen, wo habe ich noch Kapazitäten, und lagern die Proben dann dort auch ein, sodass ich eben möglichst platzsparend meine Proben einlagern kann. Ich kann auch über Nacht zum Beispiel sagen, die defragmentieren mir mein Lager, und dann … 

    Oh, wie cool, das kenne ich noch von den alten Festplatten, als man noch nicht SSDs hatte, sondern genau das, dass das sozusagen aufgeräumt wurde. Oder so sortiert wurde, dass die Sachen, die vermutlich am häufigsten oder als Nächstes abgefragt werden, dann zusammenhängend sind oder am Anfang der Festplatte — oder so was in der Richtung. Genau, absolut. Und da ist es eben wiederum wichtig, dass dann eine beidseitige Kommunikation stattfindet: Wenn ich über Nacht so ein Lager defragmentieren lasse, ist es super wichtig, dass ich am Ende die Nachricht auch wieder in meinem LIMS sehe, damit ich nicht einfach meine Proben verliere und gar nicht weiß, wo ich die herkriege. Das gefällt mir, also Defragmentieren hab ich schon ewig nicht mehr gehört und auch schon ewig nicht mehr gemacht. 

    Sehr gut, okay, das war mir gar nicht bewusst, hab ich aber auch, muss ich gestehen, nie drüber nachgedacht, dass natürlich solche Maschinen und entsprechende Software dafür auch dort laufen müssen. Also, dass es jetzt nicht da jemanden gibt, der dann in großen Tanks die Sachen, die ganzen Gläschen, dort eintaucht, sondern dass es dafür natürlich auch Roboter gibt. Und die werden wahrscheinlich dann genauso auch für andere Sachen noch genutzt und werden dann vermutlich nicht eben HL7 sprechen. Genau, richtig. Also da ist halt die Schwierigkeit: Solange wir von Standards sprechen, ist alles gut, solange wir über Neuspezifizierungen sprechen, wird es schwierig. Und am Ende hat halt jede Biobank auch ihr ganz, ganz eigenes System, mit den Proben umzugehen, die Verwaltung und die Weiterverarbeitung der Proben, sodass wir auch dort immer mal wieder auf Schwierigkeiten treffen, die einzelnen Anwendungsfälle abzubilden. 

    Okay. So, das war’s dann hier. Franzi, ich habe im Vorgespräch angekündigt, womit ich immer diese Interviews beende, nämlich dass ich noch mal die Frage stelle, welche Frage ich vergessen habe, dir zu stellen, und jetzt du. Bist du noch da? Ja. Jetzt sag nicht, dass du das wieder vergessen hast und dich jetzt hier auf kaltem Fuß erwische. Ich dachte, da kommt deine andere Frage. Ja, welche Frage habe ich vergessen, oder welche Frage hätte ich dir noch stellen [sollen]? Hättest du mich nicht gefragt, was ich dazu beitragen kann — Politik und Unternehmen? Ne, ne, ich will wissen: Also wenn du meinst, dass das eine Frage ist, die es wert ist, dir gestellt zu werden, dann stell dir selbst die Frage und beantworte sie; wenn es noch eine andere Frage gibt, die vielleicht noch besser wäre, dann stell dir diese selbst und beantworte diese dann. 

    Okay, dann möchte ich diese Frage beantworten, wie Politik und Unternehmen an der Stelle eingreifen oder unterstützen können. Das ist wieder einfach wie … Biobank und Corona, oder was meinst du? Nein, ganz im Allgemeinen. Im Allgemeinen Biobanken zu unterstützen, Software an Biobanken zu unterstützen oder den Einsatz von … Also ein Appell an die Politik? Genau, ein Appell an Politik und Unternehmen, nicht nur die Politik, ganz allgemeiner Hinweis quasi. Wichtig ist eben, die Biobanken zu unterstützen, dass eben — Achtung — Personalisierte Medizin und Vernetzung immer größer werden, das große Ganze zu betrachten und nicht einfach nur zu sagen, ich hab das, das und das System. Wir müssen diese Systeme vernetzen, um Forschung betreiben zu können. Wir dürfen nicht mehr einfach nur die Scheuklappen aufhaben und sagen, mich interessiert nur mein Forschungsgebiet. Die hängen alle miteinander zusammen, und um am Ende den Patienten wirklich helfen zu können, muss man eben alle Informationen und Daten, die ich zu meinem Patienten habe, zusammenführen. Ansonsten kann ich ihm nicht helfen, denn am Ende forschen wir für Patienten. 

    Sehr gut, ein flammendes Plädoyer am Ende. Vielen Dank, Franzi Hohnstädter 

    Shownotes:

  • Folge #104 – Usability-Engineering

    In dieser Folge geht es um Usability, oder auf Deutsch „Gebrauchstauglichkeit“ ist ein deutlich unterschätzter Begriff. Er beschreibt nicht, dass ein Produkt schöne Farben und funky Buttons haben soll. Viel mehr bedeutet er, dass ein Benutzerin das Ziel mit einem Produkt effektiv, effizient und zufrieden erreichen kann. Dazu muss man aber wissen, wer der spätere Benutzerin ist.

    Wie er arbeitet. In welchem Umfeld. Welche Kenntnisse vorhanden sind. Anders ausgedrückt: Alleine am Produkt selbst kann man nicht ablesen, ob ein Produkt „usabel“ ist, oder nicht. Für einen Benutzer kann das Produkt eine sehr gute Usability haben, für einen anderen nicht. Bernhard und Christian erläutern genau dies, mit einigen Beispielen. Und erklären auch, wie man Usability steigern kann, z.B. mit Reviews, Eye-Tracking, Fragebögen und auch quantitativen Methoden wie GOMS.

    Letzteres ist nicht perfekt, wenn man es aber eine Zeit lang einsetzt, wird das Bewusstsein dafür geschärft. Und jetzt ist auch der deutsche Begriff für „awareness“ klar: Bewusstsein. Natürlich darf auch die DIN ISO 9241 nicht fehlen, als Norm für die „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“.

    Podcast: Play in new window

    Transkription

      

    Thema heute: Usability. Und so viel vorweg: Wenn ihr meint, dass Usability etwas mit schönen Farben und gutem Aussehen und Icons zu tun haben sollte, dann bleibt unbedingt dran, denn Usability ist vielmehr. 

    Also, ich starte in meiner Vorlesung immer mit dem Bild, ich zeige drei Kameras. Links so eine Kinder-Fisher-Price-Kamera, klickibunti, die auch runterfallen kann und nicht kaputtgeht. In der Mitte danneine Point-and-Shoot-Kamera, so heißen die Dinger glaube ich — also die Kameras, mit denen man vor 15 Jahren im Urlaub war, also irgendwo draufzeigen, draufdrücken und gut ist. Und ganz rechtsdann so eine Spiegelreflexkamera, eine digitale, in der man alles einstellen kann, manuellen Weißabgleich und was weiß ich was alles. Und dann frage ich die Studierenden immer, was denn jetzt die Kamera mit der besten Usability sei. Und wenn ich dann Glück habe und manche sich melden, dann sagen die … oder was würdet ihr sagen? Denkt kurz nach: drei, zwei, eins. 

    Also, die meisten würden sagen, die Fisher-Price-Kamera, weil viele Leute einfach verwechseln: Usability hat was mit eingeschränkter Auswahlmöglichkeit oder auch maximaler Einfachheit oder sowas in der Richtung zu tun. Aber so ist es nicht. Sondern — und das ist, glaube ich, wenn man das Bild gut verstanden hat, dann hat man schon ganz viel von Usability verstanden — es kommt immer auf den Kontext an. Für ein kleines Kind von vier Jahren ist natürlich die Fisher-Price-Kamera die, die am besten geeignet ist, Fotos zu machen. Für einen Fotografen, der Porträtfotos macht, natürlich die Spiegelreflexkamera. Ihr seht schon, Usability kann man nicht nur vom Produkt selbst ableiten, sondern man muss wissen, welche Benutzer welches Ziel mit diesem Produkt erreichen wollen. Und erst dann kann man sagen, ja, in diesem Kontext hat das Produkt eine gute Usability. Also Usability ist nicht schöne Farben, schöne Icons oder sonst irgendwas, sondern das ist viel mehr. 

    Vielleicht noch eine Anregung, das ist auch das, was in der Wirtschaft nach meiner Beobachtung gerade immer wichtiger wird. Zumindest in unserem Bereich, also bei den aktuellen KIS-Systemen, bei den Arztpraxis-Systemen, aber auch bei anderen medizinischen Systemen, ist das ein Punkt, auf den immer mehr Augenmerk gelegt wird, weil die Produkte sich von der Funktion gar nicht mehr so wahnsinnigunterscheiden und die Hersteller einfach zu viel Prügel haben einstecken müssen. Das ist einfach nicht mehr in Ordnung, wenn der Arzt da dreimal klicken muss und die Ärztin, wenn sie eine Diagnose eingibt, in vier unterschiedliche Masken springen muss, sondern das Ganze muss jetzt wirklich zielgerichtet zum tatsächlichen Ziel führen. Nicht umsonst sind Google und Apple genau damit großgeworden: Also du möchtest was suchen in der Suchmaschine, ja, dann packt der nicht sieben Checkboxen hin, macht ein Suchfeld hin und einen Button, und gut ist’s. Und für diese ganze Usability gibt es auch eine eigene Norm, das ist die ISO 9241. In der wird eben beschrieben, wie Hardware zu sein hat, wie Software zu sein hat, die eine gute Usability haben sollen, dort wird auch beschrieben, was es für Dialog-Kriterien gibt, und auf das wollen wir heute ein bisschen eingehen. 

    Dann holen wir noch mal kurz aus und gehen nochmal einen Schritt zurück, um zu sagen: Was ist denn überhaupt Usability? Du hast schon ein bisschen angedeutet, es ist mehr als nur die grafischeBenutzeroberfläche und irgendwie coole Icons und Farben. Sondern das ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs, das, was man als User natürlich als allererstes sieht. Aber hinter der Benutzeroberflächestecken ja andere Elemente, da steckt ja auch noch das dahinter, was ich überhaupt darstellen kann. Also welche Informationen habe ich in meinem System abgebildet? In welcher Struktur, in welcherForm sind die abgebildet, und welche Funktionen habe ich überhaupt in meinem System zur Verfügung? Das wiederum hängt sehr stark davon ab, was habe ich denn überhaupt für Prozesse imHintergrund? Welche Abläufe sind in meinem System sozusagen modelliert? Welche Ziele sind dahinterlegt, und wie soll, aufbauend auf diesen Zielen, meine Anwendung gestaltet werden? 

    Genau, also wenn man die Benutzung und das Ziel und den Kontext nicht kennt, kann man auch kein Produkt bauen, das eine gute Usability hat. Versuchen wir das mal ganz konkret zu machen an einemBeispiel. Ich möchte irgendwie ein Dokumentationssystem bauen. Und ich sehe mir die Benutzeroberfläche an und sage: Wow, die Items sind alle wunderbar schön hinterlegt, da kann ich als User das wunderbar eingeben. Das ist die Oberfläche, der erste Punkt, der sollte natürlich auf jeden Fall erfüllt sein. Aber dann kommt eben auch die Struktur: Habe ich überhaupt alle Informationen auch hinterlegt, die ich für diesen Prozess brauche? Und habe ich die auch in der richtigen Form hinterlegt? Oder sind das alles nur Freitextfelder, keine Zahlenfelder, keine Datumsfelder? Der dritte Schritt wäre dann ebendie Analyse der Prozesse: Habe ich dabei vielleicht auch berücksichtigt, dass diese einzelnen Items in meinem Formular vielleicht von unterschiedlichen Personen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Rollen eingegeben werden? Nur wenn ich all diese drei Komponenten, also den Prozess, die strukturierten Informationen und das Ganze in einer schönen Oberfläche gemeinsamberücksichtige, dann kann irgendwie eine gute Usability gelingen. 

    Gut, und jetzt haben wir vorhin schon gesagt — ich weiß, ISO-Normen sind immer unglaublich sexy, die ziehen wahnsinnig — aber wenn es schon eine eigene ISO-Norm gibt zu diesem Bereich, dannmöchte ich da auch vielleicht eine Sache kurz vorstellen. Es gibt ein ganz nettes Bild oder eine Skizze, die beschreibt, wie Gebrauchstauglichkeit angewendet werden soll. Das Wichtigste ist das Ziel, das der Benutzer erreicht. Das wird dort dargestellt, und das Produkt muss passen zu diesem Benutzer, zu seiner Aufgabe, zu seiner Umgebung und zu seinem Arbeitsmittel. Vielleicht da auch ein Beispiel: Eine Software im Trauma-Raum von einem Krankenhaus muss natürlich durchaus anders aufgebaut sein als jetzt vielleicht eine Software mit ähnlichen Funktionen, die in einem Pflegeheim läuft, wo weniger häufig hektische Situationen herrschen, wo man vielleicht weniger mit visuell markanten Elementen arbeiten muss. Dort haben wir eine ganz andere Umgebung, wir haben vielleicht andereArbeitsmittel, viel weniger IT-Durchdringung im Pflegeheim als hier zum Beispiel auf einer Intensivstation. Wir haben anders ausgebildete Benutzer, das heißt, all das muss man wissen, damit der Benutzereben mit diesem Produkt auch das Ziel erreichen kann. 

    Und wenn er das Ziel erreichen kann, dann wäre es total super — jetzt kommen die Begriffe, die wir hier in Konstanz den Studierenden immer um die Ohren hauen. Es ist wichtig, dass Effektivität, Effizienzund Zufriedenstellung auch gut sind. Effektivität heißt, der Benutzer kann das Ziel überhaupt erreichen, also er kann das, was er machen möchte, auch machen. Effizienz heißt, dass er das mit möglichstwenig Ressourcen machen kann, also ohne jetzt zum Beispiel viel Zeit dafür aufzubringen. Und Zufriedenstellung heißt, dass er dabei … ja, zufrieden ist. Und all das kann man natürlich auch messen, da können uns zum Beispiel Fragebögen hilfreich sein, da kommen wir vielleicht später gleich nochmal dazu. 

    Das ist ein Bereich, den die ISO 9241 abdeckt, aber die kann noch mehr, nämlich: In der 9241 gibt es einen eigenen Teil mit den Grundlagen der Dialoggestaltung, und das Schöne an diesen Grundlagenist, dass diese sehr übergreifend formuliert sind. Das ist nicht für einen ganz speziellen Kontext, für irgendwie eine Maschinensoftware in einem Industriewerk oder für irgendwie Krankenhaussoftware ganzspeziell, sondern sehr allgemein. Und da gibt es eben sieben Kriterien. Das ist die Aufgabenangemessenheit, die beschreibt im Prinzip, wie wird der Anwender bei der Erledigung seiner Arbeitsaufgabenunterstützt. Die Selbstbeschreibungsfähigkeit, da geht es darum, sind die einzelnen Dialog-Elemente auch direkt verständlich für den Benutzer, also was passiert, wenn ich auf diesen Button drücke, ist das Icon entsprechend gewählt, beispielsweise. Ein weiterer Punkt ist die Steuerbarkeit: Kann ich meinen eigenen Ablauf so verändern, wie ich das brauche? Stichwort Anfänger oder Experten — kann ich alsExperte vielleicht ein paar Schritte überspringen oder als Anfänger nochmal einen Schritt zurückgehen? 

    Nächster Punkt, Erwartungskonformität, also entspricht ein Dialog der Erwartung und Erfahrung des Benutzers. Genau, wenn du da zum Beispiel einen Bilder-Viewer für ein Handy programmierst und die Geste „mit zwei Fingern auseinanderziehen“ nutzt, um ein Bild unwiderbringlich zu löschen, dann ist das nicht erwartungskonform, sondern die Leute würden erwarten, dass du dann ins Bild reinzoomst. Wenn du die aber zum Löschen nutzt, dann hast du diese Vorgabe richtig gerissen, und dann wirst du wahrscheinlich eine Ein-Sterne-Bewertung bekommen. Ein weiterer Punkt eben die Fehlertoleranz, also wie geht ein System mit entsprechenden fehlerhaften Eingaben um? Wir kennen das alle von Google, wir tippen da die Suche ein, und dann kommt häufig — gerade wenn man das schnell eintippt — „Meintest du eigentlich …“, und häufig steht dann genau die Form, eben ohne Rechtschreib-Vertipper, mit drin. Das ist ein Beispiel für eine gute Fehlertoleranz, da werden die Treffer angezeigt für das, was man tatsächlich gesucht hat. 

    Zwei Punkte noch: die Individualisierbarkeit, also kann ich meinen Dialog an meine Arbeitsaufgabe und meine individuellen Fähigkeiten anpassen. Und das dritte, Lernförderlichkeit: Werde ich dahintrainiert? Ein Beispiel, ob das jetzt positiv oder negativ ist, könnt ihr selber entscheiden, ist diese schöne Büroklammer in Word. Das ist eine, die manche von Word vielleicht kennen, aber keine Bewertunghat — dazu sind wir zu alt. Hast du ein aktuelleres Beispiel? Ja, habe ich. Und zwar beim Spielen, da gibt es ja am Anfang immer dieses … Ein Tutorial. Ein Tutorial, genau. Das ist, wenn man ein Spiel wirklich das erste Mal spielt, gut, aber wenn du es dann schon kennst und nach zwei Jahren erst mal wieder installierst, dann nervt es dich, wenn du das auch nicht abbrechen kannst. Das heißt, da habenwir dann Lernförderlichkeit super, Individualisierbarkeit — wenn man es nicht abbrechen kann — mies. 

    Genau, aber von unseren Spielen zurück zu den Dialogkriterien. Die haben wir jetzt durch, diese sieben Stück, und gleich werden wir eben noch mit dem ISONORM-Fragebogen darauf kommen, wie man das Ganze messen kann. 

    Messen ist eine hervorragende Überleitung, vielen Dank, Werner. Also, wenn ihr verantwortlich seid für Software, dann macht ihr das sowieso hoffentlich schon so, dass ihr eine saubereAnforderungsermittlung macht — darüber haben wir ja schon mal gesprochen, Requirements Engineering —, dass ihr das vielleicht bewerten lasst nach der Kano-Methode. Ja, also wir haben euch ja schon wirklich richtig praktische Hilfsmittel an die Hand gegeben, um das ingenieurmäßig und nicht zufällig zu erheben. Das wollen wir jetzt bei Usability Engineering nämlich auch machen. Und zwar gibtes da hervorragende Messmethoden, und zwar solche, die auch nicht nur für Software relevant sind. 

    Eine Technik, die dann überall genutzt wird, ist das Eye-Tracking. Das gibt es für Software, das gibt es aber auch sonst, zum Beispiel für einen Supermarkt, da wird es häufig genutzt. Da bekommen also Menschen eine Brille aufgesetzt, die einmal nach vorne filmt, also quasi filmt, wo der Mensch, der die Brille aufhat, gerade hinguckt, aber die Kamera filmt auch die Pupillen und weiß dann, auf welchenBereich genau der Mensch schaut. Und so kann man dann natürlich feststellen, ob der jetzt eher oben oder unten hinguckt, auf die teure oder die günstige Ware. Und das wird auch genutzt, wenn ihr zumBeispiel Software habt und gucken wollt, ob der Benutzer damit klarkommt. 

    Wie sollte das praktisch aussehen? Also, idealerweise habt ihr dafür einen Testaufbau, der dem entspricht, wie der Benutzer später auch arbeitet. Also dass ihr vielleicht ein bisschen Stress sogar erzeugt: Wenn ihr einen Benutzer habt, der dann später in der Trauma-Station arbeitet, dann ist es so, dass ihr dem normalerweise eine Aufgabe gebt. Also, er erfasst jetzt mal bitte ein Medikament mit folgendenAngaben. Dann sitzt ihr daneben und schaut einfach nur zu, was der Mensch macht. Wo der Mensch hinguckt, wo der Mensch hinklickt, wird aufgezeichnet, also wo er hinschaut, als auch wo er sich mitder Maus hinbewegt, und er sollte idealerweise noch ein Mikrofon dabei haben, in dem er erzählt, was er denn gerade macht. Also, dann hört man, was passiert, wie: Also, wenn ich ein Medikamentverordnen will, dann würde ich jetzt hier vielleicht auf Medikamente klicken. Ach nee, da sehe ich nur, was er schon hat. Ach, da ist ein Button „Neues Medikament verordnen“, dann klick ich mal darauf. Da lernt man super viel. Warum? Die Methode des lauten Denkens, oder „Thinking Aloud“. Das ist also das, wo man wirklich viel lernt, haben wir damals in der Industrie auch gemacht. 

    Das ist interessant, wenn man dann Entwickler mit dazunimmt. Wenn man als Mensch daneben sitzt, der dafür verantwortlich ist für das Produkt, darf man nichts sagen. Es sei denn, der Benutzer fragtirgendwas und kommt überhaupt nicht weiter, dann kann man einen kleinen Tipp geben. Aber ansonsten muss man daneben sitzen und das Ganze über sich ergehen lassen. Und das ist schon interessant, wenn dann Entwickler, die vielleicht längere Zeit an dem Produkt gearbeitet haben, dann erst mal sehen, wie das ein Benutzer benutzt — da gibt es unglaublich riesige Erkenntnisgewinne. Also, kann ich nur empfehlen. 

    Ganz kurz, nachdem wir Professoren sind, ein Beispiel: Ich habe mal eine hervorragende Bachelorarbeit betreut. Da haben die genau das gemacht, die haben sich angeschaut, in dem Usability-Review, wie Software bedient wird unter unterschiedlichen Stressleveln. Und zwar haben sie einen Studenten genommen, der sollte was machen, auch in einem KIS. Eine Aufgabe, da hatte er dann eineViertelstunde Zeit dafür und konnte ganz alleine da sitzen. Dann gab es zwei Wochen Pause, und dann wurde ihm — ich glaube Death Metal — laut über Kopfhörer reingespielt, zwischendurch kam einAnruf, er war schwer unter Zeitnot und musste zwischendurch noch irgendwelche Matheformeln berechnen. Und dann war es erstaunlich, wie viele Fehler dann auf einmal passieren. Also man kann das nicht nur nutzen, um nachher eine schönere Oberfläche zu bauen sozusagen, sondern man kann das auch nutzen, um potenzielle Fehlerquellen zu verhindern. Das grob zum Thema Usability-Review und ein bisschen zur Technik Eye-Tracking. 

    Magst du dann noch kurz den Fragebogen erzählen, weil Fragebogen ist ja so gar nicht meins. Klar, kann ich gerne machen. Also, das Eye-Tracking hat den großen Vorteil, dass ich objektive Datenbekomme, dass ich im Prinzip die einzelnen Messungen vornehmen kann. Meine Pupillenmodulation, die kann ich jetzt nicht so einfach selbst kontrollieren, sondern das passiert oder passiert eben nicht, und das kann dann eben aufgezeichnet werden. Aber genauso ist es in vielen Fällen geschickt, diese objektiven Daten auch mit subjektiven Einschätzungen zu korrelieren und zu bewerten. Das heißt, das geht in der Regel ganz gut mit einem Fragebogen, und da gibt es im Bereich der Usability verschiedene Bögen, die man nutzen kann. 

    Ein ganz einfacher ist die SUS, die System Usability Scale. Die gibt es in Deutsch, Englisch, in einigen weiteren Sprachen. Der besteht eigentlich nur aus zehn kleinen Fragen. Da geht es beispielsweisedarum, dass ich sage, ich kann mir sehr gut vorstellen, das System regelmäßig zu benutzen, oder ich finde, dass es im System viele Inkonsistenzen gibt, oder ich finde, die Bedienung ist sehr umständlich. Der große Vorteil ist, dass die sehr unabhängig von dem einzelnen Produkt ist und sehr einfach und sehr schnell auszufüllen und damit leicht zu vergleichen ist. Ich kann über ganze Bereiche hinweg mir so einen Score ermitteln und sagen, ich habe einen SUS-Score von 95 oder 100, und bei mir sind es leider nur 20 oder so was, und sehe sofort, okay, der subjektive Eindruck des Users ist bei Produkt A vielleicht ein bisschen besser als bei Produkt B. 

    Neben dem System-Usability-Scale-Fragebogen gibt es auch weitere Fragebögen, beispielsweise der ISONORM-Fragebogen orientiert sich genau an diesen Dialogkriterien, die wir gerade vorgestellthaben, und bietet zu jedem Kriterium, also Aufgabenangemessenheit, Erwartungskonformität und so weiter, Fragen an, die ich dann auf so einer Rating-Skala von — bis +++, also der Experte sagt, eine 7-stufige Likert-Skala, bewerten kann, also die Software zu beurteilen. „Die Software erzwingt eine unnötig starre Einhaltung von Bearbeitungsschritten“ oder „erzwingt eben keine Einhaltung von Bearbeitungsschritten“ — und dann kann ich eben das Ganze ankreuzen und kriege damit einen Wert, der sich eben an diesen Dialogkriterien orientiert. 

    Und ein dritter Fragebogen, auch nur ganz kurz erwähnt, ist der NASA-TLX. Das ist ein Fragebogen, da geht es um den Workload, also wie hoch sind die physischen und psychischen Anforderungen und auch der Frustrationslevel beim Ausfüllen eines bestimmten Tasks. Das kann man auch wunderbar mit entsprechenden Eye-Tracking-Sachen kombinieren, also man sagt, ich lasse mir die objektivenDaten, Pupillenweite, mal anschauen, und alle 10 Minuten lasse ich mal wieder so einen NASA-TLX-Bogen ausfüllen, um dann das Ganze abzugleichen. Also Subjektivität und Objektivität: Wie wird das Ganze denn wahrgenommen? Also, finde ich das Stresslevel, was vielleicht ein Eye-Tracking anzeigt, auch in meinem Fragebogen in Form von Frustration und Performance und physischer Belastungwieder? Ich glaube, das mal so in Kürze, drei Fragebögen. Und ich gehe nochmal zurück an dich, weil du, glaube ich, was zum Thema GOMS sagen willst. 

    Genau. GOMS klingt wie so ein bayerischer Begriff für ein … Jetzt werde ich gespannt. Nee, kennst du nicht den Gamsbart? Nee. So. Jetzt können sich die Zuhörer das auf jeden Fall merken: GOMS, G-O-M-S, und Keystroke-Level. Vorneweg, das ist eine Methode, die gar nicht so richtig gut ist, die in ganz vielen Punkten angegriffen werden kann. Ich stelle sie euch trotzdem vor, und zwar, weil dieseMethode dazu führen kann, dass man sich tatsächlich mit der Interaktion beschäftigt und dann darüber nachdenkt. Was bedeutet GOMS? Bedeutet Goals, Operators, Methods und Selection Rules. Da gibtes eine ganz praktische Methode, wie man quasi errechnen kann, wie lange denn jetzt so eine Mensch-Computer-Interaktion dauert, und das heißt Keystroke-Level-Model. 

    Ich glaube, am einfachsten ist immer ein Beispiel. Da haben sich irgendwelche Leute überlegt, es gibt unterschiedliche Aktionen, die stattfinden, und jede Aktion kostet einfach eine gewisse Zeit. Also zumBeispiel, wenn man von der Tastatur zur Maus wechseln muss, dann dauert das 0,4 Sekunden. Wenn man die Maus nimmt und jetzt irgendwo einen bestimmten Bereich auf dem Bildschirm anklickenmuss, dann dauert das 1,1 Sekunden, das ist das Pointing. Eine Taste zu drücken dauert 0,2. Und so gibt es dann eben unterschiedliche Sachen. So, und jetzt kommt schon direkt die erste Kritik: Natürlichist das überhaupt nicht individuell. Es gibt Leute, die sind viel schneller. Ich brauche, glaube ich, meistens nicht 1,1 Sekunden, um etwas zu treffen. Natürlich hängt es davon ab, wie weit das entfernt ist und wie groß. Und ich wechsle auch schneller zwischen Tastatur und Maus als 0,4 Sekunden. So, aber es gibt eine Liste, wo einfach drinsteht, wie lange etwas dauert, und natürlich ist das nicht besonders gut und nicht allgemeingültig. 

    Wenn man jetzt aber diese Methode nutzt und eine Aktion runterbricht in diese Aktionen und dann einfach eine Zeit berechnet, dann macht man sich dazu Gedanken. Also wenn man sich überlegt, wiekann ich denn jetzt zum Beispiel Medikamente eingeben? Normalerweise sind wir gerade im Kontext, wo der Benutzer vermutlich die Maus in der Hand hat, weil er damit in der Patientenakte rumscrollt. Dann muss er also diesen einen Button treffen, dann klickt er da drauf, muss er vielleicht nochmal in das Feld klicken, wo er dann den Präparatnamen suchen kann. Das muss nicht sein, sondern da könntezum Beispiel der Cursor direkt in diesem Suchfeld sein, also der Fokus könnte in diesem Feld sein. Dann würde man sich einfach die Zeit sparen, indem man wieder die Maus in die Hand nimmt und in dieses Feld klickt. Da hat man wieder 1,2 Sekunden gespart. Ihr seht schon, mit diesen konkreten Zahlen zu rechnen ist natürlich Quatsch. Aber wenn man so jede Aktion durchrechnet, dann macht man sich Gedanken, und dafür ist das hilfreich. 

    Ganz konkret, falls ihr Software entwickelt und immer wieder von Kunden hört „Ich brauche zu viele Klicks“: Schaut euch das mal an, wir werden da auch ein kleines Video verlinken, wo ein Mensch das durchrechnet an dem Fahrenheit-und-Grad-Celsius-Rechner. Und wenn ihr das einfach mal ein, zwei Monate einsetzt bei euch, dann glaube ich … Was heißt nochmal ein gutes Wort für Awareness? Gott, Business-English. Ich sag auch immer Awareness. Also um eure Awareness zu steigern für Usability, kann man das Keystroke-Level-Model und GOMS ganz gut einsetzen. Wie schon gesagt, es geht mehrdarum, auf einem generellen Level zu merken, ich wechsle unnötig häufig von Tastatur und Maus hin und her, anstatt jetzt genau festzustellen, hier kann ich nochmal nur 1,3 Sekunden sparen, sondern: Hier sind ganz viele Klicks, obwohl ich eigentlich nur in ein Suchfeld springen will. Aber ich kann es bestätigen, es schafft Awareness und kann damit allein schon helfen, Dinge zu verbessern. 

    Wenn ihr ein gutes Wort für Awareness habt, dann schreibt uns auf Twitter, und lacht uns so ein bisschen aus, können wir mit leben. Das ist völlig okay. Wir bauen es dann in der nächsten Folge unauffälligein. Das ist dann der Gag für euch, ganz genau. 

    So, sind wir durch, haben wir noch was? Ich glaube, vielleicht ganz am Ende noch mal sagen, was wir jetzt, glaube ich, vergessen haben, was aber unterschwellig damit reinkommt: dass das ganze Thema ein hochinterdisziplinäres Thema ist, wo im Prinzip ganz, ganz viele Personengruppen oder besser Berufsgruppen daran beteiligt sind. Das Thema Oberfläche ist natürlich eher so ein Thema für Grafik, Designer, Layouter, GUI-Experten und so weiter. Das Thema Prozesse eben für Prozessmenschen, Prozesswissenschaftler, vielleicht auch Ökonomen. Dann das Thema Arbeitsbelastung, mentaleBelastung auch, eher was für Arbeitswissenschaftler und Psychologen. Und schließlich sind Informatiker beteiligt, die das Ganze irgendwann vielleicht nochmal programmieren und bauen müssen. Wenn man das irgendwie vernünftig hinkriegen will, dann gehört dazu eine ganz große Portion Interdisziplinarität, die einzelnen Gruppen müssen miteinander reden. Ich muss den Prozess kennen, muss ihnstrukturiert abbilden und das Ganze am besten mit einer schönen Oberfläche kombinieren, um erfolgreich zu sein. 

    Ganz genau. Stichwort Kamera: Wenn man nicht weiß, welche Benutzer damit arbeiten, was die erreichen wollen — keine Chance, gute Usability hinzubekommen. In dem Sinne. Schönes Schlusswort. Wir sagen Ciao. 

    Shownotes:

    • Beispiel-Video zu GOMS: https://www.youtube.com/watch?v=UmA8sprzF6g 
    • ISO 9241: https://de.wikipedia.org/wiki/ISO_9241 
  • Folge #103 – Krankenkassenabrechnung Teil 2

    In dieser Folge geht es um den zweiten Teil von Krankenkassenabrechnung. Im ersten Teil des Interviews (siehe Folge #96) hat Jörg Weise bereits einen Einblick in die Abrechnung der Krankenkassen gegeben.

    Alle, die diese Folge noch nicht gehört haben, sollten dies auf jeden Fall noch nachholen. Damals waren vor allem die Personen, die an dem Workflow beteiligt sind, im Zentrum der Betrachtung. Diesmal wird ein verstärkter Fokus auf den Prozess als solcher gelegt. Anhand eines Beispiels erfahren wir, wie ein Kostenvoranschlag oder eine Rechnung eingereicht wird, wie dieser dann geprüft und genehmigt und schließlich das Geld ausgezahlt wird.

    Bei all dem steht natürlich im Mittelpunkt, wie man das alles mit IT unterstützen kann. Und man kann sehen, dass die Digitalisierung hier (trotz vieler Fallstricke) schon sehr stark Einzug gehalten hat. Leider gibt es ein Hintergrundrauschen, das die Rauschfilter nicht herausrechnen konnten. Dafür schon mal ein dickes Sorry…

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    Hallo Jörg, nochmal. Hallo, also Jörg Beise ist mein Name, das hatte ich mich schon kurz vorgestellt. Ich bin bei der vasa Abteilungsleiter, ich verantworte das Kundenmanagement, also hier das Kundengeschäft bei der vasa, bin nebenbei noch an der Vombo-Schule Dozent für das Thema eHealth und Gesundheitswesen, vermittle also da schon diese ganzen Grundlagen des ja sehr komplexen Gesundheitssystems. Wir bei der vasa machen hier letztendlich für die gesetzlichen Krankenkassen das Genehmigungs- und Abrechnungsmanagement im weitesten Sinne. Da haben wir natürlich noch viele andere Dienstleistungen, aber das ist unser Hauptschwerpunkt. 

    Genau. Und heute ist unser Ziel, dass wir einmal so einen Workflow durchsprechen. Denn ich bin mir sicher, die wenigsten können sich vorstellen, wie es weitergeht, nachdem eine Rechnung mal bei dem Apotheker gelandet ist oder eine Taxi-Rechnung eingereicht wurde. Wie läuft es dann ab, und dafür nehmen wir uns ein Beispiel und besprechen das anhand des Beispiels durch. 

    Genau. Wir hatten beim letzten Mal ja schon gesagt, was es für verschiedene Player an diesem Abrechnungsprozess gibt. Ich würde mich mal so ein bisschen daran entlanghangeln, was vielleicht auch jeder so ein Stück weit nachvollziehen kann. Das ist mein Beispiel, wie es anhand eines Beispiels jetzt auch funktionieren könnte. Also der Patient sozusagen — jeder kennt das vielleicht, hat sich schon mal ein Bein gebrochen — muss zum Arzt und bekommt letztendlich eine Verordnung für ein Hilfsmittel, für eine Gehhilfe beispielsweise oder für einen Rollstuhl, wenn es ein bisschen schwierigerer Unfall war. Skiunfall kommt jetzt bald wieder auf uns zu, und geht damit dann zum Sanitätshaus. 

    Da kommt schon der erste schwierige Punkt für das Sanitätshaus. Er muss nämlich einen Kostenvoranschlag für die Krankenkasse erstellen. Das ist ein Bereich, der ist sehr gut digitalisiert. Das heißt, die Krankenkassen bieten das Thema elektronischer Kostenvoranschlag an. Dort gibt es verschiedene Formate. Man kann sich das vorstellen wie so eine Art Webmaske, wo das Sanitätshaus die Daten des Versicherten eingibt, und durch diesen elektronischen Kostenvoranschlag wird das dann an die Kasse gesendet, mit der Verordnung zusammen als PDF oder als Bild. Das heißt, dieser Prozess ist schon komplett digitalisiert. Da gibt es jetzt keine Papierbelege mehr. Die gibt es schon, aber das Elektronische ist sehr gut verbreitet. 

    Wenn es jetzt Papierbelege sind, das wäre sozusagen der zweite Strang: Jetzt beispielsweise bei der Abrechnung von Taxidienstleistungen, ambulantem Krankentransport, ist das sehr häufig der Fall. Dort gibt es jetzt vielleicht nicht unbedingt immer eine Genehmigung. Dort ist es so, dass die Abrechnung sozusagen papierhaft eingereicht wird, wandert dann zu einem Dienstleister der Krankenkassen oder zu den Krankenkassen direkt. Wie gesagt, wir sind ja hier bei der vasa dafür zuständig, diese Annahme überhaupt erst mal zu tätigen. Das heißt, da kommt natürlich auch mal ein Papier an, was wie ein Stapel ist, was zehnmal gelocht und zehnmal getackert ist. Das muss aus dem Briefumschlag raus, da muss der Tacker entfernt werden, damit wir das hier letztendlich für den Prozess dann erstmalig digitalisieren. 

    Okay, aber jetzt sind wir nicht mehr beim Kostenvoranschlag, sondern jetzt haben wir dann tatsächlich schon die konkrete Rechnung eingereicht. Genauso passiert es aber auch mit dem Kostenvoranschlag, dass dann natürlich verschiedene Formate auch kommen. Also ein kleines Sanitätshaus, das vielleicht noch nicht so weit ist, oder ein altes Sanitätshaus schickt dann natürlich auch noch papierhaft. 

    Dann kommt der zweite Schritt: Die Kasse nimmt das erst mal an, in irgendeiner Form und Art und Weise, also papierhaft oder digital, und im Prozess vom Sanitätshaus genehmigt sie das auch digital. Das heißt, das Sanitätshaus bekommt dann also eine Rückmeldung über eine E-Mail oder über das Portal an sich, oder bekommt ein digitales Schreiben, wo dann drin steht: Okay, die Leistung, die du hier abgefragt hast, die wird genehmigt. Bei den Sanitätshäusern ist es grundsätzlich immer so, dass es eine digitale und eine papierhafte Genehmigung gibt, also immer diese zwei Wege, weil die papierhafte Genehmigung dann an den Versicherten geht, der dann natürlich auch Bescheid weiß: Okay, es wurde von der Krankenkasse genehmigt, man kann den Rollstuhl jetzt abholen oder liefern lassen. 

    Gibt es denn bei der Prüfung schon den Einsatz von Rechnern, also Entscheidungsunterstützung, dass man gewisse Regeln anwendet, oder im schlimmsten Fall — sorry für den Begriff, aber im schlimmsten Fall — sogar schon KI, die dann prüft? Oder wird wirklich jeder Beleg per Hand von einem Bearbeiter geprüft? 

    Also das wäre schlimm, wenn das so wäre. Das ist im Endeffekt die Weiterentwicklung, die es eigentlich schon seit vielen Jahren gibt, dass man sagt, okay, nicht jeder Beleg muss händisch geprüft werden. Es gibt kleinere Krankenkassen, die das tatsächlich noch machen, die haben aber dementsprechend auch wenig Belege. Bei den großen Krankenkassen ist das alles schon mehr oder weniger automatisiert, das heißt, es laufen gewisse Prüfregeln drauf. Also es geht im Endeffekt schon mal los: Hat das Sanitätshaus überhaupt ein IK-Kennzeichen, also gibt es das Sanitätshaus überhaupt, oder stimmen die Kontodaten, ist der Versicherte überhaupt bei uns noch versichert zum gegenwärtigen Zeitpunkt, hat der eine Zuzahlungsbefreiung und so weiter. Also solche, auch mal banalen Regeln werden natürlich relativ schnell automatisch abgebildet. Von KI kann man in dem Sinne jetzt noch gar nicht so richtig reden, das ist dann wahrscheinlich erst eher bei der Analytik und der Weiterverarbeitung wichtig. 

    Aber sagen wir so, das ganze Genehmigungsmanagement, was wir hier auch machen — also wir haben die Software schon in den 90er Jahren damals entwickelt, die im Endeffekt solche Sachen schon abprüft —, da kommt im Endeffekt dann nur noch hinten raus … Man kann sich das vorstellen wie so einen Trichter: Oben kommen alle elektronischen Kostenvoranschläge oder alle Schreiben rein, dann wird über ein Prüfregelwerk das sozusagen ausgesiebt, und am Ende kommen dann nur noch die raus, die kritisch sind, wo die Prüfstufe nicht erkennt, was hier los ist, oder wenn ein Datum — wie ich letztes Mal schon sagte — ein Leistungsdatum nach dem Briefdatum liegt, beispielsweise. Also so banale Sachen, die dann natürlich händisch im Sinne von Sichtprüfung auf dem Monitor des PCs noch mal nachgeprüft werden. 

    Okay, und von welchem Verhältnis reden wir da? Wie viele von tausend Rechnungen oder Anfragen bleiben noch übrig? 

    Das kann man ganz schwer sagen, weil das für jeden Leistungsbereich sehr unterschiedlich ist. Man kann sich vorstellen, im Pflegebereich, häusliche Krankenpflege, wo man teilweise überprüfen muss, ob die Unterschriften dementsprechend auch geleistet worden sind und ob die Daten, die da drinstehen, auch entsprechend logisch sind — dann ist natürlich die manuelle Prüfung weitaus höher als jetzt beispielsweise im Apothekenbereich, wo man relativ schnell ein Rezept auslesen kann, die Verträge, die dahinter liegen, relativ gut hinterlegen kann. Also es ist sehr unterschiedlich. 

    Also am schwierigsten ist es in der Pflege, um das mal festzuhalten. 

    Okay. Mit KI meinte ich vorhin auch so was wie Ausreißererkennung, das, was es ja bei Kreditkartenunternehmen teilweise schon gibt, dass die eine KI losschicken und dann merken, okay, hier ist eine ganz ungewöhnliche Buchung passiert, dass es in die Richtung geht. Aber wie ich es richtig verstanden habe, sind das tatsächlich Regeln. 

    Genau, also wenn du das unter KI verstehst, das findet auf jeden Fall statt, das muss schon mal stattfinden, schon allein im Sinne von Betrugserkennung. Im Pflegebereich hat das ja sehr viel. Es gibt aber auch vielleicht Sachen, die vielleicht aus Versehen passieren, in der Doppelabrechnung, dass ein Leistungserbringer zweimal die gleiche Rechnung zu uns schickt oder zu den Krankenkassen. So was wird natürlich sofort erkannt, das wird direkt automatisch auch abgesetzt, teilweise funktionieren schon solche Sachen, das ist schön. Und wir machen das auch für die Krankenkassen, reporten natürlich auch die Ausgaben in dem Bereich, das heißt, jede Krankenkasse kriegt eigentlich am Ende des Monats oder Quartals eine Auswertung: Wie sind denn meine Leistungsausgaben? Beispielsweise kann man dann erkennen, okay, jetzt sind hier in einem bestimmten Bundesgebiet die Ausgaben für — ich sage jetzt mal an dem Beispiel — Rollstühle von einer gewissen Marke extrem in die Höhe gestiegen. Dann kann man natürlich schon mal gucken, was da passiert, ist das ein Skigebiet, wo das natürlich öfter passiert, jedes Jahr. Diese Analytik, die gibt es natürlich auch, diese Warnstufen an der Stelle, die gibt es natürlich schon. 

    Okay, wie geht es dann weiter, nachdem die Rechnung quasi akzeptiert wurde? 

    Genau, der Kostenvoranschlag wurde akzeptiert. Der Kostenvoranschlag — hier ist ein Kostenvoranschlag. Da sehen wir die Abkürzung eKV. Irgendwas mit E hat immer irgendwas mit dem Gesundheitswesen zu tun, und danach kommen die verschiedenen elektronischen Sachen dahinter, also E, eKV, und hier in dem Beispiel eKV. Genau, die Lieferbescheinigung geht, wie gesagt, dann auch papierhaft an die Krankenkasse. Also der Patient hat jetzt seinen Rollstuhl bekommen, er unterschreibt die Lieferbescheinigung, das natürlich papierhaft, er bekommt dann praktisch die Lieferbescheinigung als Kopie ausgehändigt. Und diese Lieferbescheinigung schickt dann das Sanitätshaus an die Krankenkasse, plus die Rechnung, plus die Verordnung, und das in Papierform. 

    Jetzt sind wir also schon bei diesem Wechsel zwischen den Instanzen, und dort geht natürlich dann nochmal die Prüfung los. Dann wird von unserer Seite aus jetzt oder von den Prüfabteilungen in den Krankenkassen geprüft: Gibt es oder gab es eine Genehmigung dafür, gibt es eine Indikation dafür, ist die richtig — bin ich mir gerade gar nicht so sicher —, hat das dann das Sanitätshaus auch nach Vertrag abgerechnet? Es ist ja so, dass die Krankenkassen mit bestimmten Leistungserbringergruppen sogenannte Rahmenverträge schließen. Das heißt, im Hilfsmittelbereich, im Orthopädietechnikbereich gibt es also solche Rahmenverträge, wo dann drin steht, was eine Dienstleistung kosten darf oder — was ein bestimmtes Beispiel ist — was eine Gehhilfe oder ein Rollstuhl kosten darf, in verschiedenen Kategorien, und daran müssen sich dann die Leistungserbringer halten, die diesem Vertrag beigetreten sind. Und da wird natürlich geprüft, okay, steht das im Vertrag so drin, steht da auch drin, dass die Liefergebühr am Sonntag übernommen wird, oder steht da auch drin, dass der Rollstuhl maximal 300 Euro kosten darf — und dann wird geschaut, ist das zur Rechnung auch plausibel und passt das mit den hinterlegten Verträgen für diesen einzelnen Leistungserbringer, oder gibt es eine Doppelabrechnung und so weiter. 

    Hier ist es so bei der Übermittlung: Es gibt neben der Papierabrechnung zuletzt sich noch das Datenträgeraustauschverfahren. Das Ding klingt so eloquent, ist aber letztendlich einfach nur eine Übertragung von Daten. Früher wurde es über Disketten gemacht, später CDs, und jetzt ist es im Endeffekt ein Austausch über diverse Schnittstellen. Und dann wird geschaut, okay, ist der Datenträgeraustausch, diese Daten, die elektronisch übermittelt wurden, identisch mit dem, was auf der Rechnung steht, also stimmt das Datum, ist das Kennzeichen richtig. Und danach, wenn dann alle Prüfungen abgeschlossen sind, wenn wir also sagen — oder die Krankenkasse sagt — das ist korrekt, wir müssen nichts absetzen (auf die ich gleich noch mal ein bisschen eingehe), dann wird das sozusagen an den Leistungserbringer ausbezahlt. Dafür gibt es auch Fristen, meistens sind das zwei oder vier Wochen, und in Einhaltung dieser Fristen wird dann die Zahlung getätigt. 

    Wird die Zahlung von euch getätigt, oder geht das wieder zurück an die Krankenkasse und die machen das selbst? 

    Genau, also es ist auch unterschiedlich. Grundsätzlich machen wir das natürlich auch für die großen Krankenkassen, wir haben also wie so eine Art Treuhandbuchhaltung, die sozusagen im Auftrag der gesetzlichen Krankenkasse das dann direkt an den Leistungserbringer überweist. Also wie gesagt, viele der Leistungserbringer kennen uns deswegen, weil sie an uns die Briefe schicken müssen, weil dort immer steht Techniker-Krankenkasse und dann darunter vasa. Da schicken die praktisch die Rechnung hin und bekommen natürlich auch die entsprechende Zahlung dann auch. 

    Was ich gerade schon angesprochen hatte: Das war der Durchlauf, wenn alles glatt läuft. Es gibt natürlich auch Dinge, wo wir oder wo die Krankenkasse eine Rechnung absetzen muss, also komplett absetzen oder nur einen Teilbetrag, nämlich wenn beispielsweise der Vertragspreis nicht eingehalten worden ist. Also nehmen wir das Beispiel mal mit Rollstühlen — das ist immer so mein Lieblingsbeispiel, weil das hier intern so ein Running Gag ist mittlerweile: Da gibt es zwei verschiedene Arten, beispielsweise ein Rollstuhl über 130 kg darf nur 148 Euro kosten, und wenn jetzt das Sanitätshaus beispielsweise für diesen Bereich einen Rollstuhl abrechnet, der 175 Euro kostet, wird diese Differenz abgesetzt und nicht bezahlt. Da bekommt man dann einen Absetzungsgrund von uns genannt, wir haben da so ein Portal, wo das abgebildet wird, und da steht dann drin: aufgrund der Vertragspreise wird der Betrag gemindert und dementsprechend auch nur in der Art und Weise ausgezahlt. Also das ist natürlich die Prüfung, die dann natürlich der Leistungserbringer zu spüren bekommt und dementsprechend auch dann auf seinem Konto sieht. 

    Okay, jetzt sind wir ja quasi einmal durch. Also wir haben die Rechnung eingereicht bzw. sogar noch früher angefangen, das Rezept ausgestellt, und über Kostenvoranschlag, Prüfung, Genehmigung, Zahlung … Was von diesen ganzen Sachen kann man jetzt optimieren, wo gibt es denn Digitalisierungsmöglichkeiten und wo sind denn vielleicht schon die Prozesse digitalisiert? 

    Genau, also im Endeffekt ist es ja so, dass es erst mal darum geht, dieses Rezept, das als papierhafter Beleg kommt, oder die Verordnung an der Stelle zu digitalisieren. Derzeit ist es ja so, die rechnungsbegründende Unterlage ist immer noch papierhaft, also das Rezept. Das heißt, dort liegt eigentlich schon der große Schlüssel, weil das ist der große manuelle Prozess, der dahinterliegt. Man muss sich vorstellen, hier kommen ja, oder auch bei den Krankenkassen, kommen jetzt endlich Rechnungen an, die teilweise im Schuhkarton kommen, oder bei den Abrechnungszentren kommen die im Schuhkarton an, in diversen Formaten. Also es gibt natürlich auch kleinere Sendungen, die natürlich etwas kleiner sind, aber wir haben ja auch schon A3-Belege bekommen und viele, viele Ordner, oder es gibt auch Rechnungen, die gehen über teilweise zwei-, dreihundert Seiten, weil dann natürlich vorne die ganzen Positionen kommen. Und das ist natürlich ein Prozess, der sehr stark manuell geprägt ist, weil der gesamte Prozess — eine OCR und so weiter — das gar nicht so richtig vorsieht, das digital anzunehmen und zu verarbeiten. Wir machen das natürlich, und die Krankenkassen machen das auch, aber dieser ganze Papierprozess, der ja beim Arzt losgeht … 

    Also der Arzt müsste jetzt endlich sozusagen schon diese Verordnung digital ausstellen und dem Patienten zur Verfügung stellen, damit er das dann weiterträgt zu den anschließenden Leistungserbringern, die ihn dann benötigen. Das ist ein Prozess, der wird mit einem E-Rezept oder mit einer E-Verordnung dann Stück für Stück abgelöst an der Stelle, und da ist, glaube ich, das größte Potenzial. Weil derzeit, wie gesagt, ist das ein papierhafter Prozess, der auch gar nicht anders möglich und vorgesehen ist. Wenn man dran denken muss, dass jede einzelne Rechnung, jeder einzelne Kostenvoranschlag, wie du vorhin gesagt hast, ja eingescannt werden muss, und wenn die getackert, geheftet sind, dann muss man die auseinandernehmen. Also das sind schon Aufwände, die man sich dadurch natürlich sparen könnte, und dann natürlich das manuelle Überprüfen und das Einsortieren in die richtigen Felder, dass die Informationen auch dort stehen, wo man sie braucht. 

    Okay, und du hattest ja beim letzten Interview schon gesagt, dass das große Problem die vielen verschiedenen Leistungserbringer sind. Wie realistisch wäre es denn zu sagen, alle, die in dem Bereich jetzt da mal Geld verdienen wollen, müssen sich an einen gewissen Standard halten und müssen über Austauschformate ihre Daten übertragen — ist das denn realistisch, oder reden wir da von Übergangszeiten von 20, 30 Jahren? 

    Ja, also aus meiner Sicht ist das natürlich grundsätzlich … Wir haben alle Möglichkeiten schon relativ gut vorhanden. Das große Problem ist überhaupt diese grundsätzliche Durchsetzbarkeit der Digitalisierung. Also wir haben es schon seit 1995, glaube ich, technische Anlagen, die genau beschreiben, wie so ein Datenträger oder eine Datenübermittlung erfolgen kann. Dann haben wir aber auf der anderen Seite eine große Landschaft an unterschiedlichen Leistungserbringern, die erst mal nicht wirklich organisiert sind. Also ich gehe jetzt mal ein bisschen tiefer rein: Wenn man die Unterschiede hat zwischen jetzt einem Apotheker, der also grundsätzlich über ein Abrechnungszentrum organisiert ist oder über den Apothekerverband, und jetzt sage ich mal einer Hebamme oder einem Physiotherapeuten, wo man nicht mal weiß, wer denn überhaupt zertifizierter Physiotherapeut oder eine Hebamme ist. Also diese Konstellation an Schnittstellen ist das schon mal total schwierig. Und dann muss man auch banal sagen, solange es keinen finanziellen Anreiz dafür gibt oder organisatorischen Anreiz, lässt sich natürlich so ein Arzt und auch ein Leistungserbringer wenig dazu bewegen, dass der jetzt auf einmal seine Arbeit, die er schon seit Jahren vielleicht für sich professionalisiert hat, auf einmal umstellt und alles digital machen muss. Weil dem ja ein Stück weit auch finanzielle Aufwände bei den Leistungserbringern gegenüberstehen. Wenn man, wie gesagt, eine Hebamme nimmt, die muss sich dann so ein Verwaltungssystem beschaffen, die muss sich da auch ein Stück weit einarbeiten, wie das funktioniert, wie man die Abrechnung macht. Und das ist, glaube ich, der große und schwierige Punkt, alle zusammenzubekommen, die diesen Digitalisierungsprozess abbilden. 

    Wir haben hier mal so eine — bei uns heißt unsere Vision, sage ich mal ganz klassisch, Versorgungsprozess 4.0. Wir haben also nachgebaut, wie das zum Beispiel für einen Fahrkostenbereich komplett digital sein kann. Vielleicht kriege ich das hin und kann euch diesen kleinen Kurzfilm, den wir damals mit einer Krankenkasse entwickelt haben, mal zur Verfügung stellen. Und dort kann man sich das anschauen. 

    Genau, richtig. Aber vielleicht … die ganze Thematik. Und da geht es jetzt endlich bei uns darum, jeden einzelnen Prozessschritt digital abzubilden. Und wenn du aber nicht jeden, der dort involviert ist, dazu bewegst, das zu tun … Also wenn man davon ausgeht, man müsste praktisch vom Arzt über eine App die Verordnung bekommen, dass man dann ins Taxi steigen kann, der Taxifahrer müsste diese Verordnung annehmen können mit seinem System, müsste dann aus diesem System heraus eine Abrechnung an die Krankenkasse schicken, die Krankenkasse muss das in dem Format dann annehmen — dann sind das schon mal jetzt in diesem kurzen Bereich drei unterschiedliche Player, die irgendwo zusammengebracht werden müssen. Und ich glaube, diese Thematik ist das Schwierigste an diesem ganzen Digitalisierungsprozess. Ich sag mal, so rein technisch wäre das letztendlich überhaupt kein Problem, weil das auch schon viele Modellprojekte gezeigt haben, wie das funktionieren könnte, aber die Bandbreite an Playern, an Krankenkassen, an Leistungserbringern ist einfach so hoch, dass das total schwierig ist, ohne eine gesetzliche Verpflichtung das da auch zu bündeln. 

    Okay, du hattest vorhin gesagt, da gibt es jetzt schon Schnittstellen und die sind auch etabliert und so weiter — reden wir da von internationalen Schnittstellen? Weil wenn wir jetzt einen Anbieter haben, der sagt, okay, er will jetzt hier in den Markt einsteigen, überlegt man natürlich auch immer, ist das jetzt was, was ich nur in Deutschland verkaufen kann, oder kann ich das zum Beispiel in der gesamten Europäischen Union verkaufen oder vielleicht sogar weltweit? 

    Genau, also dazu muss man sagen, was ich vorhin meinte, das sind im Endeffekt technische Anlagen — dafür gibt es so eine schöne Seite vom GKV-Spitzenverband zum GKV-Datenaustausch. Dort kann man sehr schön auch mal sehen, was es für Grundlagen für die technische Umsetzung gibt. Also es gibt dort in dieser technischen Anlage Beschreibungen, wie der Datenträgeraustausch erfolgen soll, da geht es aber grundsätzlich eher so um Sachen wie: Wie wird das bezeichnet, welche Formate dafür geeignet sind. Ansonsten, Schnittstellen gibt es leider natürlich in verschiedenen Arten und Weisen, aber man hat sich natürlich — das ist ja die Schwierigkeit an dem deutschen Gesundheitssystem — noch nicht so wirklich festgelegt, was man nutzen will. Also man hat sich festgelegt, klar, die Telematikinfrastruktur zu nutzen, aber da ist man leider noch nicht so weit, dass man dort auch alles so ausspezifiziert hat, dass das jeder nutzen kann. 

    Okay, dann haben wir ja noch ein bisschen was vor uns. Das ist doch schön, dass noch nicht Schluss ist, wenn wir erst mal die Telematikinfrastruktur eingeführt haben. Gibt es noch irgendwelche Themen, die wir noch außen vor gelassen haben, die noch wichtig sind, um den Gesamtprozess zu verstehen? 

    Ja, du hattest vorhin noch gefragt, wie lange eine Einführung auch dauern würde. Wir haben jetzt das DVG, was auch klar sagt, wann das E-Rezept kommen soll, wann — noch nicht, wann, aber — zumindest eine E-Verordnung kommen soll, dass auch die digitalen Gesundheitsanwendungen abgerechnet werden sollen. Aus meiner Sicht ist das noch nicht genau genug spezifiziert. Wenn man davon ausgeht — ich habe das Beispiel, ich glaube, die Einführung des E-Rezepts hat sieben Jahre gedauert, bis man bei 75 % Abdeckung war —, ist das ein Prozess, der wirklich noch eine ganze Zeit dauern würde, bis das E-Rezept auch wirklich flächendeckend eingesetzt wird. Wie gesagt, ich habe vorher bei einem anderen Dienstleister gearbeitet, wo wir mit Ärzten kommuniziert haben, und es gibt wirklich echt noch Ärzte, die haben nicht mal einen Rechner bei sich in der Praxis stehen, die haben weder einen Anschluss an das Internet noch so weiter. Das wird es natürlich in den nächsten 10 Jahren auf jeden Fall noch geben, sodass man natürlich immer irgendwie eine Mischform hat aus digitaler Bereitstellung und analoger, im Sinne von dem Papier. Diese Parallelprozesse zu meistern wird, glaube ich, die große Herausforderung, weil man sich eben nicht nur auf einen Prozess konzentrieren kann. Bei der E-Verordnung ist das im Endeffekt noch ein bisschen schwieriger, weil beim E-Rezept hat man im Endeffekt die Abdeckung als Gegenspieler. Bei der E-Verordnung ist die Bandbreite an Leistungserbringern noch wesentlich größer, wie gesagt, das ist schon angedeutet, sodass die Implementierung in dem Bereich noch mal viel schwieriger und diffiziler wird. 

    Okay, super. Ja, dann haben wir jetzt, glaube ich, einen tiefen und guten Einblick gegeben in die Arbeit hinter der eigentlichen medizinischen Arbeit, und die ist natürlich auch sehr wichtig, denn das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn alle Leute bezahlt werden. Gut, dann bedanke ich mich und hoffe, dass es vielleicht auch Feedback gibt. Vielleicht gibt es ja Ideen, und vielleicht kriegt ihr ja auch ein paar Ideen noch mal zurück von Leistungserbringern, von Start-ups, die sich in dem Bereich engagieren. Also, würde mich total freuen. Ich bin absoluter Freund von Dialog in dem Bereich. Wie gesagt, suche auch immer sogenannte Sparringspartner. Wir haben hier in Leipzig total schöne Räumlichkeiten. Kommt uns gerne besuchen oder nehmt mit mir Kontakt auf. Das würde mich sehr freuen. 

    Dem Aufruf schließe ich mich gerne an, und ich sage Danke und tschüss. 

  • Folge #101 – Künstliche Intelligenz

    In dieser Folge versuchen Renato und Bernhard das große Thema Künstliche Intelligenz (KI) in einer 35-minütigen Podcast -Folge unterzubringen.

    Los geht’s mit Definitionen und Anwendungsbeispielen ehe die Verfahren (Logik, Neuronale Netze) kurz vorgestellt und erläutert werden. Den Abschluss bildet eine kurze Einschätzung über Potentiale und Risiken beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen.

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    So, jetzt sagst du uns ganz kurz, Renato, wie wir denn die Folge Künstliche Intelligenz aufgebaut haben oder aufbauen wollen. Ja, ist eine schwierige Gratwanderung, denn über künstliche Intelligenz könnte man wahrscheinlich einen ganzen eigenen Podcast machen. Und gibt’s tatsächlich auch eigene Podcasts über das Thema. Wir machen ja einen kleinen Ausschnitt daraus und fokussieren uns natürlich sehr auf die Medizin. Und werden auch da jetzt natürlich nicht vollständig sein können. Aber wir versuchen, so eine Einführung, so eine Übersicht zu machen. Wir machen am Anfang eine Einführung in das Thema, was ist das überhaupt, künstliche Intelligenz, wie grenzt sich das ab und so weiter. Dann stellen wir ein paar Verfahren vor und am Schluss besprechen wir noch potenzielle Probleme und Risiken. Und dann geben wir ganz am Schluss einen Ausblick, wo es hingehen könnte. 

    Genau, dann würde ich einfach mal sagen, starten wir mal ganz klassisch mit so einem Definitionsteil und mit so einem Einführungsteil, was es überhaupt ist, künstliche Intelligenz — und das ist gar nicht so einfach zu definieren. Das fängt nämlich schon damit an, dass es gar nicht so einfach zu definieren ist, was überhaupt Intelligenz ist. Also da gibt’s ja auch schon verschiedene Intelligenz-Definitionen, fluide, kristalline Intelligenz, wie kann ich Intelligenz überhaupt messen und all diese Themen. Und das Ganze jetzt noch mal zu übertragen in die künstliche Intelligenz macht es natürlich nicht einfacher. Wir haben einfach mal ein paar Definitionen rausgesucht und dann kann man mal so ein paar Punkte anhand dieser Definition diskutieren. 

    Es gibt eine relativ alte von John McCarthy: Ziel der künstlichen Intelligenz ist es, Maschinen zu entwickeln, die sich verhalten, als verfügten sie über Intelligenz. Da kann man natürlich drüber streiten, ob das dann schon ein echtes Intelligenzverhalten ist, wenn sie sich nur so verhalten, als ob. Da gibt’s irgendwie interessante philosophische Diskussion auch zu diesem Thema. Wenn ich irgendwelche selbstfahrenden Autos habe, die einfach nur durch so einen Abstandssensor sich gegenseitig ausweichen, dann sieht das natürlich irgendwie von Weitem so ein bisschen nach Intelligenz aus. Da steckt aber überhaupt nichts dahinter, und da kann man schon so ein bisschen eine Schwierigkeit bei der Definition sehen, nämlich zu sagen: Ab wann ist denn da wirklich eine Intelligenz, eine künstliche Intelligenz dahinter, und ab wann ist es vielleicht wirklich noch so eine einfache Regelabarbeitung? Und das werden wir bei den Verfahren sehen, das verschwimmt so ein bisschen sicherlich. 

    Eine weitere Definition sagt: Die künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit von digitalen Computern, Aufgaben zu lösen, die normalerweise mit höheren intellektuellen Verarbeitungsfähigkeiten von Menschen in Verbindung gebracht werden. Das ist aus der Encyclopedia Britannica, zeigt nochmal einen anderen Aspekt, also nicht nur so aussehen, als ob Intelligenz vorhanden wäre, sondern tatsächlich etwas machen, was schon eine enorme Leistung beim Menschen, also eine intellektuelle Leistung beim Menschen ist. Und damit in Verbindung gebracht werden kann, das ist sicherlich nochmal ein Schritt mehr und kann sicherlich auch als gute Definition herangezogen werden. 

    Elaine Rich geht noch einen Schritt weiter, würde ich sagen, und sagt: Artificial Intelligence is the study of how to make computers do things at which at the moment people are better. Da geht es jetzt nicht darum, auf dasselbe Level zu kommen, sondern einfach Dinge zu tun, die momentan noch von uns Menschen viel besser gemacht werden können. Und das ist, glaube ich, eine gute Definition, auch wenn man sich künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen anschaut. Da haben wir alle die ganz, ganz vielen Anwendungsfälle im Kopf und wir sehen sicherlich ein paar Fälle, wo es schon richtig gute Anwendung gibt. Und wir sehen auch ein paar Fälle, wo man sagen muss, da sind die Menschen einfach momentan besser, da gibt es richtig coole Lösungen, aber die Menschen sind immer noch besser. Und ja, diese Anwendungsbeispiele, die schauen wir uns mal an, was, Renato? 

    Ja, genau, also die Anwendungsbeispiele: Wenn man KI sich im Allgemeinen anschaut, dann werden ja künstliche Intelligenzen sehr häufig eingesetzt, wenn es um Signalverarbeitung geht. Das ist dann zum Beispiel Sprachverarbeitung, also Verarbeitung von natürlichen Sprachen, jeder kennt Alexa, oder wenn es um Bildverarbeitung geht. Da sind künstliche Intelligenzen sehr stark, und das zeigt sich dann eben auch im Gesundheitswesen, gerade in der Radiologie wird immer mehr KI eingesetzt. Und da die Kardiologie auch sehr viele bildverarbeitende Prozesse hat, ist auch dort das Thema KI ganz weit vorne. Da ist dann auch die Hoffnung — und die wird aktuell eigentlich schon ziemlich gut genährt —, dass KI etwas vielleicht nicht unbedingt besser machen kann als ein ausgebildeter und langjähriger Radiologe, aber dass sie es zumindest genauso gut kann, aber was bei ihr eben der Vorteil ist: Sie kann es um Welten schneller. Also wenn ein Radiologe mehrere Minuten an der Diagnostik von einem Bild sitzt, dann macht das die KI vielleicht in ein paar Sekunden, oder wenn es darum geht, Werte auszurechnen in der Kardiologie, dann sitzen da Kardiologen manchmal, ja, Minuten, eine Viertelstunde, eine halbe Stunde dran, und die KI macht das in rasender Geschwindigkeit. Also da ist die Hoffnung im Moment auch sehr groß, dass KI sehr stark nach vorne kommt. 

    Und die KI wird nicht müde, das ist auch einer der ganz spannenden Punkte, die da zusammenhängen. Wenn man viele dieser Untersuchungen sich ein bisschen näher anschaut, dann gibt es immer so Werte am Anfang, also die ersten drei, fünf oder sieben Tests, da sind häufig die Ärzte noch viel, viel besser. Und dann wird es irgendwie, wenn die das Ganze vier Stunden am Stück, sechs Stunden am Stück machen, dann flacht das so ein bisschen ab, wohingegen die KI natürlich durchweg konstant gut bleibt, weil es immer der selbe Algorithmus ist sozusagen, der dahintersteckt, und damit eine konstante Trefferchance, wenn es jetzt um Erkennen von irgendwelchen pathologischen Veränderungen geht, vorhanden ist. 

    Ja, und konstant eben nicht nur über die Zeit, sondern konstant auch über die verschiedenen Ärzte. Studien haben gezeigt, dass KI sich durchaus mit guten Fachärzten messen kann. Manchmal sind die Fachärzte dann doch noch mal ein bisschen erfahrener und man merkt es dann auch, dass die manchmal doch noch die Nase vorn haben. Aber wenn man dann bedenkt, dass es ja in einem Krankenhaus auch immer wieder junge, unerfahrene Ärzte gibt, dann ist die KI in diesen Fällen bestimmt besser als die jungen Ärzte und als unerfahrene Ärzte. 

    Wo die KI jetzt auch schon eingesetzt wird, aber, ich sage mal, noch nicht so ganz den Durchbruch geschafft hat, ist in der Diagnosestellung. Es ist vielleicht auch einfach dadurch zu erklären, dass die Daten, die in so eine Entscheidung reingehen, sehr heterogen sind und sehr breit gefächert. Und ein Arzt, der hat ja dann auch nicht nur seine, ich sage mal, seine Laborwerte oder irgendwas, sondern der guckt sich ja ganz viele verschiedene Aspekte an. Und deswegen sind dann Diagnose-Apps im Moment noch nicht so wirklich weit vorne. Da ist dann als Beispiel zu nennen Ada, die im Moment gerade sehr beliebt ist und sehr gehypt wird. Da sind auch schon sehr große Erfolge mit erzielt worden, aber ich wüsste jetzt nicht, dass Ada tatsächlich irgendwo schon routinemäßig als Arztersatz eingesetzt würde. 

    Ja, vielleicht habe ich jetzt auch nicht den großen Überblick, was Ada jetzt alles schafft, aber da sind wir tatsächlich noch sehr am Anfang. Ein anderes Projekt — das ist tatsächlich auch schon mehrfach gescheitert, leider — das ist von IBM der Watson, der ist ja auch ein Diagnosestell-Tool, der bekannt wurde als Jeopardy-Champion. Ja, genau. Und wir werden das nachher nochmal besprechen, dass Watson so ein bisschen einen anderen Ansatz hat, aber dort, wo er eingesetzt worden ist, ist er ja meines Wissens nach auch schon relativ bald immer wieder abgesetzt worden, weil die Ärzte gesagt haben, das bringt uns nix. 

    Genau, dann gibt es noch andere Ansätze, zum Beispiel eben Diagnose-Apps, die mit natürlichsprachlichen Sachen arbeiten, also sowas wie ein Chatbot, der Diagnosen erfragt, oder ein Chatbot in der Psychiatrie, der Therapien macht. Da ist natürlich auch KI hintendran. Es gibt auf Intensivstationen Warnmeldungen, die anschlagen sollen, wenn ein Patient bestimmte Merkmale überschritten hat, auch hier sind manchmal jetzt nicht nur rein regelbasierte Systeme am Werk, sondern es gibt da auch Systeme, wo KI hintendran steckt, und wir werden nachher nochmal sagen, was wir dann nochmal speziell unter KI verstehen. Wir haben jetzt bestimmt nicht alle Ansätze von KI im Gesundheitswesen genannt, bitte verzeiht uns, wenn wir jetzt vielleicht euer Start-up nicht genannt haben oder eure Start-ups, die ich genannt haben — aber es gibt eben schon viele Ansätze. Richtig durchgesetzt haben sich auf jeden Fall die Sachen in der Radiologie, in der Kardiologie, aber auch dort sind wir noch relativ am Anfang und die Kurve geht hier steil nach oben. 

    Genau, das war jetzt mal so ein erster Einblick in die Möglichkeiten der KI in der Medizin und im Gesundheitswesen. Es sollte ja nur so beispielhaft zur Veranschaulichung sein, kein Anspruch auf Vollständigkeit hier gegeben — dafür, wir wollten zwar längere Folgen produzieren mit dem Erreichen der Hundert, aber jetzt zumindest noch in akzeptablen Gesamtlängen bleiben, es soll uns ja auch noch jemand hören. 

    Genau, als nächstes wollen wir weitermachen mit verschiedenen Verfahren. Also wie gesagt, künstliche Intelligenz, da steckt ganz, ganz viel dahinter, wie kann man da so ein bisschen Struktur, so ein bisschen Ordnung reinbringen, und eine dieser Strukturen oder Ordnungen könnte eben sein: Welches Verfahren steckt eigentlich dahinter? Und da kann man ganz, ganz grob unterscheiden, es gibt Verfahren, die auf Logik basieren, den ganz, ganz großen Bereich der Statistik, und das, was man vielleicht als Erstes im Bereich der KI vermutet, so neuronale Netze. Und zu den Sachen wollen wir mal so ein paar einführende Worte verlieren, auch da wieder: Das kann nur so eine Idee sein, was man da ganz grob drunter versteht. Und dann müsste man sich eigentlich das nächste Buch schnappen oder den nächsten Link raussuchen, um das Ganze nochmal intensiv zu vertiefen. 

    Ich starte einfach mit dem Bereich der Logik, das ist das, was wir von ganz, ganz vielen anderen Bereichen eigentlich auch kennen. Es gibt die Aussagenlogik, es gibt die Prädikatenlogik. Aussagenlogik, so: Wenn es regnet, ist die Straße nass, und wenn ich dann eben weiß, es hat geregnet, dann kann ich daraus folgern, die Straße ist nass. Das Ganze kann ich natürlich jetzt wunderbar übertragen auf Symptome und Diagnosen oder auf andere Fälle bei Laborwerten — das ist vielleicht ein bisschen einfacher. Das heißt, wenn ich einen sehr spezifischen Laborwert habe, dann könnte ich sagen: Wenn dieser Marker anschlägt, dann kann ich auf folgende Krankheit schließen — das wäre die allgemeine Regel — und dann stelle ich irgendwo im System fest, dieser Marker ist vorhanden oder ein bestimmtes, sehr eindeutiges Symptom ist vorhanden, dann kann ich eben daraus schließen, dann gilt auch eben die Folge. 

    So ein logisches Schließen hat viele Vorteile, ich habe Aussagen, die sind überprüfbar auf ihren Wahrheitsgehalt, die sind entweder erfüllbar, sind entweder allgemeingültig oder vielleicht auch unerfüllbar. Ich kann das ganz strukturiert und logisch abarbeiten, kann die einzelnen Elemente miteinander verknüpfen, kann das auch deduktiv sozusagen herleiten, das kann ich sogar beweisen, warum das so ist, über verschiedene Operatoren. Die Logik hat sicherlich viele Vorteile, hat aber auch irgendwo Grenzen, diese Grenzen sind darin zu finden, dass ich eben eine widersprüchliche Wissensbasis aufbauen kann. Das heißt, ich habe eine Wissensbasis, die ergänze ich nach und nach um weitere Elemente in meiner Wissensbasis, und auf einmal kann ich widersprüchliche Ableitungen erzeugen. 

    Das Ganze kann man an einem schönen Beispiel machen, das kommt aus dem Buch von Wolfgang Ertel, „Künstliche Intelligenz“, in mehreren Auflagen erschienen. Das sagt: Wir haben eine Wissensbasis und da wird gesagt, Tweety, das ist ein Pinguin, Pinguine sind Vögel und Vögel können fliegen. Und aus diesen drei einzelnen Aussagen könnte ich eben ableiten: Tweety ist ein Pinguin, der fliegen kann. Jetzt wissen wir, Pinguine können nicht so gut fliegen, dann könnte ich ja auf die Idee kommen, meine Wissensbasis zu ergänzen, nämlich mit einer solchen Aussage: Pinguine können nicht fliegen. Das ändert aber nichts daran, dass in meiner Wissensbasis nach wie vor diese anderen drei Aussagen drin sind — Tweety ist ein Pinguin, Pinguine sind Vögel, Vögel können fliegen — und somit auch ein wahrer Schluss nach wie vor möglich ist, dass Tweety fliegen kann, aber eben auch, dass er nicht fliegen kann, weil er ein Pinguin ist und Pinguine nicht fliegen können. Also ich komme mit Logik unter Umständen an eine widersprüchliche Wissensbasis und das könnte natürlich zu Problemen führen. 

    Und wir haben natürlich die Schwierigkeit, dass wir eben nicht, wie in der Informatik so schön, im 0-1er-Denken drin sind, das ist eine wahre Aussage oder das ist eine falsche Aussage, und das hängt immer noch von ganz vielen anderen Komponenten ab. Und das ist natürlich auch der Grund, warum wir gleich noch auf das Thema Statistik eingehen, da spielen eben auch bestimmte Wahrscheinlichkeiten und solche Sachen eine Rolle, das kann ich eben nicht alles logisch herleiten. Oder auch mein eigenes Beispiel, das ich gerade genannt hatte, mit dem von Symptomen auf die entsprechende Diagnose schließen, das klappt in den seltensten Fällen als direkter logischer Schluss. Das kann ich vielleicht bei so einem super eindeutigen Symptom wie einer Pestbeule, da kann ich das machen, da kann ich sagen, okay, wer so was hat, der hat dann wahrscheinlich auch die Erkrankung Pest. Aber bei einem Symptom wie Fieber, was bei ganz, ganz vielen Erkrankungen vorkommt, da kann ich natürlich mit logischen Schlüssen, was dann daran hängen könnte, nicht viel weiteres machen. 

    Ein Vorteil, den die Logik in der KI hat, ist, dass sie aber auch nachvollziehbar ist. Also wenn man jetzt zum Beispiel erklären muss, wie ist diese Diagnose zustande gekommen, dann gibt es eben Regeln, und dann kann man sich anhand dieses Regelbaumes am Schluss zur Diagnose hangeln. Dann kann man nachvollziehen, okay, die KI hat die Diagnose aus den und den Gründen gestellt. Und wir werden ja nachher noch sehen, dass das nicht selbstverständlich ist, dass es eben auch gerade bei den neuronalen Netzen zumindest aktuell häufig noch so ist, dass man die Entscheidung nicht mehr nachvollziehen kann. Aber das ist jetzt hier ein Vorteil dieses logischen Vorgehens. 

    Dann kommen wir zu dem großen Teil der statistischen Methoden. Statistische Methoden sind ja jetzt schon relativ lange im Einsatz und etabliert. Und wir machen daher schon ziemlich lange damit rum, gerade in der medizinischen Informatik, das ist ja ein sehr etablierter Zweig da. Das Tool, dieses Standardwerkzeug, ist dann zum Beispiel das Verwenden der Bayes-Formel, also Bayes’sche Statistik, und darauf aufbauend dann ganz viele abgeleitete Verfahren, wo man dann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sich für die richtige Diagnose entscheiden kann. Aufbauend auf diesen statistischen Methoden gibt es dann ein ganzes Potpourri an Möglichkeiten — aber die neuronalen Netze waren ja eigentlich auf deiner Liste. 

    Genau, dann machen wir damit mal weiter. Das hast du so logisch mal angedeutet, das, was die allermeisten als Erstes im Sinn haben, wenn man über künstliche Intelligenz spricht: neuronale Netze, als ein ganz großes Thema. Was steckt dahinter? Dahinter ist eigentlich die Grundidee, ein mathematisches Modell des Neurons für Computer auch zu nutzen oder für Berechnungen zu nutzen. Neuronen kennen wir eben aus der neurologischen Forschung. Die Grundidee ist, dass ich da so eine Art Speicher habe, und der bei der Überschreitung eines Schwellenwerts, einer Spannung, die in diesem Speicher dann ankommt, sozusagen feuert. Und damit andere Neuronen aktiviert. Das Lernen auch in unseren Gehirnen funktioniert dann eben durch Anpassung der entsprechenden Neuronenverbindung durch diese Synapsen, so heißen diese Verbindungen. Das heißt, wenn da ganz oft auf einer bestimmten Ebene gefeuert wird, dann wird diese Verbindung verändert, diese Synapsen verändern sich. Und dadurch habe ich bestimmte Lernprozesse ermöglicht. Und diese Grundidee sollte eben in einen Computer übertragen werden. 

    Und ich habe also, man kann es jetzt ganz grob vielleicht so vorstellen, dass ich einen Eingabe-Vektor habe und einen Ausgabe-Vektor habe. Und jetzt diese beiden irgendwie sozusagen, in einem einfachsten Fall, in einem Netz verbinde und irgendwie jetzt schauen muss, welche Kombination meines Eingabe-Vektors mit welchen Ausgabe-Vektoren assoziiert. Das heißt, dazwischen, wie er es gerade schon gesagt hat, stecken also weitere Variablen, Neuronen sozusagen, die künstlich modelliert sind, die diese Verbindung herleiten. Also ich kann das in verschiedenen neuronalen Netzen machen. Ich kann zweischichtige Netze aufbauen, ich kann dreischichtige Netze aufbauen. Ich kann diese Netze nur vorwärts durchlaufen, ich kann sie vorwärts und rückwärts durchlaufen. Es gibt rekursive neuronale Netze und eben auch verschiedene Netze, die mit den einzelnen Neuronen noch so ein bisschen rumspielen, dass sie etwas andere Eigenschaften haben. Aber die Grundidee ist immer gleich: Ich habe letzten Endes einen Eingabe-Vektor, einen Ausgabe-Vektor, und durch verschiedene Lernregeln versuche ich jetzt diese Verbindung anzupassen. Das heißt, wenn mein Eingabe-Vektor zum Ausgabe-Vektor nicht passt, dann muss ich eben die Stellschrauben in die richtige Richtung drehen. Das heißt, ich lasse alle meine Gewichte, so heißen die in einem Bereich der neuronalen Netze, so ein bisschen verändern, in die richtige Richtung zeigen. In der Hoffnung, dass es beim nächsten Durchlauf schon wieder etwas besser passt, und dann wird dieses Netz immer wieder weiter angepasst, durch zahlreiche Trainingsdatensätze lernt dieses Netz und irgendwann habe ich dann hoffentlich ein zufriedenstellendes Ergebnis. Wobei, auch da gibt es Unterschiede, es gibt Netze, die selbstlernend sind sozusagen, und Netze, die mit einem Lehrer trainiert werden. 

    Einer der wichtigsten Anwendungsbereiche der neuronalen Netze ist eigentlich die Mustererkennung, gerade im Bereich Personen oder Gesichter, aber auch gesprochene Sprache, handschriftliche Texte, all diese Dinge. Da kann ich ganz, ganz viel mit Mustererkennung machen, ich kann ein Netz im Vorfeld trainieren, dass bestimmte Sachen erkannt werden, und das dann eben lernen lassen und weitere Elemente dann erkennen lassen. Ein Problem — also diese neuronalen Netze haben natürlich auch nicht nur Vorteile — könnte aber bei so einem Netz sein, dass es auch unter Umständen bekannte Muster wieder verlernt. Also wenn ich ein Netz habe, das ich dann sozusagen übertrainiere, ich versuche dem immer mehr beizubringen, dann kann natürlich irgendwann sein, dass die Stellschrauben so weit angepasst werden, dass bestimmte neue Muster nun erkannt werden, aber alte Muster, die schon lange bekannt waren, dann vielleicht nicht mehr erkannt werden. Das ist sicherlich eine der Schwierigkeiten im Bereich der neuronalen Netze. 

    Okay, also wenn man jetzt die Verfahren nochmal zusammenfassen oder in Klassen zusammenfassen will, dann würde ich das jetzt mal hier in zwei große Bereiche einteilen. Einmal sind das so die regelbasierten künstlichen Intelligenzen, wo man als derjenige, der die KI programmiert, sich tatsächlich auf die Regeln fokussiert und sagt, okay, wenn dieser Wert kommt, dann geh in die Richtung, und wenn dieser Wert kommt, dann geh in die Richtung. Und es gibt das große Feld der datengetriebenen KI, wo wir die Regeln gar nicht selbst definieren, sondern wo wir sagen, okay, wir geben die Daten in die KI rein und die KI soll sich diese Regeln selbst zusammenschustern, ohne dass wir jetzt da in die Regeln eingreifen wollen. Und die ersten Verfahren, also die regelbasierten Verfahren, das sind diejenigen, ja, die sind eigentlich schon relativ alt, und die KI, die früher als KI bezeichnet wurde, die hatte eigentlich diese Regelbasierung im Fokus gehabt. Und so in den letzten Jahren ist das immer mehr in den Hintergrund gerückt und die datengetriebene KI hat sich in den Vordergrund gestellt. 

    Jetzt kann man natürlich sagen, okay, die logischen Verfahren haben damit ausgedient und wir fokussieren uns auf die datengetriebenen Verfahren, aber diejenigen, die das schon seit Jahren und Jahrzehnten machen, die schwören trotzdem noch auf ihre Logik. Und die Verfahren, die wir vorhin genannt haben, Ada, Watson, die Verfahren in der Radiologie und Kardiologie, die lassen sich jetzt auch so ein bisschen einordnen. Also Ada, das ist zwar auch so ein bisschen mit neuronalen Netzen und mit KI gefüttert, aber da sind auch viele Regeln, die von Ärzten eingegeben werden. Also wo es tatsächlich Ada-Regeln gibt, das ist also keine rein datengetriebene KI, sondern das ist so ein Mischmasch aus beidem. Da ist jetzt meines Wissens nach gar kein datengetriebener Teil drin, sondern da wird versucht, dass man aus Journals, aus Veröffentlichungen sich Regeln raussucht und diese Regeln dann in Diagnostikregeln umwandelt. Hier sieht man auch schon, dass dieses Logikgetriebene, dieses Regelbasierte vielleicht nicht so wahnsinnig gut ankommt aktuell. Und die Sachen, wo es tatsächlich um Daten geht, Radiologie, Kardiologie, da scheint sich die KI durchzusetzen. 

    Ja, dann schauen wir uns noch ein paar Probleme, Risiken, Potenziale an. Wo gibt’s denn hier Möglichkeiten, wo gibt’s Fallstricke? Da können wir da weitermachen, wo du gerade aufgehört hast, nämlich mit: In welchen Anwendungsfällen findet da tatsächlich eine Arbeitserleichterung statt? Das ist ja häufig das Ziel, das große Potenzial. Wir haben es in der Einleitung schon gesagt, eine KI wird nicht müde, eine KI ist bestimmt zuverlässig in einem bestimmten Bereich. Und da gab es beispielsweise einen schönen Forschungsartikel, das im Jahr 2017, von Jiang et al., „Artificial Intelligence in Healthcare: Past, Present and Future“, wo aufgezeigt wird, in welchen Bereichen die KI eingesetzt wird. Der größte Einsatzbereich ist das Diagnostic Imaging, also es passt eben zu dem, was du gerade gesagt hast, Renato, wo ich genau anhand der Daten versuche, irgendwie auffällige Elemente zu finden oder irgendwie Abweichungen von der Norm in irgendeiner Form in den Bildern, die da eigentlich nicht hingehören. Das ist hier der ganz, ganz große Anwendungsbereich. Was da eher kleiner ist und untergeht, sind eben die ganzen Bereiche mit „die passende Diagnose finden“ oder solche Sachen. Weitere Anwendungsbereiche, große Bereiche, sind genetische Algorithmen sozusagen, da im Bereich der Bioinformatik, auch da gibt es sicherlich viel, was man datengetrieben machen kann. 

    Generell kann man sagen, das Potenzial ist vor allem eine Form der Arbeitserleichterung, eine Teilautomatisierung. Wenn man einfach wesentlich schneller bestimmte Elemente schon im Vorfeld automatisch erkennen kann, ohne dass der Arzt da richtig aktiv werden muss. Und weitere Potenziale sind sicherlich auch Generierung sozusagen von neuem Wissen, also dass ich auf bestehenden Elementen meine Wissensbasis dann selber erweitere, dadurch vielleicht irgendwie zu neuen Elementen beitragen kann, die jetzt noch gar nicht bekannt sind. 

    Genau, aber es gibt ja nicht nur das Positive, sondern es gibt auch Probleme oder Sachen, an die man denken muss. Eine ganz wichtige Sache, gerade bei den datengetriebenen KI-Ansätzen, ist, dass man eben auch einen Riesen-Datenpool braucht. Also da reicht es dann nicht, vielleicht mal so 50 oder 100 Datensätze zu haben, sondern um wirklich gute und valide Ergebnisse zu ermitteln, braucht man teilweise 10.000 und 100.000 Datensätze, je nachdem, in was für einem Anwendungsbereich wir uns bewegen. Und an die Daten kommt man eben nicht immer so leicht dran. Es gibt so große Datenkraken wie Google, Facebook, die haben solche Riesen-Datenpools, und Apple, die sich jetzt auch sehr stark im Gesundheitssektor bewegen, die können auch auf solche große Datenmengen zugreifen, aber gerade diejenigen, die gerne forschen würden, die haben eben da das Nachsehen. 

    Da kann man vielleicht auch noch mal ansetzen oder noch mal in Erinnerung rufen, das Patientendaten-Schutzgesetz. Ich habe jetzt extra nicht „Datenschutzgesetz“ gesagt, sondern „Patientendaten-Schutzgesetz“. Das sieht ja auch sowas wie Datenspenden vor. Und wenn man mit dem grundsätzlichen Ansatz d’accord läuft, dann sollte man sich später tatsächlich mal überlegen, ob man seine Daten spenden will. Die heutige Forschung ist absolut angewiesen auf große Datenmengen. Und ja, man muss dann natürlich auch Vertrauen haben, dass diejenigen, die mit den Daten umgehen, die auch wirklich anständig verwenden. 

    Und ein weiteres Problem ist, dass man gerade bei diesen regelbasierten KI-Systemen ja eigentlich versucht, Regeln in der medizinischen Diagnostik in niedergeschriebene, in computerlesbare Regeln umzuwandeln. Und jetzt war zwar meine Ärzte-Tätigkeit nicht so lange, aber was ich häufig festgestellt habe, ist, dass man natürlich als Arzt die Regeln kennen soll. Und das ist natürlich auch so, dass die Ärzte die leidlich kennen und viel noch als theoretisches Wissen haben, aber dass es viele Entscheidungen gab, die gar nicht so sehr auf offensichtlichen Regeln passiert sind, sondern die auf Bauchgefühl-Regeln entstanden sind. Und Bauchgefühl ist ja sowas Ähnliches wie eine KI. Unser menschlicher Körper, unser Gehirn hat eine Situation, mehrere Situationen abgespeichert im Kopf. Und dann wird quasi in Sekundenbruchteilen, werden diese Erinnerungen gar nicht mehr ins bewusste Erinnern genommen, aber man merkt, okay, das ist jetzt die richtige Entscheidung. Und je länger und je älter ein Arzt ist und je mehr Erfahrung er gesammelt hat, desto mehr entwickelt er dieses Bauchgefühl, das überhaupt nicht in Regeln fassbar ist. Das ist vielleicht eher so eine Art datengetriebene KI, die er in sich selbst drin hat und die dann eben eher so funktioniert wie eben die datengetriebene KI. Man sitzt vor einer Situation, der Bauch merkt, okay, so eine ähnliche Situation hatte ich schon mal, hier muss ich absolut aufpassen, vielleicht ist bei der letzten Situation, wo das passiert war, ein Patient gestorben und das hat einen tief in die Krise getrieben. Und man hat das irgendwie noch verinnerlicht und dann fängt der Kopf an und sagt, okay, Achtung, hier muss ich noch mal ganz besonders tief gehen. Aber diese Regel, bei dieser Situation muss ich noch mal ganz, ganz genau tief gehen, die lässt sich nicht in ein Logiksystem überführen. Und deswegen scheitern vielleicht auch einige Logiksysteme daran, dass viele medizinische Entscheidungen gar nicht so wirklich regelbasiert passieren. 

    Das Ganze gilt aber nicht nur für die Regeln, sondern das Ganze gilt sicherlich auch bei unterschiedlichen Referenzpopulationen. Also wenn es irgendwie eine wissenschaftliche Evidenz gibt, dann ist es häufig so, dass diese Evidenz an einer bestimmten Kohorte nachgewiesen wurde. Das heißt, es wurden irgendwelche Zusammenhänge gezeigt, das gilt aber noch lange nicht für beliebige Personengruppen. Und da gibt es eben auch Unterschiede zwischen Patienten, die gibt es inzwischen bei ganz, ganz vielen Erkrankungen. Bei den Erkrankungen, das macht die Diagnostik ja gerade ebenso schwer, jeder Mensch ist einzigartig. Er hat ein individuelles Spektrum an Gesundheitsparametern sozusagen, an eigener Vorgeschichte, an Belastung, aber auch an Schutzmechanismen sozusagen. Und das Ganze muss nun letzten Endes evaluiert werden, das heißt, nicht jegliches Ergebnis aus jeder Studie kann direkt eins zu eins übertragen werden. Und Dinge können falsch zitiert werden, es kann da auch die üblichen Fehler Richtung Publication Bias geben und so weiter. Und man muss eben gucken, lässt sich das, was man da gefunden hat, tatsächlich auch auf den konkreten Einzelfall sozusagen übertragen. Und ich glaube, das ist eigentlich so die wahnsinnige Leistung der Ärzte, also den Einzelfall zu betrachten und den dann entsprechend zu behandeln. 

    Die Psychologen haben das in einem Artikel ganz schön klargemacht, der Artikel heißt „The weirdest people in the world?“ und macht nochmal deutlich, dass ein ganz, ganz großer Teil unserer Forschung mit Western, educated, industrialized, rich and democratic societies passiert. Das heißt, nahezu alle unsere Probanden in den wissenschaftlichen Studien kommen eben aus diesen Verhältnissen. Und das lässt sich sicherlich auf einige Aspekte übertragen, aber ich kann natürlich nicht logisch darauf schließen, dass das für alle anderen Gesellschaften genauso gelten muss. Das kann natürlich dann im schlimmeren Fall auch dazu führen, dass bestimmte Personengruppen dadurch diskriminiert werden, wenn sie eben damit nicht berücksichtigt werden bei solchen Geschichten. Also sicherlich ein größeres Problem beim Thema KI. 

    Neben diesen Problemen gibt es natürlich auch ein paar Risiken. Es gibt viele Leute, die davor warnen, dass da irgendwie eine Superintelligenz entwickelt werden könnte, also eine KI, die irgendwann den Menschen übertrifft und selber eigene Ziele verfolgt. Dann müsste man da noch eingreifen, man müsste irgendwelche Kontrollmechanismen in die künstliche Intelligenz mit einbauen — also selbst große IT-Spezialisten oder Unternehmer warnen da hin und wieder. Das ist, glaube ich, vor ein paar Jahren richtig aufgepoppt, als es da irgendwie um Drohnenangriffe mit KI und so ging, dass man gesagt hat, also das ist etwas, da soll keine künstliche Intelligenz enthalten sein, wo Menschen ihr Leben verlieren oder solche Sachen. Und das Ganze lässt sich natürlich auch in vielen Bereichen aufs Gesundheitswesen übertragen. Auch da kann es zu Fehlern kommen, wie geht man dann mit solchen Sachen um, wer ist dann schuld, der Informatiker, der Arzt, das Krankenhaus, das es eingesetzt hat — also ganz, ganz viele Risiken, die da sicherlich mit verbunden sind. 

    Dann macht’s gut, bis dann, tschüss! Bis dann! 

  • Folge #99 – Patientendaten-schutzgesetz

    In dieser Folge widmen wir uns dem neuesten Gesetzesentwurf aus dem BMG ausführlicher. Es um das das Patientendaten-Schutzgesetz (auch wenn Renato den Bindestrich lieber schon hinter Patienten ansetzen würde).

    Die letzte Folge vor dem großen Jubiläum ist wieder eine Erklärbärfolge. Renato und Bernhard steigen direkt in den Gesetzesentwurf ein und versuchen, euch in 20 Minuten die wesentlichen Punkte nahe zu bringen. Hört rein, wie wir die 140 Seiten zusammenfassen und bewerten.

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    Was diskutieren wir? Wir reden über den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Und der ist wie folgt aufgebaut. Wir erklären das ganz kurz, damit das für alle beteillichen Klaas, worüber wir reden. Es gibt am Anfang so ein Kapitel Probleme und Ziel, warum wird überhaupt so ein Gesetz erlassen? Und was soll mit diesen Änderungen in den Gesetzestexten ermöglicht werden? Dann gibt es den Teil B, in dem mögliche Lösung beschrieben werden, das sind überwiegend die Kapitel, die Renatograde genannt hat, von Patientenakte über eRezept und so weiter und so fort. Und dann gibt es so ein paar ja spezifische Sachen zu Haushaltsausgaben und so weiter, auf die wir gar nicht näher eingehen werden, sondern wir werden es eben auf den Inhalt fokussieren. Was soll denn inhaltlichem Gesundheitswesen im Rahmen von Digitalisierung und Patienten Daten vorangetrieben werden? Und weniger, wer das Ganze jetzt letzten Endes finanzieren muss. Das vielleicht so als kurze vor Abbemerkung. Wir hatten es in den News auch schon erwähnt, dass ganze sind 140 Seiten. Wir werden uns bemühen, so auf die wesentlichen Inhalte zu fokussieren und hoffen unter einer halben Stunde zu bleiben. Auf gehts Renato. 

    Der wesentlichste Inhalt ist die Patientenakte, die ist ja damals in dem letzten großen Paket noch nicht so untergekommen. Deswegen wurde hier jetzt nachgelegt. Ein der essentiellen Punkte ist, was haben die Patienten für Rechte? Das ist einmal, die haben gegenüber dem Arzt das Recht, das ihre Akte befüllt wird und sie haben gegenüber der Krankenkasse das Recht, dass ihnen eine Akte angeboten wird. Das ist natürlich alles freiwillig, also sie müssen das nicht machen. Aber sie haben dann ab 21, auf jeden Fall das Recht, dass sie diese Akte von der Krankenkasse gestellt bekommen. Dann gibt es noch eine Sache, die dann aber erst ab 22 gilt, wenn es einen Krankenkassenwechsel gibt bei einem Patienten, dann gibt es auch das Recht, dass man die Daten von der einen zur anderen Akte mitnehmen kann. Der Patient ist her seiner Daten, ich glaube, dass es mittlerweile gar nicht mehr in Frage gestellt ist, aber in diesem Gesetzentwurf auch noch mal hervorgehoben. Der Patient regelt sowohl den Inhalt als auch den Zugriff, also was kommt in die Akte und wer darf auf diese Akteninhalte zugreifen. All das ist in Hand der Patienten. 

    Dann machen wir mal weiter und schauen uns diese Inhalte etwas konkrete an. In § 341 sind sie nämlich alle genannt, was dazu gehört. Das fängt an mit medizinischen Informationen über die Versicherten. Es geht um nachweise und regelmäßige Anspruchnahme zahnärztlicher Versorgeuntersuchung. Es geht um das Untersuchungsheft für Kinder und den Mutterpass, das Zahnbonus heft. Und da sieht man schon, dass sind alles Themen, die jetzt erstmal eher in der Patientenakte orientiert sind und jetzt nicht primär mit dem Datenschutz an sich zu tun haben, sondern dass das Datenschutzübergreifend eigentlich darüber steht ist, die Nutzung ist freiwillig. Es muss nicht genutzt werden. Krankenkassendaten für die Pflegerische Versorgung werden genannt. 

    Okay, dann geht es zum Zugriff. Das ehrlich sagt ein bisschen verwirrend, was da steht, aber grundsätzlich soll ab 2021 der Zugriff über mobile Endgeräte möglich sein. Und ab 22 soll es möglich sein, über die mobilen Endgeräte auch den Zugriff für andere, also für Ärzte, Therapeuten und so weiter, zu ermöglichen. Das heißt, ab 21 kann ich selbst auf die Daten zugreifen. Über mein Smartphone, über mein Tablet und ab 22 kann ich dann auch über das Tablet sagen, welche anderen Personen in die Patientenakte reinsehen können und was die dann für Daten einsehen können. Das war auch mal diese Diskussionen. Am Anfang dieses alles oder nichts Prinzip, das sich jetzt auch weiter zieht. Ja, wenn man wird bis 21 kein komplettes Konzept haben, bis auf einzelne Dokumente herunter das zu berechtigen, das wird es dann ab 22 geben. Es ist immer noch in der Diskussion und der Herr Kälber hat das ja auch schon angemahnt, also der Datenschutzbeauftragte des Bundes. Wir haben ja hier auch schon darüber diskutiert, ob das nicht für ein bisschen, ja, also wenn es dann nach einem Jahr kommt, dann ist es ja gut und jeder, der das nicht gut findet, kann ja sagen, okay, dann nutzt er diese Akte nicht. Aber es ist eine berechtigte Einwand, dass es wichtig ist, dass dieses auf jeden Fall irgendwann kommt, die Zugriffsberechtigung bis auf jedes einzelne Dokument runter. Es soll für diejenigen, die keine mobilen Endgeräte haben, die kein Smartphone haben, aber auch die sollen auf ihre Inhalte zugreifen können und das soll dann zum Beispiel in der Krankenkassenfiliale möglich sein. Ja, vielleicht gibt es dann auch in Apotheken oder bei Arztpraxen, dass man darauf die Akte zugreifen kann. 

    Dann machen wir weiter mit einer Regelung zur Vergütung, damit das Ganze auch irgendwie in Schwung kommt und genutzt wird. Gibt es auch ein entsprechender Abschnitt, dass diese Leistung vergütet werden, also für die Unterstützung der Versicherten, bei der Nutzung der elektronischen Patientenakte, sollen die Vertragsärztinnen und Ärzte eine Vergütung erhalten, auch die Krankenhäusern in Zuschlacht erhalten Apothekerinnen und Apotheker. Und das Ganze für verschiedene Sachen, die da auch explizit genannt sind, also beispielsweise für die Erstellung von Datensätzen oder eben für die Aktualisierung von Datensätzen wird es jetzt entsprechende Ziffern geben, die dann abgerechnet werden können. 

    Gut, dann haben wir das Thema Patientenakte eigentlich erst mal abgehakt, die anderen Sachen, die haben natürlich dann auch was mit der Patientenakte im weitesten Sinne zu tun, aber bei Akkanendet was anderes fällt, das eine ist, was ja auch schon lange in der Diskussion ist, oder was eine der ersten Punkte umgesetzt werden sollte, das eRezept, das dann in den Apotheken einlössbar ist. Der Patient geht zum Arzt, lässt sich dort sein Rezept eben nicht als Papier geben, sondern er speichert es dann auf dem Smartphone oder auf der in der Telematikinfrastruktur und löst es in der Apotheke ein. Dafür soll es tatsächlich eine zentrale App geben, also eine App, die von der Telematikinfrastruktur bereitgestellt wird, es sollen aber auch zu alternativen Apps Schnittstellen bereitgestellt werden, sodass jeder dann seine App verwenden kann und so, dass es auf diesem Markt auch eine gewisse Rivalität gibt, Konkurrenz belebte ja das Geschäft nicht direkt aus dem Referentenentwurf herausgehen, aber ich habe noch in anderen Quellen noch gelesen, dass das Makelverbot auch weiterhin besteht, also es soll keine Zuweisung zu einer bestimmten Apotheke geben dürfen durch den Arzt, also das war den Apotheker, glaube ich auch ganz wichtig, dass der Arzt nicht sagen kann, ich empfehle ihnen, in die und die Apotheke zu gehen oder ich stelle das Rezept jetzt speziell für die und die Apotheke aus, das soll es auch weiterhin eben geben, keine Markelei, das Makelverbot bleibt bestehen. 

    Dann in dem Zusammenhang kann man vielleicht noch das grüne Rezept erwähnen, dass auch jetzt online zur Verfügung gestellt werden soll, das grüne Rezept ist für Apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungswichtige Arzneimittel und was auch noch elektronisch jetzt umgesetzt werden soll, ist die Überweisung, die digitale Überweisung zu einem Facharzt hier, ist man aber noch ein bisschen im Anfangsstadium, hier muss es erst mal Regelungen durch die Vertragspartner, der Bundesmantelverträge geben. 

    Okay, dann mache ich weiter mit dem nächsten Thema, wir wechseln so ein bisschen von der Versorgung, also von dem was jetzt die einzelnen Patienten in ihrem tag täglichen Alltag sozusagen getrifft in den Teil der Forschung, da wurde es schon vielfach diskutiert, das Wort der Datenspende, auch dafür gibt es jetzt eine entsprechende Passage im Gesetz, also versicherte erhalten die Möglichkeit, Daten ihrer elektronischen Patientenakte, freiwillig der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung zu stellen. Das war natürlich prinzipiell auch immer schon möglich, wenn ich als Patient zugestimmt habe, durfte man mit diesen Daten forschen, mit dem Patientendaten-Schutzgesetz soll das ganz jetzt etwas strukturierter geregelt werden und es soll eben nochmal klar gemacht werden und da kommt vielleicht nochmal dieses Thema Datenschutz im Gesetz ein bisschen deutlicher hervor, dass eben diese Datenspende eine Einwedigung des Patienten bedarf, aber dass eben auch die entsprechenden Prozesse geregelt sein müssen. 

    Ja, finde ich auch eine ganz wichtige Sache, dass wir den Datenspenden mehr wäre es nun anliegen, dass das sehr niederschwellig passiert, weil ansonsten werden keine Daten gespendet, wenn man dafür irgendwelche große Formulare ausfüllen muss, sondern das muss möglichst einfach sein, aber immerhin noch so, dass dem Datenschutzgenüge getan wird, also dass die Leute informiert sind für was sie da spenden. Ja, das ist immer gespannt, das wurde nämlich ganz geschickt an die gematik übertragen, das heißt, Fristen für die Gesellschaft, für Telematik, da sollen eben die Voraussetzung für die Möglichkeit der Datenspende bis zum 30. Juni 2021 geschaffen werden. Bisher war es häufig so, dass diese Fristen dann nochmal verlängert wurden, als doch schwierig war und noch ein paar Hörden gab. Ich bin gespannt, ob dieses Thema, was ja vor allem von Span auch vorangetrieben wird, dann hier die notwendige Priorisierung findet und bis dahin umgesetzt wird. 

    Gut, dann kommen wir zu dem Thema, dass ich eigentlich ursprünglich in diesem Gesetz gesehen habe, den Datenschutz, also er ist nicht ganz weg, aber in einem deren Randposition ein komischerweise wird explizit auf die DSGVO verwiesen, sonst ja immer so ein bisschen auf der DSGVO rumgeritten wird, dass die Innovationsfeindlich ist, aber hier steht jetzt explizit, dass die DSGVO gilt und das daran sich orientiert wird und dass man keine Regelungen an der DSGVO vorbeihaben will. Es werden die Verantwortlichkeiten geregelt, es wird eine koordinierende Stelle eingerichtet bei der gematik, die für Auskünfte da sein soll. Es gibt die Pflichtstörungen zu melden, von Sicherheitsmängeln, also gerade die Dienste in der Telematikinfrastruktur anbieten, die sollen bei Sicherheitsmängeln Störungen melden müssen. Es ist von Bußgeldern, von bis zu 250.000 Euro die Rede, da weiß ich jetzt aber nicht, ob das an der DSGVO vorbeigeht, also ob das zusätzliche Bußgelder sind oder ob diese DSGVO Bußgelder ersetzen sollen. Auf jeden Fall ist auch hier in diesem Rahmen Bußgelder vorgesehen, was auch sehr wichtig ist, gerade für Ärzte. Die haben ja die Schweigepflicht, deswegen gibt es für Papierakten und auch für die eGK, gibt es einen beschlagnahme Schutz und das wird jetzt auch auf die elektronische Patientenakte ausgeweitet, so dass der Schweigepflicht hier genüge getan wird. Und das Thema, was ja der Chaos Computer Club aufgedeckt hat zwischen den Jahren die Ausgabe der Karten, noch das wird jetzt noch mal attressiert. Hier gibt es jetzt eine Koordination und eine Überwachung durch die gematik. 

    Ja, und dann kommen wir zum letzten Punkt unserer internen Liste und haben das Thema semantische Interoperabilität, muss er eben das Podcast vollgevorkommen und so kommt es auch hier und vielleicht kommt es bald nicht mehr ganz so häufig vor, denn es ist jetzt tatsächlich passiert, der SNOMED CT Christian hat es in den News schon erwähnt, hat es quasi ins Gesetz geschafft, es heißt nämlich dort, damit die Daten in der elektronischen Patientenakte Einrichtungs- und Sektor übergreifend ausgewertet werden können, wird eine medizinische Terminologie vorgegeben, die diese semantische Interoperabilität gewährleistet und das BfArM soll bis zum ersten Januar 2021 die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die medizinische Terminologie SNOMED CT und die Nomenklatur LOINC kosten frei für alle Nutzer der Bundesrepublik zur Verfügung steht. Dazu gibt es ein nationales Kompetenzzentrum für medizinische Terminologie. 

    Mit entsprechenden Aufgaben wie Lizenzmanagement strategische Weiterentwicklung, Koordination, Übersetzung und so weiter und so fort, das heißt wir haben es endlich geschafft durch vielfachen Aufwand, also jetzt nicht wir im Sinne des Podcasts, nicht wir drei, wir haben natürlich unseren kleinen Teil dazu beigetragen, aber es war, glaube ich, ganz ganz viele Wissenschaftler in Deutschland, das war als der Thema, wo sich immer alle sehr, sehr einig waren und jetzt ist es passiert. Wenn dann gebiert auch Christian die Ehr, also wenn er es ja der war das Kato, Keterum kennen sie auch, KTagin im S&T-Lendam bei jedem Podcast quasi noch mal drauf hingewiesen, dass der SNOMED CT gekauft werden soll. Also ist glaube ich jetzt schon ein Erfolg und ich hoffe, dass es dann eben auch das Thema, das wir vorhin besprochen hatten, das Thema Datenspende erleichtert, weil es macht natürlich nur Sinn, wenn die Daten auch von allen gleich verstanden werden. 

    Ja jetzt sind wir im Schnellverfahren durch die Inhalte durch, machen wir abschließend noch eine kurze Bewertung der NATO. 

    Erst mal so was Metamäßig ist ich, wir stehen nicht, warum man den Gesetzen immer so komische Namen geben muss. Also das hat, wie gesagt, so ganz wenig mit Datenschutz zu tun, okay, da ist noch ein Bindestrich dazwischen, aber ist halt ein Konklamarat aus vielen sinnvollen Sachen. Also ich glaube es gibt wenig Leute, die jetzt da irgendwas bemängeln könnten, außer natürlich die Leute, die Digitalisierung jetzt grundsätzlich skeptisch gegenüber stehen, aber auch denjenigen, die den Datenschutz als wichtig empfinden und da würde ich mich ja dazu zählen, die werden abgeholt. Also was bestimmt noch Diskussionen bringen wird, ist diese Sache mit dem Berechtigungskonzept. Da wird’s bestimmt noch mal kritische Stimmen geben, aber ansonsten ist alles, was ich hier sehr sinnvoll und auch in der Roadmap der eGK auch so vorgesehen. Also von daher sehe ich da jetzt wenig Kritik. Vielleicht, nee, ich sehe wenig Kritik. 

    Ja, geht mir ehrlich, ich finde es ist eine große Bandbreite von Themen, die da adressiert wird, was ich gut finde, ist, dass viele Dinge auch mit einem Zeitplan klar geregelt sind, bis 2021, bis 2022 soll das und das kommen viele Dinge, die bisher immer schon diskutiert wurden, Stichwort, Daten, Spende, Stichwort, vor allem ist nur mit CT, sind jetzt endlich mal klar gefasst und hier drin. Auch die Aspekte zur Patientensouveränität, also das gesagt wird, der Patient hat natürlich Eingriff und Zugriffsrechte und darf auch bestimmen. Und als Voraussetzung aber eben definiert wird, er muss sich aber auch mit entsprechender Technik authentifizieren. Also nicht einfach nur mit einem unsichereren Rausser und über eine unsicherer Leitung, daher rumsherfen, das würde eben die gesamte Infrastruktur schwächen, sondern dieses Recht soll ihm ermöglicht werden über sichere Technologien. Und ich glaube da ist vielleicht so ein bisschen die minimale Kritik. Ich glaube da sind so ein paar Begriffe drin, die sich noch als deutlich größer erweisen, als sie da so klein darin stehen, nämlich ebenso sicher das authentifizieren an der Telematikinfrastruktur. Das hört sich so klein an. Da sind glaube ich noch ein paar mehr Dinge für notwendig oder eben auch wie du das angesprochen, das Berechtigungsmanagement. Es ist natürlich auch inhaltlich völlig richtig zu sagen, der Patient darf das steuern, wie das Ganze dann aber in der praktischen Umsetzung aussieht. Das ist sicherlich nicht ganz unanspruchsvoll. 

    Ja, beim Zuhören jetzt habe ich vielleicht noch so einige Kritikpunkte mitbekommen. Die bestimmt kommen gerade von Ärzteseite, also dass der Patient bestimmter, was der Arzt sieht, ist natürlich nicht im Sinne des Arztes, weil der Arzt muss, um richtige Diagnosen stellen zu können, auch die gesamte Geschichte des Patienten einsehen können, wenn das so selektive Sachen sind, wo der Patient sich quasi seine besten Sachen raussucht, dann ist das für den Arzt wertlos. Das ist bestimmten Kritikpunkt, der kommt und vielleicht kann man demgen über noch irgendwelche Maßnahmen finden, dass man zum Beispiel dann sieht, dass es ein solches Dokument gibt, aber man dann eben nicht darauf zugreifen kann, vielleicht ist das eine Möglichkeit, aber was die Ärzbestimmt auch noch bemängeln werden ist, dass sie vielleicht etwas allein gelassen werden können, weil sie müssen ja letztendlich die Akten befüllen und im Moment ist es noch nicht klar, wie das dann tatsächlich passieren kann. Ja, da die technische Umsetzung, die muss dann erst noch zeigen, ob es für die Ärzte auch praktikabel ist, sie werden zwar vergütet, aber gerade am Anfang wird das bestimmt zu großen Aufwand führen und da kann es bestimmt noch von Seiten der Ärzte etwas Kritik geben. 

    Woran zum ersten Punkt der Einsichtnahme der Ärzte würde ja mit dem Gesetz nur das abgebildet, was stand jetzt auch der Fall ist, wenn ich jetzt zu einem Facharzt meines Vertrauens gehe, hat er ja auch nur Einblick auf die Dokumente, die ich ihm händisch mitbringen oder auf ein USB-Stick dabei habe und welche anderen Facharztbesuche ich da schön verschweige, ist ja mir über lassen. Ja, aber diese Klatte oder diese Sammlung an Dokumenten, die ich dann dem Arzt mitgebe, hat ja gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber so eine Patientenakte, die suggeriert ja quasi, das ist alles über den Patienten und wenn da aber nicht alles drinsteht, also ich bin mir sicher, dass da den eine oder anderen Arzt gibt, der dann sagt, na ja, auf Basis dessen kann ich keine sinnvolle Diagnose stellen. 

    Na ja, wir werden sehen, wir werden sehen, was dann auch an Kritik kommt. Also Patienten, der Schutzgesetz, ich glaube hier stehen die Patienten im Vordergrund und wahrscheinlich ist das die Perspektive und die müssen in der letzten ist natürlich auch zum Treiber dieser Innovation werden, also wir sind gespannt und macht’s gut. 

  • Folge #98 – Interview mit Marco Walker, COO der Asklepios Kliniken

    In Folge 98 sprechen wir mit Marco Walker, Chief Operating Officer (COO) und im Vorstand der Asklepios Kliniken. Dort ist er unter anderem zuständig für die Konzernbereiche Health IT, Health TV, EAP und Plattform. Die Flughöhe ist eher bei 10.000m – somit nicht nur für IT-Nerds geeignet – und thematisch wird Datenschutz und -sicherheit genauso besprochen, wie dieses neue Schlagwort „Digitalisierung“, von dem wir noch nicht sicher sind, ob sich das so durchsetzen wird </Ironie> .

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    Wir haben heute wieder ein Gast hier, das ist Marco Walker von der Asklepios und ich freue mich sehr, dass wir heute ein Interview gemeinsam führen können. Wollen Sie sich vielleicht am Anfang und die Asklepios, falls die jemanden nicht kennt, kurz vorstellen? Ja, hallo zusammen, vielen Dank, Herr Prof. Wachter für das Interview, Asklepios. Ja, zu mir und zu Asklepios, ich bin COO, wie das so neu Deutsch heißt, bei Asklepios in dem Unternehmen und zuständig für das operative Geschäft von Teil unserer Krankenhäuser. Und eben darüber hinaus auch zuständig für das ganze Thema Prozesse und damit natürlich auch für Digitalisierung und viele anderedigitale Aktivitäten, die sich in dem Umfeld bewegen und das führt uns auch zusammen. Asklepios ist nachgelöst der zweitgrößte Krankenhauskonzernen im Deutschland, in Familien bis jetzt. Wir machen 3,5 MilliardenUmsatz, haben 40.000 Beschäftigte und sind so in den letzten zwei, drei Jahren in den Transformation, dass wir eben nicht nur Krankenhäuser überdreiben, sondern sagen wir sind sozusagen ein breit aufgestelltesGesundheitsunternehmen von Prävention bis zur Nachsorge in vielerlei Hinsicht in diesem spannenden Weg der Transformation befinden. 

    Okay, und zwar haben Sie glaube ich, oder hat Asklepios nicht nur, sind 36 Kliniken, aber es gibt auch Hotels oder die zur Asklepios Gruppe gehören sozusagen? Ja, das sind ein bisschen verschacht, also wir habeninsgesamt 150 Einrichtungen und zu uns gehört der auch noch, da haben wir die Mehrheit Mediklinikgruppe. Und dann haben wir in der Tat mehrere Krankenhäuser, was ist eine Reaklinik, in dem Fall, die haben auch nochHotelizenzen. Das ist so ein Paar, das wäre zum Beispiel dein Bayern-Bart-Krisbach wunderschön gelegen, vor Altenland. Aber auch, ich glaube das meinten Sie, das ist dann aber dem Gesellschafter sein Thema. Er hat noch DANADO, wenn er uns ein eigener Hotels zu sagen, als eine andere Kampagne. Dann habe ich auch noch gesehen, dass Sie auch noch zuständig oder dass Sie verantwortlich sind für das HeldTV. Ja. Dazu eins, was ist da? Ja, richtig, das ist auch so reformiert bei uns zum Thema Start-Up, würde ich sagen. Wir haben, oder wir versuchen, das Thema Statten, Fernseher nicht linear, sondern auch sozusagen digital, also auch online, auchsozusagen abrufbar, als neue Marke zu etablieren und sagen, wir wollen neben dem, dass wir der An-Gesundheitsanbieter sind, wollen wir auch der Anbieter sein, der Prävention, der sie mit dem ganzen Themen befasst, der als für die Marke steht alles, was rund um Gesundheit, Prävention wichtig ist, Krankheit wichtig ist zu kommunizieren. Und da versuchen wir es, eine mediale Marke aufzubauen, mit eigener Hörfunklizenz, Rundfunkstaatsvertrag und so weiter, wie das alles ist. Ich glaube, ich habe das sogar bei meinem Sender-Suchlauf gefunden, kann das sein oder das auch ganz normal auszubauen? Wenn man leuchtet war, wer ist der Selet und über Kabel? Und wenn Sie den Sender-Suchlauf mal starten, sind wir irgendwie auf Kanal 413 versonagen, sind wir nicht viel. Und sind da auch im Fang da. Okay, okay, ich muss das mal nach vorne sortieren, dass ich da mal reinseppe, weil bis 400 komme ich meistens nicht hoch. Gut, wie man es überlegt, dass wir ein bisschen was besprechen, einerseits zum Thema Datenschutz- und Datensicherheit, wir zeichnen also Anfang Januar auf und da ist das weiterhin großes Thema. Dem Thema wollen wir uns also ein bisschen widmen und dann das ganz große Schlagwort Digitalisierung, genau. 

    Und ich würde vorschlagen, wir starten einfach mal mit Tatender, mit dem Thema Datenschutz- und Datensicherheit. 

    Vielleicht ganz kurz Datensicherheit verstehen wir jetzt dann so, dass die Daten sicher sind, also dass die Daten nicht verloren gehen, dass sie nicht verschlüsselt werden, manche mir darauf zugreifen kann, etc. Und da war ja, ich glaube, in Führt war das, gab es wieder ein Krankenhaus, was eben nicht mehr, also hat man auch an den News, was nicht mehr vernünftig arbeiten konnte, keine neuen Patienten angenommen hat, weil dort auchwieder Ransomware zu geschlagen hat. Wie stetzen Sie jetzt? Wie schätzt die als Klebjus da, die Gefahr von Hacker angriffen ein? Und ja, können Sie da irgendwas sagen, was Sie dagegen machen, ohne jetzt die Hacker da einzuladen? Das ist natürlich dann auch ein bisschen schwierig. Das ist ein sehr wichtiges Thema und natürlich ist das nur so gleich, da hat man so die Gefahr, wenn man darüber redet, dass man sich so ein bisschenwieder wie der Bienenstock im Wald vorkommt. Aber erst mal, ja, Führt war, glaube ich, Ransom, wie ich das auch mitbekommen hat. Und erst mal misst für die Kollegen und tut mir leiter Beileid kann man nur sagen, maximal ein wichtiges Thema für uns ist, ist kein Thema, wo man so Bucketlisten mehr sich abhaken kann, sondern ist permanent dran zu arbeiten. Wer da sagt, er hat da alles im Griff und er ist da, selbst, ich glaube, er istein bisschen naiv unterwegs. Also bei uns hat es eine maximal hohe Priorität und kann ich gleich ganz viel dazu erzählen, aber es ist definitiv extrem wichtig und sozusagen ganz hoch aufgehängt bei uns. 

    Und jetzt ist eine persönliche Frage, wenn wir jetzt darüber sprechen, achten Sie auch darauf, dass das nicht quasi wie eine Einladung ein Hacker rüber kommt. Also ich hab jetzt auf dem, was war das 36C3, dem Hacker-Kongress, dem Chaos-Computer-Club-Kongress gesehen, da gab es eine mehr oder weniger indirekte Aufforderung, weil ich weiß gar nicht mehr genau wer es war. Gehmatik oder irgendjemanden, ja, ich glaube, irgendeinAktenanbieter hat gesagt, auch vom Chaos-Computer-Club konnte das nicht gehackt werden. Und das jetzt natürlich dann mehr oder weniger eine indireinde Einladung war. Gibt es eine indirekte Einladung? Wir lassen unsja wie das so üblich ist, sehr Penetrationstests und alles machen. Aber wir lassen uns ja sozusagen versuchtsweise sagen, gerade letztes Jahr haben wir im Herbst es war wirklich witzig. So Social Engineering gemacht, also mal ganz anders. Und also quasi als Verhautantwerker verkleidet und zu guckt wie von innen, wie sicher sind wir sozusagen, wenn man sich innen an die Dose patcht und so weiter. Ja, natürlich. Ach, das war spannend. Und was ist rausgekommen? Überreiz, luft nach oben. Logischerweise. Ja, hört man ja auch immer wieder, dass das so mit das größte Problem ist, gar nicht das mit von externen von den machines Hackern die im Keller sitzen. Und dann mit Matrix Code auf dem Bildschirm, dann irgendwie versuchen, von außen ran zu greifen, sondern das ist häufig kurz vor ehemalige Mitarbeiter sind, etc. 

    Jetzt haben Sie gerade schon angefangen, so organisatorische Maßnahmen, das heißt einmal menschlich physikalisch vor Ort zu gehen. Was machen Sie denn sonst noch so? Pentests haben Sie genau. Also, vielleichthaben wir mal kurz noch bei dem Thema Mitarbeiter, weil das, oder weil wir schon bei Ransom werden zu. Und das ist klar auch das das größte Problem und der größte Aufklärungs- und Aufarbeitungsbereich. Also das Thema permanent an den Mitarbeitern dran zu sein, die hinzuweisen zu sensibilisieren, das ist wirklich die Kernaaufgabe. Gerade in den Bereichen im Krankenhaus gibt es auch viele Leute, die nicht so technik schrägschigals hier erfihen sind. Das sind ja noch nie gehört. Und da ist eben natürlich eine hohe Relevanz, da wirklich Anhänge von males gucken. Natürlich haben wir Firewalls, mehrere Layer gucken, wir kriegen täglich, hab geradegestern nochmal mit unserem CEO gesprochen, wir kriegen täglich 200.000 Angriffe. Ja, auf 100.000, das ist die 700.000. Der zählt dann so ein Portsgenner, da so was auch dazu, oder? Ja, ja, ja. Also es ist aber schonwirklich auch ganz aktive Phishing-Mails personifiziert, wo sich dann irgendwelche, was das ich bis irgendwie in die Kusstaaten oder immer die Kusstaaten rückverfolgbar, Leute ausgeben, als Vorstand und irgendwelcheZahlungsanweisungen versuchen. Also es ist wirklich schon beachtlich, was da passiert. Aber gut, also der Liebis, das würde ich sagen, dass wir mit umgehen, tun wir auch, wie gesagt, größte Lücke, oder größte Falschkurzder Aufgabe, größte Challenge im Mitarbeiter und sich sozusagen nach Schulung zu kümmern. Orgienastorisch vielleicht, haben wir es, das ist der riesen Vorteil von so einem großen Unternehmen. Natürlich haben wir da ganz andere Möglichkeiten. Wir haben Standards, wir haben ein Rechenzentrum, standardisierte Prozesser, standardisierte Software. Wir haben arbeiten auch mit anderen Sicherheitsrelevanten Firmen zusammen, hier in Hamburg zum Beispiel Servus, mit denen sind wir irgendwie im Austausch. Tun wir das aus unserer Sicht maximal möglich hier, um da wirklich versuchen sicher zu sein. 

    Okay, das sind ein bisschen Daten-Sicherheit. Das wird auch immer wieder gerne verwechselt mit Datenschutz. Datenschutz heißt ja, die Daten nicht an Leute gelangen, die eigentlich kein Zugriff auf drauf haben dürfen. Das ist ja in Deutschland ein unglaublich heißtes Thema, permanent Thema, wenn es um Gesundheits-IT geht und deswegen auch dauer Gast hier bei uns im Podcast. Wie erleben Sie das denn? Also wie ist das jetzt dann beisowohl als Klebios als auch in den Kreisen, in denen Sie sich da bewegen? Also ich glaube das wird ja häufig schon in der Diskussion auch bei Ihnen im Podcast, wo ich übrigens wirklich begeisterter Euro bin. Vielen Dank dafür, dass man sich gemeinsam, sie dreiechten, ein richtig tollen Job und gerade für so Leute, wie mich ist das wirklich extreme Nachhilfe, was ich da teilweise landes, wirklich top. Also da wirklich großes Komplikten zusein. Ich werde dort roten, danke. Dieser Stelle. Ja, ist ein bisschen, wir würden ja schon fast einordnen, ist ein Wert. Ja, ist ein Wert in Deutschland, in Europa. Datenschutz ist nicht eine Bürde, so wird es ja häufig dannimmer manchmal dargestellt. Man hat aber auch, wenn man ehrlich ist, immer nur Sekunde, was mit IT zu tun oder mit Digitalisierung. Das wird ja manchmal schnell über einen Haufen geworfen. Aber wenn wir gucken, was bei uns, wenn’s was passiert, wir haben auch unsere Fehler. Wir haben unsere Datenschutzvorfälle, wir müssen den Datenschutz beauftragen, Probleme melden, das Nachverfolgen versuchen sie abzustellen. Sind es nicht oder primar nie IT-Themen oder ganz selten IT-Themen, meistens organisatorisches menschliches Versagen, was da passiert. Ja, muss man so ganz deutlich sagen. Aber hat eine hohe Relevanz, hat eine hohe Realität und von diesen Chaotisch, dass man sagt, der ist es nicht so wichtig. Und der Datenschutz der lämt uns halt nicht gar nix, weil wenn man es so anfamien, die Diskussion einzusteigen, wird es schwierig und das zeigt es ja auch. Wenn man, damit professionell umgeht und da gute Logiken entwickelt, kann man mit Datenschutz auch trotzdem viel gut hinkriegen, in der organisatorischen Kommunikation. Das ist also kein Widerspruch. 

    Und jetzt würde man immer so ein bisschen dargestellt, das wäre wie der Spruch, wie kriegen das für uns in der großen Organisation wirklich strukturell, wirklich eigentlich gut abgebildet. Also, gut, die Leute, die zuhören, kennen das ja so so bei uns. Das ist nicht Datenschutz extrem wichtig. Und wenn es auch tatsächlich der Grund ist, der dahinter steckt, dann ist das auch wunderbar damit umzugehen, wenn das ein vorgeschobener Grund ist, dann wird es halt immer schwierig. Wenn man eigentlich einen anderen Grund hat, aber ein Datenschutz vorschiebt, was ja durchaus passieren soll, ab und zu, dann ist es natürlich schwierig, damit umzugehen. 

    Jetzt ist schon ein bisschen her, großes Thema deutschlandweit, nicht nur im Gesundheitswesen DSGVO, gab abtusurde Situation, die ich erlebt hatte, auch in den Arztpraxen. Wie, was für ein Aufwand ist das denn jetzt beiso einem großen Tanker, wie als Klebios, so eine Änderung umzusetzen? Also, haben Sie mir dann nach in einer Körneranung zahlen, wie viel Manntage dafür draufgegangen sind oder war das gar nicht so viel oder… 

    Ja, ich würde es vielleicht gar nicht nur auf DSGVO beziehen, sondern generell, wenn ich jetzt, also ich mache den Shop jetzt seit 18 Jahren, also in der Branche 18 Jahre tätig. Wenn ich überlege, vor nicht, ich würde sagen, vor 10 Jahren war das Thema Datenschutzbeauftrag, dann noch irgendwie so ein Job, dem er jemanden im Hals geringt hat, wo man ähnlich wusste, was der tun soll, so ein bisschen. Und mittlerweile haben wir in Konzernder Eigenerteilung dafür, mit Konzernweiten Datenschutzbeauftrag, die die Häuser koordiniert, in den Häuseren haben wir klare Verantwortlichkeiten geregelt. Also, die wirklich die Ressource in den Häuseren ist deutlichzwingend mehr geworden und dann auch so einen ganzen Konzern ganz anders organisiert. Also, das hat sich dramatisch verändert in der Relevanz. Nicht nur bei den Mandagen, da ich jetzt mal so die permanent anfallen, auch in den organisatorischen Anforderungen. Also, wenn ich überlege, wie schwierig wir für eine ab und an neue Kist-Themen oder ein neues Software einnehmen, in unseren Häuseren oder in den Bereichen und wiemittlerweile Datestema Datenschutz, Zugriffs, Rechte-Konzepte-Rollen-Konzepte, was das von der Relevante Rolle spielt, dass wir da im Vorfeld, im Austausch auch mit den Datenschutzbeauftragten sind, das versuchendann zu adaptieren. Das hat deutlich andere Qualitäten wie noch vor Konzertzeit. Genau, aber auch zu reiten. Also, das ist natürlich auch gut so, dass eben nicht mehr irgendwie Station-Slogans gibt und jeder auf alleszugreifen kann, insbesondere in der Nachtschicht, wo man nicht so wahnsinnig viel zu tun wird. Das ist ja auch gut so und so muss es auch sein. Ansonsten sinken natürlich auch die Compliance für Gesundheitseit-Themen. 

    Gut, ja, dann würde ich das Thema Datenschutz- und Datensicherheits- und ein bisschen Ad-Akter legen, zumindest jetzt in unserem Interview und wird mal zum ganz großen Thema Digitalisierung kommen. Ist ja die so so, die Frage, ob sich das alles durchsetzt mit den ganzen Computern und so. Aber wo dann liegt es denn jetzt Ihrer Meinung nach, dass das in Deutschland im Gesundheitswesen ohne jetzt Jammern zu wollen, der durchDringungsgrad von IT so gering ist? Die dramatische Relevance dieser neunlichen glückischen Möglichkeiten und der neuen Innovationen, die wir da haben, die haben wir als Unternehmen erkannt. Und das ist absolute Prue 1 für uns. Also das ist nicht irgendwie abdelligiert in die IT-Abteilung oder in unseren Chief Information Officers, sondern das ist absolute Vorstandsaufgabe. Das CEO hat jetzt sozusagen klar, sozusagen, ausgerufen. Ich habe Digitalisierung auf dem Schirm, unser Medical Chief Medical Officer hat ganz viele Digitalisierungs-Themen. Also das ist absolut entscheidend, dass der Vorstand von oben her das Thema dreib und unterstützt. Und das ist auch schon die Antwort auf Ihre Frage. Ich glaube, das Thema häufig eben nicht genau so in den letzten zehn, 15 Jahren von der Führung her, von der obersten Heeresleitung in den Unternehmen vorangetrieben wordenist. 

    Okay, jetzt sind Sie gerade ein bisschen von als Klipios, mit als Klipios angefangen und dann ja, generalisiert, dass das auch bisher so war, wie war das vorbeide als Klipios bidat in ein Gesamtdeutschland? Ja, aber schonrichtig, wir sind da weit hinterher. Wie Sie fragen, ja, wo uns liegt, ich glaube, es ist ein Wie gesagt, es ist natürlich, es gibt es da mannig fallige Ursache. Ich glaube, da können wir Stunden darüber sprechen von dem Grenzen. Ich glaube, ein Riesenbaustellist, das merken wir, selbst wenn es im Unternehmen ist, den Sack voll Flöhüten, denn nicht ist immer. Wie kriegen wir alles unter einen Hut, Standardisierung, Konnektivität, Themen? Und es ist natürlich in so einem, in so einem, jeder macht, was er will, Welt, wo wir ins Leben, jedes Bundesland, macht es anders, jeder hat eine andere Auffassung, jeder Krankenhausträger, macht es anders, die Krankenkasse macht es anders. Ist das natürlich hochkomplex da, da wirklich sozusagen, Impact draufzukriegen auf das Thema. Das merken wir alle alle Hundes. 

    Und warum klappt es bei anderen Ländern durchaus besser? Ja, weil die natürlich teilweise da deutlich bessere strukturierte Vorgaben machen. Und klarer vorgeben, wie was zu sein. Wie gesagt, es geht es auch hin. Ist die ihre andere Diskussion, die gemartig, wie lange die Brauch und so weiter. Und was haben wir da ein Vorgaben an den Stellen? Ist das dann jetzt der Ruf von der Privatwirtschaft nach einem stärkeren Start? Ja, ja, also an der Stelle ja. Privatwirtschaft braucht ja regulatorische klare Regeln. Und an dieser Stelle brauchen wir klare Vorgaben. Ich meine, in anderen Bereichen, Ingenieurs, Kunst ISO, die am Jahrtausend Vorgaben und so, aberhier in den Bereich der, wir nehmen was mal denksterm antischen Diskussionen. Ist ja auch schön das Thema immer bei Ihnen. Oder so haben wir mit Dugs in Deutschland. So, macht es nicht einfach. Oder ist es zu zeitlichdie Diskussion mit den unterschiedlichen großen Kassen zu der Diskussion? Wie können diese Kassen, die jetzt ja alle bis nächstes Jahr, diese Gesundheitsakten auf den Weg bringen sollen? Wie reden wir mit uns? Alsomit uns mit tunigen? Da reden jede Kasse einzeln, mit uns und jede Kasse möchte, mit irgendwelchen Argumenten, irgendwelche Stitztellen in die Kisssysteme haben. Aber jede Kasse einzeln. 

    Ja, das habe ich auch schon mitbekommen, ganz praktisch. Ja, ich weiß, dass Sie was vorgespräch, was ganz wichtig ist, gesagt haben, dass bei der Digitalisierung, dass das häufig auch immer noch so eine technische Tool-Diskussion ist. Aber das vielen Leuten immer noch nicht klar ist. Also der Standardberater Spruch ist dann in den Bullshit, einer Logaprozess, einfach nur zu digitalisieren, das ist ein Bullshit digitaler Prozess. Das ist eben nicht nur reicht, wenn man das was man vorher auf Papier hatte, dann jetzt als PDF-Datei einschkennt und dann irgendwo hinpockt, das bringt nicht viel. Dann ist es fast der gleiche Prozess und dass sich die Mehrwerte eigentlich erst daraus generieren, wenn man auch die Prozesse entsprechend mitanpasst. Wie seht Sie das? Das ist absolut richtig. Und das ist ja auch das Schirrige an dem Thema, das Großteil der Digitalisungsprojekte sind ja wenig effizient oder scheitern ja genau dann eben nicht an technischen Themen, sondern eben an mangeln, da sind wir so struktureller prozessualer Umsetzung in den Kliniken. Und das merken wir auch, dass es, also wie es auch uns Standardspruch ist, das Thema der Digitalisierung ist 30 Prozent Technik, 70 Prozent Führung. Das ist so, ja wir mussten da wirklich klar vorgehen und wir mussten die Prozess-Redesign, muss überlegen, also das sind wirklich große Herausforderungen. Wir versuchen ja gerade das Experiment in mehreren unserer großen Krankenhäuser in Hamburg, innerhalb von zwei Jahren das komplette Kiss auszutauschen und zu ersetzen. Hab ich schon gehört. Und das ist jetzt, dann man mal so, warum ist das so spannend, das eigentliche Spann daran ist, dass wir wirklich und das sind ja sehr optimistisch, das ist funktioniert, dass wir das mit dem Blueprint-Konzept durchziehen. Also wir haben einen Blueprint entwickelt, der wird auch weiterentwickelt, der lebt sozusagen immer wieder ergänzt, aber wir dieser Blueprint ist das, was ausgeräutet. Und nicht jedes Haus ist so Best-of-Breed oder macht eine eigene individuelle Logik, sondern wir haben einen logischen Ansatz, eine Datenbankstruktur, eine Nutzerstruktur, eine Berechtigungstruktur, eine Formularstruktur, drückzuführen, den wir sozusagen. Das heißt, die Nutzen da auch die Digitalisierung, um eine gewisse Prozessharmonisierung über die unterschiedlichen Krankenhäuser hinzubekommen. Ja, ganz klar. Also da kann ich aus meinen Erfahrungen sprechen, das ist natürlich dann häufig das Produkt, welches dann neu eingeführt wird, und wir haben dann an dem sich manifestiert, der Unmot über Prozessänderung. Also wir haben das immer so gemacht, jetzt kommt dieses Produkt, das aber ich richtig doof, weil jetzt muss man es anders machen. Das ist auch das Gemeinde, kann auch dieses Ungericht. Kennen wir uns mal früheren Leben, ja, okay. Ja, das war viel in das sozusagen die Gewohnheiten oder so, oder es muss anders gemacht werden und dann ist die Stadt wär schuld, ganz häufig. Das ist klar, aber das ist ein Riesenschlüssel für uns zu sagen, Digitalisierung heißt Prozesse neu denken, aber diese Prozesse auch harmonisieren. Und da muss man auch ehrlich sein, so ein 100% Ansatz funktioniert da nicht, sondern man muss da Mut zu lücken haben, muss sagen 80% reichen auch von optimalen Prozesse. 

    Also die Krankenhausfinanzierung ist jetzt ja häufig ein Problem und das führt dazu, dass sich die Krankenhäuser auch im Rahmen der Digitalisierung überlegen, wie man jetzt mit Digitalisierung entweder neue Geschäftsmodellen ein bisschen erschließen kann oder auch da die Prozesse optimieren. Also Beispiele sind, dass zentrale Dienste angeboten werden, also weiß ich nicht, Radiologie, die Befundung zentralisiert wird, Pathologie zentralisiert wird, KI mit eingekauft wird oder auch das Zusatzangebote an Bürger oder Patienten eingerichtet werden, also keine Ahnung. Für so viel Geld extra schauen wir uns auch die Daten von dem Fitness-Tracker mit an oder so was. Wo geht da die Reise hin? Jetzt nicht nur bei als Clipius, sondern also bei als Clipius und auch was meinst du, wo geht’s da generell hin? Das wäre ja falsch, wenn Digitalisierung nicht das Potenzial hätte erhebliche Effizienzen in den Prozessen zu uns erschließen und das daraus wird natürlich kosten Vorteile entstehen für die Häuser und es werden aber auch qualitative Vorteile entstehen. Also wir werden viele der Probleme, die Versorgsprobleme, die wir haben, werden wir auch nur gut mit Digitalisierung lösen können. Allein schon nehmen wir mal das Thema ärztliche Versorgung, ländlicher Raum. Telemedizin, wo? Telemedizin, ja, also gibt ganz viele Themen, da wird uns die Digitalisierung enorm helfen, wird Ressourcen schonen oder um wird auch die medizinische Berndungsqualität verbessern, wird uns helfen, besserer an Outcome zu erzielen. Das sieht man auch schon, glaube ich, in vielen anderen Ländern, die da deutlich weiter sind, das wird auch in Deutschland uns helfen. Wir merken das auch, wenn wir mal ein ganz kleines Beispiel bei uns, wir haben so einen kleine Intelligenzen in unserem System, dass die zurückmelden, wenn der Blutzucker des Patienten bei zwei Messungen hintereinander außerhalb des Normbereichs ist. Im Mail einer definierte Stelle, die fragt, ist da alles im Griff, hast du das gesehen oder nicht, hast du ein ganz kleines Beispiel, aber ist eine enorme Qualitätsverbesserung in so einem hektischen Klinikalltag, das quasi so Cross-Checks-System-Tech, scheitig von allein gemacht werden. Wir haben auch KI-Prozesslogiken schon im Einsatz in der Testsung, in dem Bereich des Routing des Patienten, wo gehe heute hin, was ist der beste Berndungsbereich, wie sollte man ihn sortieren, wo gehe der hin? Also da gibt es wirklich, wird ganz viel kommen, damit ich glaube, dass Chris Gesundheitswesen und der Bereich ist, damit die sich durch die Digitalisierung am dramatischsten verändern werden. Auch wenn man immer mal denkt, ja, gepflegt oder versorgt oder operiert wird, musste man immer noch von anderen, aber ich glaube, in den ganzen Thema Diagnostik, Analyse, Einschätzung, Informationsabgleich, ist so viel Luft nach oben, dass da uns die Digitalisierung deutlich voranbringen wird, alle gemeinsam. 

    Genau, die möchte auch dann einmal betonen, dass es ja kein Widerspruch ist, also dass dann die Leute sagen, ich möchte aber vom Arzt behandelt werden, von der Ärztin behandelt werden, das Widersprüchte mir nicht. Aber man kann dann die überbordenden Dokumentationsaufwände durchaus verringern, indem das alles effizienter gestaltet wird. Wenn man kann Standarddiagnosen, die wirklich einfach sind, brauchen wir nicht mehrSelbststellen, sondern kann vielleicht 100 KI gestellt werden. Also ich finde es schade, dass das mal gegeneinander ausgespielt wird. Also Menschlichkeit oder IT, nein, wenn man nachher tatsächlich alles effizientergestalten kann mit IT, dann hat man vielleicht auch wieder mehr Zeit für Menschlichkeit. In dem jetzigen Wahnsinn des Systems haben wir ungefähr 40 Prozent Zeit nicht am Patient. Also gerade werden Ärzten haben wir es gerade vor kurzem und kann mir nicht studieros, auch veröffentlichte zu, wir haben es noch mal fast 40 Prozent der Arztzeit ist Dokumentationszeit. Na ja, kann man sagen, als man will, das ist falsch. Das ist ein falschesSystem, das so darf sein. Ja. 

    Okay, das ist eine wunderbare Überleit. Das wäre fast jetzt ein Flamme des Plädos jetzt zum Schluss. Aber auch eine hervorragende Überleitung zu meiner Vermutung. Ich letztens frage, was kann solte die IT-Industrie und oder die Politik tun? Er span ist ja rührig, muss man wirklich sagen und ist er in Würde sind und bringt da viel mehr rein. Er startet viel mehr. Ja, jetzt geht allen, glaube ich, so dass das erst mal natürlich schon eine neueDynamik freisetzt, die erst mal positiv ist, soll ich formulieren. Was aber fehlt, und ich, das ist da, bin ich auch nicht allein in der Wüste, sondern das sagen Sie alle auch, glaube ich, und Experten ist. Wir brauchen in vernünftigen Ordnungsraben, internationale Standards, heute in Deutschland auch gelten und da klare Vorgaben für gewisse Prozesse, für gewisse Interkonnektivitäten. Wie wir sagen, muss ein bisschen bei uns endet, die Digitalisierung bei der Entlassung des Patienten, weil die Kommunikation mit den weiteren Leistungsanbietern ist bisher nicht wirklich strukturiert digital möglich. Da gibt es ganz viele Baustellen, wo wir klare Vorgaben habensollten. Verstehe man nicht, warum wir es rat neu erfinden. Stichwort, gerade gemartig würde ich sagen, warum lennen wir nicht von anderen Ländern, die deutlich weiter sind in diesen Sachen. Verstehe ich immer nicht, warum wir meinen, wir wissen, wie die Welt funktioniert, warum wir nicht mehr mehr ins Ausland, das würde ich mehr wünschen von den Ordnungsraben. Die große Unternehmen haben ja keine Dresse für Deutschland, irgendwie etwas Sonderzünden mit den Jahren. 

    Das ist eine tolle Kondiktorenboxen in den ganzen Wahnsinn, den es da gibt. Als Sonderlösung, ich würde immer die Frage stellen, ist es international, gibt es das international oder ist es ein deutscher Sonderweg? Alles wo es sagt, es gibt nur in Deutschland, würde ich die Frage zeigen machen, ob das wirklich so sein muss. Und da fällt uns im ganzen IT-Umpfelte relativ viel ein, was nur in Deutschland zu sein muss, weil es sein soll. Manchmal ein bisschen sein. Es ist eine, was sich von uns allen mehr uns wünschen ist, gefühlt kommen wir uns gerade so vor, dass wir ein bisschen aufgeschreckter Hühner hoffen, alle durchnennen, da rennen und jeder macht, was viel Geld wird verbrannt, viel Risikokapitale mag, jeder glaubt da ist irgendwie. Der, was zu verdienen, Goldgräberstimmung, da irgendwelche Start-ups werden zu einhauen und das ist schon abenteuerlich, was da ein Dynamik oder Fantasie drin ist. Jeder meint jetzt Sachen selber zu entwickeln, wir kranken uns, konnte seine die Krankenkassen beteiligen sich. Ich würde mir viel mehr Kollaboration zusammenarbeiten wünschen. Ich würde mir viel mehr überlegen, lasst nicht bitte fünfmal das Rat neu erfinden, sondern lasst uns gemeinsam Erlösung etablieren. Und da ist mein Gläder hier in uns alle lasst uns sozusagen die Kräfte, die Synergienbindeln gilt für die Kissanbieter, gilt für unser Krankenhausbetreiber, um nicht sozusagen unnötige Ressourcenzeiten nerven zu verschwenden. Weil wieder 20 verschiedene Standards oder Ideen durch die Republik entwickelt. Es ist von Bezahlerseite, Bürger versicherte, es wäre das ja auch sinnvoll. Was machen Sie denn dafür? Was machen Sie jetzt konkret? Wir suchen, versuchen, Papern zu finden. Also für unsere Aktivitäten versuchen wir andere da zu überzeugen, wenn man mal das Thema Pelschen-Dentification-Standard aussieht, da versuchen wir den gleichen Logik zu etablieren, wie andere Klinik-Dräger. Oder wir sagen, es gibt mal ein Patient in einem Buch um in den Krankenhaus, oder so, man entschlatt uns doch da auch die gleiche Logik nutzen oder Plattformen. Gibt es Inrichtungen? Sie haben davon gesagt, dass es die ganzen Krankenkassen einzeln auf die Krankenhäuser oder Konzerne zugehen. Das wäre vielleicht auch eine Geschichte, das man sich überlegt, wie wir als Krankenhauskonzerne schließen und zusammen und überlegen, wie denn jetzt da die Anbindung stattfinden kann. Das Blöde an diesen ganzen Diskussionen, deswegen, manchmal muss man da schon nach dem Start rufen, ist an diesen Diskussionen. Manchmal glauben halt, Leistungsanbieter oder egal, welche Akteure, egal ob Krankenkassen oder auch andere Leistungen im Metern, sich durch Einzelkooperation oder oder auch. Manchmal ist es auch mag, geworte nur viele Glauben auf dem Feld, wie es sind, tippt, weil wir digital sind, ist sozusagen Blumentopf zu gewinnen, als Abgrenzungsmerkmal gegen die anderen. Das führt dazu, dass dieses Thema lasst uns versuchen, die Kräfte zu pündeln, muss man ehrlich sagen, nicht wirklich ausgeprägt ist. Alsowir sind ehrliches Selbstseinschätzungen für uns, wir sind alle, ich glaube, das ist im Niederlag gelassen im Bereich auch nicht groß anders, aber wir in den Krankenhäusern. Wir sind schon in, ich nenne es immer Häuserkampf, wir sind schon so ein Wettbewerb, untereinander jeder versucht zu zeigen, was er besser kann, was er besser macht und das Thema zusammenarbeiten, ist jetzt nicht gerade unsere Stärke. 

    Gut, dann war das jetzt ein flammendes Plateau je, was sich dort ändern kann, auch vielleicht kann man mal starten ohne staatliche, für ohne stärkere Vorgaben. Vielen Dank fürs Interview. Vielleicht geht es schon, meinefast immer letzte Frage ist, welche Frage habe ich vergessen, was hätte ich Ihnen auch stellen sollen? Gute Frage, habe ich in der Tat, ich weiß, ich kenne Ihre Frage, die ich eigentlich drüber nachdenken müssen, habe ich jetzt einen. Die meisten sind trotzdem immer schockiert, oder? Die meisten sind trotzdem. Nein, erst mal vielen Dank für das Interview, hat Spaß gemacht. Vielleicht insofern fragen können, ob ich das optimistisch sehe, sozusagen die Zukunft für Digitalisierung im Gesundheitswesen. Was sehen Sie das optimistisch, also die Zukunft für die Digitalisierung, also die Digitalisierung im Gesundheitswesen? Ja, auf alle alle Verleber, wo ich abernoch offen bin, in der Antwort in der Frage ist, kriegen wir das hin. Also worüber kommt die Innovationen? Sind die Dinosaurier, die Markteilenehmer, die Beherrschendenaktöre, diejenigen, die digitalen Prozesse wirklichdann führen, Beherrschen werden oder werden das andere sein? Also das ist sicherlich so wie in anderen Branchen auch im Gesundheitswesen die große Herausforderung in die weit die destruktive quasi Energie, die da drin ist. Wir selber als Erleistungsanbieter sozusagen aufnehmen können und sozusagen Prositiefangeln können oder werden wir von den Amazons, Googles und sonst was der Welt da sozusagen links oder rechts zu beholtwerden. Die Angst ist schon im Markt da, muss man so ganz deutlich sagen. Und das ist die spannende Zeit, aber die Digitalisierung wird. Und die ist auch berechtigt. Ja, klar, auch berechtigt. Also Amazon fängt jetzt ja an, eine eigene Krankenkasse für die Mitarbeiter zu machen, kann man gut vorstellen, dass das nur der erste Schritt ist, bis es dann weitergeht, bieten ja fertige Krankenhauszimmer an. Von daher ist das glaube ich berechtigt, aber gut, wenn Sie das auf dem Schirm haben. Ja. 

    Gut. Ja. Okay, also vielen Dank noch mal. Ich danke. Und machen Sie bitte weiter. Das ist meine Bitte. Jetzt ist auf jeden Fall erst mal Schluss. 

    Shownotes

  • Folge #97b – Krankenhausinformationssysteme (KIS) in kurz

    In Folge 97b (Folge 97a waren die KIS-News) sprechen Renato und Christian über KIS. Und versuchen in 30 Minuten KIS mehr oder weniger komplett zu erklären. Und das ist gar nicht so leicht. Denn KIS ist groß. Und viel. Sehr viel.

    Deswegen eignet sich diese Folge wunderbar um zu verstehen, WIE kompliziert Krankenhaus-IT ist. Und sie eignet sich auch wunderbar als Übersichtsfolge, was wir schon alles im eHealth-Podcast besprochen haben. Eine Art gesprochenes Inhaltsverzeichnis der letzten knapp 100 Folgen sozusagen.

    Ach so, haben wir schon erwähnt, dass KIS groß ist? Und viel? Und kompliziert?
    Aber deswegen auch spannend..

    Im Nachhinein ist uns noch aufgefallen, dass wir folgende Aspekte vergessen haben: Digitales Diktat, Personaleinsatzplanung.

    Podcast: Play in new window

    Transkription

    Ja Renato, ich muss sagen, ich habe mir so viel mehr auch unsere Vornahme immer wieder erwähnen, das macht so persönlich. Ich habe ein bisschen Respekt vor der Folge, habe ich vorher schon gesagt, weil vermutlichich schon so lange in dem Thema drin bin, knapp 20 Jahre. Und dann ein bisschen Angst habe, dass wir jetzt nur die 20-30 Minuten haben und dann irgendwas ganz wichtiges vergessen. Und nachher jemand kommt, war es, du sagst, du bist Experte im Bereich KIS, aber du hast das und das vergessen. Ist ja nur der Test, ob die Leute aufgepasst haben? 

    Ja, Agenda wird sein, ich versuche das erstmal ganz bisschen zu definieren, dann wirst du so ein bisschen Bereiche Funktionen, vielleicht eher so ein bisschen die Querschnittsfunktion darstellen, dann werde ich ein paarSachen zu Spezialsystem sagen. Beispiele nennen, dann kommst du noch mal mit Umsystemen mit Architektur, dann du wieder mit Schnittstellen, dann ich wieder mit Anbietern, dann aktuelle Entwicklungen und dann ich so stand in Deutschland. Ist das nice? Setzt very nice. Und wie immer beginnt man mit einer Definition? 

    Genau, Definition, ich weiß gar nicht, von wem die ist. Ich bin nicht ganz bescheinend, die ist von mir. Ich habe die von jemanden geklaut, dem ich jetzt keine Kudos ha ha geben kann, aber habe dir noch mal angepasst. Ich würde sagen, unter einem Krankenhausinformationssystemen versteht man die Summe aller vernetzten, administrativen und medizinischen IT-Systemen einer Klinik, mit den Daten erfasst und verarbeitet. So wieKrankenhausprozesse gesteuert werden. Yo, vielleicht am Anfang noch so der Unterschied zwischen KIS und KAS. Den Student sage ich manchmal, KAS ist entweder der Begriff für ein KIS, wenn man betonen möchte, dass es noch andere Systeme gibt und dass es jetzt hauptsächlich hier um das klinische Arbeitsplatzsystem geht, das heißt eben auch KAS. Wenn man das dann natürlich noch andere Systeme gibt, die dann aber nicht mitdrin sind. Oder wenn man ein bisschen klug scheißer ist. Von daher ist, wenn man von KIS redet, ist tatsächlich meistens KAS gemeint. Wenn man jetzt aber insbesondere betonen möchte, dass noch andere Systeme gibt, kann man auch einfach KAS sagen. Genau, und man kann ja noch erwähnen, dass ein Informationssystem ja auch nicht nur aus der Software besteht. Du hast es hier vorhin schon gesagt, die organisatorischen Sachen, die außen rum sind. Aber theoretisch sind ja analoge Dokumentationsgerätschaften auch Teil von einem Krankenhaus-Informationssystem. Genau, wobei das tatsächlich meistens nie mit gemeint wird. Aber lass uns da jetztnicht verzetteln. Haben wir den Ball schon vertendelt. Die spannenden Sachen kommen erst noch, genau. 

    So Herr Netzer, machen Sie mal Bereiche und Funktionen. Das ist jetzt eine schwierige Aufgabe, weil, wie gesagt, da kann man stundenlang drüber reden. Ich versuche sehr kurz abzuhandeln. Ich versuche auch immer wieder, die Links zu unseren Folgen zu bringen, die wir damals gemacht haben. Audio-Hyperlinks. Du kennst das schon, weil das jetzt versucht Nummer drei. Genau, wir machen Audio-Hyper-Linx in unseren gesprochenenText rein. Ich mache das Ganze jetzt ganz klassisch anhand eines Durchlaufs, eines fiktiven Patienten. Der Patient wird auf Station aufgenommen. Und dort gibt es das klinische Arbeitsplatzsystem, mit dem sich dann Ärzte, Ärztinnen, das Pflegepersonal beschäftigen. Der Patient liegt auf Station und er bekommt Medikamente. Das Ganze wird verwaltet über das Medikamenten-Management-System. Daran kann zum Beispiel auch mal ein Unit-Dose-System hängen. Und wir hatten auch das Thema Closed-Loop Medication im Podcast schon mal erwähnt. Das war folge zwei. Unit-Dose ist ein Stell-Roboter. Genau. Unit-Dose sind Stell-Roboter, die das automatisieren. Das, was das Pflegepersonal häufig in der Nacht schicht machen müsste. Die Pflege, wir haben sie eben schon erwähnt, die hat auch ihre eigene Dokumentation. Wir sind das schon mal ausgiebig draufeingegangen in Folge zwölf. Da geht es dann um Pflegeplanerstellungen. Aber wie gesagt, besser Folge zwölf hören und den Übergabe-Podcast hören. Absolut. Dann Pflege und ärztliches Personal teilen sich die Kurve. Dort stehen ganz viele Informationen drin, wie Vitalwerte, eben auch die vorhin erwähnten Medikamente. Dort gibt es auch eine Übersicht über Drainagen, die liegen und so weiter. 

    Dann verlassen wir langsam mal die Station. Wenn ein Patient kommt, dann bleibt er häufig nicht nur auf Station, sondern es passiert irgendwas mit ihm. Er bekommt Untersuchungen, er wird operiert und damit die externenFunktionstellen, zum Beispiel die Radiologie oder die Endoskopie, damit diese Funktionstellen wissen, was sie machen müssen, gibt es das Order Entry. Dort werden Untersuchungen angefordert, werden noch Informationenüber den Patienten mitgegeben, die Fragestellungen und so weiter. Das Thema Order Entry hatten wir in Folge 30 schon mal. Eng verknüpft mit dem Order Entry ist das Termin- und Ressourcenmanagement. Dort werdendie angeforderten Termine eben terminiert. Das Ressourcenmanagement verhindert, dass es dazu Kollision mit anderen Sachen kommt, mit anderen Terminen. Ja, es ist ja blöd, wenn man so das nicht hat, dann findet ihrsozusagen die Terminvergabe mehr oder weniger nach dem Schiffeversenkenprinzip statt. Wenn man irgendwas machen möchte, dann ist es wichtig, dass der Raum, der jeden Mensch der das macht und von mir ist die Geräte und der Patient natürlich auch Zeit haben. Und dafür sorgt dann Termin- und Ressourcenmanagement. Und wir haben ja schon erwähnt, dass es solche Bereiche gibt wie Endoskopie und Radiologie, Sonografiegehört dazu, die werden durch das Funktionsstellenmanagement verwaltet. Natürlich gibt es da auch jeweils eigene Systeme, aber wenn man das mal zusammenfassen würde, dann fast man das unter dem Funktionsstellenmanagement zusammen. Die bekommen über das Order Entry Aufträge und dokumentieren dann ihre Erkenntnisse im Funktionsstellenmanagement, schreiben dort auch ihren Befund, der dann wiederzurückgeht auf Station. Ebenfalls eingebunden in der Funktionsstellenmanagement, aber auch Teil von dem später noch zu erwähnenen Ambulanzsystem ist dann die Leistungserfassung, alles was das Funktionsstellenmanagement tut, muss in irgendeiner Weise abgerechnet werden. Manchmal ist es eine interne Abrechnung, sodass man darauf interne Kostenstellen bucht. Zum Beispiel die Radiologie, auch externe Patienten untersucht, weil es externt vielleicht keine CTs oder MRTs in der Umgebung gibt, dann kann das Krankenhaus auch solche Sachen abrechnen. Und dafür braucht man das Leistungserfassungs- und Abrechnungssystem. Wenn der Patient jetzt eben nicht nur untersucht wird, endoskopisch, sonografisch, sondern wenn auch eine Therapie in Form einer OP erfolgt, dann wird der Patient operiert und alles was mit dem OP zu tun hat, wird über das OP-System, OP-Management-System verwaltet. Das ist einmal das Thema OP-Anmeldung, aber auch OP-Planung, OP-Dokumentation, OP-Bericht-Erfassung und auch hier wieder das Thema Leistungserfassung. Und hier kommt insbesondere auch noch dazu das Thema Materialmanagement und Stellwesen. Das ist in den Funktionstellen manchmal auch notwendig, gerade bei Endoskopie wird auch Material erfasst, aber im OP-System wird das quasi auf die Spitze getrieben. Material muss einmal erfasst und dokumentiert werden, das ist benutzt wurde und es muss auch nachbestellt werden. Das kann häufig interagieren, manchmal gibt es aber auch zwei Systeme dafür, SAP hat da auch seine Module, die dabei helfen. 

    Dann kommt das Thema Ambulanzsystem, einige Patienten werden in intern an Ambulanzen weitergegeben. Zum Beispiel gibt es so was wie eine schildrüsen Ambulan, so eine Bauchsprechstunde oder oder oder. Manchmal können diese Ambulanzen aber auch Patienten von extern behandeln. Und dieses Ambulanzsystem muss eben auch in der Lage sein, Abrechnungen zu machen, also ambulante Abrechnungen, die müssen mitder KV kommunizieren und werden darüber dann auch mitfinanziert. Also in dem Sinne sind dann diese Ambulanzen gleichgestellt mit den Arztpraxen und müssen dann dementsprechend auch ähnliche Systeme vorweisen. Genau, ambulante Patienten ganz kurz sind die, die nicht übernachte bleiben. Genau, das war dann Folge 17, haben wir da unter anderem ausführlicher drüber besprochen, OP-System übrigens Folge 782. 

    Gut, jetzt ist der Patient, da mal mal, er wäre jetzt fertig, behandelt, untersucht, jetzt wird er so langsam entlassen. Dafür muss dann der Arzt an Arztbrief schreiben und das passiert mit einem Dokumentenmanagement-System. Die heutigen Dokumentenmanagement-Systeme sind heute nicht mehr nur drauf getrimmt Arztbriefe zu schreiben, sondern man weitet das häufig aus und sagt, okay, wenn man schon was schreibt, dann kann man damit auch befundeschreiben, denn die Funktionalitäten, die man bei der Arztbriefschreibung braucht, die braucht man häufig auch beim Befund schreiben oder beim überhaupt schreiben von irgendwelchen Berichten. Dann entlassen wir den Patienten, da ist ja heute Tage ein Entlassmanagement notwendig. Auch darüber haben wir mal kurz, ich glaube in den News gesprochen, habe ich jetzt aber keine Folge mehr. Und im Nachgang muss der Patient dann kodiert werden, das heißt, ihr müssen ICD-Codes gegeben werden und auch OP-S-Codes, falls etwas relevantes passiert ist. ICD sind Diagnose-Codes, OP-S-Codes sind Therapie-Codes, wenn zum Beispieleine große Untersuchung, weil er eine OP-Stadt gefunden hat, dann werden auch OP-S-Codes vergeben und anhand dessen wird dann eine DRG errechnet und diese wird dann in die stationäre Abrechnung gebracht. 

    Und damit sind wir dann auch schon beim nächsten Thema Abrechnung, stationär, ambulant, da gibt es ja alle möglichen Kombinationen, Privatabrechnung, Kassenabrechnung oder eben wie erwähnt mit der KV-Abrechnung-Systeme. Wir bespielen alle diese Möglichkeiten, auch wenn es durch die Kostenträgerkommunikation, also das beispielsweise, wenn der Patient aufgenommen wird, geht natürlich eine Nachricht nach 301 anden Kostenträger zum Beispiel. Und so weiter, das gehört auch alles zu. Genau, oder auch die Kommunikation mit den BG-Systems mit drin. Gut, und als letzten Punkt habe ich jetzt hier noch die Betten-Dispositionen, die könnt man vielleicht mit dem Themen- und Ressourcenmanagement irgendwie verheiratbar. Oder ganz anders, vielleicht auch schlecht. Oder ganz anders. Wo man versucht, eine möglichst reibungslose Verteilung der Betten zu gewährleisten, dass es keine Überforderung der Stationen gibt, dass aber auch möglichst keine Betten leerstehen, dass es möglichst reibungslos funktioniert und auch da kann natürlich die IT helfen. 

    Jetzt muss ich atmen und will er folgt dabei. Genau, und ich gebe weiter an dich. Und es gibt, wie ich euch schon erwähnt habe, so einige Systeme, die ich jetzt hier unter Funktionsstellenmanagement subsommiert habeoder andere, die aber auch häufig als Spezialsysteme eingesetzt werden. Und da drüber willst du uns was sagen? 

    Ja, da bin ich jetzt auch ein bisschen verwirrt, weil ein Großteil der Sachen jetzt hier bei mir auf dem Zettel stehen, du hast schon ein bisschen angedeutet hast. Also deswegen will ich an hohe Beispielenden, Spezialsystemesind dann häufig welche, die dann zum Beispiel für ein Fachbereich im Relevanz sind, wie zum Beispiel ein kardiologisches Informationssystem, wenn beispielsweise in haußen Herzkatheter labor hat, das ist ja etwas, was moment groß im Kommen ist. Da gibt es häufig Spezialsoftware, wo dann Aufträge beispielsweise hingeschickt werden und dieser Spezialsoftware dann viele Berechnungen und Spezialdokumentation passieren, also Klappenberechnungen, irgendwelche Stenosen eingezeichnet werden können. Da gibt es Spezialsysteme für, es gibt natürlich sowas wie Apothekensysteme, du hast vorhin schon Medikationen. Und alsArzneimitteltherapiesicherheit und Unit-Dose erwähnt, häufig gibt es dann natürlich noch Apothekensysteme, über das dann Lagerbestand verwaltet wird und auch Medikamente eingekauft werden, wo Sachen dokumentiertwerden. Dann gibt es vielleicht eher für die Verwaltung, für die Geschäftsführung, sowas wie Business Intelligence, wo also Daten aus unterschiedlichen Systeme herausgezogen und dann aufbreitet werden, sodass man nachher sehen kann, welche Stationen, weil sie nicht wie finanziellukrativ war, welche Ärzte, wie performt haben, das ganze Reporting zum Beispiel. Opae hast du schon gesagt, Ambulanz hast du schon gesagt, RIS hast du schon gesagt, beim RIS hast du glaube ich auch gesagt, dass darüber dann die Geräteansteuerung erfolgt. Oder also die klassische… Gar nicht. Die DICOM Modality-Worklist, also wenn beispielsweise gesagt wird auf der Station dieser Patientin soll Röntgen-Thorax in zwei Ebenen bekommen, dann wird das normalerweise im Kiss als Auftrag eingetragen, wird dann häufig per HL7, aber auch noch gar nicht. HL7v2. Aber das kommt noch übernoch ein prima Schütz stellen. Okay, wird das dann vielleicht ans RIS geschickt, dort wird der Auftrag noch mal überarbeitet und vom RIS dann über die DICOM Modality-Worklist beispielsweise vom Rundgentgerät abgeholt. Also auch da ist das alles idealerweise verknüpft, wenn dann das Bild fertig ist, wird’s direkt ans PACS geschickt, das kommst du auch gleich wieder, von daher bin ich schon wieder fertig. Mach du mal weiter mit deinemUmsystem, ich weiß immer noch nicht ob ich den Begriff gut oder schlecht finden soll. 

    Wir haben jetzt schon ein paar mal das RIS genannt, folge 74, wäre sich dann noch mal tiefer rein versetzen will, dann gibt es das… Also alles was an Archivsystemen gibt. Doch da hatten wir ja schon mal eine Folge, der Bernat hatte da jemanden von Wiesus Interview in Folge 93, wenn man Archivsystemen, dann muss man natürlich auch das Bild Archivsystemen, die häufig noch getrennt sind, die aber hin und wieder auch schon wie in dieser Folge erwähnt zusammenwachsen. Das ist als das Bild Archivsystem, also traditionell eher ein eigenes Archiv, zwar HZM, das andere, das normale Archivsystemen anführungszeichen, früher eher ein dokumentenerArchivsystem. Dann gibt es noch das Laborsystem, wir hatten vorhin das Orderentry genannt und einen Auftrag kann zum Beispiel auch an ein externes Laborsystem gehen, dort in diesem Laborsystem werden dann die Werte erst mal gecheckt. Dann werden sie auch dort erfasst und wieder zurückgemeldet. In Küchensysteme gibt es auch noch, das ist zwar nicht so wirklich klinisch, aber auch dort werden ja hin und wieder italienischeSachen erfasst, damit man zum Beispiel die Äten einhalten kann. Genau, und dann hatten wir in Folge 13 schon mal das Thema Secondary Use und Forschungsdatenbanken, die man ja auch so als Umsysteme betrachtenkann, auch dort gehen Daten vom Krankenhausinformationsystem hin. Und werden dort dann weiter verarbeitet, wird dann Forschung darüber gemacht über die Daten. Genau, also anders ausgerückt, dass die Versorgung, die tatsächlich in Behandlung bei irgendwelchen dringenden Sachen verknüpft wird mit der Forschung. Das war bis dato immer noch so ein bisschen getrennt. Wenn ich vorhin die jetzt die ganzen Sachen weggenommenhabe, kenn ich dir die technischen Sachen noch mal zurückgeben. Vielleicht willst du was über Domain Controller, Kommunikationsserver und Prinzervor sagen? 

    Ja, die ganz sexy Sachen, also Domain Controller sorgt zum Beispiel dafür, dass man sich mit einer Benutzerkennung Systemen anmelden kann, das in einer zentrale Stelle gesteuert ist, welche Benutzer gibt es? Was haben die für Passwörter, dass man vielleicht so was wie Single Sign-on machen kann, also sich, wenn man mit vier Systemen arbeitet, morgens nicht an vier Systemen, manuell anmelden muss, dass man nur einmal einPasswort hat, was man ändern muss. Das klar ist, welche Rechte gehören zu einem, das macht so ein ganz, ganz grob, so ein Domain Controller, Kommunikationsserver hat mir, glaube ich, auch schon mal, wenn wirvollgetreint, 40, vollgetreint, 40. Danke, wenn wir also jetzt schon, glaube ich, so ein bisschen in Eindruck vermittelt haben, wie unglaublich viele Systeme ist, dann gibt es im Krankenhaus, müssen die alle miteinandersprechen. Und damit nicht jedes System, mit jedem System sprechen muss, steht in der Mitte häufig so ein Kommunikationsserver. Das ist also alle Systeme mit dem Kommunikationsserver sprechen, der verteilt das entsprechend, kann vielleicht nachrichten, auch nochmal so anpassen, dass das Empfang des Systemen das tatsächlich versteht. Aber auch so komplett un-Sexi-Sachen, wie ein Print-Server, oder ein Fileserver, oder einWeb-Server, auf dem von mir aus irgendwelche SOP-Standard Operating Procedures abgelegt sind, auch das gehört natürlich alles zu IT in einem Krankenhaus. 

    Genau, und dann gibt es ja unterschiedliche Philosophien, sage ich mal, um einen Krankenhaus-Information-System zu gestalten. Was gerade die Überleitung für mich, ne? Ja, vielen Dank. Ich nehm, ich soll was zuMonolith und Best-of-Breed erklären, genau. 

    Wenn man also nur in Schwarz und weiß, denken würde, dann könnte man sagen, auf der einen Ende ist der Monolith, und auf der einer Seite ist Best-of-Breed-Monolith. Oder ein Monolith kann man sagen, verwendet eineDatenbank, eine Datenbasis, es ist eine Regel von einem Anbieter. Es gibt auch eher monolithische Anbieter auf dem Markt, dazu würde vermutlich so was wie Agfa, die also fast alle Bereiche in einem Krankenhaus abdenken können. Und auf der anderen Seite wäre dann das Best-of-Breed, das heißt, man pickt sich überall die Produkte und die Anbieter raus, die dann dort am besten passen. Beides hat vor und nachteile. Bei einemMonolith beispielsweise hat man natürlich einen Ansprechpartner und häufig gibt es ja so Probleme, wenn irgendwas nicht funktioniert, dann schiebt der eine Anbieter das auf den anderen. Und der anderen schiebt es dannwieder zurück, das hat man bei Monolith nicht das Problem. Man hat auch nicht das Problem, dass es dort viele Schnittstellen gibt, die dann vielleicht stehen können, also technische Natur. Auf der anderen Seite hat man vielleicht nicht den Funktionsumfang, den man hätte, wenn man sich einzelne Best-of-Breed-Produkte herauspickt. Und man ist natürlich auch wieder ein bisschen abhängiger, das heißt, wenn man jetzt 20 Systemart kannman eins vielleicht leichter austauschen. Bei Best-of-Breed wohin gegen bei Monolith, wenn jetzt alle Mitarbeiter mit einem Produkt arbeiten, das auszutauschen, ist natürlich auch wieder ein Problem. Das ist nur so ganz, ganz grob, die vor und nachteile. Jetzt mache ich eine Überleitung für dich. Mehr gerade schon mehrfach Schnittstellen, technische Natur z. B. Hal 7V2 und jetzt gerade auch Schnittstellen bei Best-of-Breed-Ansatz. Am Achst du was zu Schnittstellen sagen? 

    Oh ja, gerne, Christian. Das wirkt ein bisschen wie so, wie diese alten amerikanischen Werbung, oder die sie dann sozusagen jetzt deutsch versetzt wurden. Die sind cool, die können sie ihre Wand anstreichen. Genau, also ich will jetzt auch nur wirklich ganz kurz auf die einzelnen Schnittstellenarten eingehen, weil wir sie schon an ganz vielen Stellen besprochen haben. Der klassiker und standert schlecht hin ist hal 7V2, Folge 25. Der deckt so wahrscheinlich immer noch das weiteste ab im Krankenhaus. Dann gibt es gerade im Bereich Radiologie, wo ja auch viel mit Schnittstellen gemacht wird und auch große Datenmengen übertragen werden müssen. Ein Alternativeinform von DICOM. Alternative ist vielleicht, also es stößt in eine Lücke, die nicht gefüllt wird von hal 7V2, wobei es eben auch Überschneidungen gibt, näheres in Folge 52. Dann hatten wir vorhin die ambulanzüstehme Event, da ist das Thema ADT, BDT, GDT und so weiter ein Thema. Also Folge 38 haben wir uns den Thema XTT. Ich habe noch viel gemacht. Ja, ja, ja, ja. Dann hatten wir auch immer wieder in den Interviews und in den News. Das Thema KVSafenet und KOMLEE, das ist auch eine Art Schnittstelle zur Abrechnung. Weitere Abrechnungs-Schnittstelle Paragraph 301, Folge 34. Das Thema CDA hatten wir auch schon in Folge 9. Das ist jetzt keine Schnittstelle, aber als ein Austauschformat für ein Dokument. Und man kann die Arztbriefe oder weitere Dokumente in Form von CDA-Dokumenten an andere weitergeben. Weil wir uns in dem Bereich Krankenhausinformation-Systeme häufig im SAP Umfeld bewegen, sind auch BAPI-Schnittstellen zum SAP-System ein Thema. Und weil das ganz wichtig ist, das hast du bisher noch nicht erwähnt. Ja, ja, das habe ich extra Spannungsbohren für den Schlüssel aufgehoben. Da, wo es hoffentlich langfristig hingeht, in Folge 4. Ganz ganz anfangen, aber das ist auch meine neue machen dazu. Thema FHIR. Genau, aber leider im Moment noch viel zu sehr unterrepresentiert. Aber es kommt immer mehr, meistens in so kleinen Projekten, wo dann zum Beispiel mobile Geräte angebunden werden oder umsysteme angebunden werden. Ja, würde ich schon nicht mehr so sagen, dass der Stand von vor einem Jahr, also im Moment ist es so, dass es eigentlich fast überall alles, was neu gemacht wird, auch darauf gesetzt wird. Also egal, ob es jetzt eine staatliche Sachen sind, die vorgegeben werden. Also das ist, das ist safe, FHIR kommt ganz sicher. Genau, aber wenn man jetzt die Nachrichten anschaut, wenn man die Zählen würde, wird wahrscheinlich immer noch zu 90% – hal sieben vorzweißen – in den meisten Krankenhäuser. Genau, die bestehenden, aber die neuen Sachen sind, glaube ich, jetzt, wenn man neue Sachen definiertes FHIR. Dann anbieter im Dachmarkt. Da haben wir bei der ersten Folge hier zu schon gesprochen, im Nachhinein gar nicht so richtig. Gut, die News, weil ich glaube, die Erwartung waren viel höher, aber einigen höheren, als das, was wir jetzt tatsächlich nicht mehr an neuen Sachen verkündet haben. 

    Ja, die Big Five, jetzt müssen wir eigentlich so was einspielen, wie bei Fest und Floschik, oder, präsentiert von nicht, von Bömermann und Schulz, sondern nur von mir, Big Five. Wir starten mal mit Biggest Aquar Orbes, wasja jetzt verkauft wurde, mit Verweis auf die andere Kissfolge hier. Mit den Produkt Orbes, die werkeln gerade auch an einem neuen Orbes You, also eine neue Kissgeneration hat im L5-Basis zu Technikumer später noch mal. Dann gibt es Söner, die vor gar nicht so lange Zeit, fünf Jahren die Kissbarte von Siemens gekauft haben und jetzt Teile davon auch wieder verkaufen wollen. Die zwei größter Kisshersteller haben ISR-MED, Medico und auch in wenigen Häuser Noch Surion. Dann haben wir Nexus mit dem gleichnamen Kiss. Die sitzen noch gar nicht so weit hier aus Konstanz entfernt, Willingen, Schwenning, beziehungsweise Donau Ashingen. Die habenungefähr 240 Installationen in Deutschland, international, geben sie an ungefähr 570, wobei da immer die Sache, was werzählt, was wie. Also wenn irgendwo ein kleines Produkt aus dem Portfolio installiert, ist es zelt das dann dazu oder ne, ja von daher. Auch die werkeln gerade an einer neuen Version, also das ist gerade generell so der Trend, bei denen heißt es dann Next Generation Kiss. Das war Nummer drei, dann haben wir Nummer vier die Meierhofer mit dem Produkt Mkiss ehemals MCC. Es ist letzte Inhaber geführte größere Unternehmen im Kissbereich, die aber eine Minderheitsbeteiligung der Esklebios haben. Letzter Zeit auch schon gesagt, VW ein Österreich gewonnen, wo es in Österreich ansonsten eher im OP-Bereich stark sind, die Uniklinik auch schon ein bisschen ein Kreiswald genommen gewonnen, wo die Forschungsunterstützung läuft, was besondersspannend ist. Also das, was gerade mit der Medizin Informatik-Initiative läuft, wurde da relativ ehrlich schon umgesetzt und läuft dort. Den fehlt so ein bisschen noch ein Schweizer Unishbeteil, glaube ich, die werkeln auchgerade an einer neuen Version, also auch da so eine Next Generation Variante, das heißt dann Mkiss Next, das dann modular, web und Cloud-Fech sein soll. Dann T-Systems, ehemals Tieto, ITB mit Imit1 ist noch einer von den Big Five, würde ich sagen und dann haben wir die Maybe in Future dazu gehörenden Compute Group, die natürlich riesig sind, aber im Kissbereich jetzt noch nicht so wahnsinnig viele Installationen haben und Phillips auch schon genannt mit dem Brazilianischen Tasi, die wahrscheinlich auch auf den deutschen Markt drängen. Genau, das in ganz wenig Minuten der Überblick der Big Five plus zwei. 

    Super. 

    Dann gehe ich jetzt noch kurz auf aktuelle Entwicklungen ein mit dem Hinweis, dass das keine Anspruch auf Vollständigkeit hat. Alles nicht. Ja, aber gerade das überhaupt nicht. Also wenn man sich so das technischeanschaut, dann drängen die ganzen Hersteller jetzt immer mehr auf eine Web-Operfläche. Das hat natürlich viele Vorteile, gibt dem ganzen auch ein etwas frischeren Anstrich und hat in eine gewisse Flexibilität, das erfordertin einigen Fällen dann im Unterbau auch eine Servicearchitektur. Das war keine Selbstverständlichkeit, heutzutage ist es ja in anderen Branchen fast schon selbstverständlich, dass man eine Servicearchitektur hat und irgendwie oft docker setzt und alles mögliche. Das ist im Kissbereich noch nicht so angekommen, aber nimmt da jetzt immer mehr Formen an, dass man versucht, diese Sachen zu modularisieren und dann eben vielleichtauch einzeln irgendwo anzubieten, dass die Last besser verteilt wird. Ja, genau, also in dem Hinblick muss man auch nur erwähnen, stichwort MDD Medizinprodukte recht, das heißt nur, wenn man die Sachen wirklichmodularisiert, dann kann man das eigentlich als Kissersteller auch stemmen, nämlich dass nur die Sachen, die tatsächlich als Medizinprodukt gedacht sind, dass man die auch nur solche zertifiziert. Wenn alles ein großerKlumpatch ist, dann muss man theoretisch auch alles zertifizieren, was eigentlich nicht machbar ist. Genau, dann hatten wir vorhin schon das Thema FHIR, das unterstützt dieses Servicearchitektur und ein Dauerbrennereigentlich schon seit ich auf Thema Konhit und Medika bin das Thema Mobility. Man kann das jetzt eigentlich schon gar nicht mehr als aktuelle Entwicklung bezeichnen, aber es stört immer noch so dazu, dass man versuchtdamit irgendwie zu punkten. Genau, und dann vielleicht noch ein paar organisatorische Sachen, das Thema Usability nimmt auch immer mehr Fahrt auf oder nimmt immer mehr Einzug, wir hatten das Thema Require with Engineering in Folge 59. Du hast vorhin schon die MDD beziehungsweise die MDR genannt, dachten wir ein Interview mit Christian Jonas in Folge 31. Da können sich die Kissersteller jetzt auch immer weniger rausziehenaus dieser Zertifizierungsgeschichte. Wir hatten das Thema M-Ram schon mal in Folge 16, ich habe irgendwie nicht mehr viel davon gehört, aber es ist zumindest im nicht deutschsprachigen Raum noch ein großes Thema. M-Ram war wie stark ist die Digitalisierung in den Krankenhäusern angekommen, also wie viele Prozesse sind digitalisiert, da gibt es das M-Rammodell mit verschiedenen Stufen. Und du hattest vorhin die Medizininformatik-Initiative besprochen, da habe ich jetzt leider keine Folge, aber wir hatten es bestimmt auch schon mal irgendwo erwähnt. Und es darf keinen Podcast geben, wo das Thema semantische Interoperabilität nicht zumindesteinmal erwähnt wurde. Dabei helfen Sachen wie SNOMED CT, Folge 7 und 23 haben wir darüber gesprochen, einmal im Interview mit Matthias Becker und dann noch mal herausgelöst davon. Genau. Dann lass uns schnell aufhören. Auf Wiederhören. 

  • Folge #96 – Krankenkassenabrechnung Teil 1

    Wenn sich der Podcast bisher immer eher mit dem beschäftigt, was im Vordergrund des E-Health-Geschäfts abläuft – also das, was Ärztinnen, Pflegekräfte und Patientinnen direkt betrifft – so gehen wir mit diesem Podcast etwas auf Abwegen und schauen uns die Prozesse in der zweiten bzw. dritten Reihe an. Diese sind aber nicht weniger wichtig und definitiv nicht weniger – Achtung, wait for it – spannend!

    Es geht diesmal darum, wie Krankenkassen ihr Geld loswerden und – in dieser Folge vor allem auch – an wen. Denn wer bisher noch denkt, dass das Geld der Krankenkassen nur an Ärzte, Krankenhäuser und Apotheker geht, der sollte sich tatsächlich diesen Podcast anhören und staunen, welche unentdeckten unendlichen Weiten sich dahinter noch auftun.

    Da die Weiten dahinter so groß sind, dass sie unmöglich in nur einem Podcast ausführlich beschreiben werden könnten, gibt es auch noch einen zweiten Teil zu dem Thema, in welchem wir uns weiter vertiefen. Aber dazu müsst ihr euch noch ein wenig gedulden.

    Podcast: Plan in new window

    Transkription

    Und zwar geht es um Krankenkassen und um deren Abrechnung und da werden wir dann feststellen, dass nicht nur Ärzte Geld bekommen. Weil ich mich mit den Thema gar nicht so gut auskenne, habe ich hier einen Experten, was es angeht und zwar Jörg Weise, der wird uns über das Thema etwas erzählen können. Jörg will zu dich mal den Hörern kurz vorstellen. – Sehr gerne. Also hallo und hier runter. Jörg Weise, mein Name. Ich bin hier bei der BASO einer der großen Abbrechnungsdienstleister, Genesungsmanagement, Abbrechnungsmanagement für Krankenkassen, Abteilungsleiter für Kundenmanagement, nebenbei noch an der FOM-Hochschule hier in Leipzig Dozent für das Thema eHealth und das Gesundheitswesen und ja, freue mich total, dass wir mal dieses Thema beleuchten, weil ja euer Schwerpunkt ja schon ja so ein Krankenhausbereich ist und ich denke der ganz abrichtungsprozess, der hinter einem Rezept hinter einer Verordnung steht, ist vielleicht für eine oder andere auch mal interessant. Und auf jeden Fall auch sehr IT-Lastik, wie wir dann sehen werden? – Ja, zum Teil ja. Okay, bevor wir uns in den Prozess stürzen, wir werden wahrscheinlich die Volga auch aufteilen müssen, bevor wir uns dann in den Prozess stürzen und dem im nächsten Teil dann machen, würde ich sagen, benennen wir mal die Player, also wir gucken uns an, wer ist denn überhaupt in diesem Prozess alles beteiligt, wen haben wir denn da alles? – Genau, also man muss sich vorstellen, der klassische Prozess ist ja das, was jeder kennt, ist eigentlich nur aus Patienten Sicht, das heißt man geht zum Arzt und wir lässt sich behandeln und kriegt dann im Nachhinein vom Arzt eine Verordnung oder ein Rezept ausgestellt. Also das ist schon mal der erste Einstieg in dieses ganzen Abrichtungsprozess, der Arzt, der also die Verordnung ausstellt, nach Indikationen meistens über sein PVS-System, kommt dann also praktisch das gedruckte Rezept, die gedruckte Verordnung raus. Der Patient geht dann damit entweder in die Apotheke oder zu einem Leisterserbringer, die Apotheke in dem Fall nimmt das Rezept also an, gibt das als Neymittel raus. Danach gehen natürlich die ganzen Schritte weiter, die zum Abbrechungsprozess natürlich die Gewühe an dazugehören, nämlich die Krankenkasse, die als weiterer großer Pläer das ganze Thema Genehmigung, Abbrechung dann natürlich initiieren muss. Da bedient sich die Krankenkasse entweder eigenere Sorgen, das gibt es auch, grundsätzlich aber Dienstleistern in dem Bereich. Das heißt es gibt Dienstleister, die Aushorsing oder auch nur Schrittweise, also Rauthasting-Bereich, Dienstleister in dem Sinne vom Genehmigungsmanagement, also die Abnahme, die Erfassung, die Archivierung auch, aber auch das Abrechnungsmanagement mit Leisterserbringer mit Ärzten zahlen Ärzten. Das Papiermanagement, das bietet auch eine wichtige Rolle und das macht die Krankenkasse mit Dienstlässen gemeinsam. Da gibt es größere, wie das jetzt beispielsweise sind, die da war so, es gibt es AZM-Ding, es gibt DDG, es gibt viele Player auf dem Markt. Es ist, ich sage mal so wie eine kleine Familie, man kennt sich da untereinander, dass es sich so, dass es da unendlich viele gibt, aber es ist schon trotzdem ganz guter Brühe von Amitern da. Dann gibt es als weiteren großen Player logischerweise, die, die die Leisterserbringer bringen, also die Leisterserbringer und das sind eben nicht nur Ärzte, sondern Füßetherapäuten, Hebam, Sanitätshäuser, aber auch der normale Taxifahrer, der jetzt beispielsweise den Patienten von A nach B bringt oder von der Dialyse abholt, beispielsweise. Und auch dort gibt es natürlich den Bedarf, diesen ganzen Prozess der Abrechnung und Genehmigung irgendwie ein Stück weit auszulagern, weil man natürlich gemerkt hat, es ist ziemlich aufwendig, mit den Krankenkassen abzurechnen, jede Krankenkasse hat auch eigene Spezifikation, die prüft das auch anders und genehmigt, anders und rechnet anders ab. Und da bedienen wir sich auch sogenannten Abrechnungszentren, das sind die Dienstleister, die auf Leisterserbringer eben da aktiv sind und dort die komplette Dienstleistungen angeht. Um den Abreches Prozess nochmal zu vervollständigen, gibt es natürlich auch noch die KV, die einzelnen Ärzlichen oder Füßetherapäutischen Leistungen über einen Punktesystem abbilden und Abrechnen. Das kennen wir alle, dass es der EBM im Arztbereich und im Zahnabbereich ist der BMA. Und da ist dann praktisch die KV, die dann den Bereich dort schließen. Gibt es eigentlich bei den Dienstleistern der Überschneidungen? Also, du hattest ja gesagt, es gibt Dienstleister auf Seiten der Krankenkassen, also die quasi die Rechnung bezahlen und es gibt Dienstleister auf Seiten der Leistungserbringer, die die Leistungen erbringen und die Rechnung stellen. Gibt es da denn so einen auch Dienstleister, die sich quasi in die Mitte stellen und sagen, okay, ich nimm das direkt von einem und zum anderen oder müssen hier quasi die Interessen gewahrt bleiben. Genau, also da hat man tatsächlich eine zwei Geteilte Sicht, also zumindest habe ich die zum einen aus digitalen Sicherungsgrund, müsste man sagen, alles bei einem Dienstleister gebündelt, das würde natürlich viele Vorteile bringen. Zum anderen muss man aber sagen, beide Seiten, die Krankenkassen und auch die Leistungserbringer haben, unterschiedliche Interessen. Und diese Interessen müssen natürlich auch ein Stück weit getrennt bleiben, denn logischerweise der Leistungserbringer, das Interessen, den Rezept wäre, zu hoch wie möglich zu halten und die Krankenkasse muss natürlich auf der anderen Seite prüfen, ob das überhaupt gerechtfertigt ist. Deswegen ist es schwierig, dort eine Zusammenlegung der beiden Seiten herbeizuführen und ich halte das auch für sehr kritisch zu tun. Ja, okay, das sehe ich ein, das ist ja wie die Trennung zwischen Beratung und Prüfung bei, zum Beispiel den Wirtschaftsprüfern, die können ja auch nicht sie selbst prüfen und dann beraten, wie man das am besten umgeht, dann wäre es wahrscheinlich ja auch ungeschickt, wenn man jemanden hat, der versucht die Rechnung zu optimieren und dann dreht er sich um, nimmt eine andere Rolle, einen sagt, oh, aber diese Rechnung ist falsch, das macht ja irgendwo keinen Sinn, deswegen, ja, macht es durchaus Sinn, das zu trennen, okay, aber ihr von eurer Sparte aus ihr seid auf der Seite der Krankenkassen? Genau, wir sind absolut auf der Seite der Krankenkassen, haben dort auch, ich sag mal, so über unser ganzes Produktsegment, haben wir mit jeder gesetzlichen Krankenkasse einen Vertrag, also über verschiedene Leistungsbereiche im Weg, von daher sind wir natürlich die Krankenkassenseite, wobei wir natürlich auch ganz viel mit Leisesabringeren kommunizieren, weil wirbischerweise gibt es natürlich immer Kommunikationsprobleme zwischen den Entscheidungen, die wir hier vorbereiten oder treffen und den Leistungsabringern, also bei ich weise gibt es eine Zuzahlung von Patienten, um wenn die vorher nicht abgezogen wird, wird die Rechnung etwa abgesetzt oder Teil abgesetzt und wenn das der Leistungsabhängig richtig versteht, dann ruft dann natürlich bei uns an und sagt, Mensch, warum habt ihr denn die Rechnung hier abgesetzt und warum kriegt man Geld nicht und so weiter? Also da gibt es natürlich dann immer die Schnittmeldung, deswegen haben wir auch mittlerweile, da können wir dann auch nochmal an dem Wirkfloppen gehen, auch ein Portal gebaut, wo diese Kommunikation auch ein Stück weit digitalisiert wird und abrufbar ist für die Leisensabringer. Gibt es denn eine Situation, wo ihr direkt mit Patienten in Kontakt kommt oder ist da immer die Krankenkasse davor, beziehungsweise immer dann der Leistungsabringer davor? Also Patienten wirklich ganz, ganz selten, das ist wirklich nur ein Ausnahmefällen, beispielsweise wenn der der Taxifahrer, der vergessen hat die Zuzahlung einzuholen von den Patienten, diese abgelähnte Rechnung beispielsweise an den Patienten noch weitergeben möchte und der Beschwerz ist dann bei uns oder bei der Kasse davor. Das sind so die einzigen Szenarien, die es so gibt ansonsten sind wir da eher nur mit den Leisensabringern den Krankenkassen unterwegs. Okay, du hattest in einem Vorgespräch mal über die Qualität der Rechnung, was erzähl und gesagt, dass die teilweise auch im Schukarton bei euch ankommt. Wenn man sich jetzt diesen Austausch anschaut, da gibt es ja ganz unterschiedliche Qualitäten, kann ich mir vorstellen, wenn man von einem großen Serviceanbieter, wenn man da Daten bekommt oder von einem einzelnen Taxifahrer Daten bekommt, das ist ja eine große Spanne, wie geht man damit um und vor allem, wie schafft man es jetzt hoffentlich mit Digitalisierung das Ganze etwas zu optimieren? Genau, also, wie gesagt, wenn wir auf den Prozess dann später noch mal eingehen wird, sind auch vielleicht nochmal ein Stück deutlich, ob die große Herausforderung ist letztendlich, dass derzeit aktuelle Stand ist, dass die Rechnung und die Verordnung, die praktisch die Rechnungsbegründung Unterlage ist und das Papierhaft. Wir handeln zwar auch Daten, die praktisch von der Leisensabhängung zu uns kommen, über einen Datenträger Austausch oder über eine effekte elektronische Übermittlung, aber die Rechnung muss letztendlich im Original vorliegen, das heißt, wenn man jetzt im Sinne vom Taxifahrer nochmal ausgeht, der muss uns die Rechnung zuschicken oder seinem Abrechnungszentrum diese Rechnung zuschicken und die muss dann digitalisiert werden. So, es könnte man sich vorstellen, wie natürlich solche Rechnungen aussehen können. Teilweise gibt es auch noch händig geschriebenen Rechnungen, es gibt Rechnungen, wo der Kaffeefleck drauf ist oder die Effekt vielleicht mit einem Datum vorsehen sind, die Vorleistungserbringung eingetragen wurde. Also solche Sachen gibt es natürlich, die an der Stelle schwierig machen, das dann relativ zügig abzurechnen. Wie gesagt, wir bekommen hier ein Haus täglich über 520.000 Belege, die aufgenommen werden müssen. Da geht es letztendlich schon mal los mit Briefumschlag aufmachen, mit die Klammer entfernt, die da drauf ist, bei uns heißt das Ordnungsmittel, die muss entfernt werden, damit die Blätter dann irgendwann auf den Scanner gelegt werden können. Das ist jetzt endlich die große Herausforderung, weil das auf unterschiedliche Art und Weise hier bei uns ankommt. Das schreit ja quasi nach Digitalisierung und nach einer Weiterentwicklung, wenn wir uns jetzt so die aktuellen Entwicklungen den Ausblick mal anschauen, wo könnte es denn hingehen? Das Ehrezept und die E-Verordnung stehen ja quasi schon in der Türenklopfen an. Wie können denn die Prozesse hier besser gestaltet werden? Wo könnte es irgendwann landen? Genau, also grundsätzlich ist dieser Prozess, der die meisten Herausfordersmittel, das ist dieser Papierhafteprozess, also die Annahme, die Verarbeitung, die Digitalisierung. Das ist ein riesengmanueller Prozess, den man natürlich mit einem Ehrezept, mit einer Ehre-Verordnung eigentlich ablösen könnte. Nun hat unser Herr Spahn, den ich übrigens auch sehr schätze, so wie ihr, weil man einfach einen Stück Zug auf die ganze Sache bringt, hat er mit dem DVG dort schon ein paar Sachen beschrieben, die uns dann natürlich ein Stück weit helfen. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass es dort keine Vorpflichtung dafür gibt, es ist natürlich auch wieder der Haku-Fuß an der Seite, aber das Ehrezept an der Asterstelle und das wird noch eine ganze, weil der Daun, eh das wirklich flächendeckte eingeführt ist, ist der erste Schritt, um, sage ich mal so, die Prozesse zu verschlanken und auch zu verbessern. Bei der E-Verordnung ist es wesentlich schwieriger, das tun, weil die Beteiligten so unterschiedliche Voraussetzungen auch haben, also teilweise gibt es sehr Hebam, die haben keinen Praxis oder keinen Verwaltungssystem, die schreiben das wirklich bitten, dann wird der Teil, und können das eigentlich gar nicht digitalisieren und schicken, dass dann so raus, da muss man natürlich dran arbeiten. Aber die Herausforderungen sind jetzt endlich diesen Papierprozess abzulösen und dann aber auch zu sagen, okay, die Rechnungsbegründende Unterlage ist nicht mehr die Analogesage, jetzt mal eine Verordnung auf Papier, sondern es ist dann die digitale Verordnung, die über den gewisses Homeart eingereicht wird. Okay, es gibt ja auch da schon Bestrebungen, dass man gewisse Prozesse digitalisiert, also wenn ich jetzt als Beamter bei der Beihilfe meine Sachen einreichen will, dann muss ich ja quasi auch die Aufgaben übernehmen, die früher der Sachverarbeitener gemacht hat, ich muss alle Daten genau eintragen und die Sachen vom Rezept abschreiben, gibt es da denn irgendwelche Bestrebungen, dass man quasi diesen Prozess auch auslagert und sagen, ja, wenn ihr Geld haben wollt, dann müsst ihr die Daten uns schon mal standardisiert und geordnet eingeben. Genau, also da, das gibt es, das wird auch, das ist leisenserbringer Bereich sehr verschieden, also es gibt Bereiche, die sind in der Lage so eine Datanträger über die Daten Übermittlung sehr wohl stattfindens lassen, es gibt da andere Bereiche, vor allem in der Pflege, die das nicht können, also wenn man sich jetzt mal so einen ambulanten Pflege dienst nimmt, der sich da echt sehr schwer tut, solche Daten elektronisch zippenmitteln. Kutztet sich kann man sagen, dass über alle leisenserbringer Bereiche im Weg, das eigentlich schon sehr gut fortgeschritten ist, also wir bekommen eigentlich immer zwei Sachen parallel, das heißt, wir bekommen die Rechnung als Papierbeleg und die Verordnung und haben auf der anderen Seite aber auch eine Datanträger übermittlung, über diverse Schnittstellen. Und dann metschen wir das hier sozusagen im Haus oder das macht auch die Krankhase nachdem. Metschen wir das, ob die DTA, also die Datanträger austausche Informationen genau das Gleiche ist, was auch der Rechnung steht. Also grundsätzlich ist das theoretisch schon alles möglich, es gibt ja seit ich glaube 1995 schon technische Anlagen dazu, die genau beschreiben für welchen leisenserbringer Bereich, welche Grundlagen, welche Schnittstellen definiert sind. Aber wie gesagt, die Kups an der ganzen Sache ist, man braucht immer noch den Originalbeleg. Okay, wie gesagt, das schreit ja quasi nach Digitalisierung. Vielleicht gibt es ja das eine oder andere Start-up, dass ich in dem Bereich etablieren will, dass da Fuß fassen will, ist das etwas, was du einem Start-up raten würdest, wo du sagen würdest, drück mal hier gibts ’ne Lücke. Siegelt dich doch mal hier an? Genau, also das ist auch eine Faktionsraufgabe, als großer Dienstreist jetzt endlich mit, wir arbeiten ganz viel in Start-ups zusammen, weil wir natürlich auch wissen, okay, der Prozess, wie wir jetzt ist, wird es, ich sag mal so in zehn Jahren nicht mehr so möglich geben. Die Papieröfenbelege, ich bin mir nicht so sicher, ob das irgendwann wirklich ganz weg ist, aber zumindest wird sich das verschieben von der Mengenangabe. Die Schwierigkeit für so Start-ups ist letztendlich zum einen das Thema Datensicherheit, weil die natürlich Probleme haben, überhaupt, dass man diese ganzen Zertifikate, die man benötigt zu bekommen und teilweise natürlich diese riesen Datenmengen, die es da gibt, gar nicht verarbeitet können an der Stimmung. Das ist die eine Schwierigkeit, deswegen ist es für Start-ups immer sehr schwer und die andere fast noch entscheidende Möglichkeit, Schwierigkeit ist, dass der Markt Zugang teilweise fehlt. Ich bin ja öfter bei Veranstaltung, auch bei so Hekkartons, wo wir auch da versuchen, das zu finanzieren. Und das sind ganz häufig auch Ideen, auch von meinen Studenten, die Ideen voranbringen, aber die sagen wir dann eigentlich immer es gleiche, also ich habe eine coole Idee, alles sagen es ist toll, aber keiner will dafür bezahlen, weil sie einfach den Markt zugänglich haben und die Krankenkasse, die sagt was auch, ich unterstütze sich jetzt, ich gebe dir meine Daten, da kannst du erstmal testen und dann würde ich dich auch die ersten zwei, drei Jahre finanzieren. Das geht meistens nur sowas um Modellprojekte, wir wissen ja alle, dass Modellprojekte immer so ein Enddatum haben und dann passiert danach weiß es nicht mehr viel. Wir sind auch in einem Modellprojekt, das Gerderprojekt involviert, wo wir so diesen Abbrechungsprozess machen, da sind wo jetzt auch Standards festgelegt werden sollen, wie so ein Erezept funktioniert. Also das ist ein Markt, der sehr umdruck ist, wo auch viel Potenzial liegt, auch für die das Thema Wirtschaftlichkeit, also Finanzen der GKV und aber es ist natürlich auch ein sehr, sehr schwerer Markt. Man fragt sich ja auch immer warum drück den Emerson, Microsoft und Hubel nicht so massiv in diesen ambulanten Markt auch rein, weil das einfach die regular hier in so zutiefiziell und schwierig, dass aus meiner Sicht das natürlich für die dann unattraktiv wird. Okay, ja, das ist einsehbar. Ein Punkt ist ja jetzt auch neu im letzten Jahr, glaube ich, dazu gekommen, dass es immer mehr Apps geben soll, die dann auch abgerechnet werden können. Was hat das dann für eine Auswirkung auf eure Arbeit oder auf die ganzen Wirkflos? Genau, also das ist ein ganz wesentlicher Punkt, die digitalen Gesundheitsanwendungen. Also jeder kennt ja sozusagen die, weil wir gerade bei einem Thema Start-ups waren, kennt die neuen Apps, die im Depressionsbereich, beispielsweise der Erea-Bereich eingesetzt werden und den Patienten zukünftig helfen sollen, Krankheiten zu überwachen, zu besser zu überwinden. Und diese die Rückenschmerzen hat mir meine Krankenkasse empfohlen, ja. Siehst du dann hast ja schon mal das erste gute Produkt. Ich bin auch davon überzeugt, vor allem im Psychologiebereich. Da kann man schon sehr sehr viel machen, weil es darum geht, natürlich den Patienten irgendwie ganzheitlich zu betreuen. Aber das ist vielleicht eine andere Frage. Und dort hat man ja letztendlich im DVG reingeschrieben, dass jetzt die Krankenkassen auch solche digitalen Gesundheitsanwendungen finanzieren sollen, also zahlen sollen. Und da geht es natürlich darum, derzeit wird das über so eine Art Satzungsleistung von den Krankenkassen ja schon gemacht. Das heißt, du kannst jetzt ja zu deiner Krankkasse gehen und sagen, okay, du hast das empfohlen. Jetzt kostest das aber im Monat 5,99 € und kannst mir das bezahlen. Und da rechnen die Krankenkassen direkt mit dir ab, das heißt, du schickst deine Rechnung ein und das wird bezahlt. Nun werden aber die Start-ups oder die App-Hersteller werden jetzt quasi zu Leistungserbringern gemacht, indem man sagt, okay, das wird jetzt grundsätzlich abgerechnet. So und jetzt geht es natürlich darum, wie kann diese Abrechungsprozess der ja bei diesen App-Hersteller und grundsätzlicher digital sein kann? Wie kann der letztendlich jetzt in diese reale Welt umgemünzt werden? Also banal ist es, du gehst zu deinem Arzt und der verschreibte diese rückenschmerz App und gibt dir ein Rezept. So und jetzt frage ich mich, wo gehst du als Patient mit diesem Rezept hin? Das muss schon mal gelöst werden und dann natürlich die ganze Thematik, wie können die App-Hersteller abrechnen. Es geht ja dann auch darum, was passiert, wenn man Handy ins Klo fällt und nicht die App nochmal runterladen muss oder auf mehreren Geräten das einsetzen muss oder wenn das über eine monatliche Postschale ist und ich das in einem gewissen Zeitraum nutzen muss. Das sind alles Dinge, mit dem wir jetzt jetzt auch gerade beschäftigen, werden erst letztendlich eine große Wirkshop auch mit vielen Start-ups und auch mit Krankenkassen wird das jetzt gerade initiiert, weil darüber hat sich jetzt noch keiner Gedanken gemacht in der Stimme. Das ist natürlich auch nicht so sexy wie sich die Gedanken drüber zu machen, wie man Patienten helfen kann, aber die ganzen Regularien gehören nun mal leider auch dazu. Das stimmt, ja. Dann würde ich sagen, dass wir an dieser Stelle in Break machen und wir verweisen auf den zweiten Teil des Interviews, wo wir dann noch mal näher auf den Workflow eingehen. Also alle, die jetzt hier quasi Plut gelegt haben und gesagt haben, oh, hier gibt’s was für mich, wo ich rein steigen kann als Start-up. Die sollten auf jeden Fall sich den Workflow nochmal angucken. Wir werden dann uns nochmal genau anschauen, wie eine Rechnung entgegengenommen wird, wie die Prüfung stattfindet und. 

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