Folge #42 – Zeitschriften in der Medizinischen Informatik

Written by

in

Beschreibung

In dieser Folge sprechen Christian und Bernhard über wissenschaftliches Publizieren in der Medizinischen Informatik. Dabei geben sie einen Überblick über wichtige Fachzeitschriften und erläutern, wie sich diese hinsichtlich Reichweite, Qualität und wissenschaftlicher Bedeutung unterscheiden. Außerdem werden Kennzahlen wie der Impact-Faktor und der Hirsch-Index vorgestellt und deren Rolle im wissenschaftlichen Umfeld eingeordnet.

In dieser Episode des eHealth-Podcasts sprechen Christian und Bernhard über wissenschaftliches Publizieren in der Medizinischen Informatik. Dabei geben sie einen Überblick über wichtige Fachzeitschriften und erläutern, wie sich diese hinsichtlich Reichweite, Qualität und wissenschaftlicher Bedeutung unterscheiden. Außerdem werden Kennzahlen wie der Impact-Faktor und der Hirsch-Index vorgestellt und deren Rolle im wissenschaftlichen Umfeld eingeordnet.

Podcast: Play in new window

Transkription

Und nun wird man uns unserem eigentlichen Thema, also so ein bisschen die Frage, wo finde ich denn Ergebnisse, aktueller Forschung in der medizinischen Informatik, welche Zeitschriften sind da so relevant, das wollen wir so ein bisschen adressieren. 

Dann leg los, welche Zeitschriften sind relevant, wo fängt man an? Also es gibt natürlich eine ganz große Anzahl von Zeitschriften, die in der medizinischen Informatik relevant sind. Vorgleich mit anderen Wissenschaften ist diese Zahl natürlich verschwinden gering, aber um da irgendein Reihenfolge mal reinzubringen, nachdem wir in der letzten vorletzten Podcast die GMDS-Jahres-Tagung hatten, starten wir mal mit den Publikationsorganen, die aus GMDS sicht interessant sind. Und da ist sicherlich als erstes die Methods of Information in Medicine zu nennen. Das ist das internationale Journal der GMDS und auch offizielles Journal von der IMIA und der EFMI. Für diejenigen, die sich jetzt fragen, das wirft in der da wieder für komische Abkürzung in den Raum. IMIA, das ist die International Medical Informatics Association, also der internationale weltweite, verband der Medizin Informatiker und die EFMI ist die European Federation of Medical Informatics, also das Pendant auf europäischer Ebene. Das sind also irgendwelche Zeitschriften von Organen aus unserer Branche. Was gibt es denn noch? Auch von der GMDS als Publikationsorgan empfohlen ist die Applied Clinical Informatics (ACI), die Applied Clinical Informatics. Da werden eher Anwendungsorientierte Praxisnahe Dinge publiziert. Dann gibt es die BMC Medical Informatics and Decision Making, die BMC Medical Informatics and Decision Making, aus der großen Biomed-Gruppe. Die JAMIA, also wenn die Europäer ein internationales Journal haben, dann wollen die Amerikaner natürlich auch so was. American Medical Informatics Association, die AMIA, hat eine Zeitschrifte, die JAMIA, Journal of American Medical Informatics Association. Darüber hinaus noch interessant, dass Journal of Medical Internet Research oder beispielsweise das International Journal of Medical Informatics. 

Jetzt hast du ganz viele Namen gedroppt. Ich bin sicher, dass du auch viel Arbeit nachher machen wirst, die alle zu verlinken. Wie unterscheiden die sich denn? Da gibt es mehrere Kriterien, also zum einen natürlich von den Themen. Ich hatte gerade schon mal gesagt, die Applied Clinical Informatics, wie es im Namen schon drin steckt, hat eher Anwendungsorientierte Fälle, die da berichtet werden im International Journal of Medical Informatics, geht es viel um die Evaluation, Bewertung von entsprechenden Studien, von Forschungsergebnissen. Das ist sicherlich ein Kriterium. Dann gibt es das Kriterium, wer kann denn überhaupt diese Artikel einsehen? Also bei einigen Artikeln oder Zeitschriften gibt es Open Access, das bedeutet frei für jeden. Man kann diese ganzen Artikel alle komplett einsehen, herunterladen als PDF-Datei. 

Was noch gibt es, was ich kenne es aus der Medizin des Impact Points. Also haben die Zeitschriften in Impact-Faktor und wenn ja, was ist das? Genau, das ist natürlich auch ein wesentliches Kriterium. Diese Zeitschriften unterscheiden sich natürlich auch im Impact-Faktor. Was ist ein Impact-Faktor? Ich glaube, der Begriff ist vielleicht schon mal einem ein oder anderen Podcast. Zumindest man reinein, der gebt es jahres Darum gefallen. Der Impact-Faktor ist ein Index, der sich berechnet aus der Anzahl der Zitate der vergangenen zwei Jahren, geteilt durch die Anzahl der Artikel der vergangenen zwei Jahre einer Zeitschrifte. Das heißt, wenn ich eine Zeitschrifte habe, mit 100 Artikeln und diese Artikel wurden in den letzten Jahren 200 Mal zitiert und hätte ich ein Impact-Faktor von 2. Jeder Artikel wurde im Durchschnitt zweimal zitiert, das wäre für die medizinische Informatik schon ganz ordentlich. Wir liegen meist beim Impact-Faktor zwischen 1 und 2. Die Message of Information hat beispielsweise ein Impact-Faktor von 1,7 im Jahr 2016. Das heißt, man kann sagen, je höher dieser Impact-Faktor ist, desto qualiter und der lässt vermuten, dass dann auch die veröffentlichen Artikel oder arbeiten dort höhere Qualität haben, weil die häufiger zitiert werden. Genau, das mit der Qualität ist natürlich eine entsprechende Vermutung, wie du schon sagst. Aber man kann auf jeden Fall sagen, ein hoher Impact-Faktor bedeutet. Artikel dieser Zeitschriften werden häufiger zitiert. In der medizinischen Informatik sind vor eher so zwischen 0,5 und 2 oder 2,5 unterwegs. Wenn man andere Zeitschriften wie die Nature vergleicht, da liegt der Impact-Faktor auch gerne mal bei 40 in den letzten Jahren. 

Gibt es noch andere Kriterien, an der man erkennen kann, ob jetzt die Zeitschriften gut ist und ob ein Autor gut ist? Ja, beim Autor gibt es was vergleichbares, also bei dem Autor ist ja nicht der Impact-Faktor selber relevant, sondern da gibt es den Hirschindex. Hirschindex oder auch H-index. Das ist ein Kriterium, mit dem ich feststellen kann. Wie viel der Autorr an Publikationen oder Artikeln veröffentlicht hat, die schon häufiger zitiert wurden. Und der Hirschindex berechnet sich dadurch, dass ich X Publikationen habe, die mindestens X mal zitiert wurden. Auch das vielleicht an einem kurzen Beispiel. Ich habe 10 Artikel, von den 10 Artikeln, die ich selber auch insgesamt veröffentlicht habe, sind 4 Artikel auch schon mindestens 4 mal zitiert wurden, dann hätte ich einen Hirschindex oder einen Hirsch-Index von 4. Wenn ich jetzt noch einen weiteren Artikel habe, der vielleicht irgendwie 10 mal zitiert wird, dann hätte ich insgesamt 11 Artikel, selbst wenn einer davon 10 mal zitiert wird, dann käme ich also maximal auf einen Hirschindex von 5. Das heißt, es wird nach oben herschnell dünn. Es wird nach oben schnell dünn. Wie viel hast du denn, wie viele Hirscher hast du? Das müsste man mal nachgucken bei Scopus oder dem Web of Science, da kann man das entsprechend berechnen lassen. Das ist insofern ein bisschen schwieriger, dass man natürlich erst mal die richtigen Einstellungen finden muss, je nachdem, wie eindeutig, der eigene Name ist. Bei Namen, die mehrfach vergeben sind, dann muss man natürlich ein bisschen Arbeit reinstecken, erst mal nur die eigenen Artikel zuzuordnen. Und dann ist die Frage, was zählt einige Wissenschaftler sagen, also für so einen Hirschindex zählen eigentlich nur die Full Paper, also die auch wirklich bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift, bei einem der Organe, die ich gerade vorgestellt habe, eingereicht wurden, andere sagen, alles, was irgendwie veröffentlicht ist, im Web of Science und da würden teilweise eben auch die internationalen Konferenzbeiträge mit rein zählen. Was ist mit ein Reihenfolge, also das heißt nur die erste Erstautor oder der zweite dritte auch noch oder wenn man anstelle 19 kommt, wird es mir auch noch gewichtet oder ist das egal? Bei dem Hirschfaktor, wenn man den bei der Online-Berechnung bei Scopus macht, dann berücksichtigen die Reihenfolge nicht. Auch da gibt es einige, die sagen, also eigentlich zählen nur die erste Autorranschaften, andere neben die Geschichten, die bei der Habilitation häufig gelten, nämlich erst Autorranschaften und letzt Autorranschaft. First and senior authors, auch das ist eben nicht ganz klar und das ist vielleicht auch insgesamt so ein Kritikpunkt, der an diesem Hirschfaktor geäußert wird. Dass diese Zahl alleine natürlich irgendwo eine Idee ist, wie publikationsstark ist jemand, aber dass man natürlich nicht genau prüfen kann oder kaum jemand die Mühe macht, was da eigentlich hintersteckt. 

Warum sollte man überhaupt seine Ergebnisse publizieren? Ja, wir haben wissenschaftlichen Fortschritt und den sollte man natürlich da sollte man natürlich andere dann teilhaben lassen, also wenn es irgendwelche spannenden Erkenntnisse gibt, müssen das fortjahnen noch mal droppen, haben wir diese Folge ja noch gar nicht. Und dann ist es spannend, ja genau. Deswegen, z. B. Gibt es sehr gute Beiträge, ich hab mir immer so ein paar Artikel angeschaut, da gibt es um Vorhersagen von Depressionen auf Basis-longitudinaler-Daten, also was kann ich denn mit Big Data machen? Kann ich da in dem Fall Depressionen vorhersagen von Personen, von Patienten. Und das sind natürlich neue Erkenntnisse, die für viele interessant sind und für viele relevant sind. Und da könnte ich mich also auf den aktuellen Stand zu bestimmten Themen bringen, wie Clinical Decision Support, was gibt es da Neues? Was gibt es dafür für Dinge, die ich vielleicht irgendwie in meinen nächsten Informationssystemen berücksichtigen sollte? 

Das ist ja das Konsumieren von wissenschaftlichen Ergebnissen, aber was hat man denn als Autorr, wenn man seine Ergebnisse publiziert? Ja, Ruhm und Ehre, wie immer. Man publiziert das Ganze natürlich, um irgendwo auch in der Szene bekannt zu werden und die eigenen Forschung so ein bisschen nach außen zu tragen und zu sagen. Also wir produzieren hier nicht nur, wir sitzen hier nicht nur im Elfenbein-Turm und basteln irgendwelche ganz, ganz schön Sachen, sondern das hat auch irgendeine Relevanz für jemanden da draußen und derjenige draußen, der muss natürlich auch dann die Möglichkeit haben, das zu finden. Also veröffentlicht man die Sachen in der Hoffnung, dass man dann selber sehr häufig zitiert wird, dass darauf zurückgegriffen wird und man Ergebnisse dieser der eigenen Forschung in Folgeprojekten wiederfindet. 

Und wie leucht es ab, wenn ich jetzt also Jungwissenschaftler wäre und publizieren möchte, wie mache ich das? Also meistens bin ich ja in irgendeinem Forschungsprojekt aktiv und wenn ich dann irgendwie nach X Monaten oder Jahren auf dem Standpunkt stehe, das ist ja jetzt habe ich auch wirklich was rausgefunden, was neu ist, dann würde ich diese Ergebnisse meiner Forschung aufschreiben und würde mir als erstes mal ein passendes Journal aussuchen. Also würde gucken, passt das vielleicht thematisch eher in die Applied Clinical Informatics oder ist das eher was für die Methods? Also erst mal inhaltlich schauen, in welcher Zeitschrift wäre es am besten untergebracht, dann würde ich das dort einreichen, muss mir die entsprechenden Formatierungskriterien runterladen, wie ist die Struktur bei dieser Zeitschrift, was für Formatangaben fordern die und dann reiche ich eben diesen Artikel bei einer Zeitschrift ein. Dort gibt es dann den Editor der Zeitschrift, der guckt sich erstmal an, ob das überhaupt thematisch passt. Also ist das ein Artikel, der thematisch und auch sprachlich überhaupt auf einem Niveau ist, dass man das irgendwo veröffentlichen könnte und überlegt dann, wenn diese beiden Entscheidungen zutreffen, wer könnte denn die Qualität dieses Artikels beurteilen und weist diesem Artikel verschiedene Reviewer zu? Genau, andere Wissenschaftler der Community bekommen dann meinen Artikel und müssen entscheiden, dass es gut, dass es schlecht oder bestimmte Punkte sind gut, bestimmte Punkte sind schlecht, ist das logisch aufgebaut, wurde korrekt zitiert, publiziert er jemand was, was schon lange bekannt ist oder dass das wirklich neuland was da betreten wird. Und anhand dieser Kriterien entscheidet der Editor dann, ob es eine Veröffentlichung gibt oder ob es was in einem meisten Fällen sehr wahrscheinlich ist, eine Überarbeitung durch den Autorrnotwendig ist, das ist die Reviewer sagen. Also da gibt es schon gut potential, aber folgende Dinge müssen nochmal klarer zusammengefasst werden und so weiter, denn überarbeitet man einen Artikel und reicht ihn wieder ein. Es kann natürlich auch dazu kommen, dass es ganz abgelehnt wird, dass die Gutachter sagen, also hier sind zu viele gravierende Fehler gemacht worden, dass man sagt, also so ein Artikel den kann man in dieser Form bei unserer Zeitschrift nicht annehmen. 

Jetzt gibt es ja bei klinischen Studien, Qualität sichende Maßnahmen, so was wie blind, doppelblind und noch dreifach blind, gibt es so was hier auch, also sollte ein peer-review normalerweise doppelblind stattfinden, also dass die Leute, die prüfen nicht wissen von wem der Artikel ist und auch derjenige, der geprüft wird, wird nicht weiß, wer die prüfer sind. Das wird in unterschiedlichen Zeitschriften, unterschiedlich gehandhabt, da sind einigen Zeitschriften, ist es so, dass die Reviewer durchaus sichtbar sind, also dass ich weiß, wer meinen Artikel reviewed und auch die Kommentare der Reviewer anschließend öffentlich sichtbar sind. BMC Medical Informatics and Decision Making macht das beispielsweise so, dann kann ich also wirklich transparent nachlesen, was haben denn die Reviewer an meinem Artikel auszusetzen und wer sind diese Reviewer auch? In den meisten Fällen ist es eher doppelblind, dass ich als Autorr nicht bekannt bin, dass diese Sachen rausgenommen werden, das ist auch dann bei der Einreichung so, dann bekommt man den Hinweis, bitte eine Version einreichen, in der eben kein Rückschluss auf die Institution möglich ist, alle Namen weg in der Version und alle Institutionen weg und auch die Reviewer in so einem Fall dann nicht bekannt sind. 

Ja, dann sind wir glaube ich durch, oder? 

Links zu den vorgestellten Zeitschriften:

Schlagwörter

Medizinische Informatik, Wissenschaft, Publikationen, Fachzeitschriften, Impact-Faktor, Hirsch-Index, Forschung, wissenschaftliches Arbeiten, eHealth