In dieser Folge steht im Mittelpunkt das Interview mit Herr Bönig von vitabook, der die Perspektive patientengeführter Gesundheitsakten erläutert. Dabei geht es um Chancen und Herausforderungen elektronischer Aktenlösungen, die Rolle von Patienten bei der Verwaltung ihrer Gesundheitsdaten sowie um unterschiedliche Ansätze zur Umsetzung digitaler Akten im Gesundheitswesen. Außerdem werden Themen wie Datenschutz, Interoperabilität und die Anbindung an bestehende Strukturen diskutiert.
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Transkription
Und zwar geht es heute um die elektronische Patientenakte. Unser Gast ist der Herr Bönig von vitabook. Und wir werden heute über die elektronische Patientenakte sprechen. Aber vielleicht stellt sich Herr Bönig am Anfang kurz selbst vor.
Sehr gerne. Ja Markus Bönig, ich bin Gründer und Geschäftsführer von vitabook. Ich bin von Haus aus Diplom-Kaufmann und habe vor knapp sieben Jahren eine Karriere bei Cisco Systems an den Nagell gehängt, um dem selbstbestimmten Patienten digital unter die Arme zu greifen.
Es geht heute um die Akte und bevor wir da jetzt, sag mal ins Detail gehen, wollen wir vielleicht noch mal auf so ein paar theoretische Grundlagen zurückgreifen. Wir haben das zwar in einigen Podcast schon mal gemacht. Vielleicht verweise ich an der Stelle auf einige Grundlagenpodcasts, die Nummer 41, da sind die elektronische Patientenakte oder in der 46 war schon mal von der Fallakte die Rede und wir haben auch mal kurz ins Ausland in die ELGA reingeschaut in der Folge 49. Aber trotzdem kann man, weil es, glaube ich, so ein zentrales Thema ist, gar nicht oft genug über die Patientenakte sprechen, deswegen vielleicht noch mal kurz zusammengefasst, was für unterschiedliche Aktentypen ist, denn aus der Sicht der Praxis gibt.
Sehr gerne. Ja, das erste Kuriosum ist vielleicht, dass die Patientenakte sich gerade dadurch auszeichnet, dass sie einem nicht gehört, nämlich dem Patienten. Das ist so ähnlich wie mit Premiumprodukten, die sind dann auch eins ganz sicher nicht ein Premiumprodukt. Und insofern ist es ganz wichtig, hier die richtigen Definitionen erst einmal herauszuarbeiten. Wenn also gemeinhin von einer Patientenakte die Rede ist, dann ist da mir regelmäßig eine Akte gemeint, die nicht in der Hoheit des Patienten liegt, sondern in der Hoheit eines Behandelnden. Es ist sozusagen eine Akte über den Patienten. Als Abgrenzung dazu gibt es die Gesundheitsakte. Die Gesundheitsakte gehört dem Patienten und speichert dieselben Informationen, nur eben mit dem großen Unterschied, dass bei der Gesundheitsakte die Daten in der Hoheit und alleinigen verfügungsgewalt des Patienten liegen, und bei der Patientenakte liegen die Daten in der verfügungsgewalt des Behandelnden. Das sind die beiden ganz großen Aktentypen, die wir sprechen, aber bevor wir über weitere Unterschiede sprechen, ist vielleicht erst mal die Gemeinsamkeit herauszuarbeiten. Am Ende des Tages geht es um ein ganz simples Ziel, man möchte Daten über den Patienten speichern können und zwar über eine konkrete Behandlung hinweg. Es geht einfach darum, am irgendeiner Stelle Daten über den Patienten speichern zu können und die Frage ist dann an zweiter Stelle erst, passiert es in der Hoheit des Patienten oder in der Hoheit eines Behandelnden. Einig sind sich alle Experten darin, dass es so eine Akte braucht, so einen zentralen Speicherort, zentral, mal mindestens, was diesen Patienten angeht, nicht unbedingt zentral, dass alle Bundesbürger in einer Akte sein müssten, aber alles, was einen Patienten betrifft, das sollte in einer Akte sein. Und dann gibt es als dritten Typen quasi eine Mischform, das ist so eine elektronische Fallakte, die sozusagen auf einen einzigen Fall beschränkt ist, dieser Fall kann einige Wochen, einige Monate dauern, aber er endet dann auch wieder. Also so eine Akte, die benötigt wird, um zwischen verschiedenen Einrichtungen, zwischen verschiedenen Behandlern Daten hin und herbewegen zu können, aber eben nicht für ein ganzes Leben, sondern nur für eine bestimmte Zeit. Okay, wir haben ja in den letzten Wochen, ich will schon fast sagen, Monaten immer wieder, was in den Nachrichten über diese Akten gehört und einiges sagen, der Treiber, die anderen würden sagen, die Premse, das sind die von der Gemartik und es gibt jetzt verschiedene Konzepte von Akten, die jetzt von Krankenkassen gefördert werden und so weiter vielleicht können wir uns da auch mal ein Überblick verschaffen. Also wie weit ist die Gemartik und wie weit sind die Konkurrenzprodukte? Ja, wir von Wieterbuck haben bereits mehrere Jahre gefordert, dass es eine solche Akte in den Händen des Patienten geben müsste und das interessante ist, dass es dafür schon seit 15 Jahren die nötigen Gesetze gibt. Der Paragraph 68 im Sozialgesetzbuch 5 ist die wichtigste Grundlage, um eine Gesundheitsakte von der Krankenkasse finanziert zu bekommen und genau diesen Weg sind die Techniker Krankenkasse und auch die DAK jetzt gegangen, indem sie eigene Systeme haben, entwickeln lassen, die faktisch eine Gesundheitsakte sind, indem nämlich die Daten tatsächlich in der kompletten hoheit des Patienten liegen sollen. Als Abgrenzung dazu hat die AOK Nordost ein etwas anderes Konzept fasziert, da geht es nämlich darum, dass die Daten da bleiben, wo sie entstanden sind, also wieder in den Patienten Akten der jeweiligen Behandler und zusätzlich soll ein zentraler Server genau wissen, welche Daten wo liegen und über diesen zentralen Server soll dann der Patient in der Lage sein, von den unterschiedlichen Quellen sich die Daten zusammenzusammeln. Das hat diverse Nachteile, vor allem der Gestalt, dass wenn so ein Arztsystem mal nicht verfügbar ist oder der Arzt irgendwann in den Ruhestand geht, diese Daten schlichtweg nicht mehr verfügbar sind. Das heißt, diese beiden Grundkonzepte lasst die Daten da, wo sie entstanden sind, wer so es kopiert die Daten in eine zentrale Akte, das passiert gerade in Krankenkassen umfällt. Die Barmar möchte hier weiter warten, was die Gematik tut bzw. Die Politik tut und dann gibt es dann auch so ein paar Unentschiedene dazwischen. Aber diese drei großen Fraktionen Techniker mit knapp 10 Millionen, DAK mit 8 Millionen und AUK mit knapp 26 Millionen Versicherten haben sich da positioniert. Es gibt einige BKK, die sich dem Weg der DAK angeschlossen haben, die Techniker wiederum hat einige private überzeugen können, sowie auch die DAK, da gibt es jetzt eine Allianz mit der Allianz und insofern ist da sehr viel Bewegung reingekommen, es entstehen jetzt lauter Aktentypen, allerdings muss man sagen, sie entstehen gerade erst, denn jetzt im August wollen die beiden ersten damit überhaupt erst in den Markt gehen, es ist also in gewisser Weise ein Neuland.
Nicht ganz so neu ist es ja fürs Ausland, die Österreicher haben ja schon so ein bisschen vorgeliebt mit der Elga, wo es hingehen könnte, da hatten wir ja, die gesagt auch schon mal im Podcast Nummer 49 drüber gesprochen, wie macht es denn das übrige Ausland um uns rum, vielleicht kann man ja von denen was lernen?
Selbstverständlich. Bei der Elga muss man vielleicht zuerst sagen, dass hier ein bisschen Begriffsverwärungen gewählt wurde. Die elektronische Gesundheitsakte Elga ist den Wirklichkeit einer elektronischen Patientenakte. Ich erwählte ja vorhin die Unterschiede, das heißt diese Akte gehört eben gerade nicht im Patienten, sondern ist eine zentrale Akte, in dem man im Moment vor allen Dingen Dokumente hineinsenden kann. Das heißt, hier sehen wir ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Politik klare Regeln vorgibt und diese umgesetzt werden. Ähnlich gut gelaufen ist es in den Markt, mit dem System Sundhed.dk, ähnlich gut in Holland. Dort gibt es überhaupt nicht die Trennung zwischen Fachärzten und Kliniken, da fällt das einfach zusammen. Dort gibt es eine Akte, auf die alle Behandler zugreifen können und zwar über Jahre hinweg, gucken wir uns andere Systeme an, wie in Schweden mit Apoteket oder in Frankreich, dass das hier fahren wir seit Jahren, wo es schon seit Jahren eine gemeinsame Medikationsakte gibt über alle Apotheken hinweg. Also es ist schlicht und glaublich, was wir uns hier in Deutschland leisten, sehr viele andere Systeme in anderen Ländern sind da wesentlich weiter. Allerdings muss man da auch kritisch sagen, alle diese Systeme gehen relativ dreist mit den Daten um das Patienten. Das heißt, die Logik dort ist immer die, der Arzt ist der Gute, wenn ein Arzt authentifiziert und legitimiert ist, dann darf er auf alles zugreifen und überall hingucken, da muss sich nur möglicherweise im Nachgang rechtfertigen, warum er bestimmte Dinge angeguckt hat. Aber er hat erst mal den Zugriff darauf und darf die Daten angucken, das ist das besondere. Okay, wir haben ja jetzt schon über die verschiedenen Aktentypen, was sie können und was sie nicht können, haben wir ja schon so ein bisschen ansatzweise geredet, aber vielleicht nehmen wir das jetzt auch noch mal strukturiert auf. Ich habe ja so ein bisschen aus ihren Ausführungen gehört, dass sie mehr der Verfechter, der Patientenzentrieren Akte sind, also dass der Patient die Hoheit hat, aber trotzdem gibt es ja noch ein Grund, weswegen es die anderen Akten gibt und vielleicht auch weiter geben sollte. Vielleicht kann man hier das Pro und Contra noch mal ein bisschen gegeneinander stellen. Ja, es ist so, dass die professionellen Behandler den Patienten nicht wirklich viel zutrauen. Der Grundkonflikt, der hier besteht, ist der, dass professionelle Behandler, Leistungserbringer den Daten von Patienten nicht trauen, das heißt, sie möchten am liebsten Daten von anderen Leistungserbringern haben, sie haben große Angst davor, dass eine Akte nicht vollständig sein könnte und wenn sie das nicht ist, dass der vielleicht eine Haftung mit verbunden ist und vor diesem Hintergrund hat man dann lieber gar keine Akte als eine vielleicht nicht ganz vollständige. Das ist allerdings auch so ein bisschen hinein Problem, so lange Ärzte fordern, wenn nicht alle Daten drin sind, fange ich nicht damit an, da eben nicht alle Daten da sind, fängt leider nie ein Arzt an. Man muss das Ganze mal ein bisschen durchbrechen und vielleicht auch die Kirche im Dorf lassen. Wir haben in Deutschland 800.000 Menschen, die jährlich ins Krankenhaus gehen, weil sich Medikamente nicht miteinander vertragen und das ist dann schon eine Phantomdiskussion, dass man hier möglicherweise einen Fehler gemacht haben könnte, aber sehenden Auges diese 800.000 Krankenhausaufenthälte in Kauf nimmt, weil einfach bestimmte Medikationsdaten noch nicht mal an einer Stelle bekannt sind. Insofern ist es einfach nicht mehr möglich, in unserer Zeit den Patienten auszuklammern und nur die Profis miteinander arbeiten zu lassen. Das wäre vielleicht vor 15 Jahren als die Gesundheitsakte auf den Markt kam mit ihren ersten Überlegungen 2003, damals wäre das noch möglich gewesen, wie bei Patient sei Still, die Profis reden miteinander. Das ist heute nicht mehr denkbar, weil ja auch Patienten mittlerweile mit ihren Smartphones und Wearables unglaubliche Datenmengen selbst erheben können, bereitstellen können, digital Beobachtungen in einem Tagebuch vornehmen können. Da ist die Büchse der Pandora einfach geöffnet und es ist nicht mehr möglich, den Patienten nicht einzubeziehen. Deswegen ist man Notgedrungen gezwungen, den Patienten ein IT-System zu geben, eine Akte, in der er auch eigene Daten speichern kann, weil er es einfach nicht länger akzeptiert, gar keine Daten in digitale Form zu haben. Okay, das heißt aber trotzdem, dass es ein Parallel da sein zwischen diesen beiden Akkentypen ja auch geben muss, denn ein Krankenhaus kann ja nicht auf seine eigene Akte verzichten, weil es ja auch so, was wie Abrechnungsverpflichtungen gibt oder rechtliche Rahmenbedingungen, die einen dazu bringen, zu dokumentieren. Das heißt, wenn man so was macht, dann würde es jetzt zwangsläufig zu einer Doppeldokumentation führen. Der
Exakt so ist das, das lässt sich überhaupt nicht verhindern. Es braucht ein System in den Händen des Profis aus genau den genannten gründen gesetzliche Verpflichtungen zur Dokumentation, es braucht aber auch eine Akte, die den Patienten gehört und diese beiden Akkentypen müssen intelligent miteinander verwoben werden. Das bedeutet, der Profi speichert für sich bestimmte Informationen, der Patient tut es ebenfalls und es muss eine Möglichkeit geben, Daten zwischen diesen beiden Akkentypen auszutauschen. Das ist im Grunde die ganze Kunst. Es ist, meines Erachtens, kein sinnvoller Weg, eine Einrichtungsübergreifende Patienten-Akte zu versuchen, weil immer das Problem ist, wer ist derjenige, der autorisiert ist, diese Daten über Einrichtungsgrenzen hinweg zu speichern. Jeder einzelner Akteur ist dafür zu klein, die Krankenkasse darf viele Dinge gar nicht speichern, also bleibt am Ende nur noch der Patient, um über Einrichtungen hinweg. Daten speichern zu können, es sei denn, der Gesetzgeber macht das so, wie in beispielsweise Holland, wo einfach eine solche Patienten-Akte geschaffen wurde, alle Daten werden dort gespeichert, es sei denn, der Patient widerspricht und auf diese Daten kann dann jeder Arzt zugreifen. Dieser Arzt hat nur das latente Damoklesschwert, dass irgendwann mal überprüft wird, warum er in bestimmten Fällen darauf zugriffen hat. Aber er kann es erst einmal und das ist, das, was ich vorhin meinte, dass das auch ein bisschen Lachs ist, dass man immer erst mal sagt, der Arzt ist per se, der Gute, der darf immer zugreifen und zwar ohne Grenze, er könnte nur dafür mal kontrolliert werden. Das ist so das andere extrem. Entweder man hat gar nichts oder man erlaubt allen Ärzten alles mit so einem Überprüfungsvorbehalt. Und ihr dritte Weg ist dann eben eine Gesundheitsakte oder Patient bestimmen kann, was der davon sieht. Also wenn man so möchte, ein dritter Weg. Okay. Oder es gibt natürlich auch noch die Variante des Patienten, das hier ist aus der Schweiz, wo es auch so eine Art Einrichtungsübergreifendeakte gibt, wo sich dann die einzelne Institutionen austauschen, über EHE und die Daten aber in den einzelnen Institutionen dann gespeichert bleiben. Genau, diese Speichern in den Einrichtungen, das erwähnte ich schon, halte ich für sehr kritisch, das hört sich zwar erst mal gut an, aber wissen wir heute, wie in 5 oder in 10 Jahren ein bestimmtes Haus sich verhalten wird. Ich denke, dass alle Einfachste ist, die Daten mindestens im Kopie in die eigene Hoheit zu bekommen und dann ist es völlig egal, wie es mit dem einzelnen Haus, dem einzelnen Arzt weitergeht. Der Patient hat die Verfügungsgewalt, die faktische Überdaten, die ihn angehen. Das kann ich also wirklich nur empfehlen, diese verteiden Aufbewahrungsansätze, die greifen viel zu kurz. Das wird nicht auf Dauer funktionieren. Okay, dann haben wir als letzten Punkt noch die Akteure im Markt. Sie sind jetzt selbst ein Akteur im Markt und bespielen, wie man es jetzt hier raus gehört hat, das Thema Patientengeführteakte, was gibt es denn sonst noch so an Akteuren, die sich dort tummeln? Ja, da haben sich schon sehr illustre Akteure abgearbeitet, Google hatte mit Google Health den Versuch unternommen und vor einigen Jahren gestoppt, ECW hatte mit 500 Millionen Euro versucht, eine Gesundheitsakte in den Markt zu bringen und auch Microsoft mit HealthVault und viele andere Akteure. Das heißt, was sich dort einfach gezeigt hat ist, dass die Gesundheitsakte als Akte noch nicht so interessant und attraktiv ist, wie man gemein hingelaubt. Und das ist vielleicht auch mein zentraler Kritikpunkt. Das ist so, als würde man bei Amazon sagen, das sind doch die mit diesem Konto, wo man sehen kann, was man wann bestellt hatte, als wäre das schon alles. Im Wirklichkeit ist das Spielfeld ein Plattform-Besinnis und die Gesundheitsakte ist einfach nur eine notwendige Voraussetzung, mehr nicht. Und das ist im Grunde unsere wichtigste Erkenntnis in den vergangenen Jahren, dass eine Akte als Selbstzweck wenig Sinn ergibt, wenig Nutzen stiftet, man sich das zwar vorstellen und wütchen kann, wie schön das wäre, diese Daten zu haben, aber am Ende des Tages geht es darum, dass ein Patient erkrankt ist, wieder gesund werden möchte oder bei seiner chronischen Erkrankung begleitet. Und dafür braucht es noch ganz andere Dinge, ganz andere Prozessunterstützungen und darauf haben wir uns in den vergangenen Jahren konzentriert. Das heißt, wir haben uns zu einer Plattform entwickelt für einen völlig patienten individuelles Therapiemanagement. Okay. Und wer im Markt macht das ähnlich oder noch so, wo gibt es Konkurrenz bzw. Mitschreiter?
Wir haben schon gesehen, dass es einzelne Akteure gibt, die mittlerweile einige Gesundheitsakte hergestellt haben. Da gibt es vielleicht den Anbieter, der das als älteste Anbieter schon gemacht hat, die für geboten, allerdings mit über schaubarer Nutzerzahl. Dann gab es jetzt eine Ausschreibung der BITMARCK, das ist ein zentraler IT-Dienstleister für verschiedene Krankenkassen, dort hat man sich für einen Anbieter entschieden, FfE, der seit knapp einem Jahr im Markt ist und jetzt eine Basisversion einer Gesundheitsakte geschaffen hat, ebenso gibt es eine Ausschreibung des AOK-Bundesverbandes, wo noch offen ist, wer am Ende der Lieferanz sein soll und die techniker Krankenkasse hat der IBM den Auftrag gegeben, eine Gesundheitsakte zu entwerfen. Da ist jetzt für August geplant, dass man in einen größeren Pilotbetrieb geht. Und daneben gibt es vier, fünf weitere Anbieter aus verschiedenen Richtungen kommend, die Gesundheitsakten ähnliche Systeme geschaffen haben, die aber noch keine größere Relevanz im Markt haben. Also im Moment ist es definitiv so, dass Krankenkassen sich hier stark positionieren, versuchen mit möglichst eigenen Systemen ihren Versicherten einen Nutzen zu bieten und wie man dann zwischen den Systemen wechseln kann, wenn man dann die Krankenkasse wechselt, das wird sich in der Zukunft zeigen. Es dürfte schwierig sein, zwischen solchen Systemen zu wechseln, weil es ja neben den reinen Basisdaten vor allen Dingen die Mehrwertleistungen sind, die eine Gesundheitsakte dann erst so richtig spannend machen und genau diese Mehrwertfunktion werden sich ja stark unterscheiden. Also insofern glaube ich, es ist wahnsinnig wichtig, dass die Krankenkassen, die natürlich bedeuten Akteure im Markt sind, hier von Anfang an Wettbewerb zulassen und nicht ihren Patienten eine freie Arzt und Apothekenwahl ermöglichen und dann aber ihre Versichertenzwingen doch bitte bei der IBM eine Akte zu führen oder gar nicht, wie das beispielsweise die Techniker tut. Okay, dann würde ich sagen, dass wir hier an der Stelle dann auf die Shownotes verweisen, wo ich dann auch noch gewisse Sachen reinstellen werde, ich bedanke mich bei Ihnen, Herr Bönig.
Links
- eHealth-Podcast bei Twitter
- Podcast – Zweikörperproblem
- Podcast – vfa Tonspur
- Podcast – IQ Wissenschaft + Forschung: Elektronische Gesundheitskarte
- vitabook
- Gesundheitsakte von careon
- Bitmarck – vivy
- § 68 Finanzierung einer persönlichen elektronischen Gesundheitsakte
- Telematik in Dänemark: sundhed.dk
- Telematik in den Niederlanden: AORTA
- Medikamentenakte Frankreich: Dossier pharmaceutique
- Medikamentenakte Schweden: Apoteket
Schlagwörter
Gesundheitswesen, Gesundheitsdaten, Interoperabilität, Datenschutz, Patientenakte, Patientengeführte Akte, Healthcare IT, Datenaustausch, Digitalisierung, Digitale Versorgung, Telematikinfrastruktur
