Episode #26 – Organisationen im Gesundheitswesen

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Beschreibung

In dieser Folge geht es darum, welche Organisationen die Standards im Gesundheitswesen prägen. Renato und Christian geben einen Überblick über wichtige Akteure wie HL7 International, HL7 Deutschland, DIMDI, NEMA und Integrating the Healthcare Enterprise(IHE). Dabei wird ihre Rolle für Interoperabilität und Standardisierung eingeordnet.

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Transkription

Unser Hauptthema sind wie gesagt die Organisationen, die dahinter stehen, hinter dem, was wir in den letzten 25 Podcasts so gebracht haben. Also ihr könnt euch ja vielleicht selbst mal fragen, wisst ihr denn überhaupt, wer das da hinten dran alles macht? Also wer pflegt denn den ICD-Katalog? Wer pflegt denn den CDA-Standard? Oder wer vergisst denn eindeutige IDs für DICOM oder CDA? Wenn ihr das wisst, dann könnt ihr euch diese Folge vielleicht sogar sparen, aber ansonsten hör zu und freut euch über die neuen Erkenntnisse, die ihr bekommt. Wir fangen an mit den Organisationen, die sich um die Schnittstellen kümmern. Und zwar fangen wir mit der größten Organisation an. Wir haben sie ja im letzten Podcast sogar schon gehighlightet, hatten eigenen Podcast bekommen, Christian. Wer steht hinter HL7? 

Die Organisationen mit dem gleichen Nagen nämlich HL7 wurde gegründet, sieben 80 in den USA und hat eine Internetseite, die man besuchen kann unter HL7.org. Seit 1993 gibt es auch in Deutschland einen Verein. Seit 2011 ist der dort auch eingetragen und der sitzt im schönen Köln am Rhein. Es gibt unterschiedliche Mitgliedschaften und kann also bei dem Verein Mitglied werden. Und da gibt es unterschiedliche Abstufungen, man kann förderer sein, da gibt es laut den Daten aus dem Internet ganze drei. Es gibt ungefähr 100 kooperative Mitglieder, also welche HL7anbieter oder Organisationen. Es gibt Krankenhäuser und gemeinnützige Organisationen, die Mitglieds sind und auch 90 einzelne Personen, sogenannte persönliche Mitglieder. Der Geschäftsführer in Deutschland ist Herr Dr. Kai Heitmann, der uns auch über den Podcast vor einem knappen Monat hier mal angeschrieben hat bei Xing. Also schöne Grüße nach Köln an den schönen Rhein. Ja, was macht so die HL7 Organisationen? In den einzelnen Ländern gibt es die technischen Komiteß. Deutschland ist das genauso. Da gibt es meines Wissens Vier, eines beschäftigt sich mit CDA und eines mit Messaging und HL7V2. Ein Komiteß beschäftigt sich mit den Terminologien und eins mit dem Thema FHIR. Großteil der Themen, die wir hier haben, haben wir auch schon im Podcast besprochen. 

Genau, das habe ich gerade auch schon gesagt, was HL7 so macht als Organisationen, HL7V2, das ist ja der Kommunikationsstandard im Krankenhaus, HL7V3, der Kommunikationsstandard, der zwar schön durchdacht und extrem elbasiert ist, der war kaum eingesetzt wird. CDA, haben wir auch schon hier als Thema der Arden Syntax, der beschreibt eigentlich, wie man wissen, repräsentieren kann in Form von Regeln und das dann noch er austauschen kann, wird meiner Meinung nach auch sehr selten eingesetzt. Und etwas ganz neues, was ich vorher gar nicht kannte, CCOW, ich weiß gar nicht wie man das ausspricht, was tut er von schon was gehört, visuelle Integration, unterschiedliche Anwendungen auf einem Desktop, keine Ahnung, aber Herr Eitmann, vielleicht nehmen wir sie mal wieder rein und dann erklären Sie uns, das machen und sind zuhören. Gut, ja, ansonsten haben wir auch schon gesagt, was macht HL7, das sind eben die Bereiche, mit denen sich HL7 als Organisation beschäftigt und es gibt natürlich enge Verknüpfung zu anderen Systemen, zu Klassifikationen, zu Nomenklaturen, die werden nämlich in HL7 in den Standards genutzt, wie LOINC, was wir auch schon hatten, wie SNOMED CT, was wir schon hatten, ICD für die Diagnosen, ICF für die Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, Medra und so weiter und so weiter. 

HL7, glaube ich, der wichtigste Verein oder die wichtigste Organisation für die Standardisierung der Kommunikationen im Gesundheitswesen weltweit und wenn wir vom wichtigsten Reden, dann reden wir direkt danach vom zweitwichtigsten meiner Meinung nach oder der zweitwichtigste Standard sehr verbreitet in der Radiologie und in allen bildgebenden Kommunikationen ist DICOM. Kennt jeder aber vielleicht kennen die wenigsten in Deutschland die Nema, die Nema, die National Electrical Manufacturers Association aus USA, die Nema steht hinter dem Standard DICOM, die Nema ist eigentlich schon eine ziemlich alte Organisation, gegründet 1926 und wie der Name eben sagt, das ist eine Vereinigung von Electrical Supplyers, also von Anbietern die elektronische Geräte herstellen. Damals vereinigt eben von dieser Associated Manufacturers of Electrical Supplies und der Electric Power Club, der Sitz ist in Rosslyn, Virginia und sie sind sowas wie die Interessensvertretung der elektrotechnischen Industrie und sie machen eigentlich dieses DICOM nur nebenher, also die sind jetzt nicht wie halt sieben vor allem tätig im Bereich DICOM, sondern DICOM ist ein sehr wichtiges Feld aber nur eins von vielen, also die Leute, die USA erfihen sind und vielleicht auch die amerikanischen Zugörer von euch, die kennen den Nema-Stecker, das ist der typische amerikanische Stecker und der wurde eben auch von dieser Organisation festgelegt und eine dieser Untergruppen ist Medical Imaging & Technology Alliance, die MITA und die gibt den DICOMstandard raus. Jeder, der mal auf dieser Webseite war, der wird etwas verwundert sein, dass eine Firma, die sich mit etwas so modernen wie die DICOM auseinandersetzung eine Old School Webseite hat, aber die Inhalte verstecken sich so ein bisschen hinter dem, doch etwas alten Layout, das was da drin ist, das ist sehr gut und sehr gut durchdacht. Im Gegensatz zu HL7 ist ja DICOM sehr stark standardisiert und ist fast so eine Art Plug-in-Play-Schnittstelle, Informationen, die in diesen Dokumenten stehen, die sind wirklich sehr hilfreich, wenn man sich mit dem Thema DICOM näher auseinandersetzt. 

Vielleicht schaffen wir ja auch mal eine Folge DICOM hier in diesem Podcast. Ich mache jetzt schon wieder eine Klammer auf, die wir irgendwann mal zu machen müssen. Wir haben noch einige Themen, die offen sind, deswegen reden wir öfter mal über das Thema, was wir denn jetzt noch alles versprochen hatten in früheren Podcasts. Ist schrecklich, weil ich bin ja so ein bisschen monkmäßig unterwegs, wenn ich in eine Powerpoint sehe und jemand eine Klammer aufmacht, bei irgendwas und die Klammer nicht zumacht, das finde ich ganz schrecklich. Und wie machen die ganze Zeit auch Klammern auf, wir sagen, ihals in europäischen Ländern machen mehrere und machen aber nicht mehrere und das ist, müssen wir noch mal aufrollen. Ja, ja, ja. 

Okay, ich mache jetzt auf jeden Fall mal für diese Folge die DICOM-Klammer zu und gebe weiter zu Christian, der auch eine wichtige Organisation beschreibt und zwar die IHE. 

Genau, IHE ist eigentlich eine Initiative von Anwendern und Herstellern und damit auch eine Organisation, die sind international aufgestellt, wobei es für jedes Land selbst auch noch mal eigene Landesorganisation gibt. Es gibt auch noch europäische Organisationen, die nennt sich dann IHE, Europe. Und dort gibt es dann einzelne auch wieder Komiteen, es gibt ein Steering-Kommitie, ein Development-Kommitie und ein Marketing-Kommitie. Deutschland ist es auch inzwischen als eingetragener Verein etabliert und was machen die, die kümmern sich hauptsächlich um die technischen Rahmenwerke, also die Technik-Framworks, über die wir auch schon gesprochen haben in einem vergangenen Hotgeist, das heißt, die Menschen, die in diesem Verein organisiert sind, die entwickeln diese Rahmenwerke weiter, diese Profile. Ansonsten ja, genau, voranstalten den Connectathon, haben wir auch schon gesprochen, was das ist, wo sich dann die Hersteller zertifizieren lassen können, eben von IHE und das ist in ganz, ganz kurz so die Hauptaufgabe, die IHE macht, in Deutschland sitzen, die in Berlin und Aufgabe sind auch noch, ja, einfach IHE weiter den Gedanken zu verbreiten. Also es gibt Infotages, es gibt Referates, es gibt Konferenzen, es gibt Interoperabilitätsforum und so weiter und so weiter. Also auch relativ umtriebig. 

Gut, so viel zum Thema IHE. Haben wir noch was oder sind das schon am Ende? 

Na, wir haben könnten vielleicht, wenn wir das Thema IHE und IHE kommen und Teil 7 besprechen, noch einmal kurz auf den Spitzenverband IT-Standards im Gesundheitswesen hinweisen. Wir haben ja vor einiger Zeit einen News mal gebracht, das der sich jetzt neu formiert hat, der versucht, diesen Gedanken eben in Deutschland weiter zu verbreiten und sieht sich so als Sprachrohr, gegenüber der Bundesregierung und versucht da auch, in dem Fall positive Lobbyarbeit zu betreiben. Die Vorsitzende von diesem Spitzenverband des Übrigen, die Frau Professor Sylvia Thun, sie ist ihre Zeichensübringensprofessoren an der Hochschule Niederrein in Kräfeld. 

Okay, ein kurzer Abstecher noch in den Bereich UED. Ich habe ja vorhin gefragt, wer vergibt denn eigentlich diese UIDs? Das sind eben auch genau diese Organisationen, vielleicht kurz die Problematik, die dahinter steht. Wenn wir von semantischer Interoperabilität sprechen, dann reden wir ja davon, dass wir Informationen austauschen und die Systeme untereinander auch verstehen, um was es geht. Das heißt, wenn wir bestimmte Katalogen referenzieren, dann muss das eine System auch wissen, welcher Katalog zum Beispiel das andere System gerade verwendet hat, um eine Krankheit zu verschlüsseln oder um einen Laborwehr zu verschlüsseln. Und das heißt, dass zumindest auch die Kataloge und viele andere Objekte aus dem Bereich von HL7 oder CDA, dass diese eine eindeutige IT brauchen und die muss natürlich zentral bekannt sein. Das heißt, die muss zentral vergeben werden von einer zentralen Stelle und das ist bei den CDA UIDs, die wir da haben, die HL7 Organisationen. Es gibt noch eine andere Sache, die mit eindeutigen IDs ein hergeht. Das sind die Objekteidys, die OIDs, die werden normalerweise nicht von zentraler Stelle vergeben, sondern werden auf den jeweiligen Systemen, wo die Objekte entstehen, also zum Beispiel ein Bild, werden dort generiert. Das heißt, jedes Bild in der DICOMbült hat eine ganz eindeutige IT, die weltweit eindeutig ist. Die wird aber nicht vorgegeben von einer zentralen Stelle, sondern zum Großteil lokal generiert, aber trotzdem muss auch ein Teil zentral vergeben werden, damit es dort keine Überschneidung gibt. Das heißt, es gibt eine zentrale Stelle. Bei DICOMbült ist es eben die Nema, die die Präfixte dieser OIDs vergibt. Der hintere Teil der Sufix von diesen OIDs kann dann lokal durch einen Zufallsgenerator oder einen anderen Prozess generiert werden. Kann man sich ein bisschen vorstellen, auch wie Domainnahmen. Das heißt, die Top Level Domainst.de kommen und so weiter diesen vorgegeben, die Domainnahmen selbst sind, vorgegeben auch. Das heißt, Ihr eHealth-Podcast kann man nicht einfach so benutzen, sondern man muss sich dafür extra registrieren. Wenn man das hat, dann kann man dort aber noch mal Subdomain einrichten oder Verzeichnisse einrichten. Und es ist dadurch sichergestellt, dass jede Internet-Adresse genau eindeutig ist. So ähnlich ist das ja auch. 

Vielleicht eine Anmerkung noch zu den OIDs? Jetzt von einer Woche beim DIMDI, damit beantworten wir schon die Frage aus der Einführung. Für unsere HBG auch eine OID beantragt. Ich bin mal gespannt, wie lange das dauert und ob wir eine bekommen werde, dazu auf jeden Fall ja auch noch berichten. Und wenn wir bei diesen eindeutigen IT sind, dann vielleicht noch eine Vergabestelle. Wir hatten sie hier, glaube ich, mal kurz erwähnt, die International Medical Device Regulation Forum IMDRF. Diese Organisation vergibt eindeutige ITs für Medizinprodukte. Und das soll bei Rückrufen helfen. Wenn man dann ein solches Medizinprodukt zurückrufen muss, dann ist es gut, wenn man das mit einer eindeutigen IT gekennzeichnet hat. 

Gut, jetzt haben wir einen Querschnitt durch den Bereich E-Health gemacht, diesmal vielleicht von der anderen Seite, nicht so sehr von den Themenseiten, sondern von der organisatorischen Seite. Ich hoffe, es war mal ein guter Einblick in die Organisation dahinter. Tschüss. 

Schlagwörter

Organisation im Gesundheitswesen, HL7, DIMDI, NEMA, IHE