In dieser Folge geht es um Teil 2 des OP-Managements. Auf Folge #78, in welcher wir das Thema OP-Management bereits begonnen haben folgt nun die Folge, die sich mit der OP-Durchführung beschäftigt und allem, was an Dokumentation dazu gehört. Und vor allem beschäftigt sich die Folge damit, wie IT das OP-Management in dieser Phase unterstützen kann.
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Transkription
Management Teil 2, ersten Teil haben wir schon in einer der vorherigen Folgen abgehandelt. Diesmal ist wieder Renato an Bord als OP Experte, wird aber diesmal Interview von mir.
Was wurde in der letzten Folge gemacht? Fast alles, was eigentlich vor der tatsächlichen OP passiert. Also sowas wie die Vorbesprechung mit der Chirurgie, die Prämedikation mit der Anästhesie, die OP-Anmeldung und die OP-Planung. Gerade die OP-Planung ist ja relativ komplex, wir erinnern uns an sowas wie Kontingente etc. In dem jetzigen Teil geht es um die
OP-Vorbereitung und die OP-Durchführung und dann eventuell so ein paar nachgelagerte Themen wie Statistiken, je nachdem, wie viel Zeit wir verbrauchen. Renato diesmal vielleicht versuchen wir ein bisschen mehr auch tatsächlich zu sagen, was denn jetzt IT unterstützen kann. Ich versuche das. Ja, ja, as klar.
OP-Vorbereitung, was passiert da und wie kann die IT unterstützen? Okay, also wir befinden uns am Tag der OP und jetzt ist die Chirurgie, also das chirurgische Pflegepersonal damit beschäftigt, die OP vorzubereiten, es deckt den Tisch und an für uns Zeichen, es richtet das Material und muss dazu natürlich wissen, um was für eine OP handelt sich und was ist die Lagerung, all das wurde ja in den Vorbesprechungen mit dem Patienten festgelegt und das kann jetzt abgerufen werden. Und da hilft natürlich ein OP-System, das einem diese Informationen an der richtigen Stelle zur Verfügung stellt und ähnliche Aufgaben macht auch die Anästhesie auch hier müssen, die Sachen vorbereitet werden, sowas wie Geräte, der richtige tubus, die richtigen Medikamente müssen bereitstehen, alles muss vorbereitet werden und dazu müssen alle Informationen, die im Vorfeld erfasst wurden, müssen jetzt bereitstehen, damit man sie sich anschauen kann.
An der Stelle kann man vielleicht auch schon die Anwendung von gewissen Geräten mit reinnehmen, also zum Beispiel gibt es einige OP-Säle, wo Röntgengeräte mit drin stehen oder andere diagnostischen Geräte, wo man dann auch Patientendaten hinschicken muss, hier kann es eine Anwendung entweder über DICOM oder HL7 geben, das sind dann häufig DICOM-Wirklests, die hier zum Einsatz kommen oder HL7-ORM-Nachrichten, wenn man das ganz über Push-Nachrichten rüber sendet.
Genau, da kommen wir auch schon als Thema im Podcast, vielleicht ganz kurz erwähnt es daher noch der Integrated OR, also dass die Geräte in einem Operationsraum jetzt nicht singular zu betrachten sind, sondern das zum Beispiel, weil sie nicht das Licht sich einstellt auf die Art der OP, das der Tisch auf die richtige Höhe für den entsprechenden Operateur fährt und solche Geschichten. Das ist ganz toll, also wenn man mal die Chance hat, zu solchen Herstellern zu gehen oder bei der die mehr sich das zeigen lässt, dann ist das schon beeindruckend, wenn auf einmal der ganze OP sei blau oder rot wird. Das ist natürlich keine Spielerreise, sondern das hat auch medizinische Gründe, dass man damit Farben spielt, aber das ist, sie richtig späsig aus. Genau, vielleicht IT-Unterstützung dann noch, was kann bei der
OP-Vorbereitung durch IT-Unterstützt werden? Also du hast vorhin gesagt, das Geräte-Tubi, plural vom Tubus, das Tubi oder Tuben. Ein Tubus, zwei Tuben. Das Tubem vorbereitet werden, dann kann ja wahrscheinlich das System auch schon sagen, welche Tuben benötigt werden, welche Geräte benötigt werden, oder dass man sich das nicht jedes Mal selbst überlegen muss, sondern das System, das vorschlägt. Ja, oder in der Regel macht der Anestesystem vorfeld ja eine Untersuchung, er guckt in den Mund rein und zieht, wie die anatomischen Strukturen sind, dann kann man den richtigen Tubus dorthinlegen, wenn er das nicht im Vorfeld bereitgelegt hat, dann kann man das auch häufig anhand von Geschlecht und Alter irgendwie zuordnen. Und das könnte man dann auch automatisieren, das stimmt.
Okay, jetzt sind wir vorbereitet, du hast ja vorhin gesagt, jetzt sind wir dort, jetzt sind wir tatsächlich im OP.
Ja, wir können mit IT schon viel früher noch anfangen, also das Abrufen von Patienten könnte automatisiert passieren, dass man jetzt nicht anrufen muss, wie man es früher gemacht hat, sondern das Ganze über einen gewissen Automatismus laufen lässt, wenn zum Beispiel die Vorbereitung jetzt beginnt, dass man dann den Patienten abruft, dass man das eben synchronisiert und ganz wichtig ist auch, dass wenn der Patient dann den OP-Bereich betritt, dass man auch sicher sein kann, das ist der richtige Patient ist. Vielleicht erklärst du noch kurz, was Abrufen heißt? Ach so, Abrufen heißt, dass der Patient ja auf den Weg gebracht werden muss. Ja, der muss, der befindet sich ja auf Station und muss irgendwie in den OP-Bereich und wenn man ihn jetzt zu einem bestimmten Zeitpunkt im OP hinbringt, dann kann es sein, dass er dann lange, lange warten muss. Als OP immer mal wieder zur Verschiebung kommt, ist es in vielen OP so, dass man den Patient sagt, er kommt dann und dann dran und zu deren der Uhrzeit ungefähr, aber der Termin, wenn er auf den Weg geschickt werden soll, das regelt man dann häufig durch einen Telefonanruf oder eben über Software, die das Ganze automatisiert macht.
Und noch eine dritte Variante, dich damals echt interessant fand und zwar gibt es ein Haus, ich weiß nicht mehr, welches es war, die hatten dann Webcams in der Ecke im OP-Raum und die Pflegekräfte auf Station oder auch der Hohl- und Bringdienst konnte sich dann dort drauf schalten und die haben dann gesehen, wie weit ein OP ist, das heißt, du musst du nicht proaktiv jetzt was passieren, sondern die haben so weit Erfahrung gehabt, dass die anhand der Handgriffe, was man dann über die Webcam gesehen hat, ob wir jetzt gerade kurz vor der Naht sind, etc. Und dann schon wussten, wann dort was passieren muss, auch IT-Unterstützung. Auf jeden Fall ja, muss ich natürlich wieder mit meinem Datenschutz kommen, aber grundsätzlich ist das auch ein Mittel, wie man den Status einer OP rausfinden kann. Man muss es nicht über manuell gesetze Status machen, sondern einfach eine Videokamera, wo man vielleicht die Gesichter irgendwie nicht so fokussiert, dann passt das ja.
Okay, dann ist der Patient jetzt unten im OP-Saal oder vor dem OP-Saal?
Vor dem OP-Saal, wir sind noch vor dem OP-Track, genau, sei nicht so so ungeduldig. Wir müssen das ganz langsam angehen, denn wir wollen ja sicher gehen, dass auch wirklich der richtige Patient operiert wird. Es kam leider schon sehr oft zu Verwechslungen, ein Patient wurde operiert und würde vor einen anderen Patienten gehalten oder es wurde das falsche Bein operiert oder oder oder. Da sind viele Sachen, die natürlich nicht passieren dürfen und nicht passieren sollen, aber die leider Gottes dann doch immer mal passieren. Und eine dieser Sicherheitsmaßnahmen ist, dass man an der Schläuze sicher gehen will, dass es der richtige Patient ist. Und was macht man? Viele Patienten haben dann ein Patientenarmband und dann wird das Patientenarmband eingesgennt. Das Patientenarmband enthält meistens sowas wie die Aufnahmenummer des Patienten und dann kann man sicher gehen, okay, hier handelt es sich um den Patienten, der auch heute operiert werden soll.
Genau, dann weiß man, auch wenn diese Person sich jetzt nicht mehr bald ausdrücken kann, kann jetzt nicht sagen, ich bin Frau Müller oder Herr Jildes, dann gibt es eben hier die Möglichkeit, diese Zuordnung zu machen.
Okay und jetzt ist der Patient tatsächlich im OP bzw. Im Vorbereitungsraum.
Jetzt endlich genau und die Anästhesie, die leitet jetzt den Patienten ein. Einleiten heißt, dass der Patient Medikamente bekommen zur Beruhigung und dann letztendlich auch Medikamente zum Schlafen und Medikamente, die seine Muskeln erschlafen lassen und natürlich Schmerzmedikamente. Genau und diese Einleitung, die führt dann dazu, dass der Patient danach natürlich in Narkose liegt. Da muss erintubiert werden und alles. Vorher sollte man, sofern der Patient noch sich verbal ausdrücken kann, sollte man noch mal sicher gehen, die sind wir wieder bei einem dieser Qualität sich an den Maßnahmen, das ist zum einen richtige Patient ist und dass man auch tatsächlich die richtige OP durchführt. Deswegen gibt es von der WHO vorgesehene als Qualität sich an den Maßnahme ein Sign In. Das wird im Vorfeld der OP gemacht, wenn der Patient noch wach ist und der Patient wird dann gefragt, wer sind sie und was wird bei ihnen operiert, an welcher Seite, also rechts oder links wird es operiert und so weiter und so weiter. Das sind die Fragen, die dann in diesem Sign In Frage bogen stehen und wenn man da eine Übereinstimmung hat mit dem, was in der Patientenakte ist, dann kann man entspannt durchatmen.
Genau, also das Sign In und natürlich kann hier auch die IT wieder unterstützen. Also diese Frage mögen, die gibt es natürlich in Papierform, aber wenn man die elektronische Form hat, dann macht es das noch einfacher, weil man dann besser vergleichen kann, man kann die vorherigen Daten hier mit vergleichen und muss das nicht manuell abgleichen. Das hat einen gewissen Sicherheitsespekt. Und was es auch noch gibt, gibt auch Lösungen mit Alexa, die dann Moped steht, die das jetzt mit Hygien ist. Weiß ich nicht, aber warum man sagen kann, Alexa, starte, OP, Protokoll und dann fragt die, hast du überprüft, ob das tatsächlich der richtige Patient ist, etc. Und man kann dann jeweils mit ja Nein antworten und kann dann quasi die Checkliste durchgehen. Genau, was auch mit, ich will es jetzt nicht Alexa nennen, sondern mit Sprachassistent-Systemen. Du hast ja keine, bei dir geht ja nicht an. Ja, das stimmt. Aber was auch mit Sprachassistenten gemacht werden kann und auch schon umgesetzt ist, ist die Dokumentation von OP-Zeiten. Und eine der OP-Zeiten wäre jetzt quasi die OP-Zeit anesthesie beginn, denn mit Beginn der Narkose ist natürlich auch eine wichtige Zeitmarge gesetzt, die dokumentiert werden muss. Genau, generell gibt es halt viele Zeitmarken. Vielleicht können wir das ja in so einem sagen. Also Narkose beginnen oder einschleuse, wenn der Patient dann im OP ist. Narkose beginnen gerade ganz wichtig, Schnittzeit, Nahtzeit, wann wird der Patient aufgemacht, wenn wieder zugemacht und dann das Ganze von Anfang an wieder umgekehrt zurück. Narkose, Narkose, vielleicht im Auffahrraum und so weiter. Genau, einige dokumentieren für ihre eigenen Statistiken und zur optimalen Workflowsteuerung noch, wann das jr. Personal mit dem Richten begonnen hat und wann das anesthesiologische Personal begonnen hat. Und auch, wer wann dabei war? Also kommst du glaube ich gleich auch nochmal dazu, man dokumentiert auch, welche Personen beteiligt waren bei der OP und dann wird in der Regel auch dokumentiert von wann bis wann die da waren und auch wenn sie mal eine halbe Stunde weg waren, beispielsweise. Genau, das ist auch ganz wichtig. Und während die Ansthesie, den Patienten schlafen liegt, ist die Chirogie auch wieder am Vorbereiten, Lagerung, kommt jetzt des Patienten, die Desinfektion des Patienten und das sind natürlich auch Sachen, die dokumentiert werden müssen.
Ja, es muss zu jeder Operation dokumentiert werden, wieder Patient gelagert wurde und das eher desinfiziert wurde, weil wenn man das nicht macht, dann besteht die Gefahr, dass wenn es später zu einem Rechtsfall kommt, dass man nicht nachweisen kann, dass man in den Patienten desinfiziert hat und wenn etwas nicht dokumentiert wurde, dann hat es nicht stattgefunden und dann wäre die Klinik-regresspflichtig wichtig. Also irgendwie eine schöne Selbstes. Sieht übrigens lustig aus, wenn man so der ganze Bauch oder der halbe Oberkörper mit so was ist das Jod, Beta, Isardona oder irgendwie so was desinfiziert wurde, dann hat noch so eine schöne gesunde Hautfarbe. Das sieht man aus wie so ein Mörchen.
Genau, da kommen wir zur OP an sich. Ja, bevor die OP losgeht, gibt es eine sehr, wie ich finde, sehr sehr lustige Einrichtung, wenn man sich die Videos anguckt und zwar das Team Time-Out. Da gibt es sehr militärische Team Time-Out und diese militärischen, die finde ich sehr erheitern, weil dann steht wirklich alles still, Team Time-Out heißt, alle, die im OP-Saal sind, hören auf zu arbeiten, hören zu und beteiligen sich jetzt hier an dem Team Time-Out, entweder der Anestesist oder der Operateur, starten das Ganze und sagen, wir haben jetzt diesen Patienten vor uns, bei dem soll die OP durchgeführt werden, an dem und dem Organ. Und dann vielleicht noch so ein paar Sachen außen rum und dann wird noch gesagt, wer die OP durchführt, wer vielleicht sonst noch an Personen jetzt hier im OP-Saal ist, damit alle auf einen Level gebracht werden und damit vor allem jetzt an letzter Stelle noch mal sichergestellt wird, dass der richtige Patient mit der richtigen OP an der richtigen Stelle operiert wird. Das sind Sachen, die sich von anderen Bereichen in die Medizin eingeschlichen haben, da ist vor allem die Flugbranche zu nennen, die hier vorreiter ist, was die Qualitätssicherung angeht. Und das Team Time-Out ist jetzt eine Sache, die, als ich damals noch im OP war, hin und wieder gab es es noch nicht, aber das ist mittlerweile zum Standard geworden, die WHO, die fordert eben jetzt auch, dass sie vor jeder OP ein solches Team Time-Out gemacht wird.
Aber da kann man nicht wirklich mit IT unterstützen, oder? Ja, auch da geht es eher wieder um die Checkliste, die man dann abhakt und die Informationen, die zum Team Time-Out benötigt werden, die kann man natürlich auf einem Tablet zum Beispiel oder sich auf dem großen Bild schon anzeigen lassen, da muss man sich das nicht auswendig merken. Okay, dann in der Agetta steht OP-Zeiten, aber das habe ich ja gerade schon als freisradikal eingeworfen. Ja, ist besser, wenn man das einmal an einem Stück macht, als wenn man sie jedes Mal erwähnt, dann kommt noch das Material, das ist auch ganz wichtig im OP-Saal, Material-Dokumentation, muss auf jeden Fall passieren, vor allem auch, wenn es um Material mit Chargennummern geht, da müssen die Chargennummern erfasst werden, d.h. Wir werden machen nicht nur einen Haken dran, sondern wir müssen auch irgendwie diese Nummern, die auf den Chargen stehen, müssen wir übertragen, das kann man entweder manuell machen oder auch hier gibt es wieder die Möglichkeit, mit Barcode zu arbeiten. Das ist also quaisen Identifikationsnummer für das Material.
Gut, dann werden natürlich alle Tätigkeiten, während der OP dokumentiert, z. B. Wenn der Trainage gelegt wurde, dann kann man aus dem OP-Saal auch anordnungen für die postoperative Phase treffen, wenn man z. B. Sieht, dass der Patient eine Trainage bekommen hat, dann kann man anordnen, dass die Trainage langsam gezogen wird, oder wenn man weiß, dass der Patient wegen einer bestimmten Operationsart besondere Schmerzen haben wird, dann kann man Schmerzmittel schon mal anordnen für die Zeit danach. Das erfordert natürlich auch eine sehr intensive Kommunikation zwischen OP-System und dem Krankenhaus-Information-System, das dann die Informationen an die Station weitergegeben muss.
Jetzt rein praktisch, das wird ja dann, oder es ist ja dann eine ärztliche Anordnung, vielleicht steckt der Schirurg gerade elbogen tief im Patienten drin, das heißt, der wird jetzt ja nicht wechseln zum System und wird das eintragen, sondern wie ist das häufig? Wer trägt das dann während der OP ein? Wie läuft das ab? Die einfachste Variante ist, es steht irgendwo am Rand im OP-Saal ein Rechner und dort trägt dann eine nicht sterile Fachkraft, trägt dann dort die Sachen ein auf Zuruf. Eine andere Variante ist, dass man einen Bildschirm, der sterile ist, direkt am OP-Tisch hat. Dann kann der Operateur selbst Sachen eingeben, es hat man nicht die gesamte Funktionalität vor sich, sondern man kann nur auf ganz bestimmte Funktionalitäten zugreifen, man kann damit auch zum Beispiel die OP-Saalbeleuchtung steuern oder andere Sachen und dann kann man zum Beispiel auch OP-Zeiten dokumentieren oder einfache Anordnung treffen.
Und die letzte Möglichkeit, dass du vorhin schon genannt, das ist die Sprachsteuerung. Genau, habe ich auch mal einen schönen Anwendungsbeispiel gesehen, die Sprachsteuerung in der OP in Kombinationen mit Gästenerkennung, also dann die Operateur mit Wischgästen zwischen unterschiedlichen Röntgenbildern wechseln konnte, die Laborwerte weiter durchscan konnte, etc., also sagt man die Laborwerte und dann mit einer Handbewegung in der Luft dort durchscrollen konnte. Gleich muss man das für die Leute, die noch nie im OP-Saal waren, auch noch mal erklären, es ist eine sehr defizielle Angelegenheit der Operateur, muss natürlich steril sein, ja, er darf mit seinen Fingern nichts berühren, was unsteril ist. Und das ist eine große Herausforderung, dass das dann tatsächlich auch so bleibt, ein Rechner, der irgendwo in der Ecke steht, darf natürlich dann nicht bedient werden und alle Flächen, die der Operateur bedient, die müssen vorher sicher sterilisiert worden sein. Es ist zum Beispiel der Griff an der Lampe oder das eben erwähnte Touchpad gegebenenfalls, das er bedient, das wird dann meistens abgedeckt mit einer Folie, damit dann nicht mit seinen plutigen Fingern direkt auf das Touchpad draufgeht. Aber das ist eine sehr große Herausforderung, es muss immer sichergestellt sein, dass der Operationsbereich steril ist.
Gut, dann gibt es noch Fotos und Videos, die hin und wieder von der OP gemacht werden, das ist auch zu Dokumentationszwecken, manchmal aber auch zu Lehrzwecken, wenn man zeigen will, so sieht eine Leber aus, die zirrutisch ist oder so, dann macht man den Foto davon und kann dieses Bild einen Vorlesungen zeigen und für die Weiterbildung kann man das verwenden oder für Lehrbücher. Manchmal macht man aber auch Videos, um das gemachte zu dokumentieren. Natürlich greift hier auch wieder die IT-Unterstützung, denn die Videos, die gemacht werden, die nimmt man natürlich nicht auf Band auf, sondern die werden in einem meistens Pax gespeichert. Also das Bildarchivsystem, das in der Radiologie verwendet wird, das hat häufig auch Funktionalitäten, um ganz normale Bilder, ganz normale Videos abzuspeichern, also hier eine Schnittstelle zum Pacs. Häufig wird eine Kamera verwendet, die dann per die Komp-Schnittstelle mit dem Pacs verbunden ist.
Genau, wenn man noch eine alte Kamera hat, dann haben wir auch häufig die Pax, sogenannte Framing Grabber Funktionalität, das also dieses vielleicht noch analoge Signal umgewandelt wird in digitales und in ein solches Format, das es auf dem Pax verstanden wird.
Gut, während die Chirurgen ihre OP-Zeiten dokumentieren und anordnungen machen können im System, ist es für die OP-Pflege ganz wichtig, dass Zellkontrollen durchgeführt werden können. Was ist eine Zellkontrolle? Jeder hat schon mal diese Schauergeschichten gehört von Tupfern oder Messern oder Scheren, die im Bauch des Patienten verbleiben. Die Schauergeschichten sind leider auch wahr, aber es sind tatsächlich Einzelfälle, denn normalerweise verhindert eine Zellkontrolle, das genau so was passiert. Jede Tupfer, der im OP-Zeit verwendet wird, der wird gezählt und am Schluss, wenn ein Tupfer in den Müllamer geschmissen wird, wird auch der gezählt und diese Zahlen werden dokumentiert und am Schluss wird verglichen, bleibt noch irgendwo ein Tupfer übrig. Wenn es dann eine Differenz gibt, dann kann man sicher sein, dass der gesamte OP-Zeit sich auf die Suche nach diesen Tupfern macht, denn es darf dort keine Differenzen geben. Im schlimmsten Fall ist dann nämlich was im Patienten verblieben und dann muss man suchen, suchen, suchen, suchen. Das gilt für Tupfer, das gilt für kompressen, das gilt für Scheren, für Skalpelle, alles muss genau gezählt sein, am Anfang und am Ende, damit man hier nicht ein Delta bekommt. Und da… – Und das wird genau, das will ja vor dich gerade einhaken.
Und das wird dann natürlich auch dort in der Dokumentation erfasst. – Genau.
Gut, die Anästhesie hat natürlich auch während der OP ganz viel zu dokumentieren. Das passiert dann häufig über ein PDMS. Es werden vitalwerte aufgezeichnet, es werden die Medikamentengaben aufgezeichnet, was der Anestesist gemacht hat, anordnen auch hier für später, all das wird dokumentiert. – Hatten wir eigentlich schon PDMS als Thema, ne? – Ich bin mir gar nicht so nahe, ich glaube, das hatten wir noch nicht. Oh, dann machen wir hier schnell. – Für die Märkunter? – Genau. Und eben uns die Sachen auf, denn PDMS ist auch ein sehr, sehr… – Spannend ist. Thema. Okay, und dann schauen wir mal, dass wir hier jetzt wieder zum Ende kommen.
Post OP. Da gibt’s die letzte Qualität sich an der Maßnahme, das seien out. Dort wird eben geguckt. Da gehört auch die Zähre Kontrolle dazu. Ist alles aus dem Patienten rausgenommen, ist der Patient richtig operiert worden, sind alle Maßnahmen, die gemacht werden sollten, haben die auch tatsächlich stattgefunden. Das ist die letzte WHO-Checkliste mit IT-Unterstützung. Kann man hier natürlich viel machen. Und dann muss geschaut werden, kommt der Patient auf Station, kommt er in den Aufwachraum, kommt er auf die Intermediate Care Station, oder geht es ihm vielleicht so schlecht, dass er auf Intensivstation muss, das wird dann natürlich auch dokumentiert. Das sollte auch dokumentiert werden, damit man dann später bei Statistiken schauen kann, wie werden die Patienten nachbetreut, reichen unsere Intensivplätze aus und wie kann man das vielleicht steuern. Es kann nämlich sein, dass die Intensivplätze mit OP-Patienten voll sind und dass man das auch im Vorfeld hätte wissen können und das Ganze dann einfach besser planen kann. Gut, und dann natürlich noch die Nachbetreuung mit Wundverlauf, mit Drainagen und Schmerzen. Das ist dann nicht mehr am OP-Tag, sondern das passiert dann häufig in den Tagen danach. Und was ich jetzt noch nicht erwähnt habe, ist der OP-Bericht, der natürlich auch mit Hilfe von IT geschrieben werden kann. Da die OP ist häufig ähnlich ablaufen, wird hier viel mit Textbaustein gearbeitet und man kann natürlich viel von den Stammdaten des Patienten übernehmen, sodass der eigentliche Aufwand, den OP-Bericht zu schreiben, dann gar nicht mehr so groß ist.
Gut, damit sind wir einmal durch so eine OP durch und dann können wir uns vielleicht noch so ein paar Meta-Themen anschauen.
Also mit Meta-Themen sind dann sozusagen gemeint, wie Optimierung und Statistiken und Ablaufverbesserungen. Da helfen natürlich die OP-Zeiten, die den Controllingn helfen, das Ganze besser zu planen. Es ist nämlich ganz wichtig, dass ein OP-Saal möglichst ausgelastet ist. Es hatten wir ja in der letzten OP-Folge schon mal gesagt und auch wenn es die Operateure nicht gern hören, die Zeit von morgens 8 oder von OP beginnen, bis der erste Schnitt passiert, die kann manchmal lang sein. In Krankenhäusern, wo der Controlling noch nicht so zuschlägt, da ist das teilweise zu lang. Wenn normalerweise heute Tage ein Controlling oder irgendwie ein Kontrolling da sein auch getrauf hat, dann wird geschaut, dass genau diese Zeit möglichst kurzist, damit der OP-Saal nicht so lange leer steht.
Was natürlich auch möglich ist, ich weiß gar nicht, ob du das letzte mal gesagt hast bei der Planung, dass man, wenn man die Daten strukturiert erfasst, abhängig von der Art der OP, also was, was ich was Hüftab und des Operatörs, ihr dann auch vorschlagen kann, wie lange der normalerweise braucht. Wobei da der Betriebsrat meistens reingrätzt, zurecht oder nicht zurecht sei mal dahin gestellt. Das sind halt auch so Seiteneffekte, wenn man IT gestützt arbeitet, kann man so eine dauer natürlich auch Prozise vorher sagen, wenn es denn erlaubt ist. Absolut, genau, das ist dann bei Blickarzt Krankenhäusern einfacher. Da wollen die tatsächlich dann ihre individuellen OP-Zeiten da drin haben, aber das stimmt schon, dass der Betriebsrat natürlich jetzt nicht gerne sieht, wenn man Statistiken darüber macht, welcher Operateur wie lange für eine OP braucht.
Gut, machen wir also letztes Thema dann noch die Materialverwaltung und die Abrechnung. Die Materialverwaltung ist im OP, wie ich schon gesagt habe, hat einen besonderen Stellenwert, denn das ganze Material muss natürlich bestellt werden, muss nachbestellt werden, es muss dokumentiert werden und über IT kann man eine automatische Nachbestellung machen. Wenn man dann merkt, dass gewisse kompressen in einen Bereich kommen, wo es eng wird, dann wird eine automatische Nachbestellung ausgelöst oder wenn man für irgendwann mal eine OP geplant hat und man weiß, das wird eine Materialschlacht, dann kann man schon mal im Vorfeld eine Bestellung raushauen oder wenn man sieht, dass ein bestimmtes Hüftgelenk gebraucht wird, dann kann man das auch schon mal vorab bestellen. Materialschlacht kenne ich eher so aus Strategie spielen. Ja, das kommt einer OP ziemlich nah, das ist so eine kleine Art von Strategie spielen, aber ja, doch, das passt schon, dass es viel logisches Denken ist damit dabei, wenn man so eine Planung macht und da ist IT unterstützt. Die Kurve, was jetzt nicht bekommen, aber noch einer weiß.
Aber natürlich hilft dir die IT einem ja gerade solche Deltas dann aufzulösen.
Gut und natürlich gehen die Ergebnisse aus der OP, welche OP gemacht worden sind, welche OPS dabei erfasst worden sind, die gehen natürlich in die stationäre Abrechnung rein, denn neben den ICDs ist natürlich die Operationen, die ausgeführt werden, ein ganz ganz zentraler Aspekt in der Berechnung der DRGs. Hey, hab ich viel redet, Christian sagt du da noch mal was? Es war wunderschön. Aber jetzt machen wir schnell Schluss, ich sage schon mal tschüss, macht’s gut.
Schlagwörter
Chirurgie, Vorbesprechung, OP-System, Vorbereitung, DICOM Worklist, HL7 ORM, Integrated OR, Automatisierung, Terminplanung, Sicherheitsmaßnahmen, Sign in, Fragebogen, Sprachassistenz, Dokumentation, Team time out, Sprachsteuerung, PACS, PDMS, Sign out, WHO, OP- Zeiten, Zeitauslastung, Materialverwaltung
