Schlagwort: KIS

  • Folge #89 – Patient journey mit m.Doc

    In dieser Folge sprechen wir mit Admir Kulin von m.Doc über Software, die die „Patient Journey“ abbildet und somit viele Aspekte aus Folge #65 realisiert werden können. Admir Kulin ist Geschäftsführer und ehemaliger Profisportler (kein „Center“ ;-)) von m.Doc. In den News geht es (leider mal wieder) um große Datenschutzprobleme, einmal bei einem offen erreichbaren PACS-Server und um die britische Regierung, die Zugriff auf Patientenakten haben möchte.

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    Transkription

    Genau, wir haben heute wieder einen Gast hier, der Gast ist Admir von m.Doc. Magst du dich einfach mal und deine Firma selbst ein bisschen vorstellen? 

    Sehr gerne, sehr gerne, vielen, vielen Dank für die Möglichkeit. Admir Kulin, [ich] bin ein ehemaliger Profisportler, der dann über Umwege in den Gesundheitssektor, in die IT-Branche gekommen ist. — Dazu komme ich gleich. Wenn du sagst Profisportler — Basketballer? — Basketball. — Wie groß bist du denn dann? — 1,88. — Also Center? — Nee. — Was, nein, Quatsch, Aufbau, nicht? — Point Guard, Gott, sorry. Entschuldigung, wir haben nichts mit Basketball [am Hut]. Center sind die Großen, ne? — Genau, genau. Oh Gott, oh Gott, das muss ich ja auch [raus]schneiden. 

    Und über Umwege dann in den Gesundheitssektor gekommen, in die IT. Bei der Firma Vitaphone als CFO, also kaufmännischer Geschäftsführer, dort auch Telemedizin und die Patientenversorgung kennengelernt, und [hab] dann mit dem weiteren [Team] 2016 entschieden, dass es doch eine Möglichkeit gibt, einiges zu verändern im Gesundheitssektor und vor allen Dingen den Patienten einzubinden. Und da haben wir 2016 entschieden, mit einem sehr erfahrenen Gründerteam, m.Doc zu gründen, in Köln, mit einem klaren Ziel der Einbindung des Patienten in die Prozesse, also die Patientenzentrierung wirklich zu leben, digital. Und das machen wir seit 2016. [Wir] haben seit Februar 2019 die Thieme Gruppe als Minderheitsgesellschafter — da haben wir uns explizit für entschieden. Also gegen Wagniskapitalgeber [und] für ein Unternehmen, ein mittelständisches Unternehmen, entschieden. Keine Heuschrecken, ja. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Frei nach dem Motto agieren wir, und das ist uns ganz wichtig. 

    Okay, wofür steht denn das M? Ist das mobile? — Das steht für mobile, also der erste Gedanke damals. Wir werden ja sicher gleich dann noch auf das Produkt ein bisschen zurückkommen. 

    Wenn du jetzt sagst, du hast den Patienten in den Mittelpunkt gestellt — dann haben wir eine eigene Podcast-Folge mal dazu gemacht, da habe ich so ein bisschen losgelöst herumgesponnen, wie es eigentlich für den Patienten sein sollte. [Ich] war vor kurzem wieder mit einem nahen Familienangehörigen [im] Krankenhaus und hab wieder gesehen, wie wenig der Patient eigentlich informiert ist. Wie würdest du die Produktgruppe bezeichnen oder das Produktsegment, in dem ihr da unterwegs seid? Also wer sind noch Mitbewerber, und wie nennt man das? 

    Ein bisschen schwierig, wie man das Ganze benennt, weil wir wirklich sehr breit eingestiegen sind, weil [wir] die ganze Patient Journey abbilden, aber Patient Empowerment ist so das Übergeordnete, also die Patient Journey. Und da gibt es verschiedene Marktbegleiter oder Marktgestalter, mit denen man gemeinsam den Mobile-Markt bedient. Und auch wenn man jetzt eine Firma hat, die sich gerade vom Bedside-Terminal in Richtung des Patienten bewegt, oder ob man bei verschiedenen Befragungen Heartbeat nimmt — da gibt es auch die Patient-Journey-App. Aber auch [Anbieter von] Patientenakten, die sich so ein bisschen in die Richtung bewegen wollen, Prozesse abzubilden. Das heißt, da gibt es viele, und auch eine AOK hat ja gerade ein Produkt versucht zu launchen mit [einem Partner], wo die genau das versuchen auch zu realisieren. Das heißt, wir sehen immer mehr Leute, die sich damit beschäftigen, den Patienten gerade in den Klinikprozess mit einzubeziehen, in verschiedenen Bereichen. 

    Und dadurch, dass es ja jetzt schon ein sehr breiter Prozess ist, sehr weit gefasst, gibt es natürlich in verschiedenen Bereichen verschiedene Player, die da eine wichtige Rolle spielen — wobei am Ende die KIS-Hersteller die wichtigste Rolle spielen. Ohne die ist es immer ein bisschen schwierig reinzukommen. — Ja, schwierig, [den] idealen Prozess abzubilden. — Ohne die, ja, genau, bzw. nachher die Mehrwerte dem Kunden, dem Krankenhaus klarzumachen, wird schwierig, wenn wir jetzt nicht sagen können, die [liegen] da nachher strukturiert in der Akte, oder wir können es auch abfragen. — Genau. 

    Jetzt hast du gerade schon Patient Journey gesagt. Jetzt mache ich eine Kombinationsfrage: Was ist die Patient Journey, und gib mal Beispiele bitte. Und warum gibt es das nicht schon längst in Deutschland flächendeckend? — Das, was wir nicht haben, das ist die Patient Journey. — Ja, also ich meine, das ist relativ viel — also das, was wir nicht haben, das könnte dann auch semantische Interoperabilität sein, das musst du schon ein bisschen einschränken. — Ja, klar, aber ich meine, im Endeffekt kommt es ja aus dem Bereich der Customer Journey. Und ich glaube, das Erste — dass der Patient als Customer gesehen wird — ist etwas, was für uns alle so ein bisschen, ja, unbekannt ist. Und die Patient Journey, um es auf Deutsch auszudrücken, das sind eigentlich Abbildungen von Prozessen, die wir so eine ganze Zeit nicht in Gedanken haben. 

    Und wenn wir explizit sagen — bleiben wir mal in der Klinik nur bei einem Aufnahmeprozess. Der Aufnahmeprozess kann eine gesamte Patientenpfad-Abbildung [sein]. Das heißt, was erleben wir jetzt? Wir kommen rein, man drückt [uns] Papier in die Hand, man füllt das Papier aus, dann, wenn man Glück hat, landet man in einem Zimmer, dann füllt man nochmal Papier aus und weiß nicht, was mit einem am Abend, was am nächsten Tag passiert. Das heißt, es sieht für uns aus wie Zufall, wenn man da ist. Ist es nicht, es sind unglaubliche Logistik-Prozesse, die dahinterliegen. Aber das ist halt einfach sozusagen wirklich diese ganzheitliche [Abbildung] vom ersten Kontakt zum Patienten, der [ihn] dazu bewegt — was auch immer das auslöst, ob es elektiv ist oder Notfall —, bis hin zu danach, bei der Entlassung. Das ist die Abbildung des Patienten als Patient Journey in der Klinik. 

    Dann lass uns mal dabei bleiben, wie es dann jetzt für den Patienten selbst aussieht. Also wenn es die Patient Journey ist, wie stellt es sich für den Patienten anders dar, wenn ein Krankenhaus euer Produkt oder ein vergleichbares Produkt einsetzt? Also wie ist der Unterschied für den Patienten mit so einem Produkt oder ohne so ein Produkt? 

    Fangen wir einfach an. Ich mein, [der] Patient kann von zu Hause, vom Sofa — bleiben wir bei dem elektiven Patienten, dem einfacheren — sozusagen einen Termin buchen, bekommt Informationen, die zu diesem Termin gehören. Das heißt eine komplette Abbildung: Wenn ich jetzt eine Knie-TEP-OP habe, bekomme ich halt sozusagen meine Aufklärung — schau mal auf die App —, bekomme Fragebögen, Checklisten, was soll ich mitbringen, wann soll ich da sein, bekomme den Ablauf schon, dass ich so alles vorbereiten kann, vielleicht schon Wahlleistungen festlegen kann. Und [kann] dann sozusagen vorbereitet, ohne große Sorgen, in die Klinik kommen. Wenn ich in die Klinik komme, haben die schon meine Daten, das heißt, ich habe schon eine Struktur beantwortet, was hochgeladen, was benötigt wird. Im Idealfall landet’s auch direkt im KIS, wird verarbeitet, so dass, wenn ich ankomme, mit der Karte wird’s alles gematcht, und ich muss nicht nochmal irgendwelche Dokumente ausfüllen etc. 

    Während des Aufenthalts weiß ich jetzt, was mit mir passiert, [ich] werde informiert, habe die Option auch [für die] Hotel-Services, die nicht unwichtig sind — Essen etc. auch zu buchen, zu bewerten —, [es] gibt immer wieder sozusagen Feedback des Patienten, Patient Reported Outcomes. Also auch das wird reported, und das ist halt direkt als strukturierter Datensatz, der entsprechend landet. Und wenn ich weitergehe, ob es jetzt ein Entlassmanagement ist — die [meisten] werden ja nicht [einfach] nach Hause entlassen —, bekomme ich alle Informationen digital, die ich dafür benötige, was ich zu Hause machen soll, wie der nächste Ablauf ist etc. Das sind sozusagen die Dinge, die Produkte in diesem Bereich ganzheitlich abbilden. 

    Okay, das klingt alles total nach dem, was ich in dieser — ich glaube, etwas älteren — Folge gesagt habe, was [du] glaube ich auch gehört [hast], wie ich mir da so einen Patientenaufenthalt vorstelle. Jetzt hast du es schon mehrfach gesagt, [und] ich hab gesagt, da kommen wir gleich noch mal drauf. 

    Ganz viel davon kann ja nur dann richtig sinnvoll funktionieren — auch da wieder —, wenn die Daten vernünftig ausgetauscht werden. Das heißt, wenn der Patient sich das zu Hause in einem Anamnesebogen anschaut und ausfüllt und das Ganze jetzt irgendwie nur als PDF-Datei im KIS landen kann, dann bringt es ja nicht wahnsinnig viel. Also wenn dann zum Beispiel die Infos, welche Allergien er hat oder sowas, nicht strukturiert im System nachher landen, dann bringt es ja nicht viel. Seid ihr als solche Anbieter dann schon stark abhängig vom KIS, oder reicht es schon, wenn man sagt, okay, sowas wie Termine und so weiter, das bringt schon so viel Mehrwert, dass die Krankenhäuser darauf aufspringen? 

    Na gut, wir arbeiten immer nur komplett integriert. Wir gehen in keinen Prozess, wo wir nicht [im KIS integriert] laufen, weil wir nicht daran glauben, [dann] erfolgreich zu sein. Wie gesagt, ich hatte am Anfang gesagt, wir kommen alle aus dem Bereich und wissen, dass [für] Doppelarbeiten keiner Zeit hat. Das war das Erste. Also wir haben sehr, sehr enge Partnerschaften mit den KIS-Herstellern, mit den meisten — einige noch nicht in der strategischen Partnerschaft, aber eigentlich zu allen [Schnittstellen], die auch erlauben, strukturierte Daten auszutauschen, den Patienten schon aus dem KIS anzulegen oder ins KIS anzulegen. Und [da können wir] genau das, was du sozusagen dargestellt hattest in der Sendung, abbilden. Wer sich in diesem Bereich bewegt, wie wir alle gemeinsam — das ist ein ganz, ganz großer, wichtiger Faktor, sich mit dem KIS auszutauschen. 

    Rein technisch, eine kurze Frage für die Nerds unter den Zuhörern: Macht ihr das dann über HL7, beispielsweise ADT, um Patienten anzulegen, oder läuft das schon über FHIR, um die da nachher auch entsprechend abzufragen aus dem KIS, weil denn jetzt Termine geplant sind, oder wie läuft es? — Ein bisschen unterschiedlich, hängt davon ab, vom jeweiligen KIS und was gerade möglich ist in den verschiedenen Bereichen. Also ich kann jetzt auch die Marketing-Maschinerie starten und über FHIR, über FHIR reden — kein Marketing bei uns. — Genau, deswegen meinte ich das. — Das heißt, FHIR ist immer noch ein schöner Begriff, den wir immer mehr in Deutschland leben und immer besser, aber [wir] sind noch weit davon [entfernt], dass wir über flächendeckenden FHIR-Einsatz reden können. Das heißt, wir haben viel HL7, das heißt ADT, DFT etc., haben auch einige APIs, die wirklich als REST-APIs gebaut wurden, die sich sehr FHIR annähern. Aber auch FHIR hat noch nicht überall Ressourcen definiert für alle Themen, so dass wir uns viel beschäftigen, mit vielen anderen Partnern oder auch mit Kunden darüber zu reden: Also wie kann eine FHIR-Ressource für Patient Reported Outcomes aussehen, solche Thematiken — das heißt, das sind Themen, die uns schon antreiben. 

    Was sind jetzt die Gründe für ein Krankenhaus, sich so was anzuschaffen? Ich glaube, [das] war der zweite Teil meiner ähnlichen Frage vorhin. Also ist das ein finanzielles Interesse, geht es darum, die Patienten ans Krankenhaus zu binden, damit eine höhere Auslastung zu erzeugen, oder was ist genau das Interesse? — Ich könnte jetzt als Erstes provokant sein: Jeder redet über Digitalisierung, man muss was tun — das war das Erste, sozusagen, jeder muss was tun. Aber eigentlich machen sich alle Kliniken, wo wir Partner [sind] oder die uns kaufen, sehr viele Gedanken über die Prozesse. Das heißt, die Optimierung der Prozesse — damit ist natürlich auch ein wirtschaftliches, ein ökonomisches Thema in dem Bereich [verbunden]. Die Verbesserung der Prozesse, damit auch [die] Zufriedenheit der Mitarbeiter, ist ein ganz großes Thema darin. Aber dann auch weitere Themen: Patientensicherheit, strukturiertes Feedback der Patienten. 

    — Kannst du das ein bisschen konkreter machen? Also irgendwie — ich glaube, bei fast allen Produkten, die wir jetzt hier hatten oder Produktkategorien, [ist] fast immer das Ziel nachher eine Prozessoptimierung. Sag du mal, was [bringt es] denn, hast du Beispiele? — Kann ich sehr gerne, [zum Beispiel] den Aufnahmeprozess. Ich mein schon, also bei dem Prozess, das heißt, wenn ein Patient reinkommt, [liegen] alle seine Daten schon strukturiert vor, und ich [muss] ihn nur noch mit der Karte sozusagen [identifizieren] und die Daten zusammenmatchen. Ich glaube, jeder, der schon mal Patientenmanagement in der Klinik gesehen hat, weiß, welchen Riesenvorteil das mit sich bringt. Befragungen strukturiert abzulegen, direkt ins KIS zurückzuschreiben, bis hin zur Fieberkurve — ich verbessere die Dokumentation, [das] ermöglicht ganz andere Auswertungen und ganz andere Bewertungen in diesem Bereich. Und dann weitere Gedanken: also eigentlich auch in der Kommunikation, also wirklich mit dem Patienten [in] der Kommunikation auch danach, nach seinem Aufenthalt, zu bleiben, ist ein ganz, ganz wichtiges Thema. Weil bis jetzt war das ja immer so: Wenn er durch die Tür kommt, ist er bekannt, wenn er rausgeht, ist er unbekannt. 

    Wenn ich jetzt der Entscheider wäre im Krankenhaus oder das Entscheider-Gremium, dann würde mich schon interessieren, was jetzt zum Beispiel beim Entlassmanagement denn dann wirklich konkret für das Haus rausspringt. Ist das, was finanziell ist, ist das die Behandlungsqualität und dadurch vielleicht niedrigere Liegezeiten etc.? Die Häuser stehen ja unter enormem kostentechnischen Druck gerade, und da muss man ja schon irgendwie — also mach’s dann mal ein bisschen an einem Beispiel konkret, bitte. 

    Ja, es kann sozusagen halt eine niedrigere Liegezeit sein, also das heißt von der Kostenseite: Ich [entlasse] Patienten frühzeitig nach Hause, [bleibe] mit ihm in Kontakt, per Chat oder Video, und das ermöglicht [ihm], mich zu kontaktieren, und [mir], ihn nach seinen Schmerzen [zu] befragen — ich habe den Kontakt weiterhin, aber er liegt nicht vor Ort und muss nicht dementsprechend betreut werden. Also das heißt schon an diesem Beispiel — aber auch das Überleitmanagement, das heißt, wenn die richtigen Daten direkt an die richtigen Stellen weitergegeben werden, [sind] für die vorhandenen Akteure Digitalisierungslösungen ganz andere Werkzeuge der Orchestrierung. 

    — Arbeitet ihr heute auch mit Reha-Einrichtungen zusammen? — [Unsere] ersten Kunden waren Reha, wir haben 2016 Reha-Einrichtungen als erste Kunden gewonnen — 2015/2016 ganz viele —, und dann kam ab Ende 2017 die Richtung Akut-, Universitätskliniken. 

    Ich glaube, das wäre auch nochmal so eine Geschichte, die glaube ich für Akut-Häuser relevant ist: dass im Grunde im Zuge [des] Entlassmanagements die Patienten natürlich auch erst entlassen werden können, wenn klar ist, wo sie hingehen. Und das ist natürlich auch [etwas], was mal dazu führen kann, wenn das nicht geklärt ist, dass Patienten länger liegen, als sie eigentlich müssten. — Also das Thema Sozialdienst, der die Patienten [unterbringt], aber auch Konzepte, die so ein Akuthaus zusammen mit einer Reha erarbeiten kann, wie [eine Bett-zu-Bett-Verlegung]: schon im Akut, also schon in der Klinik sozusagen, auf den Reha-Aufenthalt vorbereitet zu werden durch verschiedene Angebote — das sind Sachen, die man sehr, sehr gut digital abbilden kann. Und natürlich hat ein Sozialdienst unglaublich viele Möglichkeiten, da einzugreifen und den Patienten besser [und] schneller in die Reha zu bringen. Aber es ist auch ein komplizierter Prozess. 

    Wenn ihr schon mehr solche Projekte umgesetzt habt, wie läuft das normalerweise ab, und was gibt es immer wieder für — was soll ich sagen, Probleme sagt man nicht, sondern Herausforderungen? Was passiert immer wieder, was ist so der Standard? — Die sind so ein bisschen unterschiedlich, immer von der Größe der Klinik [abhängig], oder welcher Bereich. Im Reha-Bereich ist es etwas, was so ein bisschen einfacher, standardisierter ist. Der Patient ist länger da, bis [zu] drei Wochen. Also zum Beispiel — da passieren immer wieder solche Sachen im Reha-Bereich, dass es riesen Aufruhr gibt, [weil] der Therapieplan auf dem Papier nicht gleich ist wie der digitale Therapieplan in der App. Natürlich nicht, weil die App aktuell ist. Also schon das zeigt sozusagen, [dass] das zu Unruhen führen kann. 

    Aber eigentlich merken wir immer, egal wo wir sind, ob [kleine] Klinik oder Universitätsklinik oder ein kleineres Reha-Haus: Wenn die nicht gut vorbereitet sind, wenn es nicht intern gut kommuniziert wird, wenn es nicht eine Informationsveranstaltung auch für die Mitarbeiter gibt, gibt es Probleme. Weil die Mitarbeiter sind die besten Marketing-Maschinerien für so etwas. [Mit der] Akzeptanz der Mitarbeiter sozusagen — auf einmal bekommen andere Leute eine ganz andere Wichtigkeit. Also da wird [die] Rezeption oder Information eine ganz wichtige Anlaufstelle, weil man schnell fragt, was ist in der App, wie komme ich auf das Patientenportal und solche Sachen. Das heißt, wir erleben — was wirklich immer besser ist, ist die Schnittstelle. Das heißt, ich kann jetzt nicht sagen, oh Gott, die Schnittstellen sind immer die Problematik — da würde ich wirklich allen unseren Partnern unrecht tun. Also da bewegen wir uns sehr, sehr gut und immer besser. Also öfter ist es wirklich dieses prozessuale Thema, weil eine Klinik muss sich auch dann mit Prozessen beschäftigen. 

    Dann lass uns mal direkt beim Anmelde- oder Aufnahmeprozess sein. Machen wir es vielleicht jetzt an dem Beispiel — du hast gerade, glaube ich, Knie-App gesagt. Also bei mir ist jetzt klar, weil ich ewig lang voll professionell Basketball gespielt habe — jetzt [ist] mein Knie kaputt, ich verhinderter Center —, mein Knie [ist] kaputt, und es ist klar, ich bekomme dann jetzt eine Knie-OP. Ich war bei meinem Orthopäden und der sagt, lass uns dich dort operieren. Woher weiß ich denn genau, [dass] diese Klinik dann eine App hat, um meine Patient Journey zu optimieren? Wer sagt mir das? Gibt es die im App Store? Wie weiß ich dann, [welches] Krankenhaus [es ist]? 

    Also im Idealfall hat der Orthopäde schon einen Zuweiser-[Zugang], um in der Klinik den Termin für dich zu buchen — und den Datensatz [an das] KIS [zu übergeben], ein bisschen schwierig, das heißt, also diese Dokumente halt weiterzuleiten — und informiert dich, dass du direkt die App runterladen kannst oder dich auf dem Patientenportal anmelden kannst. Das ist sozusagen der Idealfall, der jetzt schon in drei bis fünf Kliniken abgebildet ist, so ganz zaghaft, wo auch der Zuweiser eine Rolle spielt. Und ansonsten macht die Klinik sehr viel Marketing über das Patientenportal oder über die App, die man im App Store findet, zu genau diesen Thematiken. 

    — Alles da — und [wenn] ich dann bis dahin [alles] eingebe — ach so, kann ich eigentlich auch Medikamente eingeben? — Ja, gut, also Medikationsplan — also wir haben da auch mit anderen, so Marktbegleitern, Markt-Kollegen — das heißt, wir arbeiten da zusammen mit einem Partner, [Dosing], und haben einen Medikationsplan mit einer der KIS-Prüfungen in diesem Bereich. — Das heißt, ich würde das eingeben, und wo gehen die Daten dann hin, also wenn ich das speichere? — Bei uns auf der Plattform bleiben die, und [wir] haben jetzt die ersten KIS, die nicht nur die PDF sozusagen weitergeben, sondern auch strukturiert diesen Datensatz in die Richtung weitergeben. Das heißt, viele empfangen das als ein Dokument, was dann im KIS verarbeitet wird, oder [es wird] strukturiert weitergegeben. 

    Immer ein Thema, Datenschutz, zu Recht. Wie werden die Daten denn dann übermittelt zu euch, und wo stehen eure Server? Könnt ihr die Daten einsehen oder [verändern]? — Nein. Also zwei Schritte: Also vielleicht zu uns — was ich am Anfang gesagt habe, seit 2016 haben wir eine interne Datenschützerin, seit dem ersten Tag, [im Haus]. — Schon seit dem ersten Tag, genau, auf diesem Level. — Unser Partner [ist] T-Systems, und [wir] haben europaweit in allen Ländern Installationen mit der T-Systems, [die] kommen nicht an die Daten, in der Treuhand. Alles ist verschlüsselt, liegt verschlüsselt auf der Datenbank, und die werden auch in der Übertragung verschlüsselt, auch in Richtung des KIS werden die verschlüsselt übertragen. 

    Wenn du jetzt gerade gesagt hast, dass bei vielen Systemen die Daten als Dokument aufgenommen werden — seid ihr dann IHE-XDS-kompatibel, oder ist das alles immer eine proprietäre Geschichte? — Nee, nee, also doch, sind wir. — War eine geschlossene Frage, ja/nein, sehr gut. Letzte Frage, weil wir ansonsten schon wieder zu lange dran sind hier: [DVG] — ist es jetzt so, dass, sag ich mal so laienhaft ausgedrückt, jetzt auch Ärzte Apps verschreiben können — bringt euch das was? Also habt ihr irgendwas davon, dass jetzt Krankenkassen auch Apps bezahlen können? — Das Erste, was es bringt, ist eine Bewegung im Land, das ist schon mal gut. Es gibt Bewegung, und [ich] glaube, das ist schon mal wichtig. Wir prüfen das sehr und gucken, wie wir unsere Lösung genau so positionieren, dass es uns auch was bringt. Also wir beschäftigen uns viel damit und werden sicherlich unsere Positionierung entlang dessen auch aufbauen, sodass man da partizipieren kann. 

    Alles klar, dann sind wir fast durch. Letzte Frage, Klassiker: Welche Frage habe ich vergessen dir zu stellen? — Wer NBA-Champion wird. — Ja, sag mal, wer wird Champion? — Die Brooklyn Nets. — Okay, gut, das war das Wichtigste. Dann sage ich vielen Dank.